Zum Hauptinhalt springen

Autor: Lars Blume

„Sei ein Mensch!“ – Predigt von Dr. Friederike F. Spengler zum Gedenken an Paul Schneider und Otto Neururer

Gedenken ist nie nur Rückblick. Wer an einem Ort wie Buchenwald innehält, stellt sich Fragen, die weit in die Gegenwart reichen: Was macht den Menschen aus? Und was bleibt von uns, wenn wir wegschauen?

Dr. Friederike F. Spengler, Regionalbischöfin im Bischofssprengel Erfurt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) und Friedensbotin 2026 der Ökumenischen FriedensDekade, hat diese Fragen bei einer Gedenkfeier zu Ehren von Paul Schneider und Otto Neururer aufgenommen. Die vollständige Predigt lesen Sie hier.

 


Gnade sei mit Euch und Friede von Gott…

 

Liebe gedenkende Gemeinde,

Erinnerung. Gedenken. Die Uhr anhalten und hören, was die Zeit ansagt. Anhalten. Aushalten.

Dazu sind wir heute hier.

Gedenktage. Schon immer ein Spannungsfeld. Ideologisch überfrachtet und fortwährend in der Gefahr stehend, einseitig vereinnahmt zu werden. Auch das Gedenken an Menschen wie Paul Schneider und Otto Neururer.

Beide lehren uns, das Wort Gottes als Zuspruch und Anspruch an uns zu hören.

Für heute lese ich den Vers, den uns die Herrnhuter Losung als Wort für den Tag aufgibt. Ein Vers aus dem ersten Buch Mose, Genesis: Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen „Mensch“ (Gen 5,2).

Gerade für heute ein zentraler Satz! Gerade für heute, wo wir uns hier dem aussetzen, unbedingt aussetzen müssen, was es heißt, alles Menschliche zu verleugnen. Und dem nachdenken wollen, was es hieß, selbst in der menschengemachten Hölle Mensch zu sein und zu bleiben. Es zu riskieren, Mensch zu sein. In der Bibel heißt es weiter, dass sie einander erkannten: „Ach, das ist ja Fleisch von meinem Fleisch, Bein von meinem Bein!“ Ein Erkennen, was zu der Erkenntnis führt: In jedem Menschen mein eigen Fleisch und Blut zu erkennen. Das ist die Voraussetzung aller von uns geforderten Nächstenliebe. Und selbst die Voraussetzung für die uns zugemutete Feindesliebe. Den und die andere erkennen. Und sich in den Augen der und des anderen erkannt wissen. Als Schwester und Bruder. Als schwierige Menschen mitunter, als Herausforderung an unsere Toleranz, aber immer und unbedingt als Einander-Gleiche erkennend.

„Gott schuf sie als Mann und Frau“, heißt von Anfang an Zweierlei: Erstens, Mensch, erkenne, dass du dich nicht dir selbst verdankst. Auch wenn du durch das Einander-Erkennen ein Fleisch sein kannst und dir, hoffentlich aus Liebe und in Liebe, Nachkommen geboren werden, ist und bleibt es Gottes Sache und sein Werk, dass du und ich Menschen sind.

Und zweitens, Mensch, bedenke, dass dich Gott zu seinem Ebenbild erdacht und gemacht und berufen hat. Es ihm gleichzutun, als verantwortungsvoller Schöpfer, König und Herr Sorge zu tragen, dass das Leben gedeihen kann, das sei dein Auftrag. Und weil Er, dein Schöpfer, mit dir auf Augenhöhe geht, bist du zur Augenhöhe erhoben. Bist geadelt, deinen Mitgeschöpfen auf Augenhöhe zu begegnen.

„Sei ein Mensch!“, rief Marcel Reif anlässlich des Gedenkens an den Holocaust im Bundestag aus. Drei Worte wie ein Ausrufezeichen! Drei Worte, oft zitiert, die doch gar nicht oft genug wiederholt werden können.

 

Liebe Mitmenschen,

bei der Beschäftigung mit meiner eigenen Familiengeschichte zur Zeit der NS-Herrschaft und danach bin ich auf ein Tagungsbändchen zu einer Konferenz gestoßen, die im März 1965 hier in Weimar und auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Buchenwald stattfand. Personen aus elf Ländern waren zu einer „Konferenz christlicher und jüdischer Persönlichkeiten“ geladen. Landesrabbiner und der Präsident der jüdischen Gemeinden in der DDR gehörten ebenso wie ostdeutsche Theologieprofessoren und eine -Professorin aus Jena und Berlin zu den Einladenden. Bischöfe und Kirchenpatriarchen trafen auf Staatssekretäre, Mitglieder des Staatsrates der DDR und Oberbürgermeister auf Pfarrer. Zwanzig Jahre nach der Befreiung wollte man den Schwur von Buchenwald aktualisieren.

Dabei viel Werbung für den Sozialismus, für die einzigartige, demokratische Republik im Osten Deutschlands. Beim Gang über das Gelände, auf dem wir auch heute stehen, dann die gegenseitige Versicherung, letztlich doch für dieselbe Sache angetreten zu sein.

Im Referat eines Dresdner Pfarrers, der nach der Wende als Stasispitzel enttarnt wurde, lese ich: „Eine Delegation aus unserm Kreise hat heute in der Zelle Paul Schneiders einen Kranz niedergelegt. Marxistische Freunde haben uns berichtet, dass sie durch den Opfergang unseres Bruders Paul Schneider uns besser verstehen gelernt haben. Der Leipziger Kommunist Hasso Grabner hat vom furchtbaren Tode Paul Schneiders berichtet und dabei erklärt: ‚Dein Tod legt unsere Hände ineinander.'“ (24)

Ein katholischer Redner zitiert Pater Alfred Delp, der im Februar 1945 in Plötzensee für seine Gradlinigkeit und christliche Courage ermordet wurde: „Beim Studium der Geschichte macht mich immer wieder die Tatsache traurig, dass wir sie erst nachher studieren. Zu einem guten Teil kann und müsste man sie vorher studieren. Man könnte und würde so der Menschheit viel Not und Leid ersparen.“ (27)

Beide Redner nutzen namentlich Paul Schneider und katholische Priester, und ich füge dazu, wie etwa Otto Neururer, um der Politik der DDR die einzig wahre Verantwortungsübernahme zu bescheinigen, die man sich als Lehre aus dem, wofür Buchenwald steht, vorzustellen vermag. Kein Wort davon, wie schwer es Opfergruppen auch hier hatten, Anerkennung ihres unsäglichen Leids zu erfahren. Kein Wort vom fortwährenden Antisemitismus, Antiziganismus und der Homophobie, die auch in der DDR reichlich gepflegt wurden.

Besonders gelegen kam der gastgebenden Regierung, dass zur selben Zeit im westlichen Teil der Republik die sogenannte „Verjährungsdebatte“ geführt wurde. Und gerade in ebendiesen Tagen im März 1965 die neue Rechtsprechung erging, nach der die Verjährung auf 1969 hinausgeschoben und später für die Ahndung von Mord bis 1979 angesetzt und für Völkermord jegliche Verjährungsfrist aufgehoben wurde. Im Tagungsband wird in zahlreichen Redebeiträgen diese Diskussion als Beweis dafür gelesen, dass der Schwur von Buchenwald für Teile Deutschlands, natürlich stets der jeweils andere Teil, bloßes Lippenbekenntnis sei.

Mit Blick auf unsere heutige Situation, dem erschreckenden Erstarken nationalistischer Ideale und rechtsextremer Gesinnung in Europa im Allgemeinen und in Deutschland im Besonderen, müssen wir allerdings feststellen, dass es nicht gelungen ist, das Gedankengut der NS-Herrschaft zu überwinden. Um es mit Bertolt Brecht zu sagen: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch!“

 

Liebe Gemeinde,

vor den Bunkerfenstern von Paul Schneider und Otto Neururer stehend, gedenken wir. Gedenken um unser selbst willen. Gedenken, um zu erkennen, was den Menschen ausmacht, wie er gemeint und wozu er aufgefordert ist.

Ich erkenne: Es waren immer nur Einzelne, die während der NS-Zeit Widerstand geleistet haben. Einzelne, die den Mut hatten, wirklich hinzuschauen, was geschah und was geschieht. Einzelne, die demütig genug waren, schon während des Krieges und kurz danach von eigener Schuld zu sprechen, von der Schuld der Kirche, von der Schuld der Deutschen.

Und ich ahne: Es werden immer nur Einzelne sein, die bereit sind, wirklich hinzuschauen, was geschieht, die offen, klar und dabei doch immer demütig über Schuld und auch über eigene Verstrickungen sprechen werden. Und ich will mir immer wieder, heute also erneut vornehmen, hinzuschauen, weil ich ahne, dass es auf dich, Bruder und Schwester, und auf mich ankommt. Stets ankommt. Heute und in Zukunft.

 

Gedenktage. Schon immer ein Spannungsfeld. Ideologisch überfrachtet und fortwährend in der Gefahr stehend, einseitig vereinnahmt zu werden. Auch das Gedenken an Menschen wie Paul Schneider und Otto Neururer.

Die „Konferenz christlicher und jüdischer Persönlichkeiten“ vom 17. und 18. März 1965 in Weimar und Buchenwald, deren Diskurse ich soeben abstrakt und ausgewählt und nur in einem ersten Überfliegen paraphrasiert habe, endete jedoch mit einer verpflichtenden Mahnung, der ich Sätze entnehme, die mir aktueller denn je erscheinen und die ich uns abschließend ans Herz legen möchte:

„In Buchenwald… sind wir, christliche und jüdische Bürger, zusammengetreten, vereint im Glauben an Gott, unseren Vater, der uns alle füreinander verantwortlich macht.“ Jahrzehntelang haben in Europa die Waffen geschwiegen. „Und doch ist kein Friede. Die Welt ohne Angst, die aus Leid und Qual der Verfolgung, aus Blut, Tränen und Trümmern des Krieges erstehen sollte, ist noch nicht verwirklicht. In ernster Sorge vor einer neuen Bedrohung der Menschheit und des friedlichen Zusammenlebens der Völker erklären wir: Die Verantwortung vor Gott, unserem Schöpfer, verpflichtet uns zur Verantwortung für das Leben. Gott will den Frieden. Der Krieg ist Folge menschlicher Sünde, die Gott nicht will. Darum wissen wir uns zu neuem Widerstand gerufen: zum Widerstand gegen jeden Versuch, Atomwaffen in deutsche Hände zu geben, zum Widerstand gegen jeden Missbrauch unseres Glaubens für Zwecke des Krieges oder der psychologischen Kriegsführung. Wir geloben an dieser Gedenkstätte, unbeirrbar für Verständigung der Menschen untereinander, für friedliche Zusammenarbeit und Freundschaft der Völker zu wirken. Wir rufen alle Menschen guten Willens: Verbündet Euch zum gemeinsamen Widerstand gegen Atomgefahr, gegen Rückfall in faschistisches Denken und gegen Missbrauch unseres Glaubens! Gemeinsames Handeln aller Menschen guten Willens und der Glaubenden Gebet retten den Frieden der Welt!“ (86)

Ich lese den Satz aus der heutigen Losung: „Gott schuf sie als Mann und Frau und segnete sie und gab ihnen den Namen ‚Mensch‘.“

Heute, hier und überall einander Mensch sein: Dazu helfe uns Gott.

Amen.

Und der Friede Gottes, höher als unsere Vernunft…

 


Die Predigt basiert auf einem 1965 in Weimar und Buchenwald verfassten Aufruf der „Konferenz christlicher und jüdischer Persönlichkeiten“, herausgegeben vom Nationalrat der Nationalen Front der DDR. Das Zitat von Bertolt Brecht stammt aus „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui“ (1941).

Die Predigt zum Ausdrucken finden Sie im Mitgliederbereich.

Friedenspolitische Einordnung | Teil 6: Wenn der Staat sich zurückzieht: Hitze, Ungleichheit und die Frage nach Solidarität

Von Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der AGDF (redaktionell aufbereitet für die FriedensDekade)

Die Hitze Ende Juni in Deutschland, aber auch in Frankreich, hat die Menschen unterschiedlich betroffen – abhängig von Alter und Gesundheit, Wohnort und sozialer Lage, Art der Erwerbstätigkeit etc. Viele waren auf die Solidarität anderer angewiesen.

Ungleich verteilte Folgen

An diesem im wahrsten Sinne des Wortes Brennpunkt zeigen sich viele Probleme bzw. Herausforderungen. Die wachsende Schere in Einkommen, Bildung, sozialer Lage etc. wirkt sich sehr konkret aus: Während die Zahl der privaten Pools wächst, mussten viele kommunale Schwimmbäder schließen. Manche können mit Klimaanlagen oder Verreisen der Hitze entkommen, andere erkranken oder sterben an den Hitzefolgen.

Die aktuelle Politik – nicht nur in Deutschland – ist destruktiv: Öffentliche Mittel, die benötigt werden, um mit den Folgen der Erderhitzung auf den verschiedenen Ebenen (strukturell, Angebote für besonders betroffene Zielgruppen) reagieren zu können, werden immer weniger. Die soziale Umverteilung von unten nach oben wird fortgeführt. Und damit sind wir schnell bei der fehlenden Klimagerechtigkeit, bei uns im Land und weltweit.

Solidarität, die trägt

Manches kann durch solidarisches Handeln partiell aufgefangen werden. Auf der individuellen Ebene zeigen Untersuchungen, dass häufig gerade diejenigen solidarisch handeln, die vergleichsweise wenig haben. Proportional spenden Menschen mit geringem Einkommen deutlich mehr als reiche. Sehr Wohlhabende schirmen sich mit Stacheldraht und Sicherheitsdiensten ab, andere achten auf diejenigen, die in ihrem sozialen Umfeld wohnen.

Zivilgesellschaft füllt Lücken

Solidarisches Handeln erfolgt zudem auf zivilgesellschaftlicher Ebene, durch Initiativen, Kirchengemeinden, Einrichtungen der Wohlfahrtspflege, Nichtregierungsorganisationen. Sie füllen Lücken, in denen staatliche und internationale Institutionen versagen. Zumeist ist dies verbunden mit der Forderung, dass der Staat doch bitte seiner Fürsorgepflicht nachkommt und für mehr soziale Gerechtigkeit sorgt.

Und da sind wir leider schon wieder bei der aktuell destruktiven Politik: kritische Zivilgesellschaft ist lästig, auch für Wirtschaftslobby, Klüngel u. a., daher wird ihr das Leben schwergemacht – in Deutschland wie weltweit.

Sparpläne mit sozialer Schieflage

Die Regierung versucht gerade, viele Reformvorhaben auf die Spur zu setzen, die einerseits notwendig sind, andererseits eine soziale Schieflage haben. Bis Mitte Juli wird wohl die Bundesregierung ihre Eckpunkte für den Haushalt 2027 und die mittelfristige Finanzplanung vorlegen. Planungen zur Kürzung des Wohngeldes, weitere Pläne für Streichungen zu Lasten sozial Schwacher, Debatten über die Entwicklungszusammenarbeit – dies alles ist vermutlich ein kleiner Vorgeschmack auf das, was uns im Sommer erwartet.

Vielleicht kühlen Erfolge der deutschen Fußballnationalmannschaft der Herren die Gemüter ein wenig ab. Wir brauchen dringend eine Diskussion über die solidarische Funktion des Staates.


Serie „Friedenspolitische Einordnung“: In dieser monatlichen Reihe ordnet Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der AGDF, aktuelle Entwicklungen aus friedenspolitischer Perspektive ein. Der Text basiert auf seinem Editorial im monatlichen AGDF-Newsletter.

Von Menschen, die auf Bäume steigen: Ein Dokumentarfilm über Mut, Verantwortung und gewaltfreien Widerstand

Der Dokumentarfilm von Christian F.K. Müller und Michael „Mimi“ Fritz begleitet Menschen im zivilen Widerstand und eröffnet eine Auseinandersetzung mit einer zentralen Frage der FriedensDekade 2026: Was bedeutet es, couragiert widerständig zu handeln?

Was bringt Menschen dazu, ihre Sicherheit, ihre Zeit und ihre persönliche Freiheit aufs Spiel zu setzen? Was geschieht, wenn Menschen den Eindruck haben, dass politische Entscheidungen nicht ausreichen, um ihre Lebensgrundlagen zu schützen? Und wo beginnt oder endet legitimer Widerstand?

Der Dokumentarfilm Von Menschen, die auf Bäume steigen nimmt diese Fragen ernst. Er begleitet Menschen, die sich für den Erhalt von Wäldern und Lebensräumen einsetzen und dabei bewusst den Weg des zivilen Ungehorsams wählen. Der Film zeigt keine einfachen Antworten, sondern eröffnet einen Raum für Auseinandersetzung: über Mut, Verantwortung, Grenzen des Protests und die Bedeutung von gewaltfreiem Widerstand in einer Demokratie.

Ein Film zum Jahresthema „couragiert widerständig“

Die Ökumenische FriedensDekade 2026 steht unter dem Motto „couragiert widerständig“. Dabei geht es um Menschen, die nicht wegsehen, wenn sie Unrecht wahrnehmen, und die aus ihrer Überzeugung heraus handeln.

„Von Menschen, die auf Bäume steigen“ greift genau diese Fragen auf. Der Film zeigt Menschen, die sich in einer konkreten Situation entscheiden, Verantwortung zu übernehmen. Er begleitet ihren Protest, ihre Zweifel und ihre Gemeinschaft. Dabei geht es nicht nur um die sichtbare Aktion, sondern auch um die persönlichen Geschichten dahinter.

Was bewegt Menschen dazu, Widerstand zu leisten? Welche Rolle spielen Gewissen, Hoffnung und die Sorge um kommende Generationen? Und wie kann eine Gesellschaft mit Formen des Protests umgehen, die bewusst Grenzen überschreiten?

Zwischen Recht, Gewissen und gesellschaftlicher Verantwortung

Ziviler Ungehorsam gehört zu den umstrittenen Formen politischen Handelns. Der Film lädt dazu ein, diese Spannung auszuhalten und gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen.

Denn Widerstand war und ist ein Teil demokratischer Gesellschaften. Viele Entwicklungen, die heute selbstverständlich erscheinen, wurden durch Menschen angestoßen, die bestehende Verhältnisse hinterfragt und Veränderung eingefordert haben.

Gleichzeitig stellt ziviler Ungehorsam wichtige Fragen: Welche Mittel sind angemessen? Wann wird Protest notwendig? Und wie kann Widerstand gewaltfrei bleiben?

Gerade für die Friedensarbeit bietet der Film einen wertvollen Ausgangspunkt, weil er nicht nur über Konflikte spricht, sondern nach Wegen sucht, wie Menschen für Frieden, Gerechtigkeit und den Schutz der Schöpfung eintreten können.

Ein Film für Gemeinde, Schule und Bildungsarbeit

„Von Menschen, die auf Bäume steigen“ eignet sich besonders für Veranstaltungen, bei denen gesellschaftliche Fragen gemeinsam betrachtet und diskutiert werden sollen.

Mögliche Einsatzbereiche sind:

  • Filmabende mit anschließender Diskussion
  • Veranstaltungen im Rahmen der FriedensDekade
  • Bildungsarbeit mit Jugendlichen und Erwachsenen
  • Unterricht in Religion, Ethik, Politik oder Umweltbildung
  • Gesprächsabende zu zivilem Widerstand und gesellschaftlicher Verantwortung

Der Film bietet dabei keinen fertigen Standpunkt an. Er lädt dazu ein, hinzusehen, zuzuhören und miteinander ins Gespräch zu kommen.

Friedensbotschafter der FriedensDekade 2026

Christian F.K. Müller und Michael „Mimi“ Fritz begleiten die FriedensDekade 2026 als Friedensbotschafter. Mit ihrem Film bringen sie das Jahresthema „couragiert widerständig“ aus einer besonderen Perspektive auf die Leinwand: durch die Geschichten von Menschen, die sich entschieden haben, Verantwortung zu übernehmen.

„Von Menschen, die auf Bäume steigen“ ergänzt damit die Materialien der FriedensDekade 2026 und bietet eine Möglichkeit, die Themen des Jahres ganz praktisch in Gruppen, Gemeinden und Bildungskontexten aufzugreifen.

Jetzt Film für Ihre Friedensarbeit nutzen

Der Film steht als Download zur Verfügung und kann für nicht-kommerzielle Bildungs- und Gemeindeveranstaltungen genutzt werden.

Er ist eine Einladung, gemeinsam über Mut, Widerstand und die Frage nach dem eigenen Handeln nachzudenken.

Bestellen Sie jetzt den Film „Von Menschen, die auf Bäume steigen“ und nutzen Sie ihn für Ihre Veranstaltung im Rahmen der FriedensDekade 2026.

Film bestellen

 

Friedenszeugen – Wenn Courage den Lauf der Dinge ändert

Historische Momente gewaltfreien Widerstands | Eine Serie der ökumenischen FriedensDekade 2026

Couragiert widerständig in Zeiten der Aufrüstung

2026 ist ein Jahr der Entscheidungen.
Und überall dieselbe Antwort: mehr Waffen, mehr Militär, mehr Abschreckung. Die Logik der Aufrüstung scheint alternativlos.

Das Jahresmotto der ökumenischen FriedensDekade 2026 stellt sich dieser vermeintlichen Alternativlosigkeit entgegen. Couragiert widerständig bedeutet: nicht einfach hinnehmen, was als unvermeidlich präsentiert wird.

Die Geschichte gibt Antworten. Sie zeigt: Menschen haben immer wieder den Lauf der Dinge verändert. Nicht mit Panzern und Raketen, sondern durch Zivilcourage, durch Beharrlichkeit, durch den unerschütterlichen Glauben an die Würde jedes Menschen.

Warum diese Geschichten 2026 unverzichtbar sind

Wir brauchen Erinnerung an andere Wege. Diese Serie beleuchtet zwölf historische Momente, in denen gewaltfreier Widerstand oder ziviler Ungehorsam Geschichte schrieben.

Jede Folge verbindet historische Fakten mit theologischer Reflexion. Wir fragen nicht nur, was geschah, sondern auch, was das für uns heute bedeutet.

Für wen ist diese Serie gedacht?

Diese Geschichten sind für Gemeinden, die das Jahresmotto „couragiert widerständig“ mit Leben füllen wollen.
Für Friedensgruppen, die historische Vorbilder für heutige Herausforderungen suchen.
Für alle, die sich fragen: Was kann ich ausrichten in einer Welt voller Konflikte?

Jede Folge ist eigenständig lesbar und bietet Material für Gemeindearbeit, Bildung, Predigtvorbereitung und persönliche Inspiration.

Erstes Episode: Aufbruch durch Haltung und Gewissen

Folge 1 beleuchtet das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ in der DDR der 1980er Jahre.
Schwerter zu Pflugscharen: Wie ein Symbol couragierten Widerstand in der DDR entfachte

Folge 2 erzählt vom Rosenstraße-Protest 1943 in Berlin.
Mut vor der Rosenstraße – Als Liebe stärker war als Terror

Folge 3 widmet sich den weltweiten Protesten gegen den Irakkrieg 2003.
15. Februar 2003: Die Welt sagt Nein– Über Mut, Gewissen und die Grenzen des Gehörtwerdens

Zweite Episode: Schöpfung und Gerechtigkeit verbinden

Folge 4 erzählt Gandhis Salzmarsch von 1930.
Der Salzmarsch (1930): Eine Handvoll Wahrheit

Folge 5 beleuchtet den jahrelangen Protest von Greenham Common.
Greenham Common (1981): Als Frauen den Zaun umarmten

Spendenaufruf FriedensDekade 2026

Teil der ökumenischen FriedensDekade 2026

Diese Serie ist Teil unseres digitalen Fundaments zum Jahresmotto 2026.
Sie zeigt: Couragiert widerständig sein ist keine romantische Idee, sondern eine Haltung mit Geschichte und Zukunft.

Mehr zur FriedensDekade 2026 und wie Sie sich beteiligen können finden Sie unter friedensdekade.de oder schreiben Sie uns: kontakt@friedensdekade.de

Frauen des Friedens – Pionierinnen mutiger Widerständigkeit

Biographien von Friedensstifterinnen | Eine Serie der ökumenischen FriedensDekade 2026

Wenn die Weltordnung neu geformt wird

Wir leben in einer Zeit, in der die Tektonik der Weltordnung nicht mehr nur bebt, sondern sich bereits neu formiert hat. Der Nahe Osten eskaliert, Venezuela kämpft um demokratische Perspektiven, in Deutschland wird über die Wiedereinführung der Wehrpflicht debattiert, hundert Milliarden Sonderschulden werden für Rüstung bewilligt.

In dieser Situation stellt das Jahresmotto der ökumenischen FriedensDekade 2026 eine existenzielle Frage: Couragiert widerständig zu sein bedeutet nicht, naive Hoffnung zu verkünden. Es bedeutet zu fragen: Wo finden wir Halt, wenn alte Ordnungen zerbrechen?

Warum gerade Frauen? Warum gerade jetzt?

Diese Serie bittet zwölf außergewöhnliche historische Frauen ins Licht. Menschen, die ihre Lebenezeit ihr Leben als Zeugnis für den Frieden gelebt haben.

Von Bertha von Suttner, die 1889 mit ihrem Roman „Die Waffen nieder!“ Europa erschütterte, über Sophie Scholl, deren Widerstand gegen die NS-Diktatur sie das Leben kostete, bis zu Malala Yousafzai, die heute Bildung als stärkste Waffe gegen Gewalt versteht.

Frauen waren und sind Trägerinnen der Friedensbewegung: als Theologinnen, als Aktivistinnen, als Organisatorinnen, als Visionärinnen. Oft aus einer doppelten Widerständigkeit heraus: gegen Krieg und gleichzeitig gegen patriarchale Strukturen, die ihnen keine Stimme geben wollten.

Das Reimschema verstehen, um anders zu handeln

Diese Biographien sind keine Heldinnenverehrung. Sie zeigen Menschen mit Zweifeln, Brüchen und Widersprüchen. Und sie zeigen eine unerschütterliche Überzeugung, dass Frieden möglich ist, auch wenn alle Zeichen auf Krieg stehen.

Die Frauen dieser Serie fanden Halt in ihrem Glauben, in ihrer Gemeinschaft, in der Überzeugung, dass Gott auf der Seite der Unterdrückten steht. Sie verstanden ihr Handeln als geistlichen Dienst.

Spirituelle Wurzeln in tektonischen Zeiten

Die ökumenische FriedensDekade lädt 2026 ein, diese Verbindung wiederzuentdecken: zwischen Glauben und Handeln, zwischen Spiritualität und Widerstand, zwischen Gebet und Protest.

Wir brauchen Gemeinschaften, die tragen. Wir brauchen Geschichten, die ermutigen. Wir brauchen Vorbilder, die zeigen: Es ist möglich. Auch unter schwierigsten Bedingungen. Auch wenn der Ausgang ungewiss ist.

Für wen ist diese Serie gedacht?

Diese Biographien sind für Gemeinden, Frauengruppen, feministische Friedensinitiativen und Bildungsarbeit zu Gender, Frieden und Gerechtigkeit.

Für alle, die sich fragen: Wo waren die Frauen in der Friedensgeschichte? Hier sind sie.

Monatliche Veröffentlichung durch das Jahr 2026

Jeden Monat porträtieren wir eine Frau, die couragiert widerständig für den Frieden eintrat. Zwölf Lebensgeschichten, die zeigen: Frauen haben Geschichte geschrieben.

Jede Biographie ist eigenständig lesbar und bietet Material für Gemeindearbeit, Frauenkreise, Bildungsveranstaltungen und persönliche Inspiration.

Erstes Quartal: Pionierinnen brechen Tabus

Januar: Bertha von Suttner (1843–1914, Österreich)
Bertha von Suttner – Die Waffen nieder!

Februar: Sophie Scholl (1921–1943, Deutschland)
Sophie Scholl – So ein herrlicher sonniger Tag

März: Petra Kelly (1947–1992, Deutschland)
Petra Kelly – Die grüne Rebellin des Friedens

Zweites Quartal: Frieden ist unteilbar

April: Wangari Maathai (1940–2011, Kenia)
Wangari Maathai – Bäume pflanzen für den Frieden

Mai: Leymah Gbowee (Liberia)
Leymah Gbowee – Frieden beginnt auf dem Marktplatz

Juni: Rigoberta Menchú (Guatemala)
Rigoberta Menchú Tum – Stimme der Geächteten und Hüterin der Erde

Drittes Quartal: Standhaftigkeit im Alltag leben

Juli: Rosa Parks (1913–2005, USA)
August: Betty Williams (1943–2020, Nordirland)
September: Bärbel Bohley (1945–2010, DDR)

Viertes Quartal: Radikale Hoffnung praktizieren

Oktober: Dorothy Day (1897–1980, USA)
November: Dorothee Sölle (1929–2003, Deutschland)
Dezember: Malala Yousafzai (Pakistan)

Spendenaufruf FriedensDekade 2026

Teil der ökumenischen FriedensDekade 2026

Diese Biographien sind Teil unseres digitalen Fundaments zum Jahresmotto 2026. Sie zeigen: Couragiert widerständig waren und sind vor allem auch Frauen.

Halten Sie sich fest an diesen Geschichten, an Ihrer Gemeinschaft, an Ihrem Glauben. Werden Sie selbst zur Friedensstifterin, zum Friedensstifter in einer Zeit, die nach Waffen ruft.

Mehr zur FriedensDekade 2026 finden Sie unter friedensdekade.de oder schreiben Sie uns: kontakt@friedensdekade.de

0
    0
    Einkaufswagen
    Der Einkaufswagen ist leerZurück zum Shop