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Schlagwort: FriedensDekade 2025

Materialheft 2025 der FriedensDekade. Komm den Frieden wecken.

Jetzt das Gesamtpaket der FriedensDekade 2025 sichern: „Komm den Frieden wecken“

Die ökumenische FriedensDekade 2025 rückt näher, und das neue Materialheft ist bereits Ende Juli an alle Abonnent*innen des Gesamtpakets versandt worden! Unter dem kraftvollen Motto „Komm den Frieden wecken“ bietet das Heft vielfältige Impulse für Ihre Friedensarbeit in Gemeinden, Schulen oder Gruppen.

Noch kein Heft erhalten? Bestellen Sie jetzt schnell vor Ihrem Urlaub und freuen Sie sich auf viele inspirierende Anregungen für Ihre Aktion vor Ort. Unser Versandteam der Caritas-Werkstätten ist aktuell im Urlaub und nimmt den regulären Versand ab Mitte August (dann auch täglich) wieder auf.

Ein erster Blick ins Materialheft 2025

Das Heft ist ein Schatz für alle, die Frieden aktiv gestalten möchten. In fünf Kapiteln finden Sie Inspirationen für Gottesdienste, Workshops, Diskussionen und mehr:

Kapitel 1: Anstöße zum Motto
Lernen Sie unsere Friedensbotschafter*innen 2025, Heidrun Kisters und Marcus Vetter, kennen, entdecken Sie die Bildmeditation zum Plakatmotiv, singen Sie das Themenlied „Komm, Frieden, lass dich wecken“ oder nutzen Sie die Bausteine für einen Friedensgottesdienst am 9. November. Besonders empfehlen wir den Film „War and Justice“ von unserem Friedensbotschafter Marcus Vetter, der eindrucksvoll zeigt, wie Gerechtigkeit und Frieden Hand in Hand gehen.

Kapitel 2: Frieden mit Jugendlichen und Erwachsenen
Von Konfi-Einheiten über Planspiele wie „UN im Klassenzimmer“ bis hin zu Debatten über soziale Verteidigung – hier finden Sie Ideen, um junge Menschen und Erwachsene einzubinden.

Kapitel 3: Weckrufe aus Geschichte und Gegenwart
Tauchen Sie ein in die Geschichte der Täuferbewegung, der Bauernkriege, der Ostermärsche oder des Friedensrufs der Ökumenischen Friedenssynode 2025 in Hannover.

Kapitel 4: Welchen Frieden wecken?
Aktuelle Themen wie Aufrüstung, Wehrpflicht, EU-Militarisierung und Friedensmüdigkeit werden kritisch beleuchtet, mit Impulsen für Diskussionen und Aktionen.

Kapitel 5: Anhang
Finden Sie Medienempfehlungen, einen Rückblick auf die FriedensDekade 2024, Infos zu Spenden und den Inhalt des USB-Sticks 2025.

Ergänzende Materialien für Ihre Friedensarbeit

Neben dem Materialheft bieten wir im Shop zahlreiche Begleitmaterialien, die Ihre Aktionen bereichern: Mutmacherkarten, Glückwunschkarten, Aufkleber, Gebetsleporellos und vieles mehr. Der USB-Stick, der dem Gesamtpaket beiliegt oder einzeln bestellt werden kann, enthält zusätzliche Inhalte für Ihre Arbeit vor Ort. Mit praktischen QR-Codes und Links (z. B. via tinyurl.com) gelangen Sie schnell zu ergänzenden Online-Materialien.

Warum jetzt bestellen?

Das Materialheft ist Ihr Begleiter für die FriedensDekade vom 9. bis 19. November 2025. Mit den vielfältigen Begleitmaterialien gestalten Sie Ihre Aktionen noch sichtbarer und inspirierender. Bestellen Sie jetzt, um rechtzeitig vorbereitet zu sein, denn der Versand startet ab Mitte August wieder täglich!

Gemeinsam für den Frieden

Mit Heidrun Kisters und Marcus Vetter als Friedensbotschafter*innen 2025 setzen wir starke Zeichen für eine friedliche Zukunft. Lassen Sie sich von ihren Impulsen und dem Film „War and Justice“ inspirieren, teilen Sie Ihre Veranstaltungen unter kontakt@friedensdekade.de und folgen Sie uns auf Instagram für aktuelle Anregungen.

Im November wecken wir gemeinsam den Frieden und zeigen, wie viele Menschen und Regionen sich für eine friedliche Zukunft einsetzen!

Wehrpflicht oder Friedenspflicht?

Ein Kommentar von Lars Blume zur aktuellen Debatte

Die Diskussion ist zurück: Braucht Deutschland eine neue Wehrpflicht? In einem vielbeachteten Streitgespräch „Wir müssen über die Wehrpflicht reden – jetzt!“ in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung vom 13. Juli 2025 treffen zwei Positionen aufeinander. Arthur Kießling, 22 Jahre alt, plädiert für einen verpflichtenden gesellschaftlichen Dienst mit militärischer Option. Johannes Zerger, 64 Jahre alt, ehemaliger Zivildienstleistender, warnt eindringlich vor den gesellschaftlichen und menschlichen Konsequenzen. Ihre Argumente gehen über sicherheitspolitische Fragen hinaus. Sie fordern uns heraus, Frieden neu zu denken.

Das Gespräch beginnt mit einer klaren Haltung: Zerger, geprägt durch persönliche und familiäre Erlebnisse vergangener Kriege, lehnt verpflichtenden Wehrdienst ab. Für ihn steht das Selbstbestimmungsrecht im Zentrum. Krieg bleibt menschliches Leid. Kießling hingegen schaut auf die Zukunft Europas: für ihn sind Wehrpflicht oder neue Dienstmodelle Mittel zur Abschreckung und Durchhaltefähigkeit.

Beide Stimmen spiegeln die Debatte wider, die durch dem Bundesverteidigungsminister Pristorius in der Regierung Scholz mit einem „freiwilligen Wehrdienst“ begann, sich unter der Regierung Merz jedoch zunehmend verschärft. Merz hat mehrfach betont, dass allein Freiwilligkeit nicht genügt und dass „we’ll do whatever it takes“ – sogar auf Kredit – investiert wird, um Deutschlands Wehrfähigkeit auszubauen. Ausgaben für Verteidigung und bestimmte sicherheitspolitische Ausgaben ab einer bestimmten Höhe sollen künftig nicht mehr auf die Schuldenregel des Grundgesetzes angerechnet werden. (Bundestag.de 18.03.2025) Zusätzlich soll ein Modell gesetzlich verankert werden, das Pflichtdienste ermöglicht.
(Tagesschau vom 23.06.2025

„Angesichts der Bedrohungen unserer Freiheit und des Friedens
auf unserem Kontinent muss jetzt auch  für unsere Verteidigung gelten: Whatever it takes.“ – Friedrich Merz (ZDFheute 05.03.2025)

Genau dieser Wechsel im Narrativ ist entscheidend: eine Regierung, die bereit ist, Milliarden in Waffen und Personal zu investieren, deren Duktus in Richtung Rüstung statt Frieden geht, fordert uns heraus, genau hinzusehen und zu fragen: Was schützt uns wirklich?

Hinhören statt Hochrüsten

„Wir müssen über Wehrpflicht reden. Jetzt.“ So lautet Kießlings Appell. Angesichts zunehmender Spannungen mit Russland, einer unterbesetzten Bundeswehr und dem Gefühl, dass seine Generation mit zu viel Verantwortung allein gelassen wird, hält er einen verpflichtenden Dienst für notwendig. Zerger hält dagegen: Krieg ist niemals abstrakt. Er bedeutet Blut, Schweiß, Schmerz und Tod. Sein Vater, zweimal verwundet im Zweiten Weltkrieg, überlebte nur knapp. Die Erfahrung prägte seine Familie. Daraus erwuchs ein tiefes Nein zu jeder Form von Dienst, der Menschen gegen ihren Willen in Uniform zwingt.

Gerade in dieser Auseinandersetzung wird deutlich, wie dringend wir wieder Räume brauchen, in denen unterschiedliche Meinungen respektvoll nebeneinander stehen dürfen. Eine konstruktive Streitkultur ist Teil unserer demokratischen Verantwortung. Sie schützt uns davor, militärische Lösungen als alternativlos darzustellen. Statt Hochrüstung brauchen wir eine Kultur des Zuhörens, des Zweifelns, des Suchens. Denn: Frieden beginnt mit dem Gespräch. Und endet dort, wo Menschen zum Mittel militärischer Macht werden.

Was uns dieser Dialog lehrt

Dieses Streitgespräch offenbart eine seltene Qualität: Es ist keine Show, kein Aufrechnen von Parolen sondern ein ehrlicher Versuch, einander zu verstehen. Genau das ist Friedenskultur: Zuhören, Argumente prüfen, Positionen hinterfragen. Demokratie lebt von der Auseinandersetzung, vom Prüfen der Argumente und vom Mut, die eigene Haltung zu hinterfragen.

Auch in der Bibel begegnet uns die Spannung zwischen Freiheit und Sicherheit. Freiheit ist ein Geschenk. Sie ist jedoch kein Freibrief für Gewalt. Biblischer Frieden meint mehr als die Abwesenheit von Krieg. Er bedeutet Gerechtigkeit, Verantwortung und Respekt vor jedem einzelnen Leben. „Ich danke dir, dass ich wunderbar gemacht bin“, heißt es im Psalm 139. Und Paulus schreibt im Galaterbrief: „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

Und er beginnt dort, wo wir uns daran erinnern: Der Mensch steht im Zentrum. Jeder Soldat ist Sohn oder Tochter, Vater oder Mutter. Mensch. Und jedes Leben ist kostbar. In der jüdisch-christlichen Tradition steht klar: „Du sollst nicht töten.“ (2. Mose 20,13). Gewalt darf niemals zur selbstverständlichen Option werden.

Frieden gestalten mit Herz und Haltung

Johannes Zerger fordert, über Alternativen zu sprechen. Ziviler Friedensdienst, Bildungsarbeit, Freiwilligendienste – all das sind Räume, in denen Frieden wachsen kann. Nicht durch Pflicht, sondern durch Überzeugung. Nicht durch Waffen, sondern durch Begegnung.

Auch Arthur Kießling bringt eine wichtige Perspektive ein. Viele junge Menschen fühlen sich überfordert von globalen Krisen und gesellschaftlicher Verantwortung. Auch das sind Stimmen, die gehört werden dürfen.

Doch das Gefühl der Ohnmacht darf uns nicht zu kurzfristigen Reaktionen treiben. Ein verpflichtender Dienst, wie auch immer er ausgestaltet wird, darf nicht zum trojanischen Pferd einer mentalen Kriegstüchtigkeit werden. Sprache schafft Wirklichkeit und Begriffe wie „wehrtüchtig“ oder „Verteidigungsfähigkeit“ zeigen, wie tief die Denklogik von Bedrohung und Gewalt längst wieder salonfähig ist.

Wir dürfen nicht vergessen: Krieg ist kein Mittel gegen Angst. Er schafft neue Wunden. Dialog dagegen heilt. Und Zuhören öffnet Räume.

„Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9)

Frieden braucht viele Stimmen. Viele Wege. Und das Vertrauen, dass Sicherheit mehr ist als Abschreckung – sie beginnt mit Beziehung, mit Herz und Haltung.

Gemeinsam für eine Kultur des Friedens

Stellen Sie sich vor: Jeder Mensch, der diesen Text liest, führt ein Gespräch. Mit Freund*innen, in der Gemeinde, im Schulunterricht. Über Krieg und Frieden, über Wehrpflicht und Würde. Über das, was wir wollen – und was wir niemals wieder zulassen dürfen.

Begleiten Sie mit uns die FriedensDekade unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ vom 9. bis 19. November 2025 – in Schulen, Kirchengemeinden, Initiativen und im Alltag. Nutzen Sie unsere Materialien im Shop oder als Download, gestalten Sie Andachten, teilen Sie Lieder und Geschichten.

Ein besonders bewegender Impuls: das Lied „Nein meine Söhne geb ich nicht “ von Reinhard Mey & Friends. Es ist mehr als ein musikalisches Statement, es ist eine Erinnerung an das, was zählt: das Leben. Die Menschlichkeit. Und die ungebrochene Hoffnung auf eine gewaltfreie Zukunft.

Gemeinsam machen wir Frieden hörbar. Mit Stimme, Haltung und Glauben.

Geschichten, die den Frieden erzählen – Marcus Vetter ist Friedensbotschafter 2025

Marcus Vetter ist Friedensbotschafter 2025

Komm den Frieden wecken- ein Anstoß

Wie erzählt man Frieden in einer Welt voller Kriegserzählungen? Der Filmemacher Marcus Vetter hat eine eindrucksvolle Antwort darauf gefunden. Mit bewegenden Dokumentationen über Hoffnung, Versöhnung und Gerechtigkeit stellt er unbequeme Fragen – und lässt mutige Menschen zu Wort kommen, die trotz Verlust und Gewalt neue Wege gehen. Als Friedensbote der FriedensDekade 2025 erinnert er uns daran, dass Frieden kein Zustand ist, sondern eine Entscheidung – immer wieder neu.

Geschichten, die weiterwirken – Marcus Vetter über Hoffnung, Verantwortung und die Kraft des Erzählens

Ich bin Dokumentarfilmer und habe 2008 den Film DAS HERZ VON JENIN über den palästinensischen Vater, Ismael Khatib, in Jenin (Westbank) gedreht, dessen 8jähriger Sohn von einem israelischen Soldaten erschossen wurde, und der sich trotz seiner Trauer entschloss, die Organe seines Sohnes an israelische Kinder zu spenden. In einer solchen Situation nicht Rache zu üben, sondern eine Botschaft des Friedens zu vermitteln, hat mich damals zutiefst beeindruckt. Ich habe mich deshalb entschlossen, selbst aktiv zu werden, um Kindern und Jugendlichen in Jenin, der Heimatstadt der Familie, etwas Hoffnung und Perspektive zu geben. Hunderte freiwillige Helfer aus aller Welt folgten meinem Ruf und kamen nach Jenin, um dort zusammen mit Ismael Khatib ein altes Kino zu renovieren, das während der ersten Intifada geschlossen wurde. Der Film CINEMA JENIN – DIE GESCHICHTE EINES TRAUMS erzählt dieses eigentlich unmögliche Unterfangen. Das Kino wurde im Sommer 2011 feierlich eröffnet und fünf Jahre lang betrieben, bevor es im Dezember 2016 abgerissen und durch ein Einkaufszentrum ersetzt wurde.

Egal wie schwierig es ist, den Teufelskreis von Gewalt und Rache zu durchbrechen, egal wie aussichtslos es scheint, diese Geschichten werden überleben und andere ermutigen, es ihnen gleich zu tun. So hat zum Beispiel das palästinensische Kino in Jenin, es ermöglicht, die Geschichte von Yael Armanet zu erzählen, einer Israelin, die ihren Mann Chernobroda bei einem Selbstmordattentat durch einen Palästinenser aus Jenin verloren hat. Inspiriert von Ismael Khatibs Geschichte hatte sich Yael in den Kopf gesetzt, die Familie des Selbstmordattentäters in Jenin zu besuchen, um Antworten auf das Geschehene zu bekommen. Es entstand der berührende Film NACH DER STILLE von Jule Ott und Stefanie Bürger

Ben Ferenzc, der jüngste Ankläger der Nürnberger Prozesse war einer derjenigen, die 1998 in Rom den Internationalen Strafgerichtshof ins Leben gerufen haben. Sie alle waren von dem Gedanken beseelt, dem Prinzip Rache etwas entgegenzusetzen und erschufen ein internationales Gericht, das Staatschefs persönlich zur Rechenschaft ziehen sollte. Der Dokumentarfilm WAR AND JUSTICE erzählt die 25-jährige Geschichte des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC) in seiner Mission die schwersten Verbrechen an der Menschheit zu beenden. Diesen Film habe ich zusammen mit einem der Volontäre in Palästina, Michele Gentile, gedreht. Bei einer Preisverleihung des Films DAS HERZ VON JENIN sah Luis Moreno Ocampo, der erste Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs, den Film und lud mich danach zu sich nach Den Haag ein.

Und hier schließt sich der Kreis. Als ich Michele 2009 kennenlernte, kam er gerade als Zeitsoldat aus Afghanistan zurück. Ismaels Geste hat uns alle beeinflusst. Er hat uns zusammengeführt. Nach Cinema Jenin haben Michele und ich an vielen Filmprojekten gearbeitet, unter anderem 15 Jahre an diesem Film WAR AND JUSTICE. Der Film hilft einem, seine Einstellung zum Krieg zu überdenken. Denn so einleuchtend und zwingend die Argumente auch sein mögen, dass sich eine Gesellschaft oder eine Staatengemeinschaft als ultima ratio für Krieg entscheidet, uns muss dabei immer bewusst sein, dass wir damit riskieren, die Zukunft von Generationen in Trümmern zu legen. Für Ben Ference war der Krieg selbst, „das größte Kriegsverbrechen“.

Wir sollten deshalb immer dazu bereit, unsere Haltung zum Krieg zu überdenken.

Heute dreht Michele einen Film über die Deutsch-Vietnamesin Hong, die sich in den Kopf gesetzt hat, als eine der ersten deutschen Frauen den K2 zu besteigen und zwar nicht einfach so – sondern um auf dem Gipfel eine Anti-Kriegsflagge zu hissen. Gesponsert wurde der Aufstieg von einer Taiwanesischen Mobilfunkfirma. Doch als das milliardenschwere Unternehmen erfährt, dass der Aufstieg unter dem Vorzeichen einer Friedensmission geschehen soll, steigen sie aus dem Projekt aus. Hong muss die erhaltene Unterstützung zurückzahlen. Doch Michele und Hong geben nicht auf. Hong nimmt einen Kredit auf. Und am 15. Juni 2025 flogen beide nach Pakistan, um den gefährlichen Aufstieg zu beginnen.

Es gibt tausende solcher Geschichten, und wie einst Mahmoud Darwish, die literarische Stimme Palästinas, sagte: „Wir leiden an einer unheilbaren Krankheit: Hoffnung.“ Und das ist auch gut so…. Wer für Micheles Film spenden möchte – darf sich gerne mit mir in Verbindung setzen: Marcus.Vetter@t-online.de

Marcus Vetter, geboren 1967 in Stuttgart, arbeitet als freier Regisseur, Autor und Produzent sowie beim SWR. www.marcus-vetter.com

Ein Blick, der weiterführt – Filme, die verbinden

Marcus Vetters Geschichten wirken über Leinwände hinaus. Sie zeigen, was möglich ist, wenn wir den Mut haben, nicht zurückzuschlagen, sondern weiterzudenken. Solche Perspektiven brauchen Sichtbarkeit – in der Gesellschaft und in unseren Herzen.
Folgen Sie uns auf Instagram für mehr Geschichten wie diese – und entdecken Sie im Onlineshop der FriedensDekade Materialien, mit denen auch Sie den Frieden wecken können.

„Komm, Frieden lass dich wecken“ Eugen Eckert schenkt der FriedensDekade 2025 ein Lied

Das neue Lied zur FriedensDekade 2025

Wenn Worte fehlen und Argumente verhärten – dann kann Musik Türen öffnen, Brücken bauen und Herzen berühren.

Zur FriedensDekade 2025 ist ein neues Lied entstanden, das tief bewegt und Mut macht. Sein Refrain lautet:

„Komm, Frieden, lass dich wecken“ – ein eindringlicher Ruf, der sich wie ein Gebet, eine Klage und eine Vision durch das ganze Lied zieht.

Text: Eugen Eckert
Melodie: Go Tell It on the Mountain (Spiritual)

Ein Lied mit Tiefe und Resonanz

Das Lied besteht aus mehreren Strophen und einem sich wiederholenden Refrain. Es folgt der klassischen Spiritual-Melodie von „Go tell it on the mountain“ – einer Melodie, die in ihrer Einfachheit, Klarheit und spirituellen Tiefe sofort ins Ohr geht. Sie ist leicht zu lernen und eignet sich gut für gemeinsames Singen – in Gottesdiensten, Friedensgebeten, Schulandachten oder auf der Straße.

Das Lied besteht aus mehreren Strophen und einem sich wiederholenden Refrain. Es folgt der bekannten Spiritual-Melodie von „Go Tell It on the Mountain“ – eingängig, kraftvoll, spirituell. Die Melodie ist leicht zu lernen und eignet sich hervorragend für das gemeinsame Singen – in Gottesdiensten, Friedensgebeten, Schulandachten oder auf der Straße.

Jede Strophe greift aktuelle Erfahrungen und Herausforderungen auf:

Krieg, Leid und Angst – Ausdruck globaler Erschöpfung und Sorge.

Zerstörung und Trümmer – sinnbildlich für zerbrochene Verhältnisse, auch zwischen Menschen.

Flucht und Vertreibung – eine zentrale humanitäre Realität unserer Zeit.

Technologischer Krieg – etwa durch Drohnen, die Entmenschlichung im Konflikt sichtbar machend.

Machtmissbrauch und Selbstgerechtigkeit – mit Blick auf die Leidtragenden.

Zwischen den Strophen kehrt immer wieder der Refrain ein – wie ein kollektives Innehalten, ein Aufatmen:

Komm, Frieden, lass dich wecken
Hilf uns heraus aus Krieg und Leid
Beende allen Streit

Das Lied bleibt nicht bei der Klage stehen. Es lädt ein, Hoffnung zu säen, Veränderung zu wagen und dem Gott der Versöhnung zu vertrauen.

Das Lied endet nicht in Resignation. Es will nicht nur klagen – sondern ermutigen: Hoffnung säen, auf Veränderung setzen, auf den Gott der Versöhnung vertrauen.

Ein geistlicher Impuls

Der Liedtext ist theologisch geprägt, ohne belehrend zu sein. Die Hoffnung auf Frieden wird nicht als bloße Sehnsucht formuliert, sondern als konkreter Auftrag: durch Gebet, Handeln, Vergebung, Zuhören. Es ist ein Lied, das berührt – und bewegt.

Material und Begleitangebote

Da das Lied auf einer öffentlichen Melodie basiert, sind passende Notenformate weit verbreitet. Ein Gitarrenarrangement in D-Dur findet sich beispielsweise auf Plattformen wie SheetMusicPlus oder MuseScore. Den Liedtext finden Sie hier zum download genau wie die MP3-Aufnahme zum Reinhören und Üben

Das Video zum Lied Komm Frieden lass dich wecken von Eugen Eckert finden Sie auf Youtube.

Der Autor: Eugen Eckert

Eugen Eckert, geboren 1954 in Frankfurt, ist evangelischer Pfarrer, Sozialpädagoge und einer der wichtigsten Liedermacher des Neuen Geistlichen Liedes im deutschsprachigen Raum. Er hat über 1.000 Liedtexte verfasst, viele davon mit der Band Habakuk eingespielt. Seine Texte sind geprägt von Tiefe, gesellschaftlicher Verantwortung und spiritueller Offenheit.

Mit „Komm, Frieden, lass dich wecken“ gelingt ihm eine berührende Verbindung von biblischer Vision, gesellschaftlichem Realismus und musikalischer Zugänglichkeit.

Warum dieses Lied – und warum jetzt?

Weil es Zeit ist.
Weil unsere Welt Stimmen braucht, die den Frieden wachrufen.
Weil Musik dort verbindet, wo Worte oft trennen.
Weil Singen gegen das Verstummen hilft.

„Komm, Frieden, lass dich wecken“ – dieses Lied ist Einladung, Ausdruck, Klage und Vision zugleich. Machen Sie es zum Teil Ihrer FriedensDekade 2025.

Jetzt mitmachen und den Frieden wecken!

Die FriedensDekade lebt vom Mitmachen. Sie wird getragen von engagierten Menschen, Gruppen und Gemeinden. Werden auch Sie Teil davon!

Materialien entdecken → www.friedensdekade.de/shop

Egal ob Friedenslied, Gebetsabend, Banneraktion, Podcast oder Straßentheater – jede Aktion zählt. Zeigen Sie Haltung, geben Sie Hoffnung weiter, setzen Sie ein Zeichen für Verständigung und Gewaltfreiheit. Gerade in unruhigen Zeiten braucht es Menschen, die mutig und kreativ aufstehen.

Starten Sie am besten gleich – mit Musik!

Unsere erste Mitmach-Empfehlung richtet sich an Chöre und Musikgruppen: Singen Sie Komm, Frieden, lass dich wecken in Ihren Gemeinden, bei Konzerten oder öffentlichen Aktionen. Das Lied eignet sich ideal für gemeinsames Singen – kraftvoll, eingängig und hoffnungsvoll. Friedensarbeit beginnt mit einem Lied. Lassen Sie es laut werden. Machen Sie mit – und helfen Sie, den Frieden zu wecken. Alle Mitmachtipp zur FriedensDekade finden Sie im nachstehenden Artikel: 

Mitmachen bei der FriedensDekade 2025 – „Komm den Frieden wecken“

 

In der Begegnung den Frieden wecken – Ein Impuls von Norina Welteke

Ein Impulstext zum Jahresmotto der Ökumenischen FriedensDekade in 2025

Komm den Frieden wecken.

Was bedeutet das in einem Land, das vom Konflikt gezeichnet ist?
Für Norina Welteke bedeutet es: zuhören, vergeben, lieben – auch wenn es schwer ist.
In ihrem Erfahrungsbericht von einer christlichen Studentenkonferenz in Israel zeigt sie eindrücklich, wie junge Menschen trotz aller Spannungen Räume für Versöhnung und Begegnung schaffen.

Ihre Arbeit vor Ort, ihre Forschung zu jungen arabischen Christ*innen und die Begegnungen auf der Konferenz machen deutlich:
Frieden beginnt im Kleinen – in Beziehungen, im Zuhören, im Aushalten von Ambivalenz.
Und im Vertrauen auf eine Liebe, die tiefer geht als politische Lager oder kulturelle Unterschiede.

In der Begegnung den Frieden wecken

Das Zelt ist gut gefüllt, die Bühne professionell ausgestattet. Gut 150 Studenten mit arabischem, jüdischem und internationalem Hintergrund stehen in den Plastikstuhlreihen und singen gemeinsam arabische, hebräische und englische Anbetungslieder. Ich bin bewegt von den tiefgründigen Liedtexten und angenehm überrascht von den schönen Melodien und neuen Rhythmen. Auch auf der Bühne sind alle drei Gruppen vertreten. Es wurde eine vollwertige Band zusammengestellt, am ersten Abend sogar mit Geige. Und so finde ich mich in die christliche Studentenkonferenz im Herzen Israels ein. In meinen Augen sieht genauso ein Teil dessen aus, wie Frieden geweckt werden kann: Inmitten eines seit Generationen andauernden, blutigen Konfliktes kommen junge Menschen zusammen, um das Verbindende zu suchen, und das ist der Glaube an den einen Gott, der Seinen eigenen Sohn gab, um uns Menschen Versöhnung zu stiften.

Jedes Jahr wird eine solche übergreifende Konferenz von FCSI (Fellowship of Christian Students in Israel), dem lokalen Ableger von IFES (International Fellowship of Evangelical Students), veranstaltet. Oder besser gesagt, FCSI bietet Rahmen und Unterstützung, organisiert und durchgeführt wird das Ganze überwiegend von den Studenten des Landes selbst. Ein ähnliches Event war gerade am Laufen, als der grausame Angriff auf Israel am 7. Oktober 2023 stattfand. Trotz des Krieges, der nachvollziehbar alle Gemüter erhitzt, wurde mir erzählt, dass auch im Jahr 2024 die Konferenz durchgeführt wurde. Und dieses Jahr bin ich das erste Mal selbst mit dabei gewesen.

Das Thema der diesjährigen Konferenz: Love Unveiled. Inmitten der anhaltend präsenten Spannungen und Spaltungen im Land haben wir uns tiefgehend damit auseinander gesetzt, was es praktisch bedeutet, dass wir einerseits von Gott bedingungslos geliebt sind, daraus andererseits die Verantwortung resultiert, unseren Nächsten zu lieben. Wie kann das in einem solchen Land aussehen? Wie kann die Nachricht des Evangeliums unsere Mitmenschen hier in Israel erreichen? Hauptsprecher der Konferenz war Michael Ots, Autor und Referent aus dem Vereinigten Königreich, der seit vielen Jahren zu Gesprächen rund um den christlichen Glauben insbesondere in den Universitäten einlädt.

Ein Gedanke, der bei mir hängengeblieben ist, dreht sich um Ärger und Vergebung. Denn Ärger kann eine Konsequenz von Liebe sein. Wenn mir etwas oder jemand wichtig ist und dieses Objekt wird beschädigt oder die Person wird verletzt, dann macht mich das sauer. Aufgrund meiner liebevollen Einstellung zu diesem Menschen oder der Sache empfinde ich Ärger im Falle negativer Einwirkung. Vergebung bedeutet nicht, dass der Schaden übersehen wird, um den Schädigenden anzunehmen, wie er ist. Stattdessen muss sich mit der Situation auseinandergesetzt werden. Der Akt des Vergebens drückt aus: Es ist nicht in Ordnung, was du gemacht hast, doch ich werde dich nicht dafür bezahlen lassen. Vergebung ist schmerzhaft und kostet.

Die Botschaft dieser Konferenz war eindeutig: Wir wecken den Frieden durch unsere Liebe zueinander. Und es wurde klar gemacht, dass es sich dabei nicht um eine Liebe handelt, die uns gut fühlen lässt und mich als das Objekt der mir zustehenden Liebe in den Mittelpunkt stellt. Liebe im Kontext des Krieges in und um Israel bedeutet, etwas zu finden, das uns stärker verbindet als all die Dinge, die uns trennen. Das ist Christi Liebe zu uns und unsere Liebe für Ihn als unseren Herrn. Das ist die Liebe des Retters, die in Seinem Tod und Seiner Auferstehung den Menschen mit dem Vater versöhnt hat, damit wir Zugang zur Versöhnung untereinander erhalten. Eine kostbare und teure Versöhnung. Diese Botschaft ist nicht neu, sie stammt aus genau dieser Region, in der ich momentan lebe und die so stark umkämpft ist. Doch sie fordert jeden Tag neu heraus.

Ich hatte mich im Vorhinein besonders darauf gefreut, meine neuen arabischen Freunde auf der Konferenz zu treffen, die ich zuvor für meine akademische Arbeit interviewt hatte. In meiner Forschung setze ich mich damit auseinander, welche Herausforderungen und Erfahrungen junge arabische Christen in Israel im Schatten des aktuellen Krieges erleben. Drei herausstechende Erkenntnisse möchte ich an dieser Stelle teilen.

Die Frage der Zugehörigkeit war für alle meine Interview-Partner ein zentrales und schwieriges Thema. Als winzige Minderheit in einem Konfliktland stellt sich die Suche nach Identität und Platz in der Welt ganz anders dar, als für Menschen wie mich, die ich behütet in Deutschland aufgewachsen bin. Zweitens nehmen alle diese Personen, die ich im Interview persönlich kennenlernen konnte, den Auftrag der Liebe und der Vergebung sehr ernst, was sie täglich vor Herausforderungen stellt. Sie wollen sich nicht zu extremen Positionen hinreißen lassen, wollen ihre Emotionen nicht dominieren lassen. Und das ist ein schwerer Auftrag für sie, der sie manchmal zur Verzweiflung bringt. Eine Freundin nahm mich auf der Konferenz beiseite und vertraute mir an, dass die Gemeinschaft an diesem Wochenende so fröhlich und freundlich aussieht, es für sie aber echt schwer sei, tatsächlich fröhlich zu sein. Das scheinbar unbeschwerte Beisammensein auf der Konferenz hatte bestimmt nicht nur für sie einen bitteren Beigeschmack.

Am letzten Tag der Konferenz brachte der Sprecher George Abdo, langjähriger Jugendleiter in der Local Baptist Church in Nazareth, die Botschaft des Wochenendes radikal auf den Punkt. Er zeigte ein Bild von einem gefallenen israelischen Soldaten, der Familie und Freunde hinterlässt. Dann blendete er das Bild eines jungen Mädchens aus Gaza ein, das nun kein Zuhause mehr hat. Er konfrontierte uns mit dem Verständnis, dass wir als Christen uns nicht aussuchen können, wen wir lieben und wen nicht. Unser Auftrag ist es, dass wir das Leid der unterschiedlichen Menschen unabhängig von Politik wahrnehmen.

Und das bringt mich zu meinem dritten Punkt bezüglich meiner Arbeit mit arabischen Christen: Einige von ihnen haben mir mitgeteilt, dass sie sich von den Christen in anderen Ländern nicht gesehen fühlen. Sie haben den Eindruck, dass die meisten Menschen, die sich für den Israelisch-Palästinensischen Konflikt interessieren, gar nicht von ihrer Existenz wissen. Sie fühlen sich unverstanden und häufig übergangen.

Eine schwerwiegende Lehre für mich aus meinen anderthalb Jahren in Israel zu Kriegszeiten ist, dass wir wieder neu lernen müssen, einander zuzuhören und uns gegenseitig als wertvolle Menschen wahrzunehmen. In meinem letzten Interview hat mir meine arabische Gesprächspartnerin gesagt, dass es sie gar nicht interessiert, woher ihre Freunde kommen, solange sie einen guten Charakter haben. Sie hat Freunde in der israelischen Armee und Freunde, die direkte Verbindungen zur Bevölkerung in Gaza haben. Aus Weisheit spricht sie nicht mit allen immer über Politik und aktuelle Entwicklungen. Doch der Krieg soll in ihren Augen nicht der Grund sein, dass ihre Freundschaften daran zugrunde gehen.

Den Frieden wecken bedeutet für mich Beziehungen bauen. Es bedeutet, dass ich meine Mitmenschen unterstützen möchte, ein sicheres Fundament in ihrem Leben zu finden, sodass sie in der Lage sind, andere Erfahrungen und Standpunkte wahrzunehmen, ohne sich davon persönlich angegriffen zu fühlen. Komm den Frieden wecken! Komm und nimm deine Möglichkeiten wahr, dich für Versöhnung einzusetzen. Wenn du Stabilität in deinem Leben gefunden hast, so hilf deinen Mitmenschen dies auch zu tun.

Zur Autorin

Norina Welteke ist 25 Jahre alt und lebt seit September 2023 in Jerusalem. Dort studiert sie nicht nur leidenschaftlich an der Hebräischen Universität Konfliktforschung, ihr gesamter Alltag in Israel ist ein einziges Studienfeld gefüllt mit außergewöhnlichen Abenteuern und besonderen Beziehungen, die ihr Verständnis von Krieg und Frieden immer wieder herausfordern. Sie arbeitet als Referentin im politischen Büro der Evangelischen Allianz in Deutschland, in dessen Rahmen sie ab September 2025 gemeinsam mit ihrer Kollegin Amelie Rick zum zweiten Mal eine online-Schreibwerkstatt zum Thema Frieden anbieten wird.


Wenn du diesen Weg mitgehen willst – im Gebet, im Schreiben, im Austausch – dann bist du herzlich eingeladen zur Online-Schreibwerkstatt „Frieden – Schreiben gegen die Ohnmacht und für das Miteinander“,
die Norina Welteke gemeinsam mit Amelie Rick im Herbst/Winter 2025 anbietet. Alle Infos findest du unter diesem Beitrag oder per Mail an norina.welteke@ead.de

Folge uns auf Instagram für weitere Impulse, Zitate & Aktionen rund um das Motto „Komm den Frieden wecken“. Unterstützende Materialien, Postkarten & Anregungen findest du außerdem in unserem Online-Shop.

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