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Schlagwort: Ökumenische FriedensDekade

Frieden geht schon heute

Unsere Friedensbotin zum Weltfriedenstag am 21. September

Die Vereinten Nationen haben den 21. September zum Weltfriedenstag erklärt. Ein Tag, der daran erinnert, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist und dass wir ihn immer wieder neu suchen und gestalten müssen.

Für die Ökumenische FriedensDekade 2026 steht dieser Gedanke unter dem Motto „couragiert widerständig“. Unsere Friedensbotin macht in ihrem neuen Video deutlich, was dieses Motto für sie bedeutet: Frieden beginnt nicht erst dort, wo große politische Entscheidungen getroffen werden. Frieden beginnt bei uns. Bei dir und bei mir. In unserem Alltag, in unserer Haltung und in der Bereitschaft, für die Würde anderer einzustehen.

„Frieden ist ein so hohes, so wertvolles Gut, die Voraussetzung für gutes Leben miteinander auf der Erde überhaupt.“

Sie vertraut auf die Kraft ziviler Friedensarbeit, auf Bildung und darauf, dass Menschen sich für Gerechtigkeit einsetzen. Auf die Liebe zum Nächsten und die Achtung vor seiner Würde. Und sie widerspricht der Vorstellung, Frieden könne mit Waffen geschaffen werden.

Armeen können ihrer Ansicht nach Schutzräume bieten, humanitäre Korridore ermöglichen oder Verhandlungen absichern. Frieden selbst aber können sie nicht bringen. Frieden wächst dort, wo Menschen sich couragiert und widerständig für ihn einsetzen.

Als Christin orientiert sie sich dabei an Jesus, dem „Frieden in Person“. Sein Wort aus der Bergpredigt ist für sie zugleich Zuspruch und Auftrag:

„Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“

Frieden zu suchen, Frieden zu leben und Frieden auszubreiten, das kann auf ganz unterschiedliche Weise geschehen. Mit Kreativität und Fantasie. Mit der Kraft des Wortes und der Tat. Im persönlichen Umfeld ebenso wie in gesellschaftlichem Engagement.

Auch Musik kann ein solcher Weg sein. In ihrem Frauenchor singt unsere Friedensbotin derzeit das Chorstück „What Is Peace“ von Kim André Arnesen. Das Stück beschreibt Frieden nicht als stillen Zustand und nicht als Abwarten. Frieden ist Aktivität. Er braucht Leidenschaft, Entschlossenheit und den bewussten Willen, sich für ihn einzusetzen.

Frieden ist nichts, worauf wir nur hoffen können. Frieden braucht Menschen, die ihn wollen, suchen und mitgestalten.

Die Ökumenische FriedensDekade lädt in diesem Jahr dazu ein, genau dort anzufangen: couragiert und widerständig, mit offenen Augen und offenen Armen.

Denn Frieden geht schon heute.

Schauen Sie das Video unserer Friedensbotin und lassen Sie sich von ihrer Botschaft inspirieren.

Vom 8. bis 18. November 2026 wird die Ökumenische FriedensDekade bundesweit unter dem Motto „couragiert widerständig“ begangen. Viele Gemeinden, Gruppen und Initiativen setzen sich in diesen Tagen mit Gottesdiensten, Veranstaltungen, Aktionen und Bildungsangeboten für Frieden auseinander.

Machen Sie mit. Setzen auch Sie ein Zeichen für den Frieden.

“Mutig und widerständig – ein Bläsersatz, der verbindet” – Das Lied zur FriedensDekade 2026

Couragiert widerständig trifft Bella Ciao

Reinhard Gramm gelingt mit seinem neuen Arrangement zum Mottolied „Couragiert widerständig“ ein besonderer Brückenschlag: Er verwebt das Friedenslied der Ökumenischen FriedensDekade 2026 mit dem weltbekannten Motiv von „Bella Ciao“ – einem Lied, das seit jeher für Widerstand, Hoffnung und den unerschrockenen Kampf gegen Unterdrückung steht. Diese musikalische Verbindung ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung, die tiefe thematische Parallelen aufzeigt.

Das Motto der diesjährigen FriedensDekade fordert dazu auf, sich mutig für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen – auch gegen gesellschaftliche Gegenwinde. Der Textdichter Lothar Veit, bekannt für seine lyrische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen und der Komponist Fritz Baltruweit, einer der prägendsten Singer-Songwriter der christlichen Musikszene, haben das Lied in der Form einer eindringlichen Ballade vertont. Ihre Zusammenarbeit verbindet poetische Tiefe mit eingängiger Melodik und schafft so einen Rahmen, der zum Nachdenken und aktiven Mitmachen einlädt.

Reinhard Gramm, Landesposaunenwart der Hannoverschen Landeskirche und selbst ein erfahrener Komponist und Arrangeur, setzt mit seinem Bläsersatz und dem Vorspiel, das Motive von „Bella Ciao“ aufgreift, eine zusätzliche Dimension hinzu: Er erinnert daran, dass Widerstand nicht nur eine lokale, sondern eine globale Tradition hat. „Bella Ciao“ steht wie kaum ein anderes Lied für den ungebrochenen Geist des Protests, ob in historischen Kämpfen oder heutigen Bewegungen für Freiheit und Menschenwürde.

 

Musik, die zum Handeln auffordert

Gramm verbindet damit zwei Lieder, zwei Epochen und zwei Botschaften zu einem kraftvollen Ganzen. Sein Arrangement unterstreicht, dass Widerstand und Mut keine isolierten Taten sind, sondern Teil einer langen, gemeinsamen Geschichte. Für die FriedensDekade wird so aus einem Lied nicht nur ein musikalischer, sondern auch ein inhaltlicher Aufruf: Couragiert widerständig zu sein, heißt auch, sich dieser Tradition bewusst zu sein – und sie aktiv weiterzutragen.

In einer Zeit, in der Frieden und Gerechtigkeit immer wieder herausgefordert werden, ist diese Verbindung mehr als nur künstlerische Freiheit. Sie ist eine Einladung, die eigene Haltung zu reflektieren und sich der Verantwortung zu stellen, die mit dem Motto der Dekade einhergeht. Reinhard Gramm gelingt es damit, Musik nicht nur zu arrangieren, sondern sie zu einem Statement zu machen – eines, das zum Handeln auffordert.

Miterleben, Gestalten, Vernetzen: Bleiben Sie couragiert widerständig

Frieden braucht Menschen, die ihn tragen, und Orte, an denen er gelernt und gelebt wird. Ob in der eigenen Kirchengemeinde, in der Schule oder in der Nachbarschaft: Setzen auch Sie im Jahr 2026 ein Zeichen. Von unserer Seite aus liegen alle Vorbereitungen vor – Sie können vor Ort direkt in die Planung starten!

  • Exklusive Inhalte im Mitgliederbereich: Weiterführende Materialien, Arbeits- und Druckvorlagen sowie ungekürzte Langversionen der Onlineredaktion stehen für Ihre Gemeindearbeit, Friedensgebete und Gruppentreffen direkt im neuen Mitgliederbereich für Sie bereit.

    Tragen Sie sich ein für Ihre kostenlosen Mitglieder-Zugang (Testversion 2026):

    Sie erhalten: Ausgewählte Texte als hochwertige Druck-PDFs & Regelmäßiger Friedensbrief direkt per E-mail. Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

  • Aktionsmaterialien bestellen: Vom Materialheft über Plakate, Leporellos bis hin zu den Friedenskerzen finden Sie alles für Ihre Friedensarbeit im Online-Shop der FriedensDekade.

  • Auf dem Laufenden bleiben: Abonnieren Sie unseren kostenlosen Friedensbrief, um regelmäßig aktuelle Impulse zu erhalten.

FAQ:

Wer hat das Lied „Couragiert widerständig“ zur FriedensDekade 2026 geschrieben?

Der Text des Mottolieds stammt von Lothar Veit, die Musik wurde von Fritz Baltruweit komponiert. Es ist als eindringliche Ballade angelegt, die zum Nachdenken und Handeln aufruft.

Warum verwendet der neue Bläsersatz Motive von „Bella Ciao“?

Der Bläsersatz von Landesposaunenwart Reinhard Gramm verwebt das Mottolied bewusst mit dem Motiv von „Bella Ciao“. Er verbindet damit das Thema der FriedensDekade mit der weltweiten Tradition des gewaltfreien Widerstands und des Protests für Freiheit und Menschenwürde.

Wo kann man die Noten und den Bläsersatz zum Mottolied herunterladen?

Das Arrangement von Reinhard Gramm für Posaunenchöre und Bläsergruppen steht direkt auf der Website der Ökumenischen FriedensDekade als kostenfreier Download zur Verfügung.

Wo gibt es weitere Arbeitsmaterialien zur FriedensDekade 2026?

Gedruckte Hefte, Plakate und Aktionsmedien können im Online-Shop der FriedensDekade bestellt werden. Zusätzliche digitale Vorlagen und Vertiefungstexte stehen im neuen Mitgliederbereich zum Download bereit.

Neue Ausstellung der Ökumenischen FriedensDekade: „Frauen des Friedens“ geht nach erfolgreicher Startphase in Produktion

Bonn/Berlin, 19.08.2026 – Die Ökumenische FriedensDekade veröffentlicht im Vorfeld der diesjährigen FriedensDekade das neue dezentrale Ausstellungs-Set „Frauen des Friedens“. Bereits am ersten Tag nach der Ankündigung wurde das gesteckte Mindestziel an Vorbestellungen erreicht. Damit steht fest: Das Projekt wird realisiert und im Herbst bundesweit an zahlreichen Orten zu sehen sein.

Seit über 45 Jahren steht die Ökumenische FriedensDekade für Gerechtigkeit, gerechten Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Angesichts der weltweiten Herausforderungen setzt die neue Plakatreihe ein Zeichen für ziviles Engagement und stellt das Wirken herausragender Friedensstifterinnen in den Mittelpunkt.

„Dass bereits innerhalb von zehn Stunden genügend Vorbestellungen eingegangen sind, zeigt das große Interesse in den Gemeinden an konkreten Beispielen für gewaltfreien Widerstand“, erläutert Lars Blume, Initiator des Ausstellungs-Konzepts. „Durch den frühen Rücklauf können wir direkt in die finale Gestaltung und redaktionelle Ausarbeitung einsteigen.“

15 Plakattafeln mit multimedialem Zugang

Die zeitlos angelegte Ausstellung porträtiert auf 15 Tafeln zwölf prägende Persönlichkeiten aus verschiedenen Epochen und Kontinenten; darunter Bertha von Suttner, Sophie Scholl, Wangari Maathai, Malala Yousafzai und Leymah Gbowee.

Um den Aufwand vor Ort gering zu halten, setzt das Projekt auf eine digitale Drucklizenz: Ausstellende laden die Vorlagen herunter und lassen sie direkt vor Ort drucken. Ergänzt werden die visuellen Porträts (Gestaltung: Karla Ritter) durch Kurzvideos (Reels) via QR-Code, eine pädagogische Handreichung sowie eine Vorlage zur Einbindung regionaler Friedensstifterinnen aus der eigenen Gemeindegeschichte.

Der vergünstigte Presale-Preis von 42,00 Euro für die digitale Drucklizenz gilt auf friedensdekade.de/shop weiterhin bis zum 6. September 2026 (danach 49,00 Euro).

Spende ermöglicht Freilizenzen und Druckkostenzuschüsse 

Zusätzlich erhielt das Projekt eine Großspende. Diese Mittel werden gezielt eingesetzt, um finanziell schwächer aufgestellten Einrichtungen, Schulen, Jugendgruppen oder kleinen Gemeinden die Nutzung der Ausstellung zu ermöglichen. Interessierte Gruppen können sich ab sofort um eine geförderte Freilizenz oder einen Druckkostenzuschuss bewerben.

Interessierte Kirchengemeinden, Schulen und Initiativen finden alle Informationen sowie die Möglichkeit zur Bestellung unter: www.friedensdekade.de

Pressebild-Hinweis: Ein hochauflösendes Entwurfs- und Visualisierungsfoto der Ausstellung zur redaktionellen Nutzung steht unter www.friedensdekade.de/downloads zum Download bereit. Bildnachweis: Ökumenische FriedensDekade / KI-Visualisierung

 

Über die Ökumenische FriedensDekade Die Ökumenische FriedensDekade ist eine bundesweite Aktionszeit der Kirchen und Friedensinitiativen. Sie findet jedes Jahr in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag im November statt und bringt seit 1980 Menschen unterschiedlicher Konfessionen im gemeinsamen Friedens-Engagement zusammen. Kirchengemeinden, Initiativen und Gruppen laden in dieser Zeit zu Gottesdiensten, Friedensgebeten, Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen ein.

 

Pressekontakt:
Jan Gildemeister
Vorsitz Ökumenische FriedensDekade e.V./ AGDF
E-Mail: jan.gildemeister@friedensdekade.de
Tel.: 0228 / 24 999 -13

Starkes Zeichen vor Ort: Machen Sie „Frauen des Friedens“ zu Ihrer FriedensDekade Ausstellung 2026!

Von Bertha von Suttner bis Malala Yousafzai – Jetzt vorbestellen und die Veröffentlichung sichern.

In den Rückmeldungen zum Friedensbrief taucht seit Monaten ein Wunsch immer wieder auf: Könnte man die „Frauen des Friedens“ nicht als Ausstellung vor Ort zeigen? Nicht nur digital lesen, sondern im Gemeindehaus, in der Schule oder im Foyer davor stehen bleiben, ins Gespräch kommen und Haltung zeigen. Diese Idee stammt direkt aus Ihrer Leserschaft. Wir wollen sie gemeinsam umsetzen.

Ehrlich gesagt ist das ein Experiment: Wir gehen erst dann in die finale Gestaltung und Produktion, wenn wir wissen, dass die Idee getragen wird. Mit Ihrer Vorbestellung entscheiden Sie mit, ob es diese Ausstellung im November geben wird. Die Vorbestellung läuft getrennt von unseren übrigen Shop-Artikeln und erfolgt risikofrei auf Rechnung. Kommt bis Mitte September nicht die nötige Mindestanzahl zusammen, verfällt Ihre Bestellung automatisch. Es entstehen keinerlei Kosten. Erreichen wir das Ziel, geht die Ausstellung sofort in Produktion.

Wir wollen dieses Wagnis eingehen, aber dafür brauchen wir jetzt Ihre Vorbestellung!

Ob aus der Idee eine fertige Ausstellung wird, liegt in Ihren Händen. Wir bitten Sie daher: Bestellen Sie schon jetzt, um das Projekt überhaupt erst zu ermöglichen.

Die Bestellung läuft getrennt von unseren übrigen Shop-Artikeln und erfolgt völlig risikofrei auf Rechnung:

  1. Kein Risiko: Kommt bis Mitte September nicht die nötige Mindestanzahl zusammen, verfällt Ihre Bestellung automatisch. Es entstehen Ihnen keinerlei Kosten.

  2. Bei Erfolg: Erreichen wir das Ziel, geht die Ausstellung sofort in Produktion. Sie erhalten Ihre Drucklizenz sowie die pädagogische Handreichung rechtzeitig vor November.

Am einfachsten und schnellsten bestellen Sie die Ausstellung im Vorverkauf separat, ohne weitere Artikel im Warenkorb. So ist eine reibungslose Zuordnung für die spätere Rechnungsstellung garantiert.

Verwenden Sie dafür einfach unseren Direkt-Link:

Jetzt Ausstellungs-Set direkt in den Warenkorb legen & vorbestellen

(Der Vorverkaufs-Rabatt von 42,00 € statt 59,00 € wird automatisch berücksichtigt. Sollte das Mindestziel nicht erreicht werden, stornieren wir die Bestellung kostenfrei.)

15 Tafeln, dezentral und flexibel als digitale Drucklizenz

Aus den zwölf Biografien entsteht ein flexibles Ausstellungs-Set als digitale Drucklizenz. Keine schweren Kisten, kein Logistikaufwand. Sie drucken die Plakate vor Ort, vom Gemeindedrucker in A3 bis zur lokalen Druckerei in A1. Die Druckkosten liegen erfahrungsgemäß bei ca. 50 bis 70 Euro für ein A1-Ganzset.

Das Set enthält neben Intro- und Outro-Tafel eine Vorlage für eine 13. Tafel, die Sie beliebig oft gestalten können: für Frauen aus Ihrer Region, Ihrer Kirchengemeinde oder Stadtgeschichte. Dazu eine pädagogische Handreichung mit Bausteinen für Gottesdienste, Schulstunden, Raum-Tipps und Pressemitteilungen.

Diese zwölf Frauen warten auf Ihren Einsatz

Pionierinnen brechen Tabus:
Bertha von Suttner (Österreich), Sophie Scholl (Deutschland), Petra Kelly (Deutschland)

Frieden ist unteilbar:
Wangari Maathai (Kenia), Leymah Gbowee (Liberia), Rigoberta Menchú Tum (Guatemala)

Standhaftigkeit im Alltag leben:
Rosa Parks (USA), Betty Williams (Nordirland), Bärbel Bohley (DDR)

Hoffnungskraft praktizieren:
Dorothy Day (USA), Dorothee Sölle (Deutschland), Malala Yousafzai (Pakistan)

Die Drucklizenz ist bis Anfang September zum Vorverkaufspreis von 42 Euro erhältlich, danach 49 Euro. Am einfachsten bestellen Sie die Ausstellung separat, ohne weitere Artikel im Warenkorb.

Am einfachsten und schnellsten bestellen Sie die Ausstellung im Vorverkauf separat, ohne weitere Artikel im Warenkorb. So ist eine reibungslose Zuordnung für die spätere Rechnungsstellung garantiert.

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Was Sie mit der Bestellung erhalten:
Eine dauerhafte digitale Nutzungslizenz für einen Standort inklusive 15 hochauflösender Druckvorlagen und pädagogischer Handreichung. Die Ausstellungstafeln selbst werden nicht mit der Lizenz geliefert, sondern von Ihnen vor Ort auf eigene Kosten gedruckt.

Frieden suchen in konfliktreichen Zeiten – Herausgegeben von Jochen Cornelius-Bundschuh, Jan Gildemeister & Klara Butting

Geben wir stillschweigend auf, was aus den Trümmern von 1945 entstand?

 81 Jahre Kriegsende: Ein Versprechen und seine Erosion

Am 8. Mai 1945 endete in Europa der verheerendste Krieg der Geschichte. Was die Überlebenden daraus machten, war bemerkenswert. Sie setzten nicht auf Stärke. Sie setzten auf Recht. Die UN-Charta, das Völkerrecht, die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, all das entstand in diesem Moment. Nicht aus Idealismus. Aus bitterer Erfahrung.

Die Lehre war einfach und radikal zugleich: Recht vor Macht. Kooperation vor Konfrontation. 81 Jahre später steht dieses Versprechen unter Druck.

Erinnern heißt auch: nachfragen

Der Sammelband „Frieden suchen in konfliktreichen Zeiten„ der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) nimmt diesen Druck ernst. Er weicht den schwierigen Fragen nicht aus. Was bedeutet Sicherheit heute wirklich? Wer trägt Verantwortung für den Frieden? Und was hat die Generation, die 1945 „Nie wieder“ sagte, uns hinterlassen?

Wer diese Fragen nicht nur im Stillen stellen, sondern durchdenken möchte, findet im Band einen verlässlichen Denkpartner. Das Buch finden Sie aktuell in unserem Webshop.

Eine Ordnung unter Druck

Diese Ordnung ist heute nicht mehr selbstverständlich. Auf der geopolitischen Bühne erleben wir, wie Regierungen und Akteure weltweit die Verhandlungsgrundlage verschieben. Völkerrechtliche Verpflichtungen gelten zunehmend als Hindernis. Konfrontation ersetzt Kooperation. Und wer auf das gemeinsame Regelwerk pocht, wirkt schnell weltfremd.

Das ist keine Kleinigkeit. Es ist eine Umkehrung dessen, was 1945 mühsam errichtet wurde.

Rainer Keil benennt das im Buch „Frieden suchen in konfliktreichen Zeiten“ ohne Beschönigung. Das Völkerrecht sei eine kostbare Errungenschaft – aber keine stabile. Es funktioniere nur, solange Staaten es gemeinsam tragen. Wo das aufhört, setzt sich die Stärke des Stärkeren durch. Nicht die Stärke des Rechts.

Und was bedeutet das konkret?

Jan Gildemeister zeigt in seinem Beitrag, wie sich diese geopolitische Verschiebung ganz konkret auf Menschen auswirkt. Das geplante Wehrdienstmodernisierungsgesetz senkt die Schwelle für eine Wehrpflicht auch in Friedenszeiten deutlich. Zivile Alternativen kommen in der öffentlichen Debatte kaum vor. Junge Menschen werden nicht gefragt, wie sie Verantwortung übernehmen wollen. Sie haben das Gefühl vor Entscheidungen gestellt zu werden. Auch ein Grund warum heute zum dritten Mal Schülerinnen und Schüler zur Demonstration gegen die Wehrpflicht und für einen gerechten Umgang der Politik mit ihrer Generation auf die Straße gehen.

Das außeracht lassen von zivilen Alternativen ist kein Zufall. Es ist die Konsequenz einer Sicherheitspolitik, die Stärke vor Recht stellt. Die militärische Antworten bevorzugt, bevor zivile Möglichkeiten ausgeschöpft sind.

Was der 8. Mai nicht vergessen lässt

Am 8. Mai 1945 endete etwas Grausames. Nicht langsam, nicht allmählich – sondern mit einer Plötzlichkeit, die Millionen Menschen atemlos zurückließ. Befreiung und Erschöpfung zugleich. Das Ende eines Albtraums, der Europa in Schutt gelegt hatte.

Was diese Generation daraus machte, hatte eine Klarheit, die nur aus gelebter Erfahrung kommt. Sie wussten, wovon sie redeten. Sie hatten gesehen, wohin Macht ohne Recht führt. Wohin Konfrontation ohne Kooperation führt. Und sie bauten – mühsam, unvollkommen, aber entschlossen – eine Ordnung, die genau das verhindern sollte. Institutionen, Verträge, das Völkerrecht. Nicht als Idealismus. Als Konsequenz.

Diese Ordnung steht heute zur Disposition. Nicht durch einen einzigen dramatischen Bruch, sondern durch viele kleine Verschiebungen. Durch Verträge, die nicht mehr eingehalten werden. Durch Institutionen, die ausgehöhlt werden. Durch eine Debatte, in der zivile Lösungen als naiv gelten und militärische Stärke als einzig realistische Antwort.

Was fehlt, ist nicht das Wissen. Es ist die Erinnerung. Die Erinnerung daran, was auf dem Spiel steht und warum es damals so klar war.

Das Motto der FriedensDekade 2026 couragiert widerständig meint genau das. Nicht Widerstand als Ablehnung. Sondern Haltung. Die tägliche Entscheidung, Recht vor Macht zu stellen. Kooperation vor Konfrontation. Auch wenn das unbequem ist. Gerade dann.

Im nächsten Friedensbrief greifen wir den dritten Bereich aus „Frieden suchen in konfliktreichen Zeiten“ auf: die Kraft der Zivilgesellschaft und was zivile Konfliktbearbeitung weltweit konkret leisten kann.

„Frieden suchen in konfliktreichen Zeiten“, herausgegeben von Jochen Cornelius-Bundschuh, Jan Gildemeister und Klara Butting, erschienen im Verlag Erev-Rav, ist jetzt in unserem Shop erhältlich.

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