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Schlagwort: Friedensbewegung.

DOROTHEE SÖLLE – MYSTIK UND WIDERSTAND

Biographie einer Friedenspionierin
Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“

„Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Militarismus.“

so formulierte es Dorothee Sölle (1929–2003) zugespitzt. Sie war eine Theologin, die nie glaubte, dass Glaube und Politik voneinander getrennt werden können.

In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Dorothee Sölle steht für eine Theologie der Einmischung, die Mystik und gesellschaftlichen Widerstand unlösbar miteinander verknüpft.

2026 diskutieren Europa und Deutschland erneut intensiv über Aufrüstung und Sicherheit. Sölles radikale Fragen fordern uns heraus: Was bedeutet Frieden, wenn gleichzeitig aufgerüstet wird? Und was bedeutet Glaube, wenn er keine Konsequenzen für unser Handeln hat?

Theologie der Einmischung und Politisches Nachtgebet

Dorothee Sölle (1929–2003) war eine Theologin, für die Glaube und Politik untrennbar zusammengehörten. Nach ihrer Promotion beschäftigte sie sich intensiv damit, wie nach Auschwitz noch von Gott gesprochen werden kann – ein reiner Innenglaube reichte ihr nicht. 1968 begründete sie in Köln das „Politische Nachtgebet“ mit, in dem sich biblische Texte und Analysen zu Vietnamkrieg, Armut und sozialer Ungerechtigkeit verbanden.

Stimme der Friedensbewegung

Sölle wurde zu einer prägenden Stimme der Friedensbewegung. Am 10. Oktober 1981 sprach sie bei der großen Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten gegen die NATO-Nachrüstung (unter dem Titel ihrer Rede: „Wenn ein Fluss umkippt“). Wegen ihrer klaren Haltung blieb ihr eine Professur in Deutschland lange verwehrt; sie lehrte stattdessen von 1975 bis 1987 in New York.

Mystik und Widerstand

Bis zu ihrem Tod 2003 verband Sölle politische Radikalität mit tiefer Frömmigkeit. Mystik bedeutete für sie nie die Flucht aus der Welt, sondern die Erkenntnis, was Menschen einander schuldig sind: „Aufrüstung tötet auch ohne Krieg“ war ihr Mahnruf gegen ein System, das Sicherheit auf Kosten von Menschenleben und sozialer Gerechtigkeit baut.

 


Couragiert widerständig, wie Dorothee Sölle.
Für einen Glauben, der sich einmischt, und für den Mut, Frieden nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen.


 

Fragen zur Reflexion

Dorothee Sölle verband ihren Glauben mit politischem Handeln. Wo erleben Sie heute eine Situation, in der Schweigen nicht ausreicht?

Sölle stellte die Frage, wie viel Sicherheit durch Aufrüstung tatsächlich entsteht. Welche Fragen sollten wir stellen, wenn heute über Sicherheit und Frieden gesprochen wird?

Für Dorothee Sölle gehörten Mystik und Widerstand zusammen. Was könnte es für Sie bedeuten, Spiritualität und gesellschaftliches Engagement miteinander zu verbinden?

Gebet

Gott des Friedens, gib uns den Mut, unsere Stimme zu erheben, wenn Menschen leiden.
Lass uns nicht vergessen, dass Frieden immer auch mit unserem eigenen Handeln beginnt.
Stärke uns, dem Leben zu dienen.
Amen.

 

Zum Weiterlesen und Quellen:

  • Dorothee Sölle: „Stellvertretung“ (1965)
  • Dorothee Sölle: „Aufrüstung tötet auch ohne Krieg“ (1982)
  • Renate Wind: „Dorothee Sölle. Rebellin und Mystikerin“ (2008)

Häufig gestellte Fragen

Wer war Dorothee Sölle?
Dorothee Sölle war eine deutsche evangelische Theologin und Mystikerin, die mit ihrer „Theologie der Einmischung“ Christentum und politischen Widerstand eng miteinander verband.

Warum stand sie für „couragierten Widerstand“?
Sie engagierte sich zeitlebens unerschrocken gegen den Vietnamkrieg, Atomwaffen und die Logik des Kalten Krieges, da Aufrüstung für sie bereits eine Form von Gewalt darstellte.

Was bewirkte das Politische Nachtgebet?
Das 1968 von ihr mitbegründete Format in Köln verknüpfte erstmals Bibeltexte mit knallharten gesellschaftskritischen Analysen zu Armut und Krieg, um Gläubige zum Handeln zu mobilisieren.

Wo kann ich die Langversionen und Porträts erhalten?
Das vollständige biografische Porträt sowie vertiefende Materialien finden Sie im neuen Mitgliederbereich sowie im Rahmen der ökumenischen FriedensDekade.

MALALA YOUSAFZAI – BILDUNG ALS STÄRKSTE WAFFE GEGEN GEWALT

Biographie einer Friedenspionierin

Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“

„Ein Kind, eine Lehrkraft, ein Stift und ein Buch können die Welt verändern.“

sagte Malala Yousafzai (Pakistan/Großbritannien, geboren 1997). Und doch schienen Kugeln diese Stimme für immer zum Schweigen bringen zu wollen, als ein Taliban-Kämpfer 2012 auf ihren Schulbus schoss. Diese Verbindung aus tödlicher Bedrohung und unerschütterlicher Bildungshoffnung machte sie zur jüngsten Friedensnobelpreisträgerin der Geschichte.

In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Malala steht für eine Generation, die sich gegen die Zerstörung von Zukunftschancen und religiösen Fanatismus aufbegehrt.

2026 erleben wir erneut eine Welt, in der Bildungschancen durch Kriege und Krisen weltweit bedroht sind. Während Schulen zerstört werden und Millionen Kinder keinen Zugang zu Unterricht haben, lautet die gesellschaftliche Antwort oft nur auf Aufrüstung und militärische Sicherheit. Malala würde heute dieselben Fragen stellen: Was ist eine Sicherheit wert, die Kindern die Zukunft nimmt?

 

Wenn das Recht auf Bildung zur Lebensgefahr wird

Malala wuchs im pakistanischen Swat-Tal auf, wo ihr Vater eine Mädchenschule leitete. Als ab 2007 die Taliban an Einfluss gewannen und Mädchen den Schulbesuch verboten, begann die elffähre Malala unter einem Pseudonym für die BBC zu bloggen. Sie schrieb über die Angst, aber vor allem über den unstillbaren Hunger nach Wissen.

Aus persönlichem Widerstand wurde eine globale Mission: Der Kampf für das Recht aller Kinder auf Bildung. Die wachsende Bekanntheit machte sie zur Zielscheibe – am 9. Oktober 2012 verübten die Taliban das Attentat auf sie. Doch sie überlebte und antwortete auf Gewalt nicht mit Rache, sondern mit Büchern und Stiften.

Der Malala Fund und weltweite Solidarität

Nach ihrer Genesung in Großbritannien hielt sie 2013 eine historische Rede vor den Vereinten Nationen. Zusammen mit ihrem Vater gründete sie den Malala Fund, der sich weltweit für zwölf Jahre kostenlose, sichere und hochwertige Bildung für Mädchen einsetzt. Malala verbindet ihren muslimischen Glauben mit dem universellen Einsatz für Menschenrechte und Frieden.

Innere Quellen des Widerstands

Malala zeigt, dass Mut keine Frage des Alters ist, sondern eine Haltung des Gewissens. Sie reist in Flüchtlingslager, in Krisenregionen und zu Mädchen, die unter Unterdrückung leiden. Sie gibt denen eine Stimme, die sonst überhört werden.

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Was Malala uns heute sagt

  • Bildung ist Friedensarbeit: Wer Kindern Wissen verweigert, nimmt ihnen die Zukunft und bereitet den Nährboden für Gewalt.
  • Die Stimme erheben: Malala zeigt, dass auch scheinbar machtlose junge Menschen totalitäre Systeme herausfordern können.
  • Gewaltfrei antworten: Ihre Stärke liegt im Geist, im Buch und im Stift – nicht in Waffen.

Couragiert widerständig, wie Malala Yousafzai.

Für eine Welt, in der jedes Kind lernen kann und Bildung stärker ist als die Angst vor Gewalt.


Fragen zur Reflexion:

Malala hat ihre Stimme erhoben, obwohl dies lebensgefährlich war. Wo könnten Sie heute Ihre Stimme für einen anderen Menschen einsetzen?

Für Malala ist Bildung eine zentrale Voraussetzung für Freiheit und Frieden. Welche Möglichkeiten eröffnet Bildung, die wir im Alltag oft als selbstverständlich ansehen?

Malala spricht aus ihrem Glauben heraus und verbindet ihn mit universellen Werten. Wo können gemeinsame Überzeugungen Menschen über Grenzen hinweg verbinden?

 

Gebet

Gott des Friedens,
schenke allen Kindern die Möglichkeit zu lernen und ihren eigenen Weg zu gehen.
Gib uns den Mut, dort unsere Stimme zu erheben, wo Bildung und Freiheit bedroht werden.
Lass uns Frieden mit Wissen, Zusammenhalt und Menschlichkeit bauen.
Amen.

Zum Weiterlesen

  • Malala Yousafzai: „Ich bin Malala“ (2013)
  • Malala Yousafzai: „Wir sind Vertriebene“ (2019)
  • Malala Fund: www.malala.org

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer ist Malala Yousafzai?

Malala Yousafzai (geboren 1997) ist eine pakistanische Aktivistin für das Recht auf Bildung und die jüngste Trägerin des Friedensnobelpreises der Geschichte.

Warum steht Malala für „couragierten Widerstand“?

Weil sie sich trotz massiver Morddrohungen und eines überlebten Attentats durch die Taliban niemals zum Schweigen hat bringen lassen und konsequent für die Rechte von Mädchen kämpft.

Wo finde ich weitere Biografien der Reihe?

Alle Porträts unserer biographischen Reihe zu den Pionierinnen mutiger Widerständigkeit sind direkt auf unserer Übersichtsseite für Sie zusammengestellt.

Bärbel Bohley – DIE KUNST DER UNGEHORSAMKEIT

Biographie einer Friedenspionierin

Zum Jahresmotto 2026 der Ökumenischen FriedensDekade: „couragiert widerständig“

„Alle diese Untersuchungen, die gründliche Erforschung der Stasi-Strukturen, der Methoden, mit denen sie gearbeitet haben und immer noch arbeiten, all das wird in die falschen Hände geraten. Man wird diese Strukturen genauestens untersuchen, um sie dann zu übernehmen.“

— Bärbel Bohley, 1991

Bärbel Bohley (Berlin, 1945–2010) war Malerin. Sie lebte in Ost-Berlin, arbeitete in ihrem Atelier und bewegte sich in der unabhängigen Kunstszene. Doch sie wollte nicht nur malen. Die Frage nach Krieg und Frieden ließ sie nicht los. In der DDR wuchs die Militarisierung, und es wurde immer schwieriger, öffentlich zu widersprechen. Bohley tat es trotzdem.

Foto: Bundesarchiv, Bild 183-1990-1104-006 / Thomas Lehmann / CC-BY-SA 3.0

Frauen für den Frieden

1982 gründet Bärbel Bohley gemeinsam mit anderen Frauen die Gruppe „Frauen für den Frieden“. Der Anlass ist ein neues Wehrdienstgesetz, das Frauen im Verteidigungsfall zum Militärdienst verpflichten soll. Am 12. Oktober 1982 übergeben 150 Frauen eine Eingabe an Erich Honecker. Sie fordern eine öffentliche Diskussion und stellen sich gegen die Militarisierung.

Die Evangelische Kirche bietet dafür Räume. Hier treffen sich Friedensgruppen, hier finden Friedensgebete statt. Unabhängige politische Gruppen sind in der DDR nicht erlaubt; wer sich außerhalb staatlich kontrollierter Organisationen organisiert, muss mit Überwachung rechnen. Das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) erfasst die Gruppe im Operativen Vorgang „Wespen“.

Ende 1983 schlägt die Staatssicherheit zu. Bärbel Bohley wird gemeinsam mit Ulrike Poppe vom 12. Dezember 1983 bis zum 24. Januar 1984 in Untersuchungshaft gehalten. Vorwurf: „Verdacht auf landesverräterische Nachrichtenübermittlung“. Nach internationalen Protesten werden sie freigelassen. Die Folgen bleiben: Ausreiseverbot, Ausstellungsboykott, Ausschluss aus dem Verband Bildender Künstler.

Über die Haftanstalt Hohenschönhausen schrieb sie später:

„Das Personal, ja selbst das Mobiliar war absurd. Alles war bieder, primitiv und simpel, dabei wollten sie doch das ‚Schild und Schwert der Partei‘ sein.“

Frieden braucht Freiheit

Die Frauen für den Frieden sprechen nicht nur über Waffen. Sie sprechen über Wehrunterricht, über Militarisierung, über die Möglichkeit, Nein zu sagen, und über Menschenrechte. Damit verändert sich auch ihr Friedensbegriff: Frieden bedeutet nicht nur, dass keine Waffen eingesetzt werden. Frieden braucht Freiheit. Frieden braucht Menschen, die ihre Meinung sagen können.

1985 gehört Bärbel Bohley zu den Mitbegründerinnen der „Initiative Frieden und Menschenrechte“, die bewusst außerhalb der Kirche agiert. 1988 wird sie erneut verhaftet und genötigt, die DDR zu verlassen. Sie geht nach England, behält ihren DDR-Pass und kehrt im August 1988 zurück. Sie hätte bleiben können. Sie kehrt trotzdem zurück, weil sie will, dass sich dort etwas verändert, wo sie lebt.

1989 und danach

Im September 1989 entsteht in Grünheide der Gründungsaufruf des Neuen Forums: „Aufbruch 89“. Am 4. November spricht Bärbel Bohley vor mehr als einer halben Million Menschen auf dem Berliner Alexanderplatz. Am 9. November fällt die Mauer.

Bärbel Bohley möchte eine demokratische DDR. Bei der ersten freien Volkskammerwahl im März 1990 erhält das Bündnis 90 2,9 Prozent der Stimmen. Bohleys Vorstellungen setzen sich nicht durch. Aber die Menschen können nun selbst entscheiden. Genau dafür hatte sie gearbeitet.

1990 beteiligt sie sich an der Besetzung der Berliner Stasi-Zentrale und setzt sich für die Zugänglichkeit der Unterlagen ein. Ein Satz von ihr wird später berühmt:

„Wir wollten Gerechtigkeit und bekamen den Rechtsstaat.“

Die genaue Überlieferung ist komplizierter; Bohley sprach über die Spannung zwischen dem Wunsch nach Gerechtigkeit und den Grenzen des Rechtsstaats. Aber die Frage dahinter bleibt: Was bedeutet Gerechtigkeit nach einer Diktatur?

In unserem neuen Mitgliederbereich erhalten Sie die Langversion dieser Episode als PDF zum Download

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Was Bärbel Bohley uns heute sagt

Die Evangelische Kirche in der DDR war nicht nur Ort des Glaubens. Sie war ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen konnten. Sie hielt Räume offen, wo Unterdrückung sie schließen wollte. Bärbel Bohley hat diese Räume genutzt, sie größer gemacht und andere Menschen ermutigt, ihre Stimme zu finden.

Frieden braucht Menschen, die widersprechen können. Frieden braucht Freiheit. Und Frieden braucht den Mut, beides gemeinsam zu verteidigen – couragiert widerständig, wie Bärbel Bohley. Für eine Welt, in der Menschen nicht schweigen müssen, um sicher zu sein.

couragiert widerständig, wie Bärbel Bohley. Für eine Welt, in der Menschen nicht schweigen müssen, um sicher zu sein.

 

Fragen zur Reflexion

  1. Widerspruch wagen: Bärbel Bohley begann mit anderen Frauen, sich gegen Militarisierung und für Frieden einzusetzen. Wo erleben Sie heute Situationen, in denen Widerspruch notwendig wäre?

  2. Schutzräume öffnen: Die Evangelische Kirche bot Friedensgruppen in der DDR Räume für Austausch und gemeinsames Handeln. Welche Räume brauchen Menschen heute, um gemeinsam für Frieden einzutreten?

  3. Unbequem bleiben: Bohley blieb auch nach 1989 unbequem und hielt an Fragen fest, die keine mehrheitsfähige Antwort fanden. Was bedeutet es für Sie, couragiert widerständig zu sein, wenn die eigene Haltung nicht mehrheitsfähig ist?

 

Gebet

Gott des Friedens,

gib uns Mut, wenn Schweigen einfacher wäre,

und stärke uns, wenn Widerstand schwerfällt.

Lass uns Menschen finden, mit denen wir gemeinsam für Frieden eintreten können,

und Räume, in denen das möglich wird.

Amen.

 

 

Quellen und zum Weiterlesen

Häufig gestellte Fragen

Wer ist Bärbel Bohley?

Bärbel Bohley (1945–2010) war eine ostdeutsche Bürgerrechtlerin, Malerin und Mitbegründerin der Gruppe „Frauen für den Frieden“ sowie des „Neuen Forums“. Sie setzte sich in der DDR unerschrocken gegen die staatliche Militarisierung ein und gilt als eine der prägenden Stimmen der Friedens- und Demokratiebewegung von 1989.

Warum war Bärbel Bohley „couragiert widerständig“?

Weil sie sich weigerte, sich den Repressionen des SED-Regimes anzupassen. Trotz Verhaftungen, Berufsverboten und der Ausbürgerung auf Zeit blieb sie unbequem, stellte staatliche Strukturen infrage und kämpfte unermüdlich für Freiheit, Gerechtigkeit und Demokratie.

Was ist die Initiative „Frauen für den Frieden“?

„Frauen für den Frieden“ war eine unabhängige ostdeutsche Friedensbewegung, die sich 1982 aus Protest gegen ein neues Wehrdienstgesetz gründete, das auch Frauen zum Militärdienst verpflichten sollte.

Wo kann ich das Buch und die Langversionen erhalten?

Die vollständige Geschichte dieses Mutes und alle Porträts der Ausstellung finden Sie im gedruckten Buch „Frauen des Friedens“. Die vertiefenden Langversionen der Episoden stehen exklusiv im Mitgliederbereich der Ökumenischen FriedensDekade als PDF zum Download bereit. Sowohl das Buch als auch die Materialien zur Ausstellung können direkt über den Shop der FriedensDekade erworben werden.

 

Neue Ausstellung der Ökumenischen FriedensDekade: „Frauen des Friedens“ geht nach erfolgreicher Startphase in Produktion

Bonn/Berlin, 19.08.2026 – Die Ökumenische FriedensDekade veröffentlicht im Vorfeld der diesjährigen FriedensDekade das neue dezentrale Ausstellungs-Set „Frauen des Friedens“. Bereits am ersten Tag nach der Ankündigung wurde das gesteckte Mindestziel an Vorbestellungen erreicht. Damit steht fest: Das Projekt wird realisiert und im Herbst bundesweit an zahlreichen Orten zu sehen sein.

Seit über 45 Jahren steht die Ökumenische FriedensDekade für Gerechtigkeit, gerechten Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Angesichts der weltweiten Herausforderungen setzt die neue Plakatreihe ein Zeichen für ziviles Engagement und stellt das Wirken herausragender Friedensstifterinnen in den Mittelpunkt.

„Dass bereits innerhalb von zehn Stunden genügend Vorbestellungen eingegangen sind, zeigt das große Interesse in den Gemeinden an konkreten Beispielen für gewaltfreien Widerstand“, erläutert Lars Blume, Initiator des Ausstellungs-Konzepts. „Durch den frühen Rücklauf können wir direkt in die finale Gestaltung und redaktionelle Ausarbeitung einsteigen.“

15 Plakattafeln mit multimedialem Zugang

Die zeitlos angelegte Ausstellung porträtiert auf 15 Tafeln zwölf prägende Persönlichkeiten aus verschiedenen Epochen und Kontinenten; darunter Bertha von Suttner, Sophie Scholl, Wangari Maathai, Malala Yousafzai und Leymah Gbowee.

Um den Aufwand vor Ort gering zu halten, setzt das Projekt auf eine digitale Drucklizenz: Ausstellende laden die Vorlagen herunter und lassen sie direkt vor Ort drucken. Ergänzt werden die visuellen Porträts (Gestaltung: Karla Ritter) durch Kurzvideos (Reels) via QR-Code, eine pädagogische Handreichung sowie eine Vorlage zur Einbindung regionaler Friedensstifterinnen aus der eigenen Gemeindegeschichte.

Der vergünstigte Presale-Preis von 42,00 Euro für die digitale Drucklizenz gilt auf friedensdekade.de/shop weiterhin bis zum 6. September 2026 (danach 49,00 Euro).

Spende ermöglicht Freilizenzen und Druckkostenzuschüsse 

Zusätzlich erhielt das Projekt eine Großspende. Diese Mittel werden gezielt eingesetzt, um finanziell schwächer aufgestellten Einrichtungen, Schulen, Jugendgruppen oder kleinen Gemeinden die Nutzung der Ausstellung zu ermöglichen. Interessierte Gruppen können sich ab sofort um eine geförderte Freilizenz oder einen Druckkostenzuschuss bewerben.

Interessierte Kirchengemeinden, Schulen und Initiativen finden alle Informationen sowie die Möglichkeit zur Bestellung unter: www.friedensdekade.de

Pressebild-Hinweis: Ein hochauflösendes Entwurfs- und Visualisierungsfoto der Ausstellung zur redaktionellen Nutzung steht unter www.friedensdekade.de/downloads zum Download bereit. Bildnachweis: Ökumenische FriedensDekade / KI-Visualisierung

 

Über die Ökumenische FriedensDekade Die Ökumenische FriedensDekade ist eine bundesweite Aktionszeit der Kirchen und Friedensinitiativen. Sie findet jedes Jahr in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag im November statt und bringt seit 1980 Menschen unterschiedlicher Konfessionen im gemeinsamen Friedens-Engagement zusammen. Kirchengemeinden, Initiativen und Gruppen laden in dieser Zeit zu Gottesdiensten, Friedensgebeten, Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen ein.

 

Pressekontakt:
Jan Gildemeister
Vorsitz Ökumenische FriedensDekade e.V./ AGDF
E-Mail: jan.gildemeister@friedensdekade.de
Tel.: 0228 / 24 999 -13

Friedenspolitische Einordnung | Teil 5: Zwischen Aufrüstung und Aufklärung

Wenn Sicherheitspolitik sich verschiebt

Von Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der AGDF (redaktionell aufbereitet für die FriedensDekade)

 

In Deutschland erleben wir auf verschiedenen Ebenen eine schleichende Militarisierung. Zuletzt stellte der Bundesinnenminister neue Planungen für den Bevölkerungsschutz vor – mit deutlichem Vorrang auf Maßnahmen im Kriegsfall. Die Auswirkungen betreffen letztlich alle, nicht zuletzt durch die entsprechende Priorisierung im Bundeshaushalt.

 

Die Eckwerte der Bundesregierung sehen beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung weitere Kürzungen von mindestens sechs Prozent vor. Betroffen sein dürften unter anderem der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts und vermutlich auch der Zivile Friedensdienst – während für die Bundeswehr erheblich mehr Mittel vorgesehen sind.

 

Politisch wird das als Sachzwang dargestellt: Die weltweiten Krisen und Kriege bedrohten unsere Sicherheit, weshalb militärischer Schutz notwendig sei. Von Russland geht eine reale militärische Bedrohung für europäische NATO-Mitgliedsstaaten aus, für die Europa auch ohne den Beistand der USA gewappnet sein müsse. Das ist nicht von der Hand zu weisen.

 

Gleichzeitig bleibt es schwierig, diese Art einer Zeitenwende zu hinterfragen und überzeugende Alternativen aufzuzeigen. Wer den Umfang militärischer Verteidigungsfähigkeit zur Debatte stellt, braucht Friedensgeschichten, die auf die aktuelle Lage wirklich antworten, das wird eines der zentralen Themen der AGDF-Fachwerkstatt Friedensbotschaften im Februar 2027 sein.

 

So bleibt in einem erheblichen Teil der Bevölkerung eine latente Unzufriedenheit mit der Sicherheitspolitik und viel Verunsicherung. Protest lässt sich kaum organisieren – am ehesten noch durch Kreise, mit denen wir keine gemeinsame Sache machen wollen.

 

Was bleibt, ist eine Aufgabe, die wichtiger geworden ist als seit langem: eine längerfristig angelegte Aufklärungs- und Friedensbildungsarbeit. Sie braucht langen Atem – und sie lohnt ihn.

 


Serie „Friedenspolitische Einordnung“: In dieser monatlichen Reihe ordnet Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der AGDF, aktuelle Entwicklungen aus friedenspolitischer Perspektive ein. Der Text basiert auf seinem Editorial im monatlichen AGDF-Newsletter.

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