Friedenskompass 2026 Thema 2 Gewissensfreiheit
Bildmeditation zum Thema aus der Ausstellung Justice. Peace. Imagination
Die digitale Ausstellung Justice. Peace. Imagination entstand zur FriedensDekade 2025 als künstlerisches Projekt, das Friedensfragen in Bildern sichtbar macht. Künstlerinnen und Künstler, Jugendliche und Engagierte haben Werke geschaffen, die von Sehnsucht und Widerstand erzählen, von Verletzlichkeit und Hoffnung, von Gerechtigkeit und Versöhnung.
Für den Friedenskompass 2026 begleiten ausgewählte Bilder aus dieser Ausstellung die elf Schritte des Jahresmottos „couragiert widerständig“.
Als Bildmeditationen laden sie ein, innezuhalten, genauer hinzusehen und Frieden im eigenen Herzen und im gemeinsamen Weg neu zu entdecken.
Christiane Thiels Werk verbindet Intimität und Irritation zu einer stillen Meditation über Gewissensfreiheit. In der Badewanne liegt eine Figur, umgeben von Alltagsgegenständen: Teekanne, Bürste, Werkzeuge. Pflege und Gefahr, Wärme und Verletzbarkeit treten in eine spannungsvolle Nähe.
Das Bild erinnert daran, dass Gewissensfreiheit nicht nur eine politische Kategorie ist, sondern eine zutiefst persönliche: die Freiheit, dem eigenen inneren Maß zu folgen. Nicht abzustumpfen. Nicht zu verdrängen. Nicht mitzumachen, wo etwas gegen das Leben geht.
Der Gundermann-Vers darunter verstärkt diesen Gedanken:
„Sing an gegen die Stille des Todes aus Gier und Trug.“
Gewissensfreiheit ist ein Gegen-Anstimmen. Ein leiser Widerstand gegen das Verstummen, gegen die Anpassung, gegen die innere Kapitulation.
So wird das Werk zu einer Einladung, Frieden zu wecken – im eigenen Inneren: im Atemzug, im Ritual, im mutigen Festhalten an dem, was richtig ist.
Meditationsimpuls
Wo spüre ich, dass mein Gewissen leise spricht?
Und wo brauche ich den Mut, ihm treu zu bleiben?


