Friedenskompass 2026 – Schritt 2 & 13: Kriegsdienstverweigerung
Der virtuelle Begleiter zum Friedenskompass 2026
Herzlich willkommen im digitalen Raum der ökumenischen FriedensDekade. Im gedruckten Friedenskompass 2026 finden Sie die liturgischen Entwürfe, Gebete und theologischen Impulse für Ihre Friedensarbeit. Diese Webseite ergänzt das Heft um die „irdische Komponente“, sie schlägt die Brücke von der geistlichen Besinnung zum konkreten Handeln.
Wir schauen auf historische Momente und persönliche Geschichten, die zeigen, was es heute bedeutet, „couragiert widerständig“ zu sein – und was die Entscheidung gegen die Waffe Menschen kostet und bedeutet.
Zur Einordnung: Das Jahresmotto 2026
„Wir brauchen viele Menschen, die […] das Ziel einer Kriegstüchtigkeit oder Feindbilder in Frage stellen und sich dagegen wehren, dass unhinterfragt aufgerüstet und eine Militarisierung vorangetrieben wird.“
– Jan Gildemeister, Vorsitzender der Ökumenischen FriedensDekade
Jan Gildemeister betont in seinem Leitimpuls, dass Widerständigkeit heute auch bedeutet, der schleichenden Gewöhnung an das Militärische zu widersprechen. Besonders junge Menschen brauchen in diesem Klima Unterstützung, wenn sie ihrem Gewissen folgen. Den gesamten Leitimpuls von Jan Gildemeister lesen Sie hier.
Couragiert auf der Straße: Eine neue Jugendbewegung?
Seit 2025 ist etwas in Bewegung geraten. Als Reaktion auf die veränderte Gesetzeslage zum Wehrdienst haben junge Menschen angefangen, laut zu werden, mit Schülerstreiks und zivilem Ungehorsam. Sie machen deutlich, dass sie ihre Zukunft nicht in Uniform sehen. Das Thema Gewissensfreiheit ist keine Frage der Vergangenheit. Es wird gerade jetzt, mit großer Leidenschaft, neu verhandelt. Couragiert widerständig: Junge Menschen ringen öffentlich um Frieden (Dezember 2025)
Bildmeditation zum Thema aus der Ausstellung „Justice. Peace. Imagination“
Die digitale Ausstellung Justice. Peace. Imagination entstand zur FriedensDekade 2025 als künstlerisches Projekt, das Friedensfragen in Bildern sichtbar macht. Künstlerinnen und Künstler, Jugendliche und Engagierte haben Werke geschaffen, die von Sehnsucht und Widerstand erzählen, von Verletzlichkeit und Hoffnung, von Gerechtigkeit und Versöhnung.
Für den Friedenskompass 2026 begleiten ausgewählte Bilder aus dieser Ausstellung die elf Schritte des Jahresmottos „couragiert widerständig“.
Als Bildmeditationen laden sie ein, innezuhalten, genauer hinzusehen und Frieden im eigenen Herzen und im gemeinsamen Weg neu zu entdecken.
Christiane Thiels Werk verbindet Intimität und Irritation zu einer stillen Meditation über Gewissensfreiheit. In der Badewanne liegt eine Figur, umgeben von Alltagsgegenständen: Teekanne, Bürste, Werkzeuge. Pflege und Gefahr, Wärme und Verletzbarkeit treten in eine spannungsvolle Nähe.
Das Bild erinnert daran, dass Gewissensfreiheit nicht nur eine politische Kategorie ist, sondern eine zutiefst persönliche: die Freiheit, dem eigenen inneren Maß zu folgen. Nicht abzustumpfen. Nicht zu verdrängen. Nicht mitzumachen, wo etwas gegen das Leben geht.
Der Gundermann-Vers darunter verstärkt diesen Gedanken:
„Sing an gegen die Stille des Todes aus Gier und Trug.“
Gewissensfreiheit ist ein Gegen-Anstimmen. Ein leiser Widerstand gegen das Verstummen, gegen die Anpassung, gegen die innere Kapitulation.
So wird das Werk zu einer Einladung, Frieden zu wecken – im eigenen Inneren: im Atemzug, im Ritual, im mutigen Festhalten an dem, was richtig ist.
Meditationsimpuls
Wo spüre ich, dass mein Gewissen leise spricht?
Und wo brauche ich den Mut, ihm treu zu bleiben?
Ein Blick ins Archiv: Gewissen braucht Orientierung (2. Mai 2025)
„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“ Dieser Archivtext zur Broschüre der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerer und Frieden (EAK) bietet Orientierung in einer Zeit, in der das Recht auf Verweigerung wieder unter Rechtfertigungsdruck gerät. Den gesamten Impuls finden Sie hier
Kirchliche Unterstützung: Du bist nicht allein
Wer sich heute mit der Frage der Kriegsdienstverweigerung auseinandersetzt, steht oft vor juristischen und moralischen Hürden. Die Kirche bietet konkrete Anlaufstellen:
Die EAK (Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerer und Frieden) bietet Beratungstexte und persönliche Ansprechpartner. Viele Landeskirchen halten außerdem spezielle Beratungsstellen für junge Menschen bereit, die eine Gewissensprüfung durchlaufen.
Links zum aktuellen Beratungsangeboten finden Sie hier.

Der Friedenskompass 2026
Diese Webseite ist die Ergänzung zum gedruckten Heft. Der Friedenskompass 2026 enthält alle liturgischen Bausteine und theologischen Vertiefungen für die regelmäßige Gestaltung von Friedensgebeten in Ihrer Gemeinde oder Gruppe.
Fahnen, Postkarten und Aufkleber mit dem historischen Symbol Schwerter zu Pflugscharen finden sie auch in unserem Webshop.
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