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Schlagwort: Friedensarbeit

80 Jahre Tag der Befreiung – Hitler kaputt? – Ein Impuls von Peter Herrfurth

Ein Impulstext zum Jahresmotto der Ökumenischen FriedensDekade in 2025

Erinnern heißt Widerstehen – 80 Jahre nach der Befreiung

Am 8. Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Ein Tag der Befreiung – und doch ist die Frage bedrückend aktuell: Hitler kaputt? Landesjugendpfarrer Peter Herrfurth erinnert in seinem Impuls an die Sehnsucht nach Frieden, die mit dem Ende der NS-Herrschaft verbunden war – und mahnt eindringlich, wie lebendig rechtsextremes Gedankengut heute wieder ist. Wer Frieden will, muss sich erinnern. Und Haltung zeigen.

80 Jahre Tag der Befreiung – Hitler kaputt?

Ein Impuls von Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg, zuerst erschienen auf MDR Sachsen-Anhalt.

Am 8. Mai 1945 rollen Panzer durch die Straßen. Aber sie haben aufgehört zu schießen. Der Panzergrenadier sitzt auf seinem Verdeck und winkt den verschreckt schauenden Frauen und Kindern am Straßenrand zu: „Hitler kaputt!“ Er lacht und zieht an seiner Zigarette.

Hitler kaputt?

Man hat seine Leiche gefunden.  Er hatte sich wenige Tage vor Kriegsende mit seiner Frau das Leben genommen. Aus Angst, für seine Verbrechen nun zur Rechenschaft gezogen zu werden. 80 Jahre ist das her. Nur wenige, die sich noch erinnern können. Aber die Angst vor einem Krieg ist längst wieder da. Weil Herrschende sich von Größenwahn, Rohstoffneid und Machtgier leiten lassen – und viele das nicht sehen wollen und es verhindern.

Es gibt kaum noch Menschen, die sich an die Bombennächte erinnern, an die Toten, an die Zerstörungen. An das unsägliche Leid. An 50 Millionen Kriegstote.

Eine des letzten deutschen Kriegsruinen war die Dresdner Frauenkirche.  Heute ist alles wieder schick. Die Toten vergessen, die Ruinen beseitigt.

Hitler kaputt? Im Bundestag sitzen Abgeordnete, die das bewusst vergessen wollen – die ihn heimlich, manche sogar offen verehren. Der Grenadier damals hat sich wohl leider geirrt. Hitler ist nicht kaputt. Er ist wieder da.

„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ sagt die Bibel.

Wenn wir Frieden stiften wollen, dann müssen wir uns hüten vor Hitler und vor denen, die ihm nachmarschieren mit ihren Gedanken und Sprüchen. Sonst geht die ganze Welt kaputt.


Frieden braucht Erinnerung – und den Mut zur Verständigung

80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zeigt sich: Erinnern ist kein Akt der Vergangenheit, sondern eine Aufgabe für heute. Friedensarbeit beginnt dort, wo wir uns dem Vergessen entgegenstellen – und all jenen entgegentreten, die Hitler wieder salonfähig machen wollen.


Die FriedensDekade 2025 steht unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ – als Einladung, Geschichte nicht zu verdrängen, sondern aus ihr zu handeln.

Zeigen Sie Haltung – mit Materialien, Ideen und Aktionen aus unserem Shop und auf Instagram. Gemeinsam setzen wir Zeichen: für Erinnerung, für Verständigung, für Frieden.

Wehrdienst oder Kriegsdienstverweigerung? – Neue EAK-Broschüre hilft jungen Menschen, ihren Weg zum Frieden zu finden

„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“

So steht es in Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes – ein Satz, der in Zeiten wachsender internationaler Spannungen, sicherheitspolitischer Neuausrichtungen und der Debatte um eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht neue Brisanz gewinnt.

Junge Menschen in Deutschland stehen wieder vermehrt vor der Frage: Bin ich bereit, im Ernstfall zur Waffe zu greifen – oder wähle ich den Weg der Kriegsdienstverweigerung (KDV)? Was bedeutet überhaupt Verantwortung für den Frieden – persönlich, politisch und spirituell?

Antworten und Orientierung bietet die neu erschienene Broschüre „Wehrdienst oder Kriegsdienstverweigerung? Finde DEINEN Weg!“, die von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) herausgegeben wurde und auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2025 in Hannover Premiere hatte.

Die Publikation richtet sich insbesondere an junge Menschen, die sich in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage mit ihrer eigenen Haltung zu Militär, Frieden und Gesellschaft auseinandersetzen wollen oder müssen.

Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf, Mitautorin der Broschüre und engagiert im Gesprächsforum der ökumenischen FriedensDekade, unterstreicht: „Der Weg zur Kriegsdienstverweigerung ist ein tief persönlicher und ethisch entscheidender. Es geht darum, auf das eigene Gewissen zu hören und sich bewusst zu machen, wie man für den Frieden einstehen kann.“

Ein Grundrecht mit Zukunft?

In der politischen Diskussion wird die Wehrpflicht derzeit wieder als sicherheitspolitisches Mittel erwogen – mit Blick auf die veränderte geopolitische Lage und einen „kriegsfähigeren Staat“. Damit rückt auch das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung verstärkt in den Fokus. Die neue Broschüre zeigt: Dieses Recht lebt vom informierten Gewissen – und der Bereitschaft junger Menschen, Verantwortung zu übernehmen.

Landesbischof Friedrich Kramer, Friedensbeauftragter des Rates der EKD, betont immer wieder die Bedeutung einer friedensethischen Orientierung. In öffentlichen Stellungnahmen verweist er auf die Verantwortung, die wir als Gesellschaft für Frieden und Verständigung tragen – insbesondere in einer Zeit wachsender Spannungen und der Debatte um die sogenannte „Kriegstüchtigkeit“ Deutschlands. Seine Perspektive macht deutlich: Fragen von Wehrdienst und Kriegsdienstverweigerung sind nicht nur juristische Entscheidungen, sondern betreffen das ethische Fundament unseres Zusammenlebens.

Impulse zum Nachdenken und Handeln

„Mein Weg“ liefert nicht nur rechtliche Grundlagen zur KDV, sondern bietet Reflexionsräume: Was ist das Gewissen? Was bedeuten Krieg und Frieden? Wie prägt mein Menschenbild meine Entscheidung? Interviews mit Wehrdienstleistenden und Kriegsdienstverweigerern sowie Erfahrungsberichte aus der KDV-Beratung geben authentische Einblicke.

Mit einem besonderen Blick auf die Rolle von Religion, Geschlechterrollen und friedensethisches Denken hilft die Broschüre, sich eine eigene, informierte Meinung zu bilden. Die Autor:innen Sabine Müller-Langsdorf und Gregor Rehm verbinden dabei juristisches Wissen mit Impulsen aus der kirchlichen Friedensarbeit.

FriedensDekade 2025: Komm den Frieden wecken

Gerade in diesem Jahr bekommt das Thema eine zusätzliche Dimension. Die ökumenische FriedensDekade steht 2025 unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“. Ein Aufruf, der nicht nur symbolisch gemeint ist, sondern junge Menschen konkret einlädt, sich mit Frieden und Gewaltfreiheit auseinanderzusetzen – auch in Abgrenzung zur Logik des Militärischen.

Sabine Müller-Langsdorf bringt es auf den Punkt: „Frieden beginnt, wo Menschen den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen – mit Gewissen, mit Haltung und mit Hoffnung.“

Dieses Motto schlägt eine Brücke zwischen Gewissensentscheidung und gesellschaftlicher Verantwortung. Kriegsdienstverweigerung wird hier nicht als Rückzug, sondern als aktiver Beitrag zu einer friedlicheren Welt verstanden.

Broschüre kostenlos online

Die Broschüre „Wehrdienst oder Kriegsdienstverweigerung? Finde DEINEN Weg!“ steht unter folgendem Link kostenlos zum Download bereit: https://www.eak-online.de/system/files/2025-04/kdv_friedensbroschuere_finde_deinen_weg.pdf

Ob für Schule, Gemeindegruppe oder individuelle Reflexion – sie ist ein starkes Werkzeug für alle, die ihre Haltung zum Frieden klären wollen.

FriedensDekade stärken – Komm den Frieden wecken!

Die ökumenische FriedensDekade lebt von Engagement, Beteiligung und Solidarität. Jede Stimme, jede Aktion und jede Spende trägt dazu bei, die Friedensbotschaft sichtbar und hörbar zu machen – in Kirchen, Schulen, auf Plätzen und in digitalen Räumen.

Unterstützen Sie die FriedensDekade aktiv: Starten Sie eigene Aktionen vor Ort – sei es ein Friedensgebet, eine Podiumsdiskussion, ein Workshop oder eine künstlerische Intervention. Lassen Sie uns von Ihren Aktionen wissen unter Kontakt@friedensdekade.de

Nutzen Sie die Materialien im Webshop der FriedensDekade – vom Plakat bis zur Postkarte, vom Themenheft bis zum Jugendimpuls. Alles hilft, das Motto „Komm den Frieden wecken“ weit zu tragen.

Mit einer Spende stärken Sie die inhaltliche Arbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Koordination – und setzen ein Zeichen für eine friedensfähige Gesellschaft.

Jetzt mehr erfahren und aktiv werden unter: www.friedensdekade.de

Frieden beginnt bei dir – und gemeinsam können wir ihn laut und kraftvoll wecken.

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