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Autor: Lars Blume

Frieden geht schon heute

Unsere Friedensbotin zum Weltfriedenstag am 21. September

Die Vereinten Nationen haben den 21. September zum Weltfriedenstag erklärt. Ein Tag, der daran erinnert, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist und dass wir ihn immer wieder neu suchen und gestalten müssen.

Für die Ökumenische FriedensDekade 2026 steht dieser Gedanke unter dem Motto „couragiert widerständig“. Unsere Friedensbotin macht in ihrem neuen Video deutlich, was dieses Motto für sie bedeutet: Frieden beginnt nicht erst dort, wo große politische Entscheidungen getroffen werden. Frieden beginnt bei uns. Bei dir und bei mir. In unserem Alltag, in unserer Haltung und in der Bereitschaft, für die Würde anderer einzustehen.

„Frieden ist ein so hohes, so wertvolles Gut, die Voraussetzung für gutes Leben miteinander auf der Erde überhaupt.“

Sie vertraut auf die Kraft ziviler Friedensarbeit, auf Bildung und darauf, dass Menschen sich für Gerechtigkeit einsetzen. Auf die Liebe zum Nächsten und die Achtung vor seiner Würde. Und sie widerspricht der Vorstellung, Frieden könne mit Waffen geschaffen werden.

Armeen können ihrer Ansicht nach Schutzräume bieten, humanitäre Korridore ermöglichen oder Verhandlungen absichern. Frieden selbst aber können sie nicht bringen. Frieden wächst dort, wo Menschen sich couragiert und widerständig für ihn einsetzen.

Als Christin orientiert sie sich dabei an Jesus, dem „Frieden in Person“. Sein Wort aus der Bergpredigt ist für sie zugleich Zuspruch und Auftrag:

„Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Frieden zu suchen, Frieden zu leben und Frieden auszubreiten, das kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen. Mit Kreativität und Fantasie. Mit der Kraft des Wortes und der Tat. Im persönlichen Umfeld ebenso wie in gesellschaftlichem Engagement.

Auch Musik kann ein solcher Weg sein. In ihrem Frauenchor singt unsere Friedensbotin derzeit das Chorstück „What Is Peace“ von Kim André Arnesen. Das Stück beschreibt Frieden nicht als stillen Zustand und nicht als Abwarten. Frieden ist Aktivität. Er braucht Leidenschaft, Entschlossenheit und den bewussten Willen, sich für ihn einzusetzen.

Frieden ist nichts, worauf wir nur hoffen können. Frieden braucht Menschen, die ihn wollen, suchen und mitgestalten.

Die Ökumenische FriedensDekade lädt in diesem Jahr dazu ein, genau dort anzufangen: couragiert und widerständig, mit offenen Augen und offenen Armen.

Denn Frieden geht schon heute.

Schauen Sie das Video unserer Friedensbotin und lassen Sie sich von ihrer Botschaft inspirieren.

Vom 8. bis 18. November 2026 wird die Ökumenische FriedensDekade bundesweit unter dem Motto „couragiert widerständig“ begangen. Viele Gemeinden, Gruppen und Initiativen setzen sich in diesen Tagen mit Gottesdiensten, Veranstaltungen, Aktionen und Bildungsangeboten für Frieden auseinander.

Machen Sie mit. Setzen auch Sie ein Zeichen für den Frieden.

Ausstellung Frauen des Friedens – Ein Band des Friedens durch Deutschland

Stand: 20. September 2026

Die Ausstellung „Frauen des Friedens“ ist in diesem Jahr bereits an rund 75 Orten in Deutschland zu sehen. Von Stuttgart bis Hamburg, von Berlin bis Bonn und von München bis Rostock haben Gemeinden, Initiativen und Gruppen die Ausstellung für ihre Arbeit vor Ort angefragt.

Das zeigt auch: Es braucht nicht den einen großen Ort, an dem über Frieden gesprochen wird. Die Friedensbewegung lebt davon, dass viele Menschen an vielen Orten ihre Stimme erheben.

Deshalb möchten wir die Ausstellung im November an möglichst 100 Orten zeigen. So könnte für die Dauer der FriedensDekade ein sichtbares Band des Friedens durch Deutschland entstehen.

Dabei muss niemand darauf verzichten, nur weil die Nachbarstadt die Ausstellung ebenfalls zeigt. Im Gegenteil: Wenn die Ausstellung gleichzeitig in benachbarten Gemeinden, Stadtteilen oder Landkreisen zu sehen ist, wird sichtbar, dass Frieden kein Thema einzelner Orte ist. Jede Gruppe bringt ihre eigenen Fragen, Erfahrungen und Menschen mit. Und wer möchte, kann mit der regionalen Frau des Friedens auch eine Persönlichkeit aus der eigenen Region vorstellen.

So entsteht aus vielen einzelnen Ausstellungen ein gemeinsames Bild: unterschiedliche Orte, unterschiedliche Geschichten und unterschiedliche Zugänge – verbunden durch den Wunsch nach Frieden.

Wo die Ausstellung Frauen des Friedens zu sehen sein wird

  • Baden-Württemberg: Stuttgart, Rutesheim, Lörrach, Gaildorf, Oberndorf, Sasbach, Bad Schönborn, Ostfildern, Tettnang, Leonberg, Oberderdingen, Reutlingen, Kornwestheim, Leonberg-Eltingen, Baden-Baden, Plochingen

  • Bayern: München, Uttenreuth, Petersaurach, Kulmbach

  • Berlin und Brandenburg: Berlin, Finsterwalde, Schwedt/Oder

  • Bremen und Niedersachsen: Bremen, Garbsen, Ronnenberg, Brake, Vechta, Stade

  • Hessen: Kassel, Schöneck-Büdesheim (Ev. Andreaskirche), Dieburg

  • Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg: Schwerin, Rostock, Hamburg, Nebel

  • Nordrhein-Westfalen: Nottuln, Bonn, Münster, Bottrop, Recklinghausen, Bad Honnef, Dortmund, Lohmar

  • Rheinland-Pfalz: Wittlich, Mayen, Bolanden, Nastätten

  • Sachsen und Sachsen-Anhalt: Jena, Oederan, Dresden, Quedlinburg, Stollberg/Erzgeb.

  • Thüringen und weitere Regionen: Schallstadt, Nuthetal und viele weitere Orte

Erste Rückmeldungen und geplante Aktionen zur Ausstellungen Frauen des Friedens vor Ort

  • Ev. Kirchengemeinde Dortmund-Berghofen: Die Ausstellung wird ab dem 1. Advent in der Ev. Kreuzkirche(Fasanenweg 22, 44269 Dortmund) voraussichtlich bis Jahresende zu sehen sein.

  • Kath. Kirchengemeinde St. Raphael (Garbsen): Gezeigt wird die Ausstellung vom 22.11.2026 bis zum 10.01.2027 am Kirchort St. Maria Regina (Böckeriethe 43, 30827 Garbsen). Öffnungszeiten: Di–Fr 09:00–12:00 Uhr, Sa/So 09:00–18:00 Uhr.

  • Jena (Lobeda-West): Die Ausstellung wird am 17.11.2026 auf dem Stadtplatz (Karl-Marx-Allee) im Freien gezeigt, um mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Danach wandert sie für ein paar Wochen in das Gemeindezentrum Martin-Niemöller-Haus.

Wo das Band des Friedens noch Lücken hat: Wer macht noch mit?

Ein Band lebt von seiner Kontinuität. Zwar haben sich bereits rund 75 Orte angeschlossen – doch damit das Band wirklich ganz Deutschland umspannt, gibt es noch einige weiße Flecken. Besonders in einigen großen und mittelgroßen Städten sowie ganzen Regionen ist die Ausstellung

  • Nordrhein-Westfalen: Köln, Düsseldorf, Essen, Duisburg, Bochum, Wuppertal, Bielefeld, Oberhausen, Hagen, Hamm, Solingen, Leverkusen, Neuss, Paderborn

  • Niedersachsen & Bremen: Hannover, Braunschweig, Osnabrück, Oldenburg, Wolfsburg, Göttingen, Hildesheim, Salzgitter, Wilhelmshaven

  • Baden-Württemberg: Mannheim, Karlsruhe, Freiburg im Breisgau, Heidelberg, Ulm, Heilbronn, Pforzheim, Tübingen, Ludwigsburg

  • Bayern: Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Würzburg, Ingolstadt, Fürth, Erlangen, Bayreuth, Bamberg, Aschaffenburg

  • Hessen: Frankfurt am Main, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach am Main, Hanau, Marburg, Fulda, Gießen

  • Rheinland-Pfalz & Saarland: Mainz, Ludwigshafen am Rhein, Koblenz, Trier, Kaiserslautern, Worms, Saarbrücken, Neunkirchen

  • Sachsen, Sachsen-Anhalt & Thüringen: Chemnitz, Halle (Saale), Magdeburg, Zwickau, Gera, Weimar, Gotha, Eisenach, Nordhausen

  • Schleswig-Holstein, Hamburg & Mecklenburg-Vorpommern: Kiel, Lübeck, Flensburg, Neumünster, Norderstedt, Greifswald, Wismar

Machen Sie mit: Melden Sie Ihren Ort!

Es gibt viele Menschen, die immer wieder nachfragen, wo die Ausstellung in ihrer Nähe zu sehen sein wird. Rufen Sie uns weiterhin auf, Ihre Daten und Ausstellungsorte zu senden! Vielleicht kommt die Ausstellung im November also auch zu Ihnen. Denn ein Band des Friedens entsteht nicht an einem Ort. Es entsteht dort, wo viele Menschen jeweils ihr eigenes Stück dazu beitragen. Die Ausstellung „Frauen des Friedens“ kann auf zwei Wegen genutzt werden: als digitale Lizenz zum Selbstdruck vor Ort oder als fertig gedruckte Ausstellung, die bestellt werden kann. So finden Gemeinden, Gruppen und Initiativen die Form, die zu ihren Möglichkeiten und ihren Räumen passt.

Wichtiger Hinweis für Lizenznehmer: Wer die Ausstellung bereits als Digitallizenz erworben hat und nun doch auf die gedruckte Version wechseln möchte, kann dies ganz unkompliziert über unser Upgrade-Produkt für gedruckte Ausstellungen tun (dies gilt exklusiv für Inhaber der digitalen Lizenz).

 

Häufig gestellte Fragen

Macht es Sinn, die Ausstellung zu zeigen, wenn die Nachbargemeinde sie schon hat?

Unbedingt! Wenn die Ausstellung gleichzeitig in benachbarten Gemeinden oder Stadtteilen läuft, entsteht ein sichtbares „Band des Friedens“. Jede Gruppe bringt ihre eigenen Fragen und Besucher mit – doppelt hält hier im besten Sinne zusammen.

Können wir eigene lokale Schwerpunkte setzen?

Ja. Mit der optionalen „regionalen Frau des Friedens“ können Sie ganz einfach eine inspirierende Persönlichkeit aus Ihrer eigenen Gemeinde oder Nachbarschaft in die Ausstellung integrieren.

Wie kommt die Ausstellung zu uns?

Sie haben die Wahl: Nutzen Sie die digitale Lizenz zum flexiblen Selbstdruck vor Ort oder bestellen Sie die fertig gedruckte Ausstellung direkt zu sich.

Wie viele Orte machen mit und was ist das Ziel?

Aktuell sind es bereits rund 65 Orte in ganz Deutschland. Unser gemeinsames Ziel für den November ist es, die Marke von 100 zeitgleichen Ausstellungsorten zu knacken.

 

 

Haltung zeigen und Mut machen: Projekte und Impulse für Schulen zur FriedensDekade 2026

Unter dem Jahresmotto „couragiert widerständig“ ruft die FriedensDekade 2026 dazu auf, gesellschaftlicher Spaltung, Gewalt und Machtlosigkeit aktive Zivilcourage entgegenzusetzen. Schule ist dafür der ideale Ort: Hier kommen junge Menschen täglich zusammen, stellen kritische Fragen und lernen, wie gewaltfreie Konfliktlösung und demokratischer Widerstand im Alltag funktionieren.

Friedensbildung ist Demokratiebildung. In Zeiten globaler Unsicherheiten stärkt die FriedensDekade Kinder und Jugendliche darin, Haltung zu entwickeln, Ausgrenzung mutig entgegenzutreten und Verantwortung für ein friedliches Miteinander zu übernehmen.

Dranbleiben & Vernetzen: Abonnieren Sie unseren Friedensbrief für regelmäßige Updates und besuchen Sie uns auf Instagram und LinkedIn, um Ihre Aktionen zu teilen

Der rote Faden: Das Materialheft & die Online-Angebote der FriedensDekade

Damit Ihre Schulprojekte, Projekttage oder Unterrichtseinheiten ohne großen Aufwand gelingen, steht das offizielle Materialheft als inhaltliches Fundament bereit.

Jetzt das Materialheft 2026 & Unterrichtsmaterialien im Shop bestellen

1. Highlight für Schule & Kunstkurse: Die Ausstellung „Frauen des Friedens“

Die Ausstellung „Frauen des Friedens“ bietet weit mehr als reine Information – sie ist ein hervorragendes Praxisprojekt für Kunstkurse, Projektwochen und die Oberstufe.

Praktisches Lernen: „Wie kuratiere ich eine Ausstellung?“: Schüler*innen übernehmen selbst die Regie. Sie erarbeiten Raumkonzepte für Schulaula, Flure oder Fachräume, konzipieren Führungskonzepte für jüngere Klassen, schreiben Begleit-Interpretationen oder ergänzen die Porträts um eigene lokale Recherchen.

Flexible Bereitstellung: Die Ausstellung steht im Shop als fertiges Druckset oder als preiswerte Drucklizenz zur Verfügung. Mit der Lizenz können Kunst- und Grafikkurse das Material eigenständig vor Ort drucken, vergrößern, aufziehen oder digital weiterverarbeiten.

Eröffnung als Schulevent: Nutzen Sie die Ausstellung für Vernissagen im Rahmen von Schulfesten, Elternabenden oder Projekttagen zur Zivilcourage.

2. Bausteine aus dem Materialheft 2026 für den Unterricht

Das offizielle Materialheft bietet fertige Methoden und Impulse für die Fächer Religion, Ethik, Geschichte, Politik und Deutsch:

Friedenstage an Schulen & Gewaltfreie Konfliktlösung (S. 21): Konkrete Praxis-Impulse, wie Schüler*innen lernen, im Schulalltag gewaltfrei mit Konflikten umzugehen und Zivilcourage zu beweisen.

Kriegsdienstverweigerung & Gewissensentscheidung (S. 20): „Dienst an der Waffe oder Kriegsdienstverweigerung?“ – Eine Orientierungshilfe für die Oberstufe zur Frage, wie Gewissen und gesellschaftliche Verantwortung zusammenhängen.

Mein erstes Friedensgespräch (S. 22–23): Die Methodenanleitung „Der Friede muss bewaffnet sein“ eignet sich hervorragend für Podiumsdiskussionen, Debattierclubs oder den Politikunterricht.

Lebensbilder: Couragiert widerständige Menschen (Kapitel 3, S. 29–36): Echte Vorbilder für Referate und Gruppenarbeiten:

    • Carla Hinrichs (S. 31): Klimaaktivismus und ziviler Ungehorsam vor Gericht.

    • Stanislaw Petrow (S. 33): Der Mann, der durch besonnenes Handeln den Atomkrieg verhinderte.

    • Gisela Penteker (S. 30): Mutiger Einsatz als Ärztin für Geflüchtete.

    • Yurii Sheliazhenko (S. 35) & Olga Shparaga (S. 36): Pazifismus in der Ukraine und fragiler Widerstand in Belarus.

Resilienz & psychische Widerstandskraft (S. 26): Wissen und Impulse zur Resilienzförderung – wie junge Menschen in Krisenzeiten mental stark bleiben.

Kreativ- & Medienbausteine (Kapitel 5, S. 45–49): Didaktische Medienempfehlungen sowie die Besprechung des Films „Von Menschen, die auf Bäume steigen“ (S. 49) für Filmgespräche.

3. Fortlaufende Online-Impulse & ergänzende Partner-Angebote

Monatliche Reihen auf friedensdekade.de:

  • Monatlich: Neue Porträts der „Frauen des Friedens“ – ideal für regelmäßige Wandzeitungen oder digitale Displays auf dem Schulhof.
  • Alle 2 Monate: Biografische Beiträge zu den „Friedenszeugen“.
  • Friedenspolitische Reihe von Jan Gildemeister: Sachkundige friedenspolitische Analysen als Hintergrundlektüre für Lehrkräfte und die Oberstufe.

ACK – Ergänzendes Jugendmaterial: Die ACK stellt speziell für die Arbeit mit Jugendlichen Materialien wie Martin Luther Kings „6 Prinzipien der Gewaltlosigkeit“, Arbeitsblätter zu Rosa Parks sowie Jugendkultur-Formate (Poetry Slams und den Song „Psalmen aus Plastik“) bereit.
Mehr zu den ACK-Impulsen

Peace & Pray Messenger-Impulse: Täglich kurze Audios, Gebete und Denkanstöße direkt auf das Smartphone von Lehrkräften und Jugendlichen via Signal, WhatsApp und Telegram.

4. Materialien bestellen & Termine eintragen

Shop: Das Materialheft 2026, die Ausstellung „Frauen des Friedens“ (Druckset oder Drucklizenz), Plakate, Postkarten und Aktionsmedien bestellen Sie direkt unter: www.friedensdekade.de/shop

Downloads: Freie Downloads, Grafiken und Materialien finden Sie unter: www.friedensdekade.de/download

Termine eintragen: Schulthementage, Vernissagen und Aktionen können Sie direkt selbst in den Terminkalender eintragen unter: www.friedensdekade.de/termine

DOROTHEE SÖLLE – MYSTIK UND WIDERSTAND

Biographie einer Friedenspionierin
Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“

„Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Militarismus.“

so formulierte es Dorothee Sölle (1929–2003) zugespitzt. Sie war eine Theologin, die nie glaubte, dass Glaube und Politik voneinander getrennt werden können.

In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Dorothee Sölle steht für eine Theologie der Einmischung, die Mystik und gesellschaftlichen Widerstand unlösbar miteinander verknüpft.

2026 diskutieren Europa und Deutschland erneut intensiv über Aufrüstung und Sicherheit. Sölles radikale Fragen fordern uns heraus: Was bedeutet Frieden, wenn gleichzeitig aufgerüstet wird? Und was bedeutet Glaube, wenn er keine Konsequenzen für unser Handeln hat?

Theologie der Einmischung und Politisches Nachtgebet

Dorothee Sölle (1929–2003) war eine Theologin, für die Glaube und Politik untrennbar zusammengehörten. Nach ihrer Promotion beschäftigte sie sich intensiv damit, wie nach Auschwitz noch von Gott gesprochen werden kann – ein reiner Innenglaube reichte ihr nicht. 1968 begründete sie in Köln das „Politische Nachtgebet“ mit, in dem sich biblische Texte und Analysen zu Vietnamkrieg, Armut und sozialer Ungerechtigkeit verbanden.

Stimme der Friedensbewegung

Sölle wurde zu einer prägenden Stimme der Friedensbewegung. Am 10. Oktober 1981 sprach sie bei der großen Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten gegen die NATO-Nachrüstung (unter dem Titel ihrer Rede: „Wenn ein Fluss umkippt“). Wegen ihrer klaren Haltung blieb ihr eine Professur in Deutschland lange verwehrt; sie lehrte stattdessen von 1975 bis 1987 in New York.

Mystik und Widerstand

Bis zu ihrem Tod 2003 verband Sölle politische Radikalität mit tiefer Frömmigkeit. Mystik bedeutete für sie nie die Flucht aus der Welt, sondern die Erkenntnis, was Menschen einander schuldig sind: „Aufrüstung tötet auch ohne Krieg“ war ihr Mahnruf gegen ein System, das Sicherheit auf Kosten von Menschenleben und sozialer Gerechtigkeit baut.

 


Couragiert widerständig, wie Dorothee Sölle.
Für einen Glauben, der sich einmischt, und für den Mut, Frieden nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen.


 

Fragen zur Reflexion

Dorothee Sölle verband ihren Glauben mit politischem Handeln. Wo erleben Sie heute eine Situation, in der Schweigen nicht ausreicht?

Sölle stellte die Frage, wie viel Sicherheit durch Aufrüstung tatsächlich entsteht. Welche Fragen sollten wir stellen, wenn heute über Sicherheit und Frieden gesprochen wird?

Für Dorothee Sölle gehörten Mystik und Widerstand zusammen. Was könnte es für Sie bedeuten, Spiritualität und gesellschaftliches Engagement miteinander zu verbinden?

Gebet

Gott des Friedens, gib uns den Mut, unsere Stimme zu erheben, wenn Menschen leiden.
Lass uns nicht vergessen, dass Frieden immer auch mit unserem eigenen Handeln beginnt.
Stärke uns, dem Leben zu dienen.
Amen.

 

Zum Weiterlesen und Quellen:

  • Dorothee Sölle: „Stellvertretung“ (1965)
  • Dorothee Sölle: „Aufrüstung tötet auch ohne Krieg“ (1982)
  • Renate Wind: „Dorothee Sölle. Rebellin und Mystikerin“ (2008)

Häufig gestellte Fragen

Wer war Dorothee Sölle?
Dorothee Sölle war eine deutsche evangelische Theologin und Mystikerin, die mit ihrer „Theologie der Einmischung“ Christentum und politischen Widerstand eng miteinander verband.

Warum stand sie für „couragierten Widerstand“?
Sie engagierte sich zeitlebens unerschrocken gegen den Vietnamkrieg, Atomwaffen und die Logik des Kalten Krieges, da Aufrüstung für sie bereits eine Form von Gewalt darstellte.

Was bewirkte das Politische Nachtgebet?
Das 1968 von ihr mitbegründete Format in Köln verknüpfte erstmals Bibeltexte mit knallharten gesellschaftskritischen Analysen zu Armut und Krieg, um Gläubige zum Handeln zu mobilisieren.

Wo kann ich die Langversionen und Porträts erhalten?
Das vollständige biografische Porträt sowie vertiefende Materialien finden Sie im neuen Mitgliederbereich sowie im Rahmen der ökumenischen FriedensDekade.

MALALA YOUSAFZAI – BILDUNG ALS STÄRKSTE WAFFE GEGEN GEWALT

Biographie einer Friedenspionierin

Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“

„Ein Kind, eine Lehrkraft, ein Stift und ein Buch können die Welt verändern.“

sagte Malala Yousafzai (Pakistan/Großbritannien, geboren 1997). Und doch schienen Kugeln diese Stimme für immer zum Schweigen bringen zu wollen, als ein Taliban-Kämpfer 2012 auf ihren Schulbus schoss. Diese Verbindung aus tödlicher Bedrohung und unerschütterlicher Bildungshoffnung machte sie zur jüngsten Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte.

In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Malala steht für eine Generation, die sich gegen die Zerstörung von Zukunftschancen und religiösen Fanatismus aufbegehrt.

2026 erleben wir erneut eine Welt, in der Bildungschancen durch Kriege und Krisen weltweit bedroht sind. Während Schulen zerstört werden und Millionen Kinder keinen Zugang zu Unterricht haben, lautet die gesellschaftliche Antwort oft nur auf Aufrüstung und militärische Sicherheit. Malala würde heute dieselben Fragen stellen: Was ist eine Sicherheit wert, die Kindern die Zukunft nimmt?

 

Wenn das Recht auf Bildung zur Lebensgefahr wird

Malala wuchs im pakistanischen Swat-Tal auf, wo ihr Vater eine Mädchenschule leitete. Als ab 2007 die Taliban an Einfluss gewannen und Mädchen den Schulbesuch verboten, begann die elffähre Malala unter einem Pseudonym für die BBC zu bloggen. Sie schrieb über die Angst, aber vor allem über den unstillbaren Hunger nach Wissen.

Aus persönlichem Widerstand wurde eine globale Mission: Der Kampf für das Recht aller Kinder auf Bildung. Die wachsende Bekanntheit machte sie zur Zielscheibe – am 9. Oktober 2012 verübten die Taliban das Attentat auf sie. Doch sie überlebte und antwortete auf Gewalt nicht mit Rache, sondern mit Büchern und Stiften.

Der Malala Fund und weltweite Solidarität

Nach ihrer Genesung in Großbritannien hielt sie 2013 eine historische Rede vor den Vereinten Nationen. Zusammen mit ihrem Vater gründete sie den Malala Fund, der sich weltweit für zwölf Jahre kostenlose, sichere und hochwertige Bildung für Mädchen einsetzt. Malala verbindet ihren muslimischen Glauben mit dem universellen Einsatz für Menschenrechte und Frieden.

Innere Quellen des Widerstands

Malala zeigt, dass Mut keine Frage des Alters ist, sondern eine Haltung des Gewissens. Sie reist in Flüchtlingslager, in Krisenregionen und zu Mädchen, die unter Unterdrückung leiden. Sie gibt denen eine Stimme, die sonst überhört werden.

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Was Malala uns heute sagt

  • Bildung ist Friedensarbeit: Wer Kindern Wissen verweigert, nimmt ihnen die Zukunft und bereitet den Nährboden für Gewalt.
  • Die Stimme erheben: Malala zeigt, dass auch scheinbar machtlose junge Menschen totalitäre Systeme herausfordern können.
  • Gewaltfrei antworten: Ihre Stärke liegt im Geist, im Buch und im Stift – nicht in Waffen.

Couragiert widerständig, wie Malala Yousafzai.

Für eine Welt, in der jedes Kind lernen kann und Bildung stärker ist als die Angst vor Gewalt.


Fragen zur Reflexion:

Malala hat ihre Stimme erhoben, obwohl dies lebensgefährlich war. Wo könnten Sie heute Ihre Stimme für einen anderen Menschen einsetzen?

Für Malala ist Bildung eine zentrale Voraussetzung für Freiheit und Frieden. Welche Möglichkeiten eröffnet Bildung, die wir im Alltag oft als selbstverständlich ansehen?

Malala spricht aus ihrem Glauben heraus und verbindet ihn mit universellen Werten. Wo können gemeinsame Überzeugungen Menschen über Grenzen hinweg verbinden?

 

Gebet

Gott des Friedens,
schenke allen Kindern die Möglichkeit zu lernen und ihren eigenen Weg zu gehen.
Gib uns den Mut, dort unsere Stimme zu erheben, wo Bildung und Freiheit bedroht werden.
Lass uns Frieden mit Wissen, Zusammenhalt und Menschlichkeit bauen.
Amen.

Zum Weiterlesen

  • Malala Yousafzai: „Ich bin Malala“ (2013)
  • Malala Yousafzai: „Wir sind Vertriebene“ (2019)
  • Malala Fund: www.malala.org

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer ist Malala Yousafzai?

Malala Yousafzai (geboren 1997) ist eine pakistanische Aktivistin für das Recht auf Bildung und die jüngste Trägerin des Friedensnobelpreises der Geschichte.

Warum steht Malala für „couragierten Widerstand“?

Weil sie sich trotz massiver Morddrohungen und eines überlebten Attentats durch die Taliban niemals zum Schweigen hat bringen lassen und konsequent für die Rechte von Mädchen kämpft.

Wo finde ich weitere Biografien der Reihe?

Alle Porträts unserer biographischen Reihe zu den Pionierinnen mutiger Widerständigkeit sind direkt auf unserer Übersichtsseite für Sie zusammengestellt.

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