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Schlagwort: Schreibwerkstatt

Ein göttlicher Exodus: Papst-Botschaft als Kompass für „couragiert widerständig“

Die Weihnachtsansprache 2025 von Papst Leo XIV. ist mehr als ein Gruß, sie ist eine theologische Grundlegung für den Frieden in stürmischen Zeiten.

In seiner Weihnachtsansprache an die Römische Kurie hat Papst Leo XIV. Worte gewählt, die wie eine Blaupause für die kommende Arbeit der Ökumenischen FriedensDekade wirken. Wer die Rede liest, erkennt schnell: Frieden ist für diesen Papst kein passiver Zustand, sondern ein aktiver, oft unbequemer Weg. Es ist ein Weg, der Mut erfordert, oder, wie wir es für 2026 formulieren: ein Weg, der couragiert widerständig gegangen werden muss.

Der Widerstand gegen die „Logik des Egoismus“

Ein zentraler Pfeiler der päpstlichen Rede ist der Aufruf zur Umkehr von einer Gesellschaft, die auf Individualismus baut. Der Papst wird hier sehr deutlich:

„Die Liebe des Vaters […] befähigt uns im Heiligen Geist, Zeichen einer neuen Menschheit zu sein, die nicht mehr auf der Logik des Egoismus und Individualismus beruht, sondern auf gegenseitiger Liebe und Solidarität.“

Hier liegt der erste Anknüpfungspunkt für unser Motto: Widerstand leistet heute bereits derjenige, der sich der herrschenden Logik von „Ich zuerst“ entzieht. Es braucht Courage, in einer Welt, die zunehmend von Aggressivität und Wut (auch in der digitalen Welt) geprägt ist, konsequent auf Solidarität zu setzen. Der Papst fordert uns auf, diese Logik zu durchbrechen – ein zutiefst widerständiger Akt im Sinne des Evangeliums.

Mut zur Niedrigkeit: Das Vorbild Dietrich Bonhoeffer

Besonders bemerkenswert ist, dass Papst Leo XIV. den evangelischen Märtyrer Dietrich Bonhoeffer zitiert, um das Geheimnis von Weihnachten zu erklären:

„Gott schämt sich der Niedrigkeit des Menschen nicht, er geht mitten hinein […]. Gott […] liebt das Verlorene, das Unbeachtete, Unansehnliche, das Ausgestoßene, das Schwache und Zerbrochene.“

Dieser Bezug ist für die ökumenische Friedensarbeit von unschätzbarem Wert. Er zeigt: Gott selbst ist der erste, der „couragiert“ handelt. Er verlässt die Sicherheit des Himmels (der Papst nennt dies den „göttlichen Exodus“) und begibt sich dorthin, wo es wehtut – in die menschliche Not.

Couragiert widerständig zu sein bedeutet für uns im Jahr 2026 genau das: Nicht wegzusehen, wenn Menschen ausgegrenzt werden, sondern „mitten hinein“ zu gehen, auch wenn es den eigenen Komfort oder die eigene Sicherheit kostet.

Keine „kleinen Gärtner“: Der weite Horizont des Friedens

Ein weiterer Aspekt der Rede ist die Warnung vor einer kirchlichen und gesellschaftlichen Selbstbezogenheit. Der Papst erinnert uns daran, dass wir eine universale Aufgabe haben:

„Wir sind keine kleinen Gärtner, die sich um ihren eigenen Garten kümmern, sondern wir sind Jünger und Zeugen des Reiches Gottes, die berufen sind, in Christus Sauerteig einer universalen Geschwisterlichkeit […] zu sein.“

Dieser „Sauerteig“ verändert den ganzen Teig. Friedensarbeit darf nicht im geschützten Raum der eigenen Gemeinde stehen bleiben. Couragierter Widerstand ist laut Papst Leo XIV. ein prophetisches Zeichen. Es geht darum, Sauerteig für eine Geschwisterlichkeit zu sein, die keine Grenzen von Religionen, Kulturen oder Sprachen kennt.

Fazit: Weihnachten als Startschuss für 2026

Die Ansprache macht deutlich: Mission und Gemeinschaft sind untrennbar mit dem Einsatz für Gerechtigkeit und Frieden verbunden. Papst Leo XIV. ruft uns dazu auf, Baumeister einer Kirche zu sein, die auf die „großen kirchlichen, pastoralen und sozialen Herausforderungen der heutigen Zeit ausgerichtet ist“.

Für die Ökumenische FriedensDekade 2026 bedeutet das: Wir nehmen den Rückenwind aus dem Vatikan mit. Wir lassen uns ermutigen, Sauerteig zu sein. Wir bleiben dran – couragiert in der Liebe und widerständig gegen alles, was das menschliche Miteinander vergiftet.

Machen Sie mit!

Die Worte des Papstes zeigen: Jede Hand wird gebraucht. Gestalten Sie die Friedensgebete und Texte für das Jahr 2026 mit. In unserer Schreibwerkstatt (30.01.–01.02.2026) bringen wir das Motto „couragiert widerständig“ aufs Papier und in die Welt.

Frieden – Schreiben gegen die Ohnmacht und für das Miteinander

Eine Online-Schreibwerkstatt von der Evangelischen Allianz Deutschland mit Amelie Rick und Norina Welteke

Frieden – ein gefühlt hohles Wort, wenn wir um uns blicken. Wo ist der Frieden in
dieser Welt? Konflikte brechen auf, dauern an, fordern unzählige Menschenleben. Wo ist Frieden in diesem Land? Politiker streiten unablässig, werden von den Medien bloßgestellt, Unmut wartet an jeder Straßenecke. Wo ist Frieden in meinem Leben? Nachrichten stürmen auf mich ein, meine Worte werden als verletzend wahrgenommen, meine Identität wird infrage gestellt. Wie sollen wir mit all dem umgehen, was unseren äußeren und inneren Frieden ins Wanken bringt?

Mit der kreativen Schreibwerkstatt „Frieden – Schreiben gegen die Ohnmacht und für das Miteinander“ bietet die Evangelische Allianz in Deutschland e. V. in Zusammenarbeit mit der Schreibpädagogin Amelie Rick im zweiten Durchlauf die Möglichkeit, sich schreibend mit dem Frieden auseinanderzusetzen und miteinander und mit Gott ins Gespräch zu gehen. Gemeinsam begeben sich Norina Weltke (Mitglied des Gesprächsforums der ökumenischen FriedensDekade) und Amelie Rick gemeinsam mit den Teilnehmenden auf die Suche nach verschiedenen Aspekten des Friedens aus wissenschaftlicher und biblischer Sicht.

Mehr Informationen und Anmeldung unter norina.welteke@ead.de

FriedensDekade 2025: „Komm den Frieden wecken“

Friedensarbeit beginnt oft im Kleinen – manchmal mit einem Gedanken, einem Gespräch, einem geschriebenen Wort.
Diese Schreibwerkstatt möchte Ohnmacht verwandeln: in Ausdruck, Begegnung und Hoffnung.


Die FriedensDekade 2025 lädt unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ dazu ein, solche Räume zu schaffen – auf Papier, in Herzen, im Miteinander.

Entdecken Sie weitere Aktionen, Impulse und Materialien im Shop der FriedensDekade und auf Instagram.


Teilen Sie Ihre Gedanken, Ihre Zeichen des Friedens – wir freuen uns auf Ihre Stimme.

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