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Schlagwort: Gewaltfreiheit

Mit der Bibel gegen die Logik der Gewalt – Klara Butting eröffnet neue Friedensräume

Inmitten wachsender gesellschaftlicher Militarisierung und alarmistischer Sicherheitspolitik setzt die Bibelarbeit von Professor Dr. Klara Butting ein eindringliches Zeichen für geistige Abrüstung. Im Rahmen des Ökumenischen Friedenszentrums in Hannover – parallel zum Deutschen Evangelischen Kirchentag – rief die Theologin am 3. Mai dazu auf, sich der biblischen Friedensbotschaft als kritischem Widerspruch zur „Zeitenwende“-Rhetorik zuzuwenden.

Diese Befreiung von der Logik der Gewalt, die beim Bibellesen geschieht, ist keine spirituelle Weltflucht“,

betont Klara Butting. Im Gegenteil: Krieg und Gewalt bilden oft den Hintergrund der biblischen Texte. Gerade darin liege ihre Sprengkraft: Die Schöpfungsgeschichte etwa beginne „wie ein von Krieg verwüstetes Land“. Doch durch Gottes schöpferische Zuwendung werde ein Neuanfang möglich. „Leben entsteht durch Zuwendung. Ein geschützter Raum entsteht.“

Die Theologin spricht der Bibel eine theologische Friedensführung zu – nicht als Idealismus, sondern als politische Gegenkraft: „Unsere Glaubensüberlieferung beginnt mit der Abrüstung Gottes!“ Die Schöpfung sei Widerspruch gegen die Überhöhung von Gewalt – ein Denkraum für friedensethische Orientierung. Butting fordert auf, Gottes Frieden nicht nur als Fernziel, sondern als „Akteur in der Zeit“ zu begreifen.

Die Geschichte von David und Goliath belege das deutlich: „Der Weg der militärischen Aufrüstung wird in dieser Erzählung explizit als ungehbar abgelehnt.“ David ziehe die Rüstung aus, konfrontiere Goliath unkonventionell. „Der militärisch aufgerüstete Feind geht letztendlich an seiner eigenen Aufrüstung zu Grunde.“ Auch wenn die Erzählung nicht gewaltfrei sei, breche sie die Fixierung auf Gewalt auf. „Hier gibt es eine Unterbrechung der Gewalt in einer Welt, die nicht gewaltfrei ist.“

Der biblische Sabbat, das Friedensbild in der Offenbarung und Gottes „Weltwärts-Bewegung“ gegen Gewalt machen für Butting deutlich: „Es geht nicht um Unvernunft, sondern um Wege, die es noch nicht gibt. Ungeahntes, noch nicht Dagewesenes kann in die Wirklichkeit einbrechen. Vielleicht auch Frieden.“

Diese tiefen Einsichten sind in der vollständigen Bibelarbeit von Klara Butting (PDF) nachzulesen .

FriedensDekade 2025

Die FriedensDekade 2025 steht unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“. In einer Zeit, in der Politik und Öffentlichkeit wieder über „Kriegstüchtigkeit“ und „Zeitenwenden“ diskutieren, sind Räume wie das Ökumenische Friedenszentrum und Stimmen wie die von Klara Butting nötiger denn je.

Unterstützen Sie die FriedensDekade – mit Ihrer Spende, durch die Nutzung von Materialien in Gemeinden, Schulen und Initiativen. Kommen Sie an unserem Stand beim Deutschen Evangelischen Kirchentag vorbei. Sie finden uns in Halle 5 am Stand K30.

Frieden braucht Widerspruch. Und Menschen, die ihn wecken.


Kurze Bio von Klara Butting:

Professor Dr. Klara Butting ist Theologin und Expertin für biblisch-politische Bildung. Sie ist am Zentrum für biblisch-politische Bildung Woltersburger Mühle tätig und hat sich intensiv mit der Verbindung von Bibel, Gewalt und Frieden auseinandergesetzt. Besonders bekannt ist ihre Arbeit zu biblischen Texten im Kontext der Friedensethik, die sie in zahlreichen Vorträgen und Bibelarbeiten wie der am 3. Mai 2025 im Ökumenischen Friedenszentrum in Hannover präsentiert hat. Ihr Fokus liegt auf der Bedeutung der Bibel als Quelle für die Überwindung von Gewalt und der Förderung von Frieden in der heutigen Welt.


Klara Butting
Friede – die Mutter aller Wesen
Bibelarbeit 1. Mose 1 am 3. Mai 2025, Ökumenisches Friedenszentrum Hannover

Wir erleben gegenwärtig eine Militarisierung der gesamten Gesellschaft wie es sie seit 1945 nicht mehr gegeben hat. Diese Befreiung von der Logik der Gewalt, die beim Bibellesen geschieht, ist keine spirituelle Weltflucht. Krieg und Gewalt bleiben nicht außen vor, wenn wir Bibel lesen. Sie bilden von Anfang den Hintergrund der Texte. Gleich am Anfang wird das deutlich.

Wir hören:

„Am Anfang schuf Gott den Himmel und die Erde“.
Und dann, gleich in der nächsten Zeile wird die Erde „wüst und leer“ (tohuwabohu) genannt.
Wüst und leer – diese Worte charakterisieren die Situation, in der über einen Anfang einen Neuanfang nachgedacht wird.

„Wüst und leer,“ – das sind Worte über ein von Krieg verwüstetes Land. Das Land rund um Jerusalem nach dem Siegeszug des babylonischen Heeres im 6. Jhr. v. Chr wird mit diesen Worten beschrieben, in Bildern, die wir aus den Nachrichten kennen: „Ich sah die Erde: Sie war wüst und leer (tohu wabohu)“, klagt der Prophet Jeremia.

Die Vögel –verschwunden.
Das fruchtbare Land – eine Wüste. alle Städte zerstört.“
(Jeremia 4,23-26.)

Die Truppen des babylonischen Imperiums sind mordend und brandschatzend über das Land hergefallen. Viele der Arbeitsfähigen wurden nach Babylon zum Arbeitsdienst verschleppt.

Das Land ist verwüstet und menschenleer.

Und dann passiert etwas Verrücktes. Etwas Neues geschieht!
Nicht durch Gewalt, sondern durch Zuwendung öffnet sich ein Ausweg.

„Gott sprach: es werde Licht! Und es ward Licht!

Gott spricht. Durch Worte wird ein grundsätzlicher Neuanfang möglich. Und dann: Gott sah das Licht, dass es gut ist;

Leben entsteht durch Zuwendung.

Wo sich die Augen treffen entstehst du. …

Es gibt dich
weil Augen dich wollen, dich ansehen und sagen dass es dich gibt.

Um in dieser Zeit unseren Geist hilft es, die Bibel aufzuschlagen hat Hilde Domin darüber gedichtet, dass Angesehen werden und Schöngefunden werden schöpferisches Tun ist. („Es gibt dich“, 208):

Das nächste Verb ist „trennen“. „Gott trennte das Licht von der Finsternis“ (1 Mose 1,4) Ein geschützter Raum entsteht. Die Finsternis wird das Licht nicht überwältigen können. Und schließlich: „Gott nannte das Licht Tag,“ (1 Mose 1,5)! „Beim Namen gerufen werden“ – das heißt eine Bedeutung bekommen für andere und für Gottes Geschichte.

Diese Alltägliche Verben „sprechen“ „ansehen“, „trennen“, „beim Namen rufen“ kehren in diesem ersten Kapitel der Bibel, der so genannten Schöpfungsgeschichte, immer wieder und machen hörbar, wo wir mit Gottes schöpferischer Kraft zu rechnen haben. Heute wo ich angesprochen werde, schön gefunden werden, wo ich behütet werde, wo mein Name genannt wird, d.h. mir etwas zugetraut wird und ich mitmachen darf.

Vielleicht hören wir nicht sofort, wie besonders das ist, weil die Worte der Schöpfungsgeschichte entweder zu fremd oder zu vertraut sind. Weiterlesen

 

Christlicher Friedensruf 2025: Ein starker Aufruf zu Frieden, Gerechtigkeit und Gewaltfreiheit

Am 1. Mai 2025 wurde im Rahmen der Friedenssynode in Hannover ein bedeutsames Signal gesetzt: Der „Christliche Friedensruf Hannover 2025“ wurde verabschiedet. Der Ruf entstand aus einem intensiven ökumenischen Prozess, getragen von Einzelpersonen und Gruppen aus verschiedenen christlichen Kirchen und Friedensinitiativen. Ziel ist es, dem zunehmenden Ruf nach „Kriegstüchtigkeit“ eine klare, christlich begründete Alternative entgegenzustellen – hin zu echter Friedensfähigkeit.

Christlicher Friedensruf 2025 veröffentlicht – Aufruf zur Friedensfähigkeit

Die Friedenssynode fand im Rahmen des Ökumenischen Friedenszentrums während des Deutschen Evangelischen Kirchentags statt. Eingeladen hatten unter anderem pax christi, die Initiative Christlicher Friedensruf sowie weitere kirchliche und zivilgesellschaftliche Akteure. Eröffnet wurde die Synode von Margot Käßmann und Susanne Büttner, gefolgt von intensiven Diskussionen und Beratungen im Plenum und in Gruppen.

Der Friedensruf steht – ein Signal der Ermutigung

Mit dem heute veröffentlichten Friedensruf liegt nun ein klarer Aufruf vor: Christinnen und Christen sind eingeladen, ihren Glauben als Grundlage für gewaltfreies Handeln, diplomatisches Engagement und eine gerechte, friedensfördernde Wirtschaft zu verstehen und zu leben.


Friedensfähig werden!

Friedensruf von Christinnen und Christen

Friedenssynode Hannover, 1. Mai 2025

Am 8. Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg. „Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!“ lautet die Lehre daraus. Jetzt ist erneut von „Kriegstüchtigkeit“ die Rede. Jesus Christus aber sagt: „Selig sind, die Frieden stiften“. Die aktuellen Kriege sind für uns eine Mahnung zur Umkehr. Gottes Wort ruft uns, friedensfähig zu werden.

1. Du sollst nicht töten! (2. Mose 20,13)

Das Tötungsverbot gilt auch angesichts von Krieg und Gewalt. In jedem getöteten Menschen stirbt ein Ebenbild Gottes. Wir können keine Waffen auf andere Menschen richten, weil wir „damit die Waffen auf Christus selbst richteten“ (Dietrich Bonhoeffer).

2. Liebt eure Feinde und bittet für die, die euch verfolgen! (Matthäus 5,44)

Es wird gesagt, Aggressoren müssten auf dem Schlachtfeld besiegt oder militärisch zu Verhandlungen gezwungen werden. Jesus Christus mutet uns jedoch zu, unsere Feinde zu lieben. Das bedeutet nicht, Unrecht und Aggression hinzunehmen. Doch es verlangt, sich von vereinfachendem Gut-Böse-Denken zu lösen und die eigene Mitverantwortung für die Entwicklung von Konflikten zu erkennen.

3. Denn uns ist ein Kind geboren, ein … Friedefürst. (Jesaja 9,5)

Es wird gesagt, wir erlebten eine Zeitenwende, die eine Politik der militärischen Stärke erfordere. Mit dem messianischen Friedensfürsten erwarteten die Propheten die Wende zu einer Zeit ohne Krieg und Gewalt. Für Christinnen und Christen hat sich diese Zeitenwende in Jesus Christus ereignet, er ist unser Friede. In seiner Nachfolge setzen wir nicht auf die
Gewalt der Waffen, sondern auf Diplomatie und gewaltfreie Formen der Konfliktlösung.

4. Ihr wisst, dass die Herrscher ihre Völker niederhalten und die Mächtigen ihnen Gewalt antun. So soll es nicht sein unter euch. (Matthäus 20,25f)

Es wird gesagt, Menschen zum Kriegsdienst zu zwingen sei legitim, um Freiheit und Menschenrechte zu verteidigen. Unsere Solidarität aber gilt allen, die den Kriegsdienst verweigern oder sich ihm entziehen. Das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht.

5. Stecke dein Schwert an seinen Ort! Denn wer das Schwert nimmt, der wird durchs Schwert umkommen. (Matthäus 26,52)

Es wird gesagt, Gewaltverzicht sei naiv, unrealistisch und unvernünftig. Jesus aber lehrt uns die Vernunft eines Gewaltverzichts, der die Spirale der Eskalation durchbricht. Krieg produziert ungezählte Tote, Verletzte, Vertriebene und Traumatisierte. Er bedroht das Leben auf unserer Erde, bis hin zur atomaren Vernichtung. Darum treten wir ein für die Rückkehr zur Abrüstung und den Verzicht auf Rüstungsexporte.

6. Und der Gerechtigkeit Frucht wird Friede sein, und der Ertrag der Gerechtigkeit wird Ruhe und Sicherheit sein auf ewig. (Jesaja 32,17)

Es wird gesagt, die Wirtschaft müsse wachsen. Dies führt ökologisch und sozial in eine Sackgasse. Der Wettstreit um Ressourcen führt heute schon zu Kriegen. Die Folgen sind verheerend, vor allem für den globalen Süden.
Jesus Christus jedoch hat Gerechtigkeit und Rücksichtnahme gelehrt. Voraussetzung für den Frieden ist eine Wirtschaft, die das Gemeinwohl sowie den Umwelt- und Klimaschutz in den Mittelpunkt stellt.

7. Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen machen und ihre Speere zu Sicheln … und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. (Micha 4,3)

Es wird gesagt, wir müssten kriegstüchtig werden und Frieden durch Aufrüstung sichern. Wir aber wollen friedensfähig werden. Geld, Zeit, Kreativität und andere Ressourcen müssen in die soziale, kulturelle und ökologische Transformation investiert werden statt in Waffen und Krieg. Wer Frieden will, muss Frieden üben. Wir beten und arbeiten für eine Kirche, die
den Frieden Jesu Christi bezeugt und ausbreitet. Wir treten ein für eine Welt ohne Gewalt.

Wir ermutigen uns gegenseitig zu einer Praxis des Friedens – im Vertrauen auf Gottes Frieden.

Verabschiedet bei der Friedenssynode in Hannover am 1.5.2025
Aufgrund der dortigen Aussprache wurde Artikel 3 überarbeitet und in Artikel 6 der Begriff „Gerechtigkeit“ eingeführt. Im Einleitungstext wurde „Europa“ ergänzt.

Initiative Christlicher Friedensruf, Fassung vom Februar 2026
Kontakte: Paul Bosler (Paul.Bosler@elkw.de; Initiative Friedensaufruf Württemberg); Susanne Büttner (Susanne.Buettner@elkw.de; Initiative Friedensaufruf Württemberg); Odilo Metzler (Odilo@roesch-metzler.de; Bundesvorstand pax christi)

V.i.S.d.P.: Paul Bosler, Lutherkirche, Jakobstraße 17, 72622 Nürtingen


Ökumenische FriedensDekade auf dem Markt der Möglichkeiten

Wer mehr über den Friedensruf und das Engagement für Frieden erfahren möchte, ist herzlich eingeladen, die FriedensDekade beim Kirchentag zu besuchen:
Halle 5, Stand K30 – Markt der Möglichkeiten

Hier könnt ihr euch informieren, mitdiskutieren und euch für eine friedlichere Welt inspirieren lassen. Gemeinsam wollen wir den Frieden groß werden lassen.

Komm den Frieden wecken

Lasst uns laut, sichtbar und mutig sein – für einen glaubwürdigen, christlich begründeten Pazifismus, der Hoffnung stiftet.

Komm den Frieden wecken – Eine Impuls zu Ostern für die Friedensbewegung 2025

Zwischen Ostermarsch, Frühlingserwachen und FriedensDekade: Wie Hoffnung Wurzeln schlägt – persönlich, gesellschaftlich, politisch

Ein Impuls von Lars Blume 

Ostern – Zeit der Hoffnung, Zeit des Friedens

Die Osterzeit fällt in jene besondere Übergangsphase zwischen Winter und Frühling. Die Dunkelheit weicht langsam dem Licht, aus kahlen Zweigen sprießen erste Knospen, und das Leben bricht sich bahn – zart, aber unaufhaltsam. Auch im Inneren vieler Menschen regt sich in diesen Tagen ein ähnlicher Prozess: Ein Wunsch nach Neuanfang, nach Aufbruch, nach Hoffnung. Genau hier setzt das Motto der ökumenischen FriedensDekade 2025 an: „Komm den Frieden wecken!

In einer Zeit, in der die Welt erschüttert ist von Kriegen, Gewalt und einer zunehmenden sozialen Kälte, braucht es solche Momente des Innehaltens. Ostern erinnert uns daran: Es gibt eine Kraft, die stärker ist als Tod und Zerstörung. Eine Kraft, die zum Leben ruft – gerade da, wo wir es am wenigsten erwarten. Diese Botschaft ist zutiefst politisch. Sie ist ein Aufruf, den Frieden nicht nur zu ersehnen, sondern aktiv zu gestalten – in unseren Herzen, auf der Straße, in der Gesellschaft.

Auch die Friedensbewegung 2025 lässt sich von dieser österlichen Botschaft inspirieren. Mit dem Motto „Komm den Frieden wecken!“ ruft die FriedensDekade 2025 dazu auf, den Samen des Friedens zu pflanzen – persönlich, gesellschaftlich, politisch.

Ein leerer Ort wird zur Hoffnung

Die biblische Ostergeschichte erzählt von Frauen, die früh am Morgen zum Grab gehen. Was sie dort erwarten, ist Tod – doch was sie finden, ist Leere. Das Grab ist offen, der Stein beiseitegerollt, die Worte: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden“ (Matthäus 28:5-8). Diese Szene steht für einen radikalen Hoffnungsschimmer – genau dort, wo alles verloren scheint, beginnt etwas Neues.

Diese Szene ist ein Symbol für das, was Hoffnung vermag: Auch in Situationen, die ausweglos erscheinen, kann eine überraschende Wende geschehen. Dort, wo alle Zeichen auf Resignation stehen, keimt Leben. Der leere Ort wird zum Ausgangspunkt für Veränderung. Diese Botschaft gilt bis heute – besonders in Zeiten, in denen uns politische Krisen, globale Unsicherheiten und persönliche Erschöpfung das Gefühl geben, dass nichts mehr geht. Die Ostermärsche 2025 führen genau diesen Gedanken weiter: Menschen stehen auf, gehen gemeinsam durch Städte und Dörfer, zeigen Gesicht für Frieden und Abrüstung.

Ostermarsch & Aufbruch – Friedensaktion 2025

Diese österliche Hoffnung wird jedes Jahr neu auf die Straßen getragen: bei den Ostermärschen. Seit Jahrzehnten sind sie ein Ausdruck des zivilgesellschaftlichen Friedenswillens – und auch 2025 werden wieder Tausende Menschen für Abrüstung, gewaltfreie Konfliktlösung und globale Gerechtigkeit demonstrieren. Sie sagen damit: Wir akzeptieren die Logik der Gewalt nicht. Wir setzen unser Vertrauen in den Weg des Dialogs, der Diplomatie, des gewaltfreien Widerstands.

Die Ostermärsche zeigen: Friedensengagement ist kein verstaubtes Ideal, sondern brandaktuell. In einer Welt, in der Kriege an Brisanz zunehmen, in der Aufrüstung boomt und Populismus das gesellschaftliche Klima vergiftet, sind solche Zeichen des Widerspruchs wichtiger denn je. Der Schritt auf die Straße ist ein klares „Nein“ zu Angst und Sprachlosigkeit – und ein „Ja“ zum Mitgestalten. Hier finden Sie weitere Friedensaktionen in 2025

Frieden beginnt im Innen

Doch der Weg zum Frieden beginnt nicht erst auf der Straße oder in politischen Forderungskatalogen – er beginnt in uns selbst. In unseren inneren Kämpfen, unserem Mut zur Veränderung, unserer Bereitschaft, dem anderen mit Empathie zu begegnen. Wer den Frieden in der Welt wecken will, muss ihn auch im eigenen Herzen nähren.

Wie oft tragen wir Verletzungen mit uns, schweigen statt zu vergeben, werten ab statt zuzuhören? Gerade an Ostern sind wir eingeladen, die „leeren Gräber“ in unserem Leben zu betrachten: jene Beziehungen, in denen wir resigniert haben; jene Konflikte, denen wir aus dem Weg gehen. Vielleicht wartet gerade dort ein neuer Anfang auf uns – wenn wir bereit sind, uns bewegen zu lassen. Denn echter Frieden wächst von innen nach außen. In der Hoffnung, dass auch zerbrochene Beziehungen heilen können. Wer den Frieden weckt, muss zuerst still werden – den inneren Winter anerkennen, aber auch an das kommende Licht glauben.

Stell dir einen Samen vor, der tief in der Erde ruht. Der Winter war lang. Die Dunkelheit groß. Doch mit dem ersten Licht, mit dem ersten warmen Wind beginnt er zu keimen. Nicht laut, nicht spektakulär. Doch kraftvoll. So kann auch der Frieden wachsen – wenn wir vertrauen, dass selbst kleine Zeichen zählen. Jede versöhnte Geste, jedes mutige Wort, jede Tat der Güte ist ein Akt der Hoffnung.

Frieden – persönlich, politisch, poetisch

„Komm den Frieden wecken!“ ist kein frommer Wunsch und keine abstrakte Floskel. Es ist ein Handlungsaufruf. An uns alle. In unseren alltäglichen Rollen als Freund:innen, Kolleg:innen, Nachbar:innen, politische Mitgestaltende. Die Geschichte der Frauen am Grab zeigt: Der Glaube an das Gute ist nicht naiv – er ist mutig. Und er braucht Menschen, die sich trauen, weiterzugehen, auch wenn sie noch zweifeln.

Die ökumenische FriedensDekade 2025 wird im November wieder viele solcher Stimmen und Wege sichtbar machen. Aber der Same wird jetzt gelegt – mit dem Licht von Ostern, mit der Energie des Frühlings, mit dem Schritt der Ostermärsche. Jetzt ist die Zeit, den inneren Frieden zu wecken, der sich dann in der Welt entfalten kann.

Ein Aufruf zum Teilen & Mitmachen

Die FriedensDekade lebt vom Mitmachen, vom Weitersagen, vom Teilen. Ob Sie eine Friedensandacht gestaltest, eine Aktion zum Ostermarsch planst, eine Geschichte zu Hoffnung und Wandel erzählst oder im Alltag friedensstiftend wirkst – ihr Beitrag zählt. Aktionsmaterial für Veranstaltungen finden sie im Webshop der Friedensdekade.

Wir sind neugierig auf deine Initiative: Schreib uns an kontakt@friedensdekade.de, sende uns ein Bild, markiere uns auf Instagram oder erzähle uns von deiner Aktion.

Folge der FriedensDekade auf Instagram unter @friedensdekade und verlinke uns mit dem Hashtag #FriedensDekade2025 #KommDenFriedenWecken. Gemeinsam zeigen wir: Der Frieden schläft nicht – er ist längst unterwegs.

Denn das ist die bleibende Osterbotschaft: Das Leben findet immer einen Weg. Und der Friede auch.

AGDF zur Friedensethik auf dem Kirchentag 2025 in Hannover

Kirchentag in Hannover: Friedensethische Fragen wieder im Zentrum

Kirchentage in Hannover haben immer wieder friedenspolitische Geschichte geschrieben – sei es 1967 unter dem Motto „Der Frieden ist unter uns“ oder 1983 mit den lilafarbenen Tüchern und der deutlichen Absage an Massenvernichtungswaffen. Auch beim kommenden Kirchentag 2025 wird deutlich: Die Suche nach friedlichen Alternativen zu Gewalt und Krieg ist dringlicher denn je.

Wie die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) in ihrer aktuellen Pressemitteilung betont, waren Kirchentage stets wichtige Impulsgeber und Foren für friedensethische Debatten – und werden es auch diesmal sein.

„Kirchentage waren immer wieder wichtige Impulsgeber und unverzichtbare Foren für Diskussionen zu friedensethischen Fragen“, so der AGDF-Vorsitzende Jochen Cornelius-Bundschuh.
„Und ich bin sicher, dass auch der kommende Kirchentag in Hannover angesichts der aktuellen weltpolitischen Situation, aber auch der Diskussionen in der deutschen Politik wieder Impulse geben wird.“

Die aktuellen Diskussionen um Wehrpflicht oder einen allgemeinen Pflichtdienst machen aus Sicht der AGDF deutlich, wie relevant die Frage nach zivilen Friedensdiensten wieder geworden ist.

„Friedens- und Freiwilligendienste, die für die Gesellschaft wichtig und für junge Menschen ein großer Gewinn sind, werden kaum in den Blick genommen“, kritisiert AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister.
„Ich finde es erschreckend, wie die öffentliche Diskussion zu Wehrdienst und Pflichtdiensten läuft. (…) Welche Alternativen gibt es?“

Zivile Konfliktbearbeitung als echte Alternative

Gerade deshalb sei es wichtig, auf dem Kirchentag sichtbar zu machen, dass es bewährte und wirksame Formen ziviler Konfliktbearbeitung gibt – jenseits von Militarisierung und Aufrüstung.

„Das Vertrauen auf Gottes Friedensbewegung macht uns frei von der Fixierung auf militärische Gewalt“,betont Jochen Cornelius-Bundschuh.
„Mutig, stark und beherzt werden wir auf dem Kirchentag zivile Formen der Konfliktbearbeitung ins Gespräch bringen.“

Im Raum der EKD auf dem Markt der Möglichkeiten werden die AGDF, die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) sowie weitere Partner der Friedensarbeit – darunter auch die Ökumenische FriedensDekade – mit Angeboten vertreten sein. Ziel ist es, mit Besuchern ins Gespräch zu kommen, Orientierung zu geben und ein friedensethisches Zeichen zu setzen.

„1967 und 1983 waren Friedensthemen ein zentraler Gegenstand der Beratungen auf dem Kirchentag. Ich bin zuversichtlich, dass auch der Kirchentag 2025 in Hannover hier einen Beitrag leisten wird“, so Jan Gildemeister abschließend.


Zeige Flagge für den Frieden – sichtbar & wirkungsvoll

Ob beim Kirchentag, dem Ostermarsch oder im Alltag: Mit einem Button oder Aufnäher der FriedensDekade trägst du das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ sichtbar weiter.
Ein kleines Zeichen – mit großer Aussage. Jetzt im Shop der FriedensDekade entdecken und ein klares Statement für Gewaltfreiheit und Hoffnung setzen.

 

Weitere Informationen

Die AGDF hat eine umfassende Pressemitteilung zur aktuellen sicherheitspolitischen Lage veröffentlicht, die hier nachgelesen werden kann: Original-Pressemitteilung der AGDF.

Die AGDF hat das Programm des Kirchentages 2025 mit Veranstaltungen zum Thema Frieden zusammengefasst.

Frieden aktiv gestalten – Impulse zur FriedensDekade 2025

Die FriedensDekade setzt sich mit ihrem Motto 2025 „Komm, den Frieden wecken“ genau mit diesen Fragen auseinander. Welche Impulse braucht es für eine friedlichere Zukunft? Auf unserer Website finden Sie dazu vielfältige Materialien, Impulstexte und Anregungen für die kirchliche und gesellschaftliche Friedensarbeit.

Jetzt entdecken: www.friedensdekade.de

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