Zum Hauptinhalt springen

Der Salzmarsch (1930): Eine Handvoll Wahrheit

Friedenszeugen – Wenn Courage den Lauf der Dinge ändert | Folge 4

Aus der Serie „Friedenszeugen – Wenn Courage den Lauf der Dinge ändert“ zur Ökumenischen FriedensDekade zum Jahresmotto 2026 „couragiert widerständig“.
Das vollständige Porträt steht als PDF zum Download bereit.

Der Salzmarsch (1930): Eine Handvoll Wahrheit

Wie Gandhi eine Weltmacht mit 385 Kilometern und einem Strandkorn Salz herausforderte

Es ist der Abend des 11. März 1930. Im Sabarmati-Ashram bei Ahmedabad hält ein 61-jähriger Mann seine letzte Gebetsversammlung vor dem Aufbruch. Morgen früh wird er losgehen. 385 Kilometer zu Fuß, bis ans Meer. Mit 78 Gefährten. Gegen das mächtigste Kolonialreich der Welt.

Am nächsten Morgen sagt Gandhi zu seinen Anhängern: „Lasst nicht zu, dass jemand im Zorn unüberlegt Handlungen begeht. Wir haben beschlossen, alle Reserven für die Verfolgung eines ausschließlich gewaltlosen Kampfes einzusetzen.“¹

Dann gehen sie los.

24 Tage später, am 6. April 1930, bückt sich Gandhi am Strand von Dandi, hebt eine Handvoll Salz aus dem Sand und bricht damit das Gesetz der britischen Krone. Es ist eine der kleinsten Gesten der Weltgeschichte. Und eine der wirkungsmächtigsten.

Diese Episode gehört zu unserer Serie „Friedenszeugen – Wenn Courage den Lauf der Dinge ändert“, in der wir historische Momente beleuchten, in denen gewaltfreier Widerstand Großes bewirkte. Der Salzmarsch von 1930 ist vielleicht das klarste Beispiel: Hier wurde eine der mächtigsten Kolonialherrschaften der Geschichte nicht mit Waffen herausgefordert, sondern mit Wahrheit, Geduld und einem Strandkorn Salz.

Das Monopol und die Armen

Um zu verstehen, warum Salz, muss man verstehen, was Salz bedeutete. Es war kein Luxusgut. Es war das Lebensnotwendigste: zum Konservieren von Nahrung, zum Überleben in der Hitze Indiens, zur täglichen Zubereitung des Grundnahrungsmittels Reis. Und genau dieses Salz hatte die britische Kolonialverwaltung mit einem Monopol belegt.² Es war verboten, Salz selbst zu gewinnen, selbst wenn man am Meer lebte, selbst wenn man neben Salzvorkommen wohnte. Man musste es kaufen, teuer, vom Staat, dem fremden Staat.

Das Salzmonopol war nicht nur eine Steuer. Es war Kontrolle über das Lebensnotwendige. Wer das Salz kontrolliert, kontrolliert die Menschen.

Gandhi verstand das genau. Und er verstand noch etwas anderes: Dieses Gesetz war so offensichtlich ungerecht, dass selbst diejenigen, die dem britischen Empire gegenüber loyal waren, es nicht verteidigen konnten, ohne sich selbst zu beschämen.

Satyagraha: Festhalten an der Wahrheit

Gandhi nannte seine Methode Satyagraha, wörtlich: Festhalten an der Wahrheit.³ Es war kein Konzept der Schwäche. Es war eine Disziplin, strenger als jede militärische Ausbildung. Wer am Salzmarsch teilnahm, verpflichtete sich: keine Gewalt, unter keinen Umständen. Auch nicht wenn Polizisten schlugen. Auch nicht wenn Verhaftungen drohten.

Satyagraha hat nichts mit Passivität zu tun. Sie verlangt eine weit größere Stärke als Gewalt. Sie setzt die Bereitschaft voraus, für eine gerechte Sache zu leiden – und dabei die Würde des Gegners nicht anzutasten.⁴

Was folgte, war eines der erstaunlichsten Phänomene der modernen Geschichte. Die Bilder gingen um die Welt: Inder, die friedlich Salz schöpften und dafür geschlagen wurden. Männer, die ohne Gegenwehr zu Boden gingen. Frauen, die die Reihen der Verhafteten sofort wieder schlossen. Die Brutalität der Kolonialherrschaft und die Würde des Widerstands auf einem einzigen Foto.

Die Weltpresse berichtete. Die britische Öffentlichkeit war erschüttert. Das Empire hatte sein Gesicht verloren, nicht durch Niederlage, sondern durch das Spiegelbild seiner eigenen Gewalt.

Das Gebet als politischer Akt

Gandhi betete täglich. Nicht als Nebenbeschäftigung, sondern als Grundlage. Jeder Marschtag begann mit einer Gebetsversammlung, jeder Abend endete damit. Das war keine Inszenierung. Das war Überzeugung: Gewaltlosigkeit als spirituelle Praxis, nicht als politische Taktik.

Er schrieb vor dem Marsch an den britischen Vizekönig: „Mein Ehrgeiz besteht in nichts Geringerem als darin, das englische Volk durch Gewaltlosigkeit zu bekehren und zu der Erkenntnis zu führen, welches Unrecht es Indien angetan hat.“⁵

Der Vizekönig antwortete nicht persönlich.

Diese Verbindung von Gebet und Widerstand ist der Kern, den die ökumenische FriedensDekade im Salzmarsch erkennt: Frieden ist keine politische Strategie allein. Er wächst aus einer inneren Haltung, aus der Überzeugung, dass die Würde des anderen unantastbar ist, auch die Würde des Gegners. Das unterscheidet Satyagraha von allem, was wir heute unter politischem Druck verstehen.

Was uns das heute sagt

Wer kontrolliert heute das Lebensnotwendige? Die Frage ist alt. Die Antworten verschieben sich.

1930 war es Salz. Heute sind es Lieferketten, Energieversorgung, Rohstoffe. Wer sie kontrolliert, kontrolliert Abhängigkeiten, das gilt für Staaten genauso wie für Menschen. Der Iran-Konflikt 2026 ist auch ein Konflikt um Öl-Lieferrouten, um Energiesicherheit, um wirtschaftliche Einflusssphären. Das sagt niemand so direkt. Aber es stimmt.

Und innenpolitisch? Wir erleben gerade, wie die Debatte über Sicherheit sehr schnell sehr eng wird. Aufrüstung hier, Wehrpflicht dort. Ob es daneben noch Raum gibt für die Frage, was zivile Sicherheit bedeutet, Bildung, soziale Stabilität, Konflikttransformation, das ist offen. „Wir als FriedensDekade stellen diese Frage. Nicht weil wir die Antwort haben. Sondern weil wir glauben, dass sie gehört werden sollte.“

Gandhi hat 1930 keinen Masterplan gehabt. Er hatte eine Überzeugung und einen Strand. Ob seine Methode auf 2026 übertragbar ist, vollständig, eins zu eins, das glauben wir ehrlich gesagt nicht. Die Welt ist komplizierter geworden. Aber der Kern bleibt: Wer das Lebensnotwendige als Druckmittel einsetzt, hat die Legitimation verloren. Und wer schweigt, macht mit.

Die Schülerinnen und Schüler, die am 8. Mai 2026 auf die Straße gingen, bewusst am Jahrestag des Kriegsendes, erinnern uns daran, dass diese Fragen nicht akademisch sind. Sie sind generational. Was wir heute entscheiden, tragen andere aus.

Eine letzte Wahrheit

Der Salzmarsch hat Indien nicht sofort befreit. Gandhi wurde verhaftet. Die Unabhängigkeit kam erst 1947, 17 Jahre später. Das ist die nüchterne Wahrheit.

Und doch: Der Marsch hat die Welt verändert. Er hat gezeigt, dass ein Volk, das seine Würde nicht aufgibt, letztlich stärker ist als eine Armee. Er hat Bewegungen inspiriert, die nach ihm kamen: die Bürgerrechtsbewegung in den USA, die Friedensbewegung in Europa, den gewaltfreien Widerstand in der DDR, deren Jugendliche ihren Aufnäher trugen wie Gandhi sein Salz, ein kleines Zeichen, das eine große Wahrheit trägt.

Was von 1930 bleibt: Widerstand braucht keine Waffen. Er braucht Wahrheit, Geduld und die Bereitschaft, dafür einzustehen. Das ist unbequem. Es ist auch das Einzige, was dauerhaft etwas verändert.

Couragiert widerständig, wie Gandhi und die Satyagrahi auf dem Weg nach Dandi. Für eine Welt, in der das Lebensnotwendige nicht als Druckmittel dient, und Frieden nicht nur denen gehört, die Waffen haben.

Reflexionsfragen

  1. Welches „Salzmonopol“ begegnet Ihnen in Ihrem Alltag: Wer kontrolliert, was als alternativlos gilt?
  2. Satyagraha bedeutet leiden ohne Gegengewalt. Wo stoßen Sie persönlich an die Grenzen dieser Haltung?
  3. Was wäre heute ein Äquivalent zur Handvoll Salz: eine kleine, konkrete Geste, die eine große Wahrheit sichtbar macht?

Gebet

Gott,
gib uns den Mut der kleinen Geste.
Dass wir aufstehen, auch wenn niemand zusieht.
Dass wir schweigen können, wo Worte verletzen,
und sprechen, wo Schweigen schuldig macht.
Amen.

Quellenangaben

¹ Gandhi, Mohandas K.: Gebetsansprache, Sabarmati-Ashram, 11. März 1930. Zit. nach: ernaehrungsdenkwerkstatt.de/fileadmin/user_upload/EDWText/TextElemente/Lebensmittel/Salz_Politik_Salzmarsch_Indien_Gandhi_Infos.pdf

² Salzmarsch. Wikipedia

³ Satyagraha. Wikipedia

⁴ keinegewalt.com: Satyagraha in Theorie und Praxis. 

⁵ Gandhi an Vizekönig Lord Irwin, März 1930. Zitat nach dadalos-d.org/deutsch/Vorbilder/Vorbilder/gandhi/salzmarsch.htm

Friedenspolitische Einordnung | Teil 5: Zwischen Aufrüstung und Aufklärung

Wenn Sicherheitspolitik sich verschiebt

Von Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der AGDF (redaktionell aufbereitet für die FriedensDekade)

 

In Deutschland erleben wir auf verschiedenen Ebenen eine schleichende Militarisierung. Zuletzt stellte der Bundesinnenminister neue Planungen für den Bevölkerungsschutz vor – mit deutlichem Vorrang auf Maßnahmen im Kriegsfall. Die Auswirkungen betreffen letztlich alle, nicht zuletzt durch die entsprechende Priorisierung im Bundeshaushalt.

 

Die Eckwerte der Bundesregierung sehen beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung weitere Kürzungen von mindestens sechs Prozent vor. Betroffen sein dürften unter anderem der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts und vermutlich auch der Zivile Friedensdienst – während für die Bundeswehr erheblich mehr Mittel vorgesehen sind.

 

Politisch wird das als Sachzwang dargestellt: Die weltweiten Krisen und Kriege bedrohten unsere Sicherheit, weshalb militärischer Schutz notwendig sei. Von Russland geht eine reale militärische Bedrohung für europäische NATO-Mitgliedsstaaten aus, für die Europa auch ohne den Beistand der USA gewappnet sein müsse. Das ist nicht von der Hand zu weisen.

 

Gleichzeitig bleibt es schwierig, diese Art einer Zeitenwende zu hinterfragen und überzeugende Alternativen aufzuzeigen. Wer den Umfang militärischer Verteidigungsfähigkeit zur Debatte stellt, braucht Friedensgeschichten, die auf die aktuelle Lage wirklich antworten, das wird eines der zentralen Themen der AGDF-Fachwerkstatt Friedensbotschaften im Februar 2027 sein.

 

So bleibt in einem erheblichen Teil der Bevölkerung eine latente Unzufriedenheit mit der Sicherheitspolitik und viel Verunsicherung. Protest lässt sich kaum organisieren – am ehesten noch durch Kreise, mit denen wir keine gemeinsame Sache machen wollen.

 

Was bleibt, ist eine Aufgabe, die wichtiger geworden ist als seit langem: eine längerfristig angelegte Aufklärungs- und Friedensbildungsarbeit. Sie braucht langen Atem – und sie lohnt ihn.

 


Serie „Friedenspolitische Einordnung“: In dieser monatlichen Reihe ordnet Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der AGDF, aktuelle Entwicklungen aus friedenspolitischer Perspektive ein. Der Text basiert auf seinem Editorial im monatlichen AGDF-Newsletter.

Rigoberta Menchú Tum – Stimme der Geächteten und Hüterin der Erde

Biographie einer Friedenspionierin

Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“

„Peace is not only the absence of war; as long as there is poverty, racism, discrimination and exclusion, we could hardly achieve a world of peace.“ (Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg; solange es Armut, Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung gibt, können wir schwerlich eine Welt des Friedens erreichen.)

Rigoberta Menchú Tum (Guatemala, geboren 1959) sprach aus bitterer Erfahrung. Ihr Vater starb 1980 beim Brand der spanischen Botschaft in Guatemala-Stadt, ihre Mutter und ihr Bruder wurden vom Militär ermordet. Das Schicksal ihrer Familie war kein Einzelschicksal. Es war das kollektive Trauma des Maya-K’iche‘-Volkes, das eine Militärdiktatur mit systematischer Gewalt verfolgte.

In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Mit Wangari Maathai haben wir im April gezeigt, dass Schöpfungsbewahrung Friedensarbeit ist. Mit Leymah Gbowee im Mai, dass Frieden von unten wächst. Mit Rigoberta Menchú Tum schließen wir den Schwerpunkt „Schöpfung & Gerechtigkeit“: Wer die Erde raubt, raubt auch das Leben.

Das Buch, das die Welt aufweckte

Im Exil in Mexiko erkannte Rigoberta Menchú: Das wirksamste Mittel des Unrechts ist das Schweigen der Weltöffentlichkeit. 1982 diktierte sie der Anthropologin Elisabeth Burgos ihre Lebensgeschichte. Das daraus entstandene Buch „Ich heiße Rigoberta Menchú und so entstand mein Gewissen“ gab dem namenlosen Sterben in den Bergen Guatemalas erstmals ein Gesicht.

Als indigene Frau, der die koloniale Gesellschaft jegliches Recht auf Sprache abgesprochen hatte, brach sie das Schweigen, das die Diktatur ihren Opfern auferlegt hatte. Jahre später stellte ein Anthropologe einzelne Angaben des Buches in Frage. Menchú räumte ein, Erlebnisse anderer in ihre eigene Erzählung eingewoben zu haben, um das kollektive Schicksal ihres Volkes sichtbar zu machen. Sie ließ sich davon nicht beirren. Die Massaker hatten stattgefunden. Die Erde war geraubt worden. Die Menschen waren tot.

Sie reiste von Land zu Land, sprach vor den Vereinten Nationen und organisierte den gewaltfreien Widerstand aus dem Exil. 1992, genau 500 Jahre nach der Ankunft von Christoph Kolumbus in Amerika, erhielt sie den Friedensnobelpreis.

Spendenaufruf FriedensDekade 2026
Diese Serie ist dank Ihrer Spenden möglich!

Schöpfung als Lebensgrundlage

Für das Volk der Maya ist die Erde kein Spekulationsobjekt. Sie ist spirituelle Heimat und Lebensgrundlage. Der Raub des Landes durch Großgrundbesitzer war deshalb nicht nur wirtschaftliches Unrecht. Es war ein Angriff auf die Würde eines ganzen Volkes und auf die Schöpfung selbst.

Menchú zeigt: Umweltzerstörung, Rassismus und Gewalt sind eng verbunden. Wer den Boden ausbeutet, beutet auch die Menschen aus, die auf ihm leben. Diese Erkenntnis verbindet sich mit dem biblischen Auftrag aus Genesis 2,15: die Erde bebauen und bewahren, nicht ausbeuten und zerstören.

Inmitten von Verlust und Bedrohung bewahrte sie den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2. Timotheus 1,7). Sie verfiel nicht der Spirale der Gegengewalt, sondern setzte auf das Wort, auf das Recht und auf die Hoffnungskraft einer besseren Zukunft.

Was Rigoberta uns heute sagt

Weltweit werden Umweltaktivistinnen und Aktivisten sowie indigene Gemeinschaften bedroht, wenn sie sich der Ausbeutung der Natur entgegenstellen. Rigobertas Botschaft bleibt dringend: Frieden entsteht nicht durch militärische Absicherung allein. Frieden setzt Gerechtigkeit voraus, die Bewahrung der Schöpfung und den Respekt vor der Würde des Nächsten.

Ihr Leben fordert uns auf, das Schweigen zu brechen, wo Unrecht geschieht, und unseren eigenen Wohlstand zu hinterfragen.

In unserem neuen Mitgliederbereich erhalten Sie die Langversion dieser Episode als PDF zum Download

Tragen Sie sich ein für Ihre kostenlosen Mitglieder-Zugang (Testversion 2026):

Sie erhalten: Ausgewählte Texte als hochwertige Druck-PDFs & Regelmäßiger Friedensbrief direkt per E-mail. Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Fragen zur Reflexion:

Rigoberta Menchú sieht den Frieden gefährdet, solange Armut, Diskriminierung und Umweltzerstörung existieren. Wo sehen Sie in Ihrem Alltag den Zusammenhang zwischen ökologischer Zerstörung und gesellschaftlichem Unfrieden?

Menchú brach das Schweigen über die Verbrechen in ihrem Heimatland unter Lebensgefahr. In welchen Bereichen Ihrer Gemeinde nehmen Sie ein lähmendes Schweigen wahr, das durch couragierten Widerstand gebrochen werden müsste?

Trotz des Verlusts ihrer engsten Angehörigen lehnte Menchú die Logik der Rache ab. Was gibt uns die Kraft, in Konflikten nicht mit Gegengewalt zu reagieren, sondern für das Recht einzutreten?

Gebet: Gott der Gerechtigkeit, danke für Menschen wie Rigoberta Menchú, die das Schweigen brachen und für die Würde ihres Volkes eintraten. Gib uns Mut, die Schöpfung zu bewahren und die Stimme zu erheben, wo Unrecht geschieht. Amen.

 


Couragiert widerständig, wie Rigoberta Menchú Tum.
Für eine Welt, in der die Würde aller Völker geachtet und die Schöpfung bewahrt wird.


Quellen und zum Weiterlesen:

Rigoberta Menchú / Elisabeth Burgos: „Ich heiße Rigoberta Menchú und so entstand mein Gewissen“ (1983)
Rigoberta Menchú: „Die Enkel der Maya. Das Überleben der indigenen Kulturen Guatemalas“ (1998)
Fundación Rigoberta Menchú Tum: www.menchutum.org

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer ist Rigoberta Menchú Tum?

Rigoberta Menchú Tum (geboren 1959) ist eine guatemaltekische Menschenrechtsaktivistin und indigene Maya-K’iche‘-Frau. Sie kämpfte unermüdlich gegen die systematische Verfolgung und Auslöschung ihres Volkes durch die Militärdiktatur und erhielt dafür 1992 den Friedensnobelpreis.

Warum war Rigoberta Menchú Tum „couragiert widerständig“?

Weil sie trotz schwerster persönlicher Schicksalsschläge – der Ermordung ihrer Familienangehörigen – das weltweite Schweigen über die Verbrechen in Guatemala brach. Sie setzte sich konsequent für die Rechte der indigenen Bevölkerung, soziale Gerechtigkeit und den Schutz der Schöpfung ein.

Was ist die Reihe „Frauen des Friedens“?

„Frauen des Friedens“ ist die biographische Kernreihe zur Ökumenischen FriedensDekade 2026 unter dem Jahresmotto „couragiert widerständig“. Sie stellt zwölf außergewöhnliche Pionierinnen vor, die sich in unterschiedlichen Epochen und Konflikten gegen Unrecht, Krieg und Zerstörung gestellt haben.

Wo gibt es die Ausstellung und das Buch dazu?

Die vollständigen Porträts und Geschichten sind im gedruckten Begleitbuch „Frauen des Friedens“ sowie als Plakate für die begleitende Ausstellung erhältlich. Vertiefende Langversionen als PDFs stehen im Mitgliederbereich bereit. Alle Materialien und das Buch können direkt über den Shop der Ökumenischen FriedensDekade bezogen werden.

 

Der Materialshop für 2026 ist geöffnet

Die Vorbereitungen für die Ökumenische FriedensDekade 2026 laufen auf Hochtouren. Das Motto steht, das Jahresmotiv ist fertig, der zentrale Gottesdienst vorbereitet und das offizielle Lied eingespielt. Unter dem Jahresthema „couragiert widerständig“ findet die FriedensDekade vom 8. bis 18. November 2026 statt.

Ab sofort können die Materialien für die FriedensDekade 2026 über unseren Shop bestellt werden.

Für Abonnentinnen und Abonnenten des Gesamtpakets gilt ein besonderer Service: Die Pakete werden noch vor der Sommerpause verschickt. Alle weiteren Bestellungen werden ab Mitte/Ende Juli ausgeliefert.

Die wichtigsten Materialien auf einen Blick

Das Gesamtpaket

Das Gesamtpaket bündelt alle zentralen Materialien der FriedensDekade. Es enthält die Materialmappe mit Arbeitsheft, den EKD-Bittgottesdienst, die Täglichen Friedensgebete, die Friedens-Zeitung, das Postkartenset, ein Plakat sowie den Zugang zur digitalen Materialsammlung.

Das Gesamtpaket ist auch als Jahresabonnement erhältlich. Der Versand für Abonnentinnen und Abonnenten erfolgt noch vor der Sommerpause.

Die Materialmappe

Die Materialmappe bildet das inhaltliche Herzstück der Vorbereitung. Sie enthält das Arbeitsheft mit Beiträgen, Gottesdienstbausteinen und Praxisimpulsen zum Jahresthema „couragiert widerständig“ sowie den EKD-Bittgottesdienst, die Täglichen Friedensgebete und die Friedens-Zeitung.

Die Täglichen Friedensgebete

Die Täglichen Friedensgebete begleiten seit vielen Jahren Gemeinden, Gruppen und Einzelpersonen durch die FriedensDekade. Für jeden Tag steht eine kurze Andacht mit Bibeltext, Psalm, Gebet und Liedvorschlägen zur Verfügung. Sie eignen sich sowohl für gemeinsame Friedensgebete in Gemeinden als auch für die persönliche Andacht und gehören zu den am häufigsten genutzten Materialien der FriedensDekade.

Die Friedens-Zeitung

Die Friedens-Zeitung bietet Hintergründe zum Jahresthema, Interviews und Anregungen für die Friedensarbeit vor Ort. Sie wird vielfach als Beilage im Gemeindebrief, für Veranstaltungen oder zum Auslegen in Kirchen und Gemeindehäusern genutzt.

Erfahrungsgemäß ist sie (wie auch andere Streumaterialien) frühzeitig vergriffen. Eine rechtzeitige Bestellung wird daher empfohlen.

Bewährte Aktionsmaterialien

Die Aktionsmaterialien mit dem Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ gehören für viele Gruppen fest zur FriedensDekade. Dazu zählen unter anderem Streichholzschachteln, Aufkleber, Buttons und Fahnen.

Der Friedenskompass 2026 ist in diesem Jahr erstmals erschienen und hat sich bereits früh als stark nachgefragtes Material erwiesen. Die gedruckte Auflage ist entsprechend begrenzt verfügbar. Alternativ steht er in digitaler Form für Kleingruppen sowie als Gemeindelizenz zur Verfügung, sodass er flexibel in Gruppenarbeit, Bildungsangeboten oder Gottesdiensten eingesetzt werden kann.

Die digitale Materialsammlung

Ergänzend zu den gedruckten Materialien bietet die digitale Materialsammlung zusätzliche Inhalte für die praktische Arbeit. Dazu gehören Vorlagen für Öffentlichkeitsarbeit, digitale Grafiken, Social-Media-Materialien sowie weitere Arbeitshilfen für Gemeinden, Schulen und Friedensgruppen.

Ergänzende Materialien: Weihnachts- und Grußkarten

Die beliebten Weihnachts- und Grußkarten gehören seit vielen Jahren zu den stark nachgefragten Materialien der FriedensDekade. Auch für 2026 stehen wieder neue Motive zur Verfügung, ergänzt durch ausgewählte Karten aus den Vorjahren.

Die Karten eignen sich für persönliche Grüße, Gemeindearbeit oder als begleitendes Material in der Advents- und Weihnachtszeit und können direkt zusammen mit den Aktionsmaterialien im Shop bestellt werden.

Das offizielle Lied zur FriedensDekade 2026

Mit dem Mottolied „couragiert widerständig“ steht die musikalische Begleitung der FriedensDekade bereit. Das Lied wurde von Fritz Baltruweit (Musik) und Lothar Veit (Text) geschaffen.

Es greift Fragen nach Mut, Verantwortung und zivilem Widerstand auf und nimmt Bezug auf das biblische Leitwort aus 2. Timotheus 1,7.

Das Lied steht in der digitale Materialsammlung sowie im Gesamtpaket als Audio-Datei und Notenmaterial zur Verfügung.

Versand und Bestellung

Das Gesamtpaket im Abonnement wird noch vor der Sommerpause verschickt. Alle weiteren Bestellungen werden ab Mitte/Ende Juli 2026 ausgeliefert.

Bei größeren Bestellungen prüfen wir automatisch, ob eine günstigere Preisstaffel möglich ist und berücksichtigen diese bei der Rechnungsstellung.

Unser Tipp: Stimmen Sie sich in Ihrer Gemeinde oder Gruppe ab und bündeln Sie Ihre Bestellung. Das spart Versandkosten und reduziert Verpackungsaufwand.

Online-Workshop und Friedensbrief

Am 1. Juli 2026 stellen wir die neuen Materialien in einem kostenfreien Online-Workshop vor. Dort gibt es die Möglichkeit, die Materialien kennenzulernen und Fragen zu stellen.

Aktuelle Informationen erhalten Sie außerdem über unseren Friedensbrief, der das ganze Jahr über über Materialien, Veranstaltungen und Impulse zur Friedensarbeit informiert.

Hier geht es direkt zum Online-Shop.

Für Bestellungen per Post oder Fax steht der aktuelle Bestellflyer auf unserer Website im Downloadbereich zur Verfügung.

Das offizielle FriedensDekade-Lied 2026: „couragiert widerständig“

Was wäre die Ökumenische FriedensDekade ohne die Musik, die Gebet, Hoffnung und gemeinsames Handeln miteinander verbindet? Für die FriedensDekade vom 8. bis 18. November 2026 ist ein neues offizielles Lied entstanden. Passend zum Jahresthema trägt es den Titel des Mottos: „couragiert widerständig“.

Geschrieben wurde das Lied von zwei langjährigen Wegbegleitern der Friedensarbeit, die beide seit vielen Jahren die kirchliche Liedkultur mitprägen.

Die Macher hinter dem Lied: Baltruweit & Veit

Die Melodie stammt von dem Liedermacher und Pastor im Ruhestand Fritz Baltruweit. Er begleitet die Ökumenische FriedensDekade seit vielen Jahren und hat ihre Arbeit immer wieder musikalisch unterstützt. Aus seiner Feder stammen mehr als 1.000 geistliche Lieder. Viele davon, darunter „Gott gab uns Atem, damit wir leben“ oder „Freunde, dass der Mandelzweig“, haben längst ihren festen Platz in Gemeinden und Gesangbüchern gefunden. Eingespielt wurde das Lied gemeinsam mit seiner Studiogruppe Baltruweit, die seit 1977 besteht. Mehr über seine Arbeit erfahren Sie unter fritz-baltruweit.de.

Den Text schrieb Lothar Veit. Der Journalist aus Loccum, unter anderem tätig für die Pressestelle der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers, gehört wie Fritz Baltruweit seit 1995 der Text- und Kompositionsgruppe TAKT an. Seine Texte erschienen bereits in zahlreichen Kirchentags-Liederheften und Gesangbuch-Beiheften.

Ein Lied für das Motto „couragiert widerständig“

Musikalisch ist ein akustisch geprägtes Lied entstanden, getragen von Gitarre, Klavier und den charakteristischen Stimmen der Studiogruppe Baltruweit.

In drei Strophen greift der Text zentrale Herausforderungen unserer Zeit auf. Er thematisiert die Missachtung des Völkerrechts, soziale Ausgrenzung und den Einsatz für globale Gerechtigkeit. Immer wieder mündet der Text in die Frage: „Wo bleibt der Widerstand?“

Seine Antwort findet das Lied im Refrain. Ausgehend von 2. Timotheus 1,7 erinnert er daran, dass Mut, Besonnenheit und Liebe zusammengehören:

„Gott, du gibst uns nicht den Geist der Furcht vor der eigenen Courage. Gott, du weckst in uns die Kraft der Besonnenheit und der Liebe, der Besonnenheit und Liebe.“

Für Gottesdienste, Chöre und Gruppen

Das Lied lädt Gemeinden, Chöre und Aktionsgruppen dazu ein, das Motto „couragiert widerständig“ musikalisch aufzugreifen und mit Leben zu füllen. Damit der Einsatz in Gottesdiensten, Andachten, Konzerten oder Gruppenstunden möglichst einfach gelingt, stellen wir das Lied und weitere Materialien in unserer digitalen Materialsammlung zur Verfügung.

 

In Ihrer Materialsammlung finden Sie dazu die offizielle Notendatei. Das Arrangement ist wunderbar flexibel gestaltet und enthält:

  • Eine ausdrucksstarke Solostimme – ideal für Vorsänger*innen oder kleinere Besetzungen.

  • Einen Satz für gemischten Chor (mChor), der im gemeinsamen Gemeindegottesdienst für ein warmes und kraftvolles Klangvolumen sorgt.

Hören Sie direkt rein: Zusätzlich im Paket enthalten ist die offizielle Audio-Datei zum gemeinsamen Anhören, Lernen oder Vorspielen im hochwertigen MP3-Format:

Lassen Sie uns im November nicht nur mutig denken, sondern auch couragiert und widerständig singen!

 

Hier geht es direkt zur digitalen Materialsammlung im Webshop

Mehr über die Arbeit von Fritz Baltruweit erfahren Sie auf seiner Website unter fritz-baltruweit.de.

0
0
Einkaufswagen
Der Einkaufswagen ist leerZurück zum Shop