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Autor: Thomas Oelerich

Öko-Panzer? (von Paul Schobel, Böblingen, Katholische Kirche)

Öko-Panzer?

Kriege morden nicht nur Menschen, sie schänden auch die Schöpfung im Übermaß. Im ersten Kriegsjahr in der Ukraine wurden um die 150 Millionen Tonnen Co2 ausgestoßen – so viel wie in ganz Belgien im selben Zeitraum.[1]) Rüstung und Militär sind für sechs Prozent der weltweiten Emissionen verantwortlich. Dabei sind die Kriegsfolgen mit ihren katastrophalen Zerstörungen, verheerenden Bränden oder berstenden Staudämmen gar nicht miteingerechnet. Von den kolossalen Umweltbelastungen des Wiederaufbaus ganz zu schweigen. Kriege zerstören ganze Öko-Systeme – die Lebensgrundlage auch für zukünftige Generationen. Sie machen alle Bemühungen um eine intakte Umwelt zunichte und geben die Klima-Ziele der Lächerlichkeit preis.

Geradezu pervers die Bemühungen der Rüstungsindustrie um mehr Nachhaltigkeit: Kampfjets mit tödlichen Waffen an Bord, aber Bio-Sprit im Tank. Panzer – volles Rohr, aber solarbetrieben, Haubitzen mit Öko-Plakette oder was? Mensch und Schöpfung überleben nur, wenn dieses ganze Teufelszeug vom Erdboden verschwindet.

An dieser Stelle schalte ich eine Vermissten-Anzeige: Wo bleiben sie denn, die Umwelt-Schützer und die Aktivisten der „letzten Generation“? Wann endlich demonstrieren sie vor Kasernen und Truppenübungsplätzen? Wann haken sie sich bei den Friedensbewegten unter und machen mit ihnen gemeinsame Sache? Krieg darf um Gottes, um der Menschen und um der Schöpfung willen einfach nicht sein!

Als Christ bewahre ich mir die biblische Vision und bete darum, dass wir „Schwerter zu Pflugscharen und Spieße zu Sicheln umschmieden“. „Rüstungskonversion“ sozusagen. Davon träumt der Prophet Micha (Micha 4,3) im Alten Testament. Nur so wird am Ende, wie er meint, „ein jeder unter seinem Weinstock und seinem Feigenbaum wohnen können“.

Ein Bild des Friedens – für Mensch und Natur.

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Beitrag in Morgengedanken des SWR4 BW vom 16.4.2024

Der Autor: Paul Schlegel, katholischer Priester im Ruhestand, Pax-Christi-Mitglied

 

Gerade jetzt. Für alle.

Arbeit für Demokratie vor dem Aus?

180 Organisationen schreiben offenen Brief an Bundeskanzler und Abgeordnete

Berlin, 2. Juli 2024
Die Haushaltsverhandlungen laufen auf Hochtouren und für das demokratische Engagement sieht es schlecht aus: Wenn Christian Lindner seine Sparvorgaben durchsetzt, steht die Arbeit für Demokratie und Teilhabe in Deutschland vor dem Aus. 180 zivilgesellschaftliche Organisationen, darunter auch die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), fordern deshalb in einem offenen Brief an den Bundeskanzler und die Abgeordneten: Lassen Sie uns nicht im Stich, sondern setzen Sie sich in den Haushaltsverhandlungen dafür ein, dass die Förderung für politischer Bildung, Kinder- und Jugendarbeit, Freiwilligendienste und Demokratieförderung nicht gestrichen, sondern verstetigt wird. Gerade jetzt, wo die AfD unsere Demokratie bedroht wie nie zuvor.

Was die Kürzungen bedeuten würden: Feuerwehren und Sportvereine müssten ihre Demokratieprojekte einstellen, Präventionsprojekte an Schulen würden gestrichen,
Beratungsstellen zum Umgang mit Rechtsextremismus für Engagierte, Gewaltopfer und Ausstiegswillige müssten schließen, Freiwilligendienste, Jugendverbände, Migrant*innen-Organisationen sowie innovative Ansätze in der Gedenkstättenarbeit stünden vor dem Aus.

„Die Zivilgesellschaft wird auf Jahrzehnte geschwächt, die demokratische Kultur erodiert“, schreibt das Bündnis im oPenen Brief – und appelliert an Bundeskanzler Scholz und die Abgeordneten im Bundestag: „Die aktuellen Haushaltsverhandlungen dürfen auf keinen Fall zu einem Kahlschlag führen! Wir brauchen die Angebote mehr denn je. Deshalb muss die Finanzierung des Kinder- und Jugendplans des Bundes, der Freiwilligendienste, der politischen Bildung und der großen Förderprogramme „Demokratie leben!“ (BMFSFJ) und „Zusammenhalt durch Teilhabe“ (BMI) in den kommenden Jahren sichergestellt und ausgebaut werden – gerade jetzt, für alle.“

Dem Bündnis gehören 180 gemeinnützige Organisationen an, die sich für Demokratie und Teilhabe einsetzen. Dazu gehören große Verbände wie der Deutsche Feuerwehrverband, der Bundesjugendring, der Arbeitskreis deutscher Bildungsstätten und der Deutsche Kinderschutzbund, Netzwerke wie die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen oder die Bundeskonferenz der Migrantenorganisationen sowie eine Vielzahl von Beratungsstellen und Projektträgern vor Ort. Neben dem offenen Brief hat das Bündnis vor wenigen Wochen eine Petition gestartet. Innerhalb kürzester Zeit wurden über 75.000 Unterschriften gesammelt.

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Den Offenen Brief an den Bundeskanzler und die Abgeordneten finden Sie hier.

Pressekontakt:
Jan Gildemeister, AGDF-Geschäftsführer, Telefon 0228/24999-13

 

Erzähl mir vom Frieden (Fotowettbewerb)

Fotowettbewerb

der Europäischen Akademie Schleswig-Holstein und des EUROPE DIRECT Südschleswig

unterstützt von der Ökumenischen Friedensdekade und dem Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein

Krieg und Aggression bestimmen die öffentlichen Erzählungen, Verteidigungspolitik die politische Debatte. In den europäischen Gesellschaften mehren sich Feindbilder, Drohungen, Hassposts und tätliche Angriffe. Der Einfluss populistischer, extremistischer und autoritärer Bewegungen nimmt zu. Die Friedensvision der Europäischen Union scheint nach der Wahl zum Europäischen Parlament herausgefordert.
In diesen Zeiten laden die Europäische Akademie und EUROPE DIRECT ein, den Sucher auf mutmachende Beispiele zu richten für Frieden im eigenen Umfeld, im sozialen Miteinander, in Europa, in politischen Auseinandersetzungen, im Zusammenspiel der Völker, in gerechten Lebensbedingungen für Mensch und Natur. Die Fotos sollen erzählen von Menschen, Augenblicken und Zeichen, die Frieden suchen, gestalten und wagen.
Einsendeschluss ist der 30. September 2024.
Eine Jury wird die besten zwölf Bilder auswählen, darunter ein Siegerfoto sowie zwei weitere Preise.
1. Preis: iPad 64 GB
2. Preis: Buchgutschein über 100,00 €
3. Preis: Buchgutschein über 75,00 €
Weitere Informationen und Teilnahmebedingungen:
www.sankelmark.de/fotowettbewerb
Kontakt: fotowettbewerb@sankelmark.de

IN EIGENER SACHE – Stellenausschreibung

Ausschreibung Honorarauftrag für Fundraising, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit

Seit über 40 Jahren engagiert sich die Ökumenische FriedensDekade für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Sie will einen Beitrag zur Vertiefung des christlichen Friedenszeugnisses leisten und zur friedenspolitischen Willensbildung in Kirchen, Gemeinden und Gesellschaft beitragen.

Getragen wird die FriedensDekade durch ehrenamtlich engagierte Mitglieder des Ökumenischen Gesprächsforums bzw. des ÖFD e.V. als Trägerverein.
Für diese Arbeit sucht der Ökumenische FriedensDekade e.V. Unterstützung im Rahmen eines langfristigen Honorarvertrages im Bereich Fundrasing, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit im Umfang von ca. 40 Stunden im Monat ab Dezember 2024, da der Vorgänger aus Altersgründen ausscheidet.

Folgende Aufgaben sind zu erbringen:

Presse und Medienarbeit (u.a. Erstellung von Mitteilungen, Artikeln, Mediaplan, Anzeigenfüllern, Begleitung der SocialMediaArbeit, Weiterentwicklung und Pflege der Adressen und Kontakte).

  • Planung von Marketingaktivitäten zur jährlichen Ökumenischen FriedensDekade.
  • Überarbeitung von Werbematerial/Vorschläge für Neuerungen.
  • Begleitung der Auswahl und Neuentwicklung von Materialien (Angebote), Mitwirkung bei der Preispolitik.
  • Betreuung der Homepage und Aktualisierung im Rahmen eines Relaunches.
  • Ausbau systematischer Kundenbeziehungen (RelationshipMarketing) zusammen mit unserem Versanddienstleister.
  • Dokumentation der Arbeit (Pressemitteilungen, Kontakte, Presse und Kundenverteiler)
  • Teilnahme an den Sitzungen des Gesprächsforums Ökumenische FriedensDekade bzw. der Mitgliederversammlung des ÖFD e.V. (1tägig virtuell, 2tägig in Präsenz im Jahr) und ggf. an temporären Arbeitstreffen.
  • Planung und mitBetreuung von Infoständen bei Kirchentagen.

Damit verbunden ist die Verantwortung für die Zielerreichung im Fundraising und im Marketing.

Ihr Profil:
  • einschlägige Qualifikation und Erfahrungen
  • Kenntnisse über christliches Selbstverständnis und kirchliches Leben, theologische Grundkenntnisse (christlicher Hintergrund)
  • Kenntnisse und Interesse im Bereich der Friedensarbeit
  • Kompetenz in der Anwendung von online Anwendungen (Webseiten, CMS, WordPress)
Wir bieten:

Auf Honorarbasis eine Rahmenvereinbarung für eine auf einen längeren Zeitraum angelegte
Zusammenarbeit mit dem engagierten, multiprofessionellen und multikonfessionellen, wertschätzenden, bundesweit agierenden Team des Gesprächsforums der Ökumenischen FriedensDekade.

Weitere Informationen: https://www.friedensdekade.de/

Wenn Sie diese Aufgabenbeschreibung anspricht und Sie Lust haben, an einem bundesweiten etablierten Projekt der Friedensarbeit aktiv mitzuwirken, dann freuen wir uns auf Ihr Angebot, welches Ihre Kompetenzen anhand einschlägiger Referenzen belegt und Ihren Stundensatz inkl. Mehrwertsteuer beinhaltet. In diesem Stundensatz sollen sämtliche Nebenkosten (Büro und Büroausstattung, Kommunikationskosten etc.) enthalten sein. Reisekosten im Rahmen des Auftrages werden in Anlehnung an Bundesreisekostengesetz zusätzlich erstattet.

Angebote senden Sie bitte per EMail bis zum 2. August 2024 an: bewerbung@friedensdekade.de

Wir beabsichtigen 3 bis 5 Anbieter*innen zu einem persönlichen Gespräch einzuladen. Reisekosten für die Gespräche werden in Höhe der Bahnkosten 2. Klasse erstattet. Für Rückfragen können Sie sich gerne an Jan Gildemeister (jan.gildemeister@friedensdekade.de) wende

Wie man einfach mal Frieden macht (von Ulrike Greim, Rundfunkbeauftragte der EKM)

„Und wenn du in so ein Haus kommst, wo eben noch der Mann seine Frau verprügelt hat, was machst du dann?“

Die Jugendlichen schauen den Franziskaner an. Den Mönch, der viele Jahre in Sao Paolo in einem sozialen Brennpunkt gewohnt hat. Armenviertel, viele Nationen auf engem Raum, viel Gewalt.

Er holt tief Luft und sagt: „Dann spreche ich innerlich: Friede sei mit diesem Haus.“ Er zeichnet mit seinen Fingern ein Kreuz in die Luft. „Ich segne es,“ sagt er. „Dann trete ich ein.“

Die Jugendlichen sind beeindruckt.

Dieser Franziskaner-Mönch und seine Brüder sind bewusst in dieses Viertel gegangen. Wollten als Nachbarn dort leben. Für andere da sein. Dass sich so einer entscheidet, arm zu sein und unter Armen zu leben. Wow.

„Und wenn du dann bei denen auf dem Sofa sitzt, und merkst: Hier geht es rund, was machst du dann?“

„Dann segne ich diese Menschen. Innerlich, ganz leise, so dass sie es nicht hören können: Friede sei mit dir!“ „Warum?“ wollen die Jugendlichen wissen. „Weil damit alles anfängt. Mit meiner Haltung. Dass ich in Frieden komme. Dass mich nicht verwickeln lasse in den Hass, selbst wenn mir danach zumute ist. Zuerst versuche ich immer, selbst im Frieden zu bleiben.“

Cool, sagen die Jugendlichen. Und fragen und wollen wissen, wie das geht.

Ach – es gibt so viel zu lernen. Gut, wenn man jemanden fragen kann, der das einfach mal macht.

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Ulrike Greim, Rundfunkbeauftragte der Evangelische Kirche in Mitteldeutschland

 

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