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Schlagwort: Zukunft gestalten

Komm den Frieden wecken: Mitmach-Tipps für Einzelpersonen – Kleine Zeichen mit großer Wirkung

Die FriedensDekade 2025 zeigt: Kleine Gesten, große Wirkung für Frieden.

Die FriedensDekade 2025 lädt unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ dazu ein, auch im Alltag sichtbare Zeichen für Verständigung, Respekt und eine friedliche Zukunft zu setzen. Nicht nur Kommunen oder Initiativen tragen dazu bei – jede und jeder Einzelne kann durch kleine Gesten und kreative Ideen den Frieden stärken.

Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie als Einzelperson die FriedensDekade 2025 konkret mitgestalten können. Die Vorschläge sind alltagsnah, leicht umsetzbar und entfalten durch ihre Symbolkraft eine große Wirkung.

1. Friedensgruß in die Nachbarschaft – Freundlichkeit wirkt ansteckend

Nehmen Sie sich während der FriedensDekade vor, täglich bewusst freundlich zu begegnen – ob Nachbarn, Kolleginnen oder Fremden.
Ein Lächeln, ein Gruß oder ein gutes Wort können Barrieren abbauen und ein Klima der Verbundenheit schaffen. So wächst Frieden direkt vor der eigenen Haustür.

2. „HÖR“-Methode im Alltag – Konflikte neu gestalten

Hören – Öffnen – Rückfragen.
In Streitgesprächen bewusst innezuhalten und einmal die HÖR-Methode anzuwenden, verändert die Dynamik: Zuhören statt vorschnell reagieren, Fragen statt Urteile. So entsteht Dialog statt Eskalation, und somit ein konkreter Beitrag zu mehr Frieden im Alltag.

3. Friedensminute täglich um 18:00 – Verbundenheit spüren

Stellen Sie sich jeden Tag einen Wecker um 18:00 Uhr.
Eine Minute Stille, ein Atemgebet oder ein kurzes Lied und schon entsteht eine gemeinsame Friedensminute. Teilen Sie den Impuls mit Freund*innen oder Nachbarn, um das Gefühl der Verbundenheit zu verstärken. Kleine Routinen tragen Frieden in die Gesellschaft.

4. Mini-Friedensbotschaften in der Stadt – Überraschende Begegnungen

Schreiben Sie kleine Zettel oder bemalen Sie Steine mit positiven Botschaften.
„Frieden beginnt mit einem Lächeln“ oder „Hör zu, statt zu streiten“, oder gemalte Friedenszeichen: verstecken Sie diese Botschaften in Büchern, Parks, Bushaltestellen oder Cafés. Solche unerwarteten Funde berühren und regen zum Nachdenken an.

5. Friedens-Samenbomben verteilen – Hoffnung wachsen lassen

Gestalten Sie kleine Samenbomben mit Sonnenblumensamen oder anderen Friedensblumen.
Verteilen Sie sie an Freund*innen oder in der Nachbarschaft, gepaart mit einer kleinen Notiz: „Pflanze Frieden – lass ihn wachsen.“ Eine kreative und nachhaltige Art, Frieden sichtbar zu machen und gleichzeitig der Natur etwas zurückzugeben.

Ihr persönliches Engagement weckt den Frieden.

Frieden entsteht dort, wo Menschen bewusst hinschauen und handeln. Jede Geste, ob ein Gruß, ein stiller Moment oder eine kreative Botschaft, trägt dazu bei, dass das Motto der FriedensDekade 2025 sichtbar wird: „Komm den Frieden wecken.“

Als Einzelperson können Sie kleine Impulse setzen, die große Wirkung entfalten, Verbundenheit im Alltag spürbar machen und so Erinnerung und Hoffnung kreativ weitertragen.

Materialien und Unterstützung für ihr Friedensengagement

Die FriedensDekade bietet Ihnen vielfältige Materialien, wie Plakate, Postkarten und kreative Arbeitshilfen um Ihr persönliches Zeichen für den Frieden zu verstärken. Alle Materialien finden Sie im Online-Shop: www.friedensdekade.de/shop
Teilen Sie Ihr Engagement mit uns auf Instagram.

Fazit: Komm den Frieden wecken – im Alltag, in Ihrer Nachbarschaft, in unserer Gesellschaft

Die FriedensDekade 2025 macht sichtbar: Frieden wächst, wenn wir ihn denken, gestalten und teilen. Auch kleine Schritte können Großes bewegen. Werden Sie Teil dieser Bewegung und setzen Sie Ihr Zeichen für Verständigung, Hoffnung und Frieden.

Mit diesen fünf Tipps endet unsere Reihe „Mitmach-Tipps zur FriedensDekade 2025“. Zuvor haben wir gezeigt, wie Kirchengemeinden, Schulen, Chöre, Vereine und Initiativen, sowie Kommunen und Verwaltungen den Frieden wecken können. Alle Beiträge finden Sie hier.

Mit Schulen den Frieden wecken – Projekte und Impulse für die FriedensDekade 2025

Gemeinsam den Frieden wecken – Mitmach-Tipps der FriedensDekade

Die FriedensDekade 2025 ruft auf: „Komm den Frieden wecken!“
In sechs Etappen geben wir konkrete Impulse, wie Sie als Gruppe, Einrichtung oder Einzelperson ein sichtbares Friedenszeichen setzen können – mit Ihrer Stimme, Ihrer Kreativität, Ihrer Präsenz vor Ort. Heute richten wir uns an Schulen und Klassen, denn die Friedensbildung beginnt dort, wo junge Menschen täglich zusammenkommen, Fragen stellen – und Haltung entwickeln.

Friedensbildung an Schulen – Verantwortung im Klassenzimmer

Schulen sind mehr als Lernorte: Sie sind Lebensräume. Orte der Begegnung, des Austauschs und des Zusammenhalts. In einer Zeit, in der gesellschaftliche Polarisierung, Konflikte und Zukunftssorgen viele Kinder und Jugendliche beschäftigen, bietet die FriedensDekade einen Rahmen, um sich kreativ, kritisch und aktiv mit dem Thema Frieden auseinanderzusetzen – im Klassenzimmer, auf dem Schulhof oder digital.

Friedensbildung stärkt demokratische Werte, soziale Kompetenzen und fördert die Fähigkeit, Konflikte gewaltfrei zu lösen. Und sie zeigt: Jede*r kann etwas bewegen – im Kleinen wie im Großen.

Mitmach-Tipps für Schulen und Klassen – Vielfalt, Tiefe, Wirkung

Ob als Projektwoche, einzelne Aktion oder fächerübergreifende Unterrichtseinheit – jede Schule findet ihren Weg, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Hier sind einige Impulse, die sich einfach umsetzen und mit Tiefe gestalten lassen:

1. Friedens-Tag an der Schule
Ein ganzer Tag im Zeichen des Friedens: Klassen gestalten Workshops, Ausstellungen, Theaterstücke oder Musikbeiträge. Denkbar sind z. B. Themenstationen zu gewaltfreier Kommunikation, globalem Lernen, Friedenssymbolen oder Antidiskriminierung. Der Tag kann mit einer gemeinsamen Friedensaktion enden – etwa dem Pflanzen eines „Baums des Friedens“, einem Open Mic auf dem Pausenhof oder einem Schul-Rundgang mit Friedenszitaten.

2. Kreativwerkstatt: Frieden sichtbar machen
Ob Wandzeitung, Podcast, Videobeitrag, Schulradio oder Instagram-Reel – Schülerinnen setzen sich kreativ mit dem Motto „Komm den Frieden wecken“ auseinander. Wichtig: Inhalte dürfen von ihnen selbst entwickelt und gestaltet werden. So wird aus Lernen eigenes Handeln.
Besonders wirkungsvoll sind Beiträge, die lokal wirken: Interviews mit Passantinnen, Statements aus der Schulgemeinschaft, Umfragen oder Straßenaktionen.

3. Friedensbrief-Projekt – Schreiben statt Schweigen
Klassen schreiben Friedensbriefe – an Politiker*innen, an fiktive Personen in Kriegsgebieten, an zukünftige Generationen oder an sich selbst. Diese Briefe können ausgestellt, in einer Lesung geteilt oder auch postalisch verschickt werden. In Kombination mit Deutsch- oder Ethikunterricht entsteht so ein tiefgreifender Zugang zum Thema Verantwortung, Empathie und Zukunft.

4. Klassenaktion: Eine Stunde für den Frieden
Eine symbolische Stunde pro Woche wird bewusst dem Frieden gewidmet – durch Gesprächsrunden, Lesungen, Achtsamkeitsübungen, Gruppenspiele oder gemeinsame Meditation. Lehrkräfte begleiten den Prozess als Ermöglichende. So entstehen Rituale des Innehaltens und Verbindens.

5. Friedensprojekt über Fächer hinweg
Frieden ist ein Querschnittsthema: In Geschichte kann z. B. über Friedensverträge gesprochen werden, in Biologie über Konfliktvermeidung im Tierreich, in Mathe über weltweite Militärausgaben. Nutzen Sie das Thema als verbindende Klammer für eine projektbasierte Lernwoche – inkl. Präsentationen, Ausstellungen oder einer Abschlussveranstaltung.

Warum Friedensbildung in Schulen zählt

Friedensbildung ist Demokratiebildung. Sie stärkt Kinder und Jugendliche darin, eigene Haltungen zu entwickeln, kritisch zu denken und mit anderen friedlich zusammenzuleben. Gerade in Schulen kann der Samen für eine friedensfähige Gesellschaft gelegt werden. Die FriedensDekade 2025 bietet einen inspirierenden Anlass, diesen Weg zu gehen – mit vielfältigem Material, guter Sichtbarkeit und einem starken Netzwerk.

Materialien für Ihre Schulaktion

Ein umfangreiches Paket unterstützt Sie bei der Umsetzung:

Ideenheft mit Anleitungen & Hintergrundwissen

Friedensliederbuch mit Liedern aus aller Welt

Plakate, Banner, Aufkleber, Postkarten

Online-Materialien für Unterricht und Aktion

Texte für Elternbriefe oder Pressearbeit

Alles unter: www.friedensdekade.de/shop

Mitmachen ist einfach – Ihre Aktion zählt

1. Idee finden – Was passt zu Ihrer Schule oder Klasse?

2. Material nutzen – Online oder im Shop erhältlich.

3. Aktion anmelden – Für unseren Aktionskalender (optional): kontakt@friedensdekade.de

4. Teilen Sie Ihr Zeichen – unter dem Hashtag #friedensdekade2025

Jetzt mitmachen und gemeinsam den Frieden wecken!

Friedensarbeit mit Haltung – Heidrun Kisters ist Friedensbotschafterin 2025

Heidrun Kisters ist Friedensbotschafterin 2025

Komm den Frieden wecken- ein Anstoß

Seit den frühen 1980er-Jahren engagiert sich Heidrun Kisters für eine friedensfähige Welt – inspiriert durch die Proteste gegen die Stationierung von Atomraketen im Hunsrück. Mit klarem Blick und langem Atem setzt sie sich seither für Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und die Bewahrung der Schöpfung ein. Ihre Botschaft ist aktueller denn je: Sicherheit entsteht nicht durch Aufrüstung – sondern durch Vertrauen, Verantwortung und Vernetzung.
Wir freuen uns sehr, dass Heidrun Kisters die FriedensDekade 2025 als Friedensbotschafterinin begleitet.

Friedenslogik statt Sicherheitsdenken – Heidrun Kisters über Mut, Vernetzung und Haltung

 

„Es gibt keinen Weg zum Frieden auf dem Weg der Sicherheit. Denn der Friede muss gewagt werden. Friede ist das Gegenteil von Sicherung. Sicherheiten fordern heißt Misstrauen haben, und dieses Misstrauen gebiert wiederum Krieg“ – (Dietrich Bonhoeffer)

Seit Beginn der1980er Jahre engagiere ich mich in der Friedensbewegung. Anlass war der damalige „NATO-Doppelbeschluss“ mit der Stationierung der atomaren Mittelstreckenraketen Cruise Missiles im Hunsrück – direkt bei mir um die Ecke.

Nach deren Abzug und der Beendigung des „Kalten Krieges“ ist Friedensarbeit nicht überflüssig geworden. Aber sie war noch nie so herausfordernd und anstrengend wie heute. Aufrüstung und Abschreckung sind in der öffentlichen Wahrnehmung anscheinend selbstverständlich und als alternativlos akzeptiert. Kriegsberichterstattungen, Bilder von Tod und Zerstörung prägen die täglichen Nachrichten. Wir dürfen uns nie daran gewöhnen.

Aber was haben wir der zunehmenden verbalen „Mobilmachung“ in Medien und Gesellschaft, die kriegstüchtig werden soll, entgegenzusetzen? Diese Entwicklung, die auf einer militärischen Sicherheitslogik beruht, ist brandgefährlich und braucht ganz dringend Alternativen. Ein gerechter Friede ist durch sicherheitslogisches Denken, das auf Konkurrenz und Misstrauen basiert, nicht zu erreichen.

Statt der Sicherheitslogik müssen wir die Friedenslogik lernen, die auf Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit baut und nicht nur die eigenen Interessen im Blick hat. Die Kampagne „Sicherheit neu denken“ ist da ein ganz wunderbarer Ansatz, der trotz aller widrigen Umstände nicht aufgegeben werden darf. Wenn wir ihn als Chance begreifen, pflegen und ausbauen, kann es uns gelingen, nicht kriegstüchtig, sondern friedensfähig zu werden. Vernetzungsarbeit ist mir sehr wichtig im Sinne meines Herzensanliegens „Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung“.

– Heidrun Kisters

Heidrun Kisters ist Jahrgang 1959, im Hunsrück aufgewachsen und lebt seit über 30 Jahren in Kirchberg. In den frühen 1980er Jahren ist sie zur Hunsrücker Friedensinitiative gestoßen und hat in der Zeit der Demonstrationen und Aktionen gegen die Stationierung der atomaren Mittelstreckenraketen Cruise Missiles bei Bell/Hassebach im Friedensbüro in Kastellaun gearbeitet.
Heute engagiert sie sich als Vorsitzende des „Vereins für friedenspolitische und demokratische Bildung e.V.“ weiterhin in der Friedensinitiative, im „Frauenforum Rhein-Hunsrück“, in der „ATTAC-Regionalgruppe Hunsrück-Nahe“ und bei den „Omas gegen Rechts Simmern/Hunsrück“.

Friedensarbeit beginnt im Kleinen – und braucht Menschen wie dich.

Teile diesen Beitrag, erzähle anderen davon und finde Inspiration für deine eigene Friedensaktion.
Im Shop findest du Materialien zur FriedensDekade – von Postkarten über Banner bis hin zu Impulsen für Gottesdienste und Aktionen,
Und auf Instagram bleibst du nah dran an Mitmach-Tipps, Stimmen und Friedenszeichen.

Frieden im Dialog: Neue Stimmen, gelebte Spiritualität

Ein Gespräch mit Miriam Meyer und Lars Blume über junge Perspektiven, lokale Begegnungsorte und die Verbindung von Spiritualität und Friedensarbeit.

Frieden im Dialog: Perspektiven für ein gemeinschaftliches Engagement

In unserer Serie „Frieden im Dialog“ möchten wir die Menschen und Ideen hinter der ökumenischen FriedensDekade sichtbar machen. In regelmäßigen Gesprächen kommen Personen aus dem Gesprächsforum, Redaktionskreis oder anderen Netzwerken zu Wort, teilen ihre Perspektiven und geben Einblicke in die Arbeit, die die FriedensDekade so lebendig macht. Ob persönliche Geschichten, Visionen oder die Auseinandersetzung mit dem Wandel in der Friedensarbeit – dieser Dialog lädt ein, gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie Frieden gestaltet werden kann.

Heute im Gespräch: Miriam Meyer, Vertreterin des europäischen Netzwerkes „Church and Peace“, und dem neuesten Mitgliede des Gesprächsforums der FriedensDekade. Miriam ist schöpferisch bei der REFO Moabit tätig, wo sie lokale Friedensarbeit mit spirituellen Impulsen verbindet. Sie trifft auf Lars Blume, der die Öffentlichkeitsarbeit der ökumenischen FriedensDekade gestaltet. Gemeinsam sprechen sie über die Kraft junger Stimmen, die Verbindung von Glauben und Aktion und wie das Motto „Komm den Frieden wecken“ 2025 in Europa und darüber hinaus lebendig werden kann.

Neue Perspektiven durch junge Stimmen

Lars: Miriam, als eines der jüngsten Mitglieder unseres Gesprächsforums und Vertreterin von „Church and Peace“ bringst du frische Perspektiven in die FriedensDekade. Was möchtest du aus deiner Arbeit bei der REFO Moabit und „Church and Peace“ einbringen?

Miriam: Ich bin Teil des Konvents der REFO Moabit, einer Gemeinschaft von rund 60 Personen in Berlin, die Mitglied im Netzwerk „Church and Peace“ ist. Wir gestalten den REFO Campus – bestehend aus Kirchgebäude, Kita, Wohnhäusern und Gemeinschaftsflächen – als offenen, lebendigen Ort für bis zu 600 Menschen, die täglich ein und aus gehen. Seit 2011 haben wir die einst leerstehende Reformationskirche zu einem vielfältigen Begegnungsort entwickelt, an dem Menschen aus Kunst, Bildung, Politik und Spiritualität zusammenwirken – darunter auch das Netzwerk Inklusiver Islam, ein Theater, die Cantorei und soziale Einrichtungen. Unsere Arbeit ist getragen von der Vision einer Kirche, die nachhaltig Beziehung lebt und zu einem friedlichen gesellschaftstransformierenden Miteinander beiträgt. In einem Projekt von „Church and Peace“ bin ich dort schöpferisch tätig, und diese Erfahrungen möchte ich in die FriedensDekade einbringen, ebenso wie den Austausch und die Begegnungen aus „Church and Peace“, wo wir europaweit voneinander lernen und um Themen ringen.

Lars: Das klingt nach einem echten Mikrokosmos für Frieden! Die FriedensDekade lebt von solchen Orten, wo Menschen zusammenkommen. Du hast gesagt, dass „Church and Peace“ auch junge Menschen begeistert. Wie gelingt euch das?

Miriam: Bei „Church and Peace“ kommen Menschen aus Europa und darüber hinaus zusammen, die sich nach Frieden, Gerechtigkeit und Gemeinschaft sehnen – Menschen jeden Alters. Es gibt viel Expertise und Erfahrungen, die geteilt werden, was das Netzwerk für jüngere Menschen so interessant macht. Ich selbst bin mit 33 Jahren eine der jüngeren Personen und finde es faszinierend, wie Menschen in Deutschland und Ländern wie Kroatien oder Serbien gewaltfreien Widerstand leisten und sich für eine friedliche Gesellschaft einsetzen. Das ermutigt mich sehr. Ich erlebe ein Netzwerk, in dem Fragen offen gestellt werden können, wo Menschen sich untereinander wahrnehmen und wertschätzen – egal wie jung oder alt, erfahren oder unerfahren sie sind. Durch Konferenzen und Austauschformate schaffen wir Räume, in denen Menschen Vertrauen, Spiritualität und Widerstand lernen können – auf Augenhöhe.

Miriam: Lars, du bist in der Öffentlichkeitsarbeit der FriedensDekade aktiv. Wie schafft ihr es, junge Menschen einzubinden, und was siehst du als die größte Stärke der FriedensDekade, um neue Stimmen zu fördern?

Lars: Die FriedensDekade lebt von ihrer offenen Struktur: Jede Person kann sie mit eigenen Inhalten füllen, sei es durch Friedensgebete, Kunstprojekte oder Diskussionen in Schulen. Unsere Materialien sprechen Gemeinden, Schulen, Universitäten und zivilgesellschaftliche Gruppen an, um Frieden lokal zu verankern. Für junge Menschen versuchen wir Räume zu schaffen in denen gelebtes Friedensarbeit wie deine aus der REFO Moabit gehört werden. Formate wie der Kirchentag 2025 in Hannover oder unsere peace-and-pray-App helfen uns, junge Stimmen zu erreichen und zu inspirieren. Die größte Stärke ist, dass wir Menschen ermutigen, nicht in Ohnmacht zu verharren, sondern aktiv zu werden – mit Hoffnung und Entschlossenheit. Dafür biete die ökumenische FriedensDekade in den 10 Tagen im November den Raum und die Materialien.

Verbindung von Spiritualität und Aktion

Lars: Du hast betont, wie wichtig die geistliche Verankerung für die Friedensarbeit ist. Warum ist das für dich so unverzichtbar?

Miriam: Als Christen und christliche Gemeinschaften sind wir beauftragt, Frieden zu stiften und kreativ an Gottes Schöpfungshandeln mitzuwirken. Eine veränderte, gerechte und friedliche Welt braucht die Transformation der Herzen und Systeme. Ich glaube, dass die Transformation der Herzen im Gebet und in der Beheimatung in Gott beginnt. Im Glauben und im Gebet wird mir die Verbundenheit mit Gott und meinen Mitmenschen bewusst. Meine Hoffnung auf ein transzendentes Mehr – auf etwas, das über diese Welt hinausreicht – wird gestärkt. Die Mystik weist auf die Verbundenheit allen Seins hin, und das verstehe ich als Grundlage des gewaltfreien Zusammenlebens, dem Ziel der Friedensarbeit.

Miriam: Lars, du hast oft von der Verbindung zwischen Spiritualität und gelebtem Glauben gesprochen, besonders in Bezug auf die Natur. Wie siehst du die Rolle von Spiritualität in der FriedensDekade, und wie spielt die Verbindung zu „Mutter Erde“ dabei eine Rolle?

Lars: Spiritualität ist für mich zentral, weil sie uns erdet und Hoffnung gibt. Frieden ist kein statischer Zustand, sondern ein aktiver Prozess, der im Kleinen beginnt – in unserem Umgang miteinander und mit der Schöpfung. Die Verbindung zu „Mutter Erde“ erinnert uns daran, dass Frieden auch Verantwortung für die Schöpfung bedeutet. Das Motto „Komm den Frieden wecken“ für 2025 ist ein Aufruf, wachsam zu sein, nicht nur für gesellschaftliche Konflikte, sondern auch für unsere Umwelt. Aktionen wie der Friedenslauf oder unsere Schreibwerkstatt zeigen, wie wir durch gemeinsames Handeln die Schöpfung ehren und neue Wege zu Gott finden können. Für mich persönlich ist die Natur ein Ort, an dem ich die Verbundenheit mit allem Leben spüre, was die Friedensarbeit stärkt.

Lars: Wie setzt ihr diese Verbindung bei der REFO Moabit oder „Church and Peace“ um? Gibt es konkrete Projekte, die Spiritualität und Aktion verbinden?

Miriam: Bei der REFO verbinden wir Spiritualität und Aktion durch Gottesdienste, die politische Themen aufgreifen, oder Veranstaltungen, die Menschen aus verschiedenen Kulturen zusammenbringen. Bei „Church and Peace“ schaffen wir in der PEACEBUILDING-Reihe Räume, wo spirituelle Impulse wie Gebete mit Workshops zu gewaltfreier Kommunikation oder Konflikttransformation kombiniert werden. Das ermöglicht es, Frieden praktisch zu erleben. Ich könnte mir vorstellen, solche Projekte oder Geschichten von Aktivistinnen und Aktivisten aus unserem Netzwerk während der FriedensDekade vorzustellen.

Lars: Das ist ein großartiges Angebot, Miriam! Die Idee, Projekte und Geschichten aus der PEACEBUILDING-Reihe oder von Aktivistinnen und Aktivisten von „Church and Peace“ in die FriedensDekade einzubringen, passt perfekt zu unserem Ziel, konkrete Beispiele gewaltfreier Arbeit sichtbar zu machen. Wir könnten solche Geschichten in unseren Materialien, auf friedensdekade.de oder beim Kirchentag 2027 in Düsseldorf teilen. Lass uns das unbedingt weiterverfolgen, um die FriedensDekade 2025 mit diesen Impulsen zu bereichern!

 

Frieden über Grenzen hinweg

Lars: Das Motto „Komm den Frieden wecken“ ruft 2025 dazu auf, aktiv zu werden. Du hast gesagt, dass „Church and Peace“ dabei helfen könnte, es international zu verbreiten. Wie genau?

Miriam: Das Motto ist eine Einladung an uns und andere, und es ist aktuell, weil viele Menschen in Europa und darüber hinaus sich mit Krieg und Frieden beschäftigen. Ein wichtiger Schritt wäre, das Motto und die Materialien der FriedensDekade in unseren Netzwerken zu streuen, die über den DACH-Raum hinausgehen – dafür wären Materialien in anderen Sprachen hilfreich. Wir könnten Kooperationen mit Kirchen, Gemeinden oder zivilgesellschaftlichen Bewegungen wie Seebrücke oder Fridays for Future eingehen, etwa für Veranstaltungen oder längerfristige Netzwerkarbeit. „Church and Peace“ hat Kontakte in ganz Europa, von Großbritannien bis Serbien. Das Motto und die Grafik der FriedensDekade sind hervorragend geeignet, um Menschen zu motivieren, sich mit Frieden und Gerechtigkeit zu befassen.

Miriam: Lars, wie plant die FriedensDekade, das Motto 2025 zu verbreiten, und welche Rolle spielen Netzwerke wie „Church and Peace“ dabei?

Lars: Das Motto „Komm den Frieden wecken“ ist für 2025 ein Aufruf, der Menschen anspricht, weil Krisen und Polarisierung global sind. Unser Fokus liegt zunächst auf dem deutschsprachigen Raum, wo wir die FriedensDekade überall sichtbar machen wollen – bisher ist unsere Präsenz nicht überall gleich stark. Dieses Jahr suchen wir gezielt nach internationalen Projekten und Partnern, und „Church and Peace“ könnte hier ein wichtiger Partner werden. Wir planen mit Netzwerken wie Church and Peace die internationale Perspektive mit der nationalen zu Verbinden und in den Austausch zu gehen. Der Kirchentag 2025 in Hannover war da bereits eine Plattform wo wir internationale Gäste und Perspektiven aufnehmen und einbinden konnten. Nach 2025 wird ein neues Motto folgen, aber dieses Jahr wollen wir „Komm den Frieden wecken“ so weit wie möglich tragen.

Lars: Du hast die kleinen Erfolge der gewaltfreien Arbeit erwähnt, die sichtbarer werden sollten. Kannst du ein Beispiel nennen, das dich inspiriert?

Miriam: Gewaltfreie Arbeit beginnt im Kleinen – im Aufeinanderzugehen, in Dialogen und Begegnungen. Neal Blough, der für „Church and Peace“ an der Konsultation zu gerechtem Frieden in Warschau teilgenommen hat, schrieb im Rundbrief: „Allein die Tatsache, dass sich Kirchen mit ihren unterschiedlichen Traditionen und Ansichten zur Frage des Krieges treffen und ernsthaft und mit gegenseitigem Respekt an die Sache herangehen, ist sehr wichtig – etwas, das ich als Zeichen der Hoffnung sehe.“ Solche Begegnungen, aber auch Demonstrationen, Predigten oder Konferenzen, die sich gewaltfrei mit Frieden und Gerechtigkeit auseinandersetzen, machen Hoffnung und sollten gefeiert werden.

Lars: Absolut, das sind starke Hoffnungszeichen! Zum Abschluss: Was ist dein Wunsch für die FriedensDekade 2025?

Miriam: Mein Wunsch ist, dass wir die vielen kleinen Erfolge gewaltfreier Arbeit sichtbar machen – sei es die Arbeit der REFO Moabit oder die Dialoge bei „Church and Peace“. Jede Begegnung, jede Aktion zählt. Ich wünsche mir, dass Menschen durch das Motto „Komm den Frieden wecken“ inspiriert werden, ihren eigenen Beitrag zu leisten – in ihrer Gemeinde, ihrem Umfeld oder im Netzwerk.

Lars: Das ist ein wunderbarer Aufruf! Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass „Komm den Frieden wecken“ 2025 nicht nur ein Motto bleibt, sondern eine Bewegung wird.

Zum Weiterlesen und Mitgestalten

  • Materialien der FriedensDekade: Entdecken Sie unsere Angebote im Online-Shop.
  • Church and Peace: Erfahren Sie mehr über das Netzwerk und die PEACEBUILDING-Reihe auf church-and-peace.org.
  • Teilen Sie Ihre Geschichten: Senden Sie Ihre Aktionen oder Pläne für 2025 an kontakt@friedensdekade.de.
  • Folgen Sie uns: Bleiben Sie über unseren Instagram-Account auf dem Laufenden.
  • Unterstützen Sie uns: Jede Spende hilft, die Friedensarbeit zu stärken.

Jede Begegnung, jede Aktion, jede Stimme zählt – lassen Sie uns gemeinsam den Frieden wecken!

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