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Autor: Thomas Oelerich

Zentraler Gottesdienst am 22. November 2023 um 18.00 Uhr in Cottbus

Seit über 40 Jahren engagiert sich die Ökumenische FriedensDekade für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Der Einsatz und das Gebet für den Frieden sind anhaltend notwendig und von entscheidender Bedeutung.

Sehr herzlich möchten wir zum diesjährigen bundesweiten Gottesdienst anlässlich der Ökumenischen FriedensDekade einladen. Der Gottesdienst findet statt am

Mittwoch, dem 22. November 2023, um 18.00 Uhr
in der Klosterkirche in Cottbus (Klosterplatz 10, 03046 Cottbus)

Im Anschluss an den Gottesdienst folgt ein Empfang in der Klosterkirche. Der Gottesdienst wird in diesem Jahr vorbereitet von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Cottbus mit dem Ökumenischen Rat Berlin-Brandenburg (ÖRBB) und der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland. Er steht unter dem diesjährigen Motto der Ökumenischen FriedensDekade „sicher nicht – oder?“.

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Aus der Einladung der Ökumenischen Centrale der ACK in Frankfurt

Gebet für alle (von Peter Herrfurth, Magdeburg)

Alarmsirenen überall in Israel.

Es wird angegriffen. Es wird verteidigt.

Es wird geschossen, bombardiert, entführt und getötet.

Es wird beschuldigt und gejubelt, geklagt und erklärt.

Es wird solidarisiert und gratuliert.

Es wird gelitten.

Es wird gestritten um Land und um Heimat.

Doch es ist alles Gottes Land.

Im Osten, im Westen,

im Norden, im Süden. Überall.

Jeder Stein, jedes Tal, jeder Berg.

Wir sind Gäste.

Aber benehmen uns, als hätten wir Menschen alles selbst gemacht und dürften alles auch einfach so kaputtmachen.

 

Ich bete für alle, die im Nahen Osten jetzt Gewalt leiden an Körper und Seele.

Ich bete für alle, die durch Angriffe verletzt werden.

Ich bete für die Getöteten und ihre Angehörigen.

Ich bete für alle, die in Bunker und an geschützte Orte geflüchtet sind.

Ich bitte für alle, die das Dröhnen der Raketen und Drohnen nicht ertragen.

Ich bete für die Kinder in Israel und Palästina.

Ich bete für alle, die weinen.

Ich bete für alle, die um Freunde und Familie bangen.

Ich bete gegen die Angst, den Hass, die Gewalt:

Ich bete

Schalom alejchem! Salem aleikum! Friede sei mit dir! Amen

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Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Mitglied im Gesprächsforum der Ökumenischen FriedensDekade

„Peace and pray“– App zur Ökumenischen Friedensdekade (12.-22.11.2023)

„Peace and pray“ bietet für jeden Tag der Ökumenischen Friedensdekade vom 12. bis 22. November 2023 einen Audio-Impuls zum Motto, ein Friedenslied sowie die Friedensgebete zum Hören und Nachlesen. Die App kann ab Ende Oktober 2023 kostenfrei in den Apple- und Google-Stores geladen werden. Sie ist für Einzelne ebenso nutzbar wie für Gruppen, die schnell auf einen Impuls oder ein Lied zurückgreifen möchten.

Impulse und Lieder kommen in diesem Jahr u. a. von Bischof Karl-Heinz Wiesemann (Speyer), Bischöfin Dr. Beate Hofmann (Kassel), Ministerpräsident Bodo Rammelow (Erfurt), Dr. Simone Wisotzki (Hessische Stiftung Friedens- und Konfliktforschung), Landesbischof Friedrich Kramer (Magdeburg) , den Notenläufern (Auerbach), Kai Schmerschneider (Dresden), dem Gießener Vocalensemble und dem Figuralchor Dillenburg.

Organisiert wird „Peace and pray“ von den Friedensbeauftragten aus den Landeskirchen Sachsen, Mitteldeutschland, Pfalz, Hessen-Nassau und Kurhessen-Waldeck.

Die FriedensDekade auf dem Handy oder Tablet: zum Hören, Mitbeten, Teilen, Engagieren.

Die App geht Ende Oktober online.

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Die App zur FriedensDekade ist eine Initiative der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (EVLKS) und der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM). Ermöglicht wurde die Entwicklung und Bereitstellung dieser App durch eine finanzielle Förderung durch den Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD.

Kein Platz im Flieger (von Peter Herrfurth, Magdeburg)

Plötzlich tönen Sirenen in Tel Aviv. Es ist Luftalarm! Eine evangelische Jugendgruppe aus Essen muss Schutz suchen. Dann die Hiobsbotschaft. Ihre Heimatflüge sind gestrichen. Erst Tage später können sie Plätze in einem Flieger nach Zypern ergattern. Endlich sind sie in Sicherheit. Gott sei Dank! Die Eltern sind heilfroh.

Wie viele unserer Landsleute haben in den letzten Tagen verzweifelt gebetet, aus Israel rauszukommen? Ich danke Gott für jeden der heil heimkommt!

Ich denke aber genauso an die Menschen, die in Israel ihre Heimat haben und ihr Land lieben. Sie sind dort zuhause. Terroralarm gehörte zu ihrem Alltag. Aber jetzt dieser brutale Terror und dieser Krieg? Sie erleben Mord und Bomben. Sie sind potenzielle Ziele für Hamas-Terroristen. Das ist für sie eine Katastrophe. Sie werden nicht ausgeflogen. Ich bitte Gott für jeden von ihnen um Schutz.

Ich bete für Deutsche und für Israelis. Ja. Aber ich bete auch für die Menschen in Palästina. Auch dort gibt es viele, die keine Messer wetzen und die nicht schießen. Frauen und Männer, Jugendliche und Kinder, die um die Ermordeten weinen. Auch dort sind Menschen, die Angst vor dem haben, was jetzt passiert. Über eine Million Menschen sollen Nord-Gaza räumen. Das Perfide: die Terroristen hindern sie daran. Für die Flüchtlinge gibt es keinen Platz in irgendeinem Flieger, der sie fortbringt. Egal wohin.

Ich bete für sie alle. Ich bete mit biblischen Worten, die Juden und Christen vertraut sind:

Gott, segne uns und behüte uns.

Schau auf uns!

Lass dein Angesicht leuchten über uns.

Und gib uns Frieden. Überall. Amen.

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Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland

Krieg in Israel (von Peter Herrfurth, Magdeburg)

Stell dir vor, du fährst zu einem Festival mit Hunderten Menschen, irgendwo auf dem Land.
Stell dir vor, deine Kinder fahren dorthin.
Stell dir vor, sie wollen Musik hören, Freundinnen treffen.
Stell dir vor, sie wollen tanzen, feiern, Spaß haben.

Letzten Samstag findet so ein Festival in der Nähe zu Gaza in Israel statt. Adi ist dabei, ihre Mutter Maizel zuhause weiß es.
Die Rhythmen der Raver wummern über den Platz. Es ist laut. So laut, dass Adi und die anderen das Dröhnen der Raketen nicht bemerken. Bis das Unvorstellbare passiert:
Plötzlich sind Terroristen auf dem Gelände. Sie schießen auf die verzweifelt Flüchtenden. Wahllos werden Menschen auf Pickups gezerrt und nach Gaza verschleppt.Über 260 Leichen werden gezählt. Mütter und Väter durchforsten Videos vom Terrorangriff nach ihren vermissten Kindern. Maizel entdeckt darauf ihre Tochter Adi. Maizel fleht die Entführer an:
„Bitte, bitte bleibt menschlich. Wir haben alle die gleiche DNA, wir sind alles nur Menschen.“

Und ich stelle mir vor, alle halten den Atem an.

Und ich selbst atme tief durch, und halte alles für möglich. Auch das Wunder.

Ich stelle mir vor, der große Gegenschlag bleibt aus. Die Geiseln kehren heim, die Toten werden bestattet.

Und die Lebenden schauen sich in die Augen. Erst langsam und vorsichtig. Denn die Augen sind verschleiert von Tränen und Schmerz.

Aber: es wäre da keine Rache.

Weil alle spüren: So kann – so soll es nicht weitergehen. Nicht diesseits und nicht jenseits des Zaunes. Auf beiden Seiten leben Menschen. Mütter und Töchter, Väter, Söhne und Großeltern. Und sie wollen nicht hassen, sie wollen leben und feiern und tanzen, essen und trinken und arbeiten.

Und ein Kind streckt die Hand aus. Und da landet eine Taube mit einem Ölzweig im Schnabel. Und es ist so still, dass man ihr Gurren hört. Stell dir das mal vor.

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Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, Mitglied im Gesprächsforum der Ökumenischen FriedensDekade

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