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Schlagwort: Friedensarbeit

Ihre Stimme zählt: Was die Umfrage zeigt und was wir daraus machen

Rückblick, Aufbruch und ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgedacht haben

Die Ergebnisse unserer großen Umfrage zum Ende der ökumenischen FriedensDekade 2025 liegen vor, und wir haben uns Zeit genommen, Ihre Rückmeldungen zu lesen. Nicht nur zu überfliegen, sondern zu verstehen: Was bewegt Sie? Was brauchen Sie für Ihre Friedensarbeit vor Ort? Und wo können wir besser werden? Heute möchten wir mit Ihnen teilen, was dabei herausgekommen ist und was wir bereits auf den Weg gebracht haben.

Das läuft gut

Ihr Feedback hat uns gutgetan. Es zeigt: Vieles von dem, was wir tun, kommt bei Ihnen an und hilft Ihnen in Ihrer Arbeit. Danke!

Die Website friedensdekade.de nutzen viele von Ihnen als erste Anlaufstelle, wenn es um Informationen, Materialien oder Termine geht. Schön zu hören, dass Sie sich dort gut zurechtfinden und schnell das finden, was Sie brauchen.

Der Friedensbrief (früher Newsletter) scheint den richtigen Ton zu treffen. Fast die Hälfte von Ihnen öffnet ihn regelmäßig. Für Newsletter-Verhältnisse ist das außergewöhnlich hoch und zeigt uns: Die Mischung aus Impulsen, Hintergründen und praktischen Hinweisen passt.

Materialheft, Gebetsleporello und „Schwerter zu Pflugscharen“ haben sich besonders bewährt. Diese Materialien sind aus Ihrer Arbeit vor Ort nicht mehr wegzudenken.

In den sozialen Medien, vor allem im November, konnten wir Menschen erreichen, die uns vorher nicht kannten. 60 Prozent der erreichten Personen waren noch keine Follower. Die Friedensbotschaft trägt weiter, als wir manchmal denken. Folgen Sie uns schon bei Instagram?

Was Sie sich wünschen

Natürlich haben Sie uns auch gesagt, wo wir nachlegen können. Das nehmen wir ernst, denn nur so können wir besser werden.

Jüngere Menschen erreichen
Mehr Material für Konfirmandenarbeit und Schulen, frischere Gottesdienst-Formate, die auch die erreichen, die sonst nicht kommen. Diese Wünsche haben uns mehrfach erreicht.

Praktische Hilfen für den Alltag
Konkrete Impulse für den Gemeindekaffee, Gesprächsleitfäden zu aktuellen gesellschaftlichen Themen, neue Werbemittel wie Rollups oder Mutmacherkarten, die im öffentlichen Raum Aufmerksamkeit schaffen.

Inhaltliche Tiefe
Gewaltfreier Widerstand, Zivilcourage, Schutz vor Ausgrenzung. Das Motto „couragiert widerständig“ soll richtig durchbuchstabiert werden, nicht nur als Schlagwort, sondern als Haltung.

Was wir bereits getan haben

Wir haben nicht nur zugehört, sondern auch angefangen. Alle Ihre Themen und Anregungen liegen bei unseren Arbeitskreisen auf dem Tisch und fließen direkt in die Materialerstellung für 2026 ein.

Der Friedensbrief ist da
Der Newsletter heißt jetzt Friedensbrief und kommt alle drei Wochen mit klarerem Fokus und mehr Tiefgang. Hier gehts zum Abo

Der FriedensKompass 2026
Sie haben sich mehr liturgische Inhalte fürs ganze Jahr gewünscht, nicht nur für die zehn Tage im November. Also haben wir 22 Einheiten für Friedensgebete entwickelt, die Sie durchs Jahr begleiten. Der FriedensKompass ist bereits verfügbar und bietet Ihnen den langen Atem, den Friedensarbeit braucht. Bestellen Sie den hier.

Serie „Frauen des Friedens“
Starke Biografien, die Mut machen und zum Nachdenken anregen, auch als ausführliche PDF-Version für Gruppen, Schulen und Gemeinden. Begonnen haben wir im Januar mit Bertha von Suttner und 11 weitere Frauen des Friedens werden folgen.

Serie „Friedenspolitische Einordnung“
Monatlich ordnet Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der AGDF, weltpolitische Ereignisse aus friedenspolitischer Perspektive ein. Von Völkerrechtsbrüchen über Aufrüstungsdebatten bis zu zivilgesellschaftlichen Alternativen.

Weitere Formate in Arbeit
Es kommt noch mehr. Wir bleiben dran. Veränderung braucht Zeit und nicht alles werden wir bereits zur Dekade 2026 erfolgreich umgesetzt haben. Seien Sie versichert, wir bleiben dran.

Machen Sie mit

Friedensarbeit funktioniert nur gemeinsam. Deshalb laden wir Sie ein, dabei zu sein.

Werden Sie aktiv
Sprechen Sie Ihre Gemeinde an, planen Sie etwas für die FriedensDekade vom 8. bis 18. November 2026. Jedes Friedensgebet, jede Andacht, jede kleine Aktion ist ein Zeichen.

Bestellen Sie das Abo-Gesamtpaket
Es kommt schon im Juni oder Juli 2026 zu Ihnen und gibt Ihnen Planungssicherheit. Hier

Bleiben Sie in Kontakt
Abonnieren Sie den Friedensbrief, folgen Sie uns auf Instagram, leiten Sie Infos weiter. Hier

Unterstützen Sie uns
Mit Spenden oder durch den Kauf von Materialien machen Sie es möglich, dass wir auch 2026 „couragiert widerständig“ sein können.

Gemeinsam machen wir Frieden sichtbar. Danke, dass Sie dabei sind.

Schreibwerkstatt 2026: Wenn Friedensgebete im Schnee entstehen

Wie bereits im Februar die liturgische Grundlage für die FriedensDekade im November gelegt wird

Die FriedensDekade wird Jahr für Jahr im November sichtbar, wenn bundesweit Friedensaktionen gefeiert werden. Doch die Arbeit dafür beginnt viel früher. Bereits jetzt, im Februar, wird die liturgische Basis für die zehn Tage vom 8. bis 18. November gelegt. In der Schreibwerkstatt entstehen die Texte, die später in Kirchen und Gemeindehäusern gebetet werden. Die Texte aus den vergangene Jahren sind als Friedenskompass 2026 für die unterjährige Friedensgebete bereits verfügbar. Parallel arbeiten andere Kreise am Materialheft, der Vorsitzende schreibt seinen Leitartikel, das Gewinnermotiv für 2026 steht fest. Die FriedensDekade ist längst in vollem Gang.

Ein Wochenende im verschneiten Norden 

von Wiltrud Rösch-Metzler (Redaktionsleitung ökumenische FriedensDekade) 

Rund ein Dutzend friedensbewegte Autorinnen und Autoren sind Ende Januar einer Einladung des Vereins der Ökumenischen FriedensDekade zu einer Schreibwerkstatt für Friedensgebete gefolgt. In den tief verschneiten, gastfreundlichen Evangelischen Gästehäusern Sandkrug in Hatten bei Oldenburg tauschten sie sich ein Wochenende lang zum Motto der diesjährigen Ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“ aus.

Im wunderschönen Ambiente verfassten sie Impulstexte und stellten die elf neuen Friedensgebete für die diesjährige bundesweite FriedensDekade zusammen. In der Regel werden diese in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag (in diesem Jahr vom 8. bis 18. November) in Kirchen und Gemeindehäusern gebetet.

Zum Ablauf des Wochenendes gehört auch eine kleine, zum Motto passende Exkursion, die in diesem Jahr aufgrund der Wetterlage umgeplant werden musste. Die Gruppe ließ sich für ihre Andachtstexte von einem Reisebericht über die Kairos-Palästina Konferenz im November 2025 in Bethlehem und die Situation in Bethlehem und den umliegenden Dörfern sowie vom Film „Das trojanische Pferd“ über den Widerstand gegen das Stuttgarter Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 inspirieren.

Friedensarbeit braucht viele Hände und einen langen Atem

Was in der Schreibwerkstatt entsteht, ist nur ein Teil eines größeren Ganzen. Während die einen an liturgischen Texten feilen, arbeiten andere am Materialheft, an pädagogischen Impulsen, an Grafiken und Plakaten. Der Vorsitzende schreibt seinen Leitartikel, das Redaktionsteam plant die kommenden Friedensbriefe, das Gewinnermotiv von Olaf Warburg ist bereits im Einsatz.

All das geschieht Monate vor dem November, damit Sie vor Ort gut vorbereitet sind, wenn die zehn Tage der FriedensDekade beginnen. Friedensarbeit braucht Zeit, Planung und Menschen, die sich einbringen. Die Schreibwerkstatt ist ein schönes Beispiel dafür, wie aus gemeinsamer Arbeit etwas entsteht, das trägt.

Nächstes Jahr wieder dabei sein?

Die Ökumenische FriedensDekade lädt auch im nächsten Jahr wieder zu einer Schreibwerkstatt ein. Wenn Sie Interesse haben, vorbeizukommen und mitzuschreiben, merken Sie sich den Termin schon jetzt vor.

Infos: friedensdekade@roesch-metzler.de

couragiert widerständig engagieren

Leitimpuls von Jan Gildemeister

Warum es 2026 Mut braucht und was wir füreinander tun können

Die Welt, in der wir leben, macht es einem nicht leicht, ruhig zu bleiben. Aufrüstung, Demokratieabbau, Klimakrise, wachsende Ungleichheit, es sind keine abstrakten Bedrohungen, sondern spürbare Realitäten, die viele Menschen lähmen. Und doch: Aufgeben ist keine Option. Jan Gildemeister, Vorstand der ökumenischen FriedensDekade, legt in seinem Leitimpuls zum Jahresmotto 2026 dar, warum es gerade jetzt Mut braucht  und was „couragiert widerständig“ konkret bedeutet.

Viele Entwicklungen in der Welt und auch in Deutschland lösen Ängste, Frust und Hoffnungslosigkeit aus

Mächtige Staaten und „Staatenlenker“ ignorieren internationale Regeln wie Völkerrecht und Menschenrechte sowie internationale Institutionen. Aufrüstung und der Einsatz von Waffengewalt nehmen zu. Angriffe auf Infrastruktur werden häufiger. Über soziale Medien werden Fake News verbreitet, die Macht der sog. Tech-Giganten wächst. Populistische und rechtsradikale Kräfte gewinnen an Einfluss und unterhöhlen demokratische Institutionen. Zivilgesellschaftliche Akteure, die sich für Menschenrechte, Recht und Gerechtigkeit einsetzen, verlieren immer mehr Freiräume und werden in vielen Staaten unterdrückt. Und schließlich scheint die Klimakrise noch schneller voranzuschreiten als befürchtet.

Dies ist das offizielle Motiv der ökumenischen FriedensDekade vom 08. bis 18. November 2026 zum Motto couragiert widerständig
Das offizielle Motiv der ökumenischen FriedensDekade vom 08. bis 18. November 2026 zum Motto couragiert widerständig von Olaf Warburg

Wir sitzen alle im gleichen Boot

Die Opfer dieser Entwicklungen und die zivilgesellschaftlichen Kräfte, die ihnen entgegensteuern, sind dabei in einem Boot. So erkundigen sich US-amerikanische Christ*innen bei uns, wie es in der NS-Zeit war, und in Europa können wir mit Blick auf Wahlerfolge rechtsextremer Parteien von Widerstand und Schutzkonzepten in anderen Staaten lernen.

Es braucht schon einigen Mut, sich nicht ins Private zurückzuziehen, passiv zu werden, sondern trotz möglicher Anfeindungen und schwieriger Bedingungen zu dem zu stehen, was für einen wichtig ist, und entsprechend aktiv zu werden. In Deutschland erleben wir, dass nicht nur Geflüchtete oder rassistisch Diskriminierte um ihre Sicherheit fürchten müssen, sondern auch diejenigen, die sich für deren Anliegen einsetzen oder politisch gegen Rechtsradikale engagieren.

Je mehr Menschen couragiert handeln, desto sicherer wird es für alle

Und je weniger Menschen sich couragiert vor Ort für Demokratie und Menschenrechte einsetzen, umso größer sind die Risiken für sie und ihre Nächsten. Anders formuliert: je mehr gegen Rechtsradikale auf die Straße gehen oder sich im öffentlichen Nahverkehr, beim Einkauf, am Arbeitsplatz oder in sozialen Medien für Diskriminierte einsetzen, umso weniger Einfluss haben sog. Verfassungsfeinde und Populist*innen.

Damit dieses Engagement von Erfolg gekrönt wird, braucht es auch die Unterstützung einflussreicher gesellschaftlicher Institutionen wie Kirchen, Gewerkschaften, aber auch von Sport-, Schützen-, Karnevals- und Heimatvereinen. Wenn Sportvereine die Vielfalt ihrer Aktiven begrüßen, wenn beim Karneval für eine bunte Gesellschaft geworben wird oder sich die Kirchen für die Belange von Asylsuchenden einsetzen, ermutigt dies. Beispiele dafür gibt es viele, zugleich wird dies politisch ausgebremst, da immer noch nicht geklärt ist, welche öffentlichen Äußerungen von Vereinen im Rahmen des Gemeinnützigkeitsrechts legitim und wo Grenzen sind. Auch das pauschale Misstrauen nicht nur der AfD, sondern auch von Teilen der Unionsparteien gegen zivilgesellschaftliche Initiativen führt zu großer Unsicherheit bei den Betroffenen.

Widerständig sein bedeutet mehr als Demokratie verteidigen

Das Motto der Ökumenischen Friedensdekade 2026 fordert nicht nur zum couragierten Handeln auf, sondern zugleich widerständig zu sein. Aber geht es aktuell nicht darum, Demokratie und Menschenrechte zu verteidigen gegen diejenigen, die zum Widerstand gegen „das System“ aufrufen? Natürlich ist dies sehr wichtig, zugleich reicht es mit Blick auf die größere Perspektive von Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Mitschöpfung nicht aus. Gegen die Unterdrückung und Ausbeutung von Menschen gilt es ebenso widerständig zu sein, wie gegen die ungebremste Aufrüstung und das Festhalten an der höchst problematischen nuklearen Abschreckung. Viel zu kurzfristig gedachte politische Entscheidungen, die notwendige Maßnahmen gegen die Klimakrise, Artenschutz und allgemein Umweltzerstörung zugunsten von Wirtschaftsinteressen ausbremsen, dürfen nicht hingenommen werden. Da gilt es im Rahmen demokratischer Spielregeln entschieden zu protestieren, durchaus auch mit gewaltfreiem Widerstand, ohne damit ungewollt Wasser auf die Mühlen Rechtsradikaler zu gießen.

Was couragiert widerständig in der Praxis bedeutet

Haupt- und noch erheblich mehr Ehrenamtliche sind bei Mitgliedsorganisationen der AGDF couragiert widerständig aktiv: Sie koordinieren Bündnisse gegen Rechts vor Ort oder gegen die Stationierung neuer Mittelstreckenwaffen. Als Friedensfachkraft begleiten sie gefährdete Menschenrechtsverteidiger*innen oder unterstützen Erinnerungs- und Versöhnungsarbeit in Krisenregionen. Junge Freiwillige leisten ihren Dienst in Projekten, die sich auch unter schwierigen Rahmenbedingungen für sozial Schwache einsetzen. AGDF-Mitglieder qualifizieren zudem für die professionelle Bearbeitung von Konflikten und bilden Campaigner*innen aus. Sie beraten junge Menschen, die vor der Frage stehen, ob sie den Kriegsdienst verweigern sollen.

Gemeinsam für eine bessere Welt

Wir brauchen viele Menschen, die sich gemeinsam für eine bessere Welt engagieren, trotz Anfeindungen und Repressionen. Die das Ziel einer Kriegstüchtigkeit oder Feindbilder in Frage stellen und dagegen wehren, dass unhinterfragt aufgerüstet und eine Militarisierung vorangetrieben wird bei gleichzeitiger Kürzung der Mittel für Instrumente der zivilen Konfliktbearbeitung, Soziales und Entwicklungszusammenarbeit oder für die Bekämpfung der Klimakrise. Genau dazu will die ökumenische FriedensDekade ermutigen: als ein Ort, an dem Gemeinden, Gruppen und Einzelne Jahr für Jahr neu innehalten, sich vernetzen und gestärkt werden für den langen Atem, den diese Arbeit braucht.


Der legendäre Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ gibt es weiterhin im Webshop der Dekade

Bleiben Sie couragiert widerständig

Friedensarbeit braucht einen langen Atem. Und Menschen, die sie tragen.

Wenn Sie die Arbeit der ökumenischen FriedensDekade unterstützen möchten, gibt es zwei Wege: Mit dem Kauf unserer Materialien helfen Sie, die Dekade lebendig zu halten. Wer darüber hinaus spenden möchte, ermöglicht uns, auch dort präsent zu sein, wo es besonders nötig ist.

Vor allem aber: Bleiben Sie selbst couragiert widerständig. Bleiben Sie treu Ihren Werten, Ihrer Menschlichkeit, der Liebe zu Ihren Nächsten. In einer Zeit, in der vieles wankt, ist das keine Kleinigkeit. Es ist ein Akt des Glaubens.

Mit Gottes Hilfe.


Spendenaufruf FriedensDekade 2026


Der Friedenskompass 2026: Liturgische Orientierung für couragiert widerständige Gemeinden

Wer jetzt schon mit seiner Gemeinde oder Gruppe in das Motto „couragiert widerständig“ eintauchen möchte, muss nicht bis November warten. Der Friedenskompass 2026 ist bereits heute im Onlineshop der ökumenischen FriedensDekade erhältlich.

Er greift das Jahresmotto auf und gibt ihm eine liturgische Richtung: mit historischen Impulsen, die zeigen, was couragierter Widerstand in der Geschichte des Glaubens bedeutet hat, und mit Gebeten und Texten, die helfen, diesen Geist in den eigenen Gemeindekontext zu übertragen. Der Friedenskompass ist kein fertiges Programm, sondern eine Orientierungshilfe für alle, die Friedensgebete, Andachten oder Gemeindeabende gestalten wollen.


Der Friedenskompass der Friedensdekade
Durch das Jahr mit Friedensgebeten, liturgischen Texten, Impulsen und ersten Einordnungen.

Das vollständige redaktionelle Gesamtpaket erscheint dann Mitte 2026: Die Materialmappe mit ausgearbeiteten liturgischen Bausteinen, theologischen Vertiefungen und praktischen Gestaltungsideen sowie das Gebetsleporello als kompaktes Format für die Hand in der Gemeinde. Beides ist darauf ausgelegt, die zehn Tage der Dekade im November inhaltlich zu tragen und gleichzeitig über die Dekade hinaus nutzbar zu bleiben.

Jetzt den Friedenskompass 2026 im Onlineshop bestellen

Jetzt das Gesamtpaket im Abo bestellen und die FriedensDekade langfristig unterstützen.

 

Über diesen Artikel

Dieser Leitimpuls zum Jahresmotto „couragiert widerständig“ wurde verfasst von Jan Gildemeister, Vorstand der ökumenischen FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Dienste für den Frieden (AGDF). Er erschien im Kontext der Vorbereitung auf die ökumenische FriedensDekade 2026, die vom 8. bis 18. November 2026 stattfindet.

Rita Süssmuth ist tot: Frieden braucht Haltung

Zum Tod einer couragierten, widerständigen Demokratin

Rita Süssmuth | 1. Februar 2026 | Bundestagspräsidentin | CDU | Friedensarbeit | Demokratie

Lesenswert: Der ausführliche Nachruf von Dr. Michael Borchard (Konrad-Adenauer-Stiftung)

Am 1. Februar 2026 starb Rita Süssmuth. Sie wurde 88 Jahre alt. Mit ihr verliert Deutschland eine Stimme, die weit über Parteigrenzen hinaus gehört wurde. Viele Nachrufe würdigen sie jetzt als Bundestagspräsidentin, als Pionierin der Gleichberechtigung, als streitbare Christdemokratin. Alles richtig. Aber auch für die Friedensarbeit lohnt ein genauerer Blick. Auf eine Frau, die Frieden nicht als fertigen Zustand verstand, sondern als ständige Aufgabe demokratischer Verantwortung.

Rita Süssmuth war keine Friedenspolitikerin im klassischen Sinn. Sie hat keine Abrüstungsverträge verhandelt und keine Friedensmärsche angeführt. Trotzdem steht ihre Lebensleistung beispielhaft für ein Friedensverständnis, das heute dringlicher ist denn je. Frieden als Ergebnis von Menschenwürde, Gerechtigkeit, Dialog. Und als Widerstand gegen Angst und Ausgrenzung.

Das Motto der ökumenischen FriedensDekade 2026 lautet „couragiert widerständig“. Diese Beschreibung passt auf wenige Politikerinnen so genau wie auf Rita Süssmuth. Nicht weil man ihr das nachträglich zuschreibt. Sondern weil sie genau so gelebt hat.

Couragiert: Die Stimme erheben, wenn es unbequem wird

Rita Süssmuth trat erst 1981 in die CDU ein, mit 44 Jahren. Eine klassische Seiteneinsteigerin, bereits Professorin für Erziehungswissenschaften auf dem Höhepunkt ihrer akademischen Karriere. Sie brachte eine eigene Perspektive mit, die nicht immer zu den herrschenden Strömungen ihrer Partei passte. Und das blieb so.

Als Bundesministerin für Jugend, Familie, Frauen und Gesundheit (1985 bis 1988) stellte sie sich gegen Mehrheiten in der eigenen Partei, wenn sie Grundwerte in Gefahr sah. In der Asylpolitik, bei Fragen der Gleichberechtigung, im Umgang mit Krankheit und gesellschaftlicher Angst. Helmut Kohl hatte sie auf Vorschlag von Heiner Geißler ins Kabinett geholt. Er wusste um die wachsende Bedeutung der Familien- und Frauenpolitik und wollte wählende Frauen an die CDU binden. Das heißt aber nicht, dass Süssmuth sich dem Kanzler verpflichtet fühlte. Ihre eigenen politischen Wege ging sie trotzdem.

Die AIDS-Krise der 1980er Jahre zeigt das besonders deutlich. Während andere in ihrer Partei, nicht zuletzt Peter Gauweiler, eine Meldepflicht für AIDS-Kranke forderten und über Zwangsmaßnahmen diskutierten, widersetzte sich Süssmuth konsequent. Sie ließ sich intensiv informieren, erhöhte die Mittel für die Forschung und startete eine Aufklärungskampagne. Ihr Satz wurde legendär:

„Wir bekämpfen die Krankheit, nicht die Infizierten.“

Das ist bis heute ein Lehrstück für menschenwürdige Politik. Und ein deutliches Nein zu struktureller Gewalt, Stigmatisierung und Angstpolitik. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken würdigte bei Süssmuths Tod:

„Sie setzte auf Aufklärung statt Stigmatisierung und damit auf Menschlichkeit sowie wissenschaftliche Evidenz.“

Diese Haltung war kein taktisches Kalkül. Sie war Ausdruck einer tiefen Überzeugung, gespeist aus ihrem Glauben. Ein liberaler Katholizismus, so beschreibt es der Nachruf der Konrad-Adenauer-Stiftung,

„der den Menschen in seiner Freiheit, aber auch seinem Streben nach Gerechtigkeit und Menschlichkeit in den Mittelpunkt stellt“.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, würdigte sie als „engagierte Christin und herausragende Politikerin“, deren Engagement überzeugt vom christlichen Menschenbild gewesen sei.

Krisenfest war sie auch vorher schon gewesen. Wenige Monate nach ihrem Amtsantritt als Ministerin 1985 kam der Reaktorunfall in Tschernobyl. Von jetzt auf gleich lastet ihr eine Schlüsselrolle auf. Sie ruft sofort die Strahlenschutzkommission der Bundesregierung zusammen, lässt sich en detail informieren und sorgt dafür, dass alle Haushalte umgehend über die Gefahren durch erhöhte Strahlenwerte aufgeklärt werden. Eine auffällige, aber selten gesehene Parallele verbindet sie dabei mit Elisabeth Schwarzhaupt, der ersten Bundesministerin überhaupt, die als Gesundheitsministerin mit dem Contergan-Skandal ins kalteste politische Wasser geworfen wurde. Beide bewährten sich.

Widerständig: Standhalten über Jahre und Jahrzehnte

Widerstand bei Rita Süssmuth war selten laut. Er war beharrlich, argumentativ und langfristig angelegt. Sie blieb standhaft, auch wenn der Gegenwind aus den eigenen Reihen kam. Und der kam oft. Aus „lovely Rita“, wie sie manche anfangs nannten, wurde „lonely Rita“. In einem Interview bekannte sie später: „Ich habe Ablehnung in meiner Partei erfahren, ich habe viel Fremdheit empfunden. Es sind so wenige, auf die man sich wirklich verlassen, bei denen man ein offenes Wort wagen kann.“

Der Nachruf von Dr. Michael Borchard beschreibt sie treffend als jemanden, der es verstand, zugleich Störfaktor und Brückenbauerin zu sein. Unbequem, ohne zu verletzen. Klar, ohne zu polarisieren. Es gibt einen alten jesuitischen Leitsatz, der ihre politische Ethik präzise beschreibt:

„Fortiter in re, suaviter in modo“

Klar und kompromisslos in der Sache, verbindlich im Ton. In einer Zeit, in der Lautstärke oft mit Durchsetzungskraft verwechselt wird, blieb Rita Süssmuth widerständig, ohne schrill zu werden. Wer das Glück hatte, sie persönlich kennenzulernen, war vor allem von ihren menschlichen Fähigkeiten fasziniert. Ihre ausgeprägte Liebenswürdigkeit. Ihre wache, ernste und ehrliche Neugierde auf ihr jeweiliges Gegenüber. Ihre Fähigkeit zuzuhören. Eine Bodenständigkeit, die aus ihrer Kinder- und Jugendzeit erwuchs, in der sie mit ihren Schwestern früh Verantwortung bei der Pflege ihrer kranken Mutter übernehmen musste.

Diese Widerständigkeit zeigte sich über Jahrzehnte in ihrem Einsatz für die Gleichberechtigung der Frauen. Sie trat für politische Teilhabe, Quotenregelungen und die Sichtbarkeit weiblicher Stimmen ein, lange bevor diese Themen mehrheitsfähig wurden. Mit ihrem entschiedenen Eintreten für eine Frauenquote in Führungspositionen der CDU schlug sie 1991 in Hannover beim Bundesparteitag ein Kapitel auf, das erst 2024 am gleichen Ort mit dem Einstieg in eine verbindliche Quote geschlossen wurde.

Noch 2023 kritisierte sie, dass der Gesetzesentwurf zur Wahlrechtsreform keine Regelung zur paritätischen Vertretung von Männern und Frauen im Bundestag beinhalte. Sie konstatierte, dass eine demokratische Gesellschaft nicht vollständig sein könne, „wenn die Stimmen der Frauen nicht gehört werden“. Den Frauenanteil von unter 35 Prozent im Deutschen Bundestag empfand sie als hochproblematisch. Das trage dem „Engagement und den Erwartungen der Frauen in keiner Weise Rechnung. Sie werden schlichtweg ignoriert.“

Bundesfamilienministerin Karin Prien würdigte bei Süssmuths Tod: „Bis zuletzt kommentierte sie politisches Zeitgeschehen und ergriff Position in aktuellen Debatten, sie war in bester Weise streitbar und gleichzeitig Brückenbauerin.“ Ihre Stimme wird fehlen, sagte Prien. Das stimmt.

Nicht beugen: Der Bremer Parteitag und das Bundestagspräsidium

1988 berief Helmut Kohl Rita Süssmuth zur Bundestagspräsidentin. Als zweite Frau in diesem Amt, nach Annemarie Renger. Viele dachten damals, das sei eine Art Verschiebebahnhof gewesen. Kohl wollte die unbequeme Ministerin loswerden, die mit ihren Alleingängen zunehmend zum Problem wurde. Ein repräsentatives Amt sollte sie ein Stück weit ruhigstellen.

Das ging gründlich schief. Denn Süssmuth verstand ihr Amt keinesfalls nur repräsentativ, sondern als hochpolitische Plattform. Den Bundestag nannte sie eine „Werkstatt der Demokratie“. Kein Schaufenster, sondern ein Ort der Auseinandersetzung, des Ringens um Lösungen.

1989 gehörte sie zu jenen, die auf dem Bremer Parteitag Helmut Kohl als Parteivorsitzenden stürzen wollten. Der Versuch misslang. Heiner Geißler und Lothar Späth verloren in der Folge ihre Ämter. Rita Süssmuth aber konnte sich mit der Überparteilichkeit ihres Amtes als Bundestagspräsidentin über diese Krise hinwegretten. Ein Rettungsanker, der ihr auch danach ihren politischen Einfluss sicherte.

1998 fiel sie bei der Wahl zum Parteipräsidium durch. Mit der Abwahl Helmut Kohls sank auch ihr eigener politischer Stern. Doch aufgeben war für sie keine Option. Sie zitierte gern Samuel Beckett:

„Scheitern, weitermachen, nochmal scheitern, besser scheitern, weitermachen.“

Und sie hatte ein zweites Lebensmotto, das Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier in seinem Kondolenzschreiben hervorhob: „Wer nicht kämpft, hat schon verloren.“ Diese Maxime prägte ihr Leben bis zuletzt. Auch nach der öffentlichen Bekanntmachung ihrer Brustkrebserkrankung im Juni 2024 blieb sie eine Stimme im politischen Diskurs. Wenige Tage vor ihrem Tod war sie noch bei der Gedenkstunde des Bundestages zum Holocaust-Gedenken anwesend.

Frieden durch Verständigung und persönliche Präsenz

Besonders deutlich wird Rita Süssmuths Friedensverständnis in ihrem Einsatz für internationale Verständigung. Früher als andere erkannte sie die Notwendigkeit der Anerkennung der Oder-Neiße-Grenze. Das brachte sie in Konflikt mit den Vertriebenenverbänden. Aber sie wusste: In der Transformationszeit des Übergangs auf ein freies Ostmitteleuropa war diese rasche Anerkennung eine schiere Notwendigkeit. Ihr Engagement für die deutsch-polnische Verständigung war Ausdruck eines historischen Bewusstseins, das Frieden nicht dem Zufall überließ. Von 2005 an leitete sie das Deutsche Polen-Institut als Präsidentin.

Ihr Verhältnis zu Israel war geprägt von Solidarität und persönlicher Präsenz. Schon 1990, gemeinsam mit Sabine Bergmann-Pohl, der Präsidentin der letzten frei gewählten Volkskammer der DDR, reiste sie nach Israel. Angesichts der sich abzeichnenden Wiedervereinigung wollten sie dort Ängste vor einem übermächtigen Deutschland nehmen.

1991 folgte sie der Einladung des israelischen Ministerpräsidenten Itzchak Schamir und des Präsidenten Chaim Herzog nach Israel. Ohne jedes Zögern, und das just in jener gefährlichen Zeit, in der irakische Raketen israelische Städte trafen. Niemand wusste damals, was in den Sprengköpfen verborgen war. Sie setzte damit ein starkes Zeichen der Solidarität, das in Israel bis heute nicht vergessen worden ist.

Dieses Zeichen war mehr als Symbolpolitik. Es war ein Akt des Beistehens in Gefahr. Frieden beginnt dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen. Genau das hat Rita Süssmuth vorgelebt.

Deutschland als Einwanderungsland: Gegen den Zeitgeist

Vielleicht am mutigsten war Rita Süssmuths Engagement für eine neue Migrationspolitik. Bereits Mitte der 1990er Jahre forderte sie als erste prominente CDU-Politikerin ein klares Bekenntnis: Deutschland ist ein Einwanderungsland und muss sich dieser Realität stellen. Zu einer Zeit, als in ihrer Partei noch das Mantra galt: „Deutschland ist kein Einwanderungsland.“

Als die rot-grüne Bundesregierung im Jahr 2000 eine Zuwanderungskommission einsetzte, übernahm Süssmuth deren Vorsitz. Sehr zum Unmut ihrer eigenen Partei, die die Mitarbeit in diesem Gremium ablehnte. Der 2001 vorgelegte Bericht begann mit dem programmatischen Satz: „Deutschland braucht Zuwanderinnen und Zuwanderer.“ Diese Kommission, bald nur noch „Süssmuth-Kommission“ genannt, markierte einen Wendepunkt in der deutschen Migrations- und Integrationsgeschichte.

Ihre Arbeit stieß in Teilen der Union auf heftige Ablehnung. Sie ließ sich nicht beirren. Von 2002 bis 2004 leitete sie den Sachverständigenrat für Zuwanderung und Integration, von 2003 bis 2005 arbeitete sie in der UN-Kommission zur internationalen Migration mit. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier würdigte in seinem Kondolenzschreiben: „Rita Süssmuth hat mutig und maßgeblich dazu beigetragen, dass Deutschland sich einer aufgeklärten Einwanderungspolitik öffnete. Integration war ihr ein Herzensanliegen.“

Auch hier zeigt sich: Frieden entsteht nicht durch Abschottung, sondern durch Integration. Nicht durch Angst vor dem Fremden, sondern durch Aufklärung und Teilhabe.

Demokratie als Friedensarbeit

Vielleicht liegt Rita Süssmuths wichtigste friedenspolitische Leistung in ihrem tiefen Verständnis für die Fragilität demokratischer Ordnungen. Der Nachruf von Dr. Michael Borchard bringt das eindrucksvoll auf den Punkt: Sie wusste, „wie wenig man die Existenz liberaler, freiheitlicher Staatswesen als gegeben hinnehmen kann“.

Demokratie braucht Menschen, die bereit sind, „gegen den zu offensichtlichen Strich zu bürsten“, wie Borchard schreibt. Menschen, die sich gegen erbitterte Widerstände standhaft zeigen, wo nötig auch gegen den gesellschaftlichen oder politischen Mainstream. Menschen, die Gerechtigkeit und ein Umdenken einfordern, ohne deshalb in krampfhafte Ideologie zu verfallen.

Rita Süssmuth war mit Haut und Haaren Demokratin. Im sehenswerten Film „Die Unbeugsamen“ über die Frauen der Bonner Republik, an dessen Premiere sie selbst teilgenommen hatte, war sie eine der geachteten Hauptfiguren. Der Titel passt. Beugen musste sie sich am Ende nicht der Politik, sondern der Krankheit und dem Tod. Erst 2020 im Falle ihres Ehemannes Hans, den sie seit dem Abitur kannte. Und nun, wenige Wochen vor ihrem 89. Geburtstag, in ihrem eigenen Fall.

Bundeskanzler Friedrich Merz würdigte sie als „Leitstern für unser demokratisches Gemeinwesen“. Bundespräsident Steinmeier schrieb: „Rita Süssmuth ist stets vorweg gegangen, war Vordenkerin, Vorkämpferin und Vorbild.“

Ein Vermächtnis für die Friedensarbeit

Rita Süssmuth verkörperte eine Haltung, die heute schmerzlich fehlt. Mut ohne Lautstärke, Widerstand ohne Verbitterung, Klarheit ohne Ausgrenzung. Ihr Leben erinnert daran, dass Frieden nicht dort beginnt, wo Konflikte enden, sondern dort, wo Menschen Verantwortung übernehmen.

Für die FriedensDekade bleibt sie eine wichtige Referenzfigur. Nicht als Ikone, sondern als Ermutigung. Haltung zeigen. Brücken bauen. Standhaft bleiben. Die ökumenische FriedensDekade 2026 steht unter dem Motto „couragiert widerständig“. Rita Süssmuths Leben zeigt, was dieses Motto konkret bedeuten kann. Widerstand aus Gewissen, Mut aus Glauben, Beharrlichkeit aus Überzeugung.

Oder, mit ihren eigenen Worten und ihrem Leben gesprochen: Frieden braucht Menschen, die sich nicht beugen. Weder dem Zeitgeist noch der Angst. Ihr Andenken verpflichtet.

Weiterführende Informationen

Ausführlicher Nachruf: Dr. Michael Borchard, Konrad-Adenauer-Stiftung: „Rita Süssmuth – eine unbeugsame ‘Demokratin mit Haut und Haaren’“

Film: „Die Unbeugsamen“ (2021) – Dokumentarfilm über Frauen der Bonner Republik

Archiv: Teile des persönlichen Nachlasses von Rita Süssmuth werden im Archiv der Konrad-Adenauer-Stiftung verwahrt

Ökumenische FriedensDekade 2026

Die ökumenische FriedensDekade findet jährlich in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag im November statt. Das Motto 2026 „couragiert widerständig“ lädt Gemeinden, Gruppen und Einzelpersonen ein, konkrete Wege des gewaltfreien Widerstands zu erkunden.

Unterstützen Sie die ökumenische FriedensDekade und kirchliche Friedensarbeit durch Spenden und den Kauf von Materialien. Besonders empfehlen wir den Friedenskompass 2026, der ab Februar 2026 ausgeliefert wird und praktische Impulse, Texte und Gebete zum Jahresmotto bietet.

 

Das Fundament für 2026: Warum wir heute „couragiert widerständig“ sein müssen

Ein Impuls von Lars Blume, zur Ausrichtung unseres Onlinematerials für die FriedensDekade.

Das Motto der kommenden FriedensDekade, „couragiert widerständig“, ist kein leeres Schlagwort. Es ist eine Antwort auf eine Zeit, in der die Sprache der Aufrüstung lauter wird und die Hoffnung auf diplomatische Lösungen oft im Lärm der Konflikte untergeht. Wir haben uns entschieden, dieses Jahr ein digitales Fundament zu bauen, das zeigt: Widerstand für den Frieden ist möglich, er hat Tradition und er ist tief in der menschlichen Seele verwurzelt.

Ihre Stimme zählt: Gestalten Sie mit!

Dieser Artikel ist ein erster Impuls – kein fertiges Konzept. Bis Ende Januar läuft unsere Umfrage, in der Sie den inhaltlichen Rahmen unserer digitalen Arbeit 2026 aktiv mitbestimmen können. Welche Themen und Formate wünschen Sie sich? Welche Schwerpunkte sind Ihnen wichtig?

Ihre Erfahrungen, Ihre Ideen, Ihre Schwerpunkte sind gefragt. Nur gemeinsam können wir Material schaffen, das wirklich trägt, in Gemeinden, in der Bildungsarbeit, in sozialen Medien.

Drei zentrale Säulen für 2026

Unsere Onlineredaktion wird das Motto im kommenden Jahr durch drei zentrale Säulen beleuchten, deren Ausgestaltung Sie noch bis Ende Januar mitbestimmen können:

1. Friedenszeugen: Wenn Courage den Lauf der Dinge ändert

Oft wird behauptet, man könne gegen die „große Politik“ nichts ausrichten. Unsere Serie zu historischen Beispielen beweist das Gegenteil. Wir blicken auf Momente, in denen Menschen durch ihren Mut Kriege verhinderten, verkürzten oder den Weg zum Frieden ebneten.

Der Protest in der Rosenstraße 1943, wo Berliner Frauen die Freilassung ihrer jüdischen Männer erzwangen. Der weltweite Widerstand gegen den Vietnamkrieg, der eine Supermacht zum Umdenken zwang. Die Friedliche Revolution in Deutschland, die ohne einen Schuss Mauern zum Einsturz brachte. Das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“, das Ost und West verband, lange bevor die Mauer fiel.

Diese Geschichten sollen uns daran erinnern: Wir sind nicht ohnmächtig. Gewaltfreier Widerstand hat Geschichte geschrieben und kann es wieder tun.

Welche Beispiele fehlen aus Ihrer Sicht? Welche Momente sollten wir unbedingt erzählen? Schreiben Sie uns gerne unter kontakt@friedensdekade.de

2. Worte, die bleiben: Klassiker der Friedensbewegung

„Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.“ Solche Sätze sind mehr als Slogans, sie sind das konzentrierte Gewissen einer Gesellschaft. In einer minimalistischen Serie speziell für soziale Medien beleuchten wir die großen Friedensaufrufe und Sprüche, die heute Klassiker sind.

Wir fragen: Was bedeutet dieser Satz heute? Wie wurde er zum Symbol einer couragiert widerständigen Haltung? Diese reduzierten Grafiken und prägnanten Texte sollen dazu einladen, die schlichte, aber radikale Wahrheit hinter diesen Worten neu zu entdecken und sie in die digitale Welt von heute zu tragen, teilbar, merkfähig, wirksam.

Welche Friedensworte haben Sie geprägt? Welche Sätze sollten nicht vergessen werden? Teilen Sie Ihre Vorschläge per E-Mail mit uns: kontakt@friedensdekade.de

3. Biographien: Menschen, die vorangingen

In unserer dritten Säule rücken wir Menschen in den Fokus, die durch ihr Leben Zeugnis für den Frieden ablegten. Von Bertha von Suttner, der ersten Friedensnobelpreisträgerin, über Martin Luther King bis hin zu weniger bekannten Friedensstifterinnen und -stiftern: Wir erzählen von Menschen, die couragiert widerständig waren, oft gegen alle Widerstände, oft unter persönlichen Opfern.

Diese Biographien sollen inspirieren und ermutigen: Wenn sie es konnten, können wir es auch. Friedensarbeit hat Gesichter, Namen, Geschichten; sie ist menschlich, nahbar, möglich.

Wessen Lebensgeschichte sollte erzählt werden? Welche Friedenspioniere fehlen in der öffentlichen Wahrnehmung? Senden Sie uns Ihre Vorschläge: kontakt@friedensdekade.de

 

Jetzt mitmachen – bis Ende Januar!

Dieser Artikel ist der erste Schritt auf dem Weg zum Jahresmotto 2026. Die konkrete Ausrichtung unserer digitalen Arbeit liegt noch nicht fest – sie entsteht im Dialog mit Ihnen. Bis Ende Januar haben Sie die Möglichkeit, durch unsere Umfrage aktiv mitzugestalten:

  • Welche thematischen Schwerpunkte sind Ihnen wichtig?
  • Sollten wir 2026 eine Serie zu spirituellen Wurzeln des Widerstands entwickeln?
  • Wie können wir das Material so gestalten, dass es in Ihrer Arbeit wirklich hilfreich ist?

Ihre Expertise, Ihre Erfahrungen aus der Friedensarbeit, Ihre theologischen Perspektiven, all das möchten wir einfließen lassen. Nur so entsteht Material, das wirklich trägt und inspiriert.

Zur Umfrage: Link

Konkrete Vorschläge für historische Momente, Friedenszitate oder Biographien? Wenn Sie bestimmte historische Situationen, Friedenssprüche oder Namen von Friedenspionieren vorschlagen möchten, wenden Sie sich gerne direkt per E-Mail an: kontakt@friedensdekade.de

Unser Ziel für 2026

Wir wollen Material schaffen, das nicht nur informiert, sondern ermutigt. Material, das in Gemeinden geteilt wird, das in der Bildungsarbeit Impulse gibt, das in sozialen Medien Hoffnung verbreitet. Material, das zeigt: Eine Gesellschaft, die couragiert widerständig für den Frieden eintritt, ist die stärkste Kraft der Welt.

Lassen Sie uns gemeinsam dieses digitale Fundament bauen: mit Ihren Ideen, Ihrer Erfahrung, Ihrem Mut.

Couragiert widerständig. Gemeinsam gestalten wir 2026!

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