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Schlagwort: Friedenskultur

Mitmach-Tipps für Kommunen und öffentliche Verwaltungen – FriedensDekade 2025 sichtbar gestalten

Gemeinsam den Frieden wecken – Kommunen und öffentliche Verwaltung als starke Akteure für die FriedensDekade

Die FriedensDekade 2025 lädt unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ dazu ein, klare Zeichen für Verständigung, Erinnerungskultur und eine friedliche Zukunft zu setzen. Kommunen sind hierbei zentrale Akteure: Sie gestalten öffentliche Räume, fördern Begegnung und unterstützen lokale Friedensinitiativen. In Zeiten globaler Herausforderungen und gesellschaftlicher Spannungen können Städte und Gemeinden den Wert des Friedens nachhaltig verankern.

Dieser Leitfaden bietet Kommunen fünf konkrete Mitmach-Tipps, um die FriedensDekade 2025 wirkungsvoll und sichtbar zu gestalten. Die Vorschläge sind praxistauglich, fördern die Bürgerbeteiligung und stärken die lokale Gemeinschaft.

1. Friedenspreis der Kommune – Lokales Engagement würdigen

Zeichnen Sie während der FriedensDekade ein lokales Projekt, einen Verein oder eine Initiative aus, die sich für Verständigung und ein friedliches Miteinander einsetzt.
Vorteil: Eine Auszeichnung schafft hohe Sichtbarkeit, motiviert weitere Akteure und stärkt das Bewusstsein für Friedensarbeit in Ihrer Kommune.
Umsetzung: Organisieren Sie eine feierliche Verleihung im Rathaus oder auf einem öffentlichen Platz, um die Botschaft der FriedensDekade 2025 zu verbreiten.

2. Friedensbaum pflanzen – Ein Symbol für Hoffnung und Zusammenhalt

Pflanzen Sie einen „Friedensbaum“ in einem öffentlichen Park oder auf einem zentralen Platz – idealerweise gemeinsam mit Bürger*innen aller Generationen, Schulen und Vereinen.
Vorteil: Der Baum wird zu einem dauerhaften Zeichen für Frieden und Wachstum. Ein Schild mit dem Motto „Komm den Frieden wecken“ erklärt die Aktion und verweist auf die FriedensDekade.
Umsetzung: Planen Sie eine Pflanzaktion mit einer kurzen Zeremonie, die die Gemeinschaft einbindet und mediale Aufmerksamkeit erzeugt.

3. Straßenname auf Zeit – Frieden im Alltag sichtbar machen

Verleihen Sie einer zentralen Straße oder einem Platz während der FriedensDekade 2025 symbolisch einen Zusatz wie „Platz des Friedens“ oder „Straße der Hoffnung“.
Vorteil: Eine temporäre Umbenennung lenkt die Aufmerksamkeit der Bürger*innen auf die Bedeutung von Frieden und integriert das Thema in den Alltag.
Umsetzung: Gestalten Sie eine öffentliche Einweihungszeremonie mit Schildern und kommunizieren Sie die Aktion über lokale Medien und Social Media.

4. Friedensrat der Kommune – Dialogräume schaffen

Berufen Sie während der FriedensDekade einen symbolischen Friedensrat ein. Laden Sie Vertreter*innen aus Schulen, Kirchen, Vereinen, migrantischen Communities, Seniorengruppen und dem Jugendparlament ins Rathaus ein.
Vorteil: Der Austausch fördert Vernetzung und erarbeitet konkrete Ideen für mehr Frieden in Ihrer Kommune.
Umsetzung: Verabschieden Sie eine gemeinsame Resolution mit Antworten auf die Frage: „Was braucht unsere Kommune für ein friedliches Miteinander?“

5. Friedenszeitkapsel – Verantwortung für die Zukunft

Lassen Sie Bürger*innen, insbesondere Kinder und Jugendliche, Wünsche und Hoffnungen für eine friedliche Zukunft formulieren. Diese werden in einer Zeitkapsel gesammelt, vergraben oder im Rathaus deponiert und erst in 10–20 Jahren geöffnet.
Vorteil: Die Zeitkapsel symbolisiert langfristige Verantwortung und verbindet Generationen im Engagement für Frieden.
Umsetzung: Organisieren Sie eine öffentliche Veranstaltung zur Versiegelung der Kapsel, um die Botschaft der FriedensDekade zu verstärken.

Warum das Engagement Ihrer Kommune zählt

Kommunen sind Orte der Begegnung, an denen Menschen Verantwortung übernehmen und sichtbare Zeichen setzen können. Durch die Teilnahme an der FriedensDekade 2025 können Sie:

  • Zeichen setzen: Machen Sie Ihre Kommune zu einem Resonanzraum für Frieden.
  • Gemeinschaft stärken: Binden Sie alle Generationen – von Kindern bis Senior*innen – aktiv ein.
  • Erinnerungskultur lebendig halten: Schaffen Sie Orte, die Vergangenheit und Zukunft verbinden.

Mit kreativen Aktionen machen Sie Friedensarbeit in Ihrer Kommune erlebbar – auf Plätzen, in Schulen, Parks und Rathäusern.

Materialien und Unterstützung für Kommunen

Die FriedensDekade stellt Ihnen zahlreiche Ressourcen zur Verfügung, um Ihre Aktionen professionell umzusetzen:

  • Plakate, Banner und Infotexte für öffentliche Räume
  • Vorlagen für Pressearbeit und Social-Media-Kampagnen
  • Impulstexte und Arbeitshilfen für die Planung

Alle Materialien finden Sie unter: www.friedensdekade.de/shop
Melden Sie Ihre Aktion an: kontakt@friedensdekade.de

Fazit: Komm den Frieden wecken – in Ihrer Kommune

Die FriedensDekade 2025 bietet Kommunen die Chance, Friedensarbeit sichtbar, inklusiv und zukunftsorientiert zu gestalten. Mit den vorgestellten Mitmach-Tipps setzen Sie klare Impulse, stärken die Gemeinschaft und tragen dazu bei, Frieden lokal und nachhaltig zu verankern.

Komm den Frieden wecken – in Ihrer Kommune, in Ihrer Nachbarschaft, in unserer Gesellschaft.

„Komm den Frieden wecken“ – Mitmach-Tipps für Vereine und Initiativen.

Frieden wächst dort, wo Menschen sich organisieren, einmischen und Verantwortung übernehmen – im Kleinen wie im Großen.
Vereine und Initiativen leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur Friedenskultur: lokal verwurzelt, thematisch vielfältig, mit offenen Armen und klarem Kompass. Die FriedensDekade 2025 lädt dazu ein, dieses Engagement sichtbar zu machen – und gemeinsam neue Zeichen zu setzen.

Wie kann eure Gruppe, euer Verein, eure Initiative den Frieden wecken?

Frieden gestalten – lokal und konkret

In Vereinen und Initiativen kommen Menschen zusammen, die sich für ein besseres Miteinander einsetzen: im Sport, in der Umweltarbeit, in politischen Gruppen, interreligiösen Projekten oder im Bereich Bildung, Kultur und Soziales. Die FriedensDekade 2025 bietet einen Rahmen, um dieses Engagement zu verbinden – mit einer klaren Botschaft: Frieden beginnt mit Haltung. Und wächst durch Beteiligung.

Ob einmalige Aktion oder ein Programmpunkt im Jahreskalender: Schon kleine Beiträge können große Wirkung entfalten. Hier einige Mitmach-Ideen für die FriedensDekade – speziell für Vereine und Initiativen:

Mitmach-Tipps für Vereine und Initiativen zur FriedensDekade

Ob als Projektwoche, einzelne Aktion oder fächerübergreifende Unterrichtseinheit – jede Schule findet ihren Weg, um ein Zeichen für den Frieden zu setzen. Hier sind einige Impulse, die sich einfach umsetzen und mit Tiefe gestalten lassen:

1. Friedensreklamation

Worum geht’s?
Initiiert eine „Reklamationsstelle für den Frieden“ in eurer Stadt: ein temporärer Info- oder Aktionsstand, an dem Bürger*innen Beschwerden, Wünsche und Visionen zum Thema Frieden einreichen können – handschriftlich, künstlerisch oder digital.

Mögliche Formate:

  • Eine Friedensklagewand: „Ich reklamiere, dass … Krieg normalisiert wird.“
  • Ein Wunschbaum: „Ich wünsche mir Frieden, wo …“
  • Interviews vor Ort: „Wann warst du zuletzt mutig für den Frieden?“
  • Kooperation mit lokalen Zeitungen oder Schulen zur Veröffentlichung

Warum es wirkt:
Weil es Empowerment schafft – durch Sprache, Beteiligung und Öffentlichkeit.
Und weil es ernst nimmt, dass Frieden auch eine Frage der Gerechtigkeit ist.

2. Friedens-Brunch mit leerem Stuhl

Worum geht’s?
Richtet einen öffentlichen Brunch oder ein Begegnungs-Picknick aus – jede*r bringt etwas mit. In der Mitte: ein leerer Stuhl mit einer Friedensbotschaft. Er erinnert an eine Stimme, die fehlt. An Menschen auf der Flucht. An Schweigen. An Hoffnung.

Mögliche Impulse:

  • Jede*r erzählt kurz, wen sie oder er auf den leeren Stuhl setzt
  • Gemeinsames Schreiben eines „Briefs an die Welt“
  • Beteiligung von Partnerprojekten im Ausland oder aus anderen Stadtteilen
  • Abschluss mit gemeinsamem Lied, Friedenswunsch oder symbolischer Geste

Warum es wirkt:
Weil Essen verbindet.
Weil der leere Stuhl Raum für Geschichten schafft.
Und weil gelebte Nachbarschaft ein Friedensakt ist.

3. Schreib dein Friedenswort – ein Hoffnungsband für Frieden

Worum geht’s?
In vielen spirituellen Traditionen hat das geschriebene Wort besondere Kraft. Dieser Mitmach-Tipp lädt dazu ein, gemeinsam ein „Band der Hoffnung“ zu weben – aus einzelnen Friedensworten, Gebeten, Segenstexten oder persönlichen Botschaften.

So geht’s:

  • Stellt in eurem Gemeindehaus oder im Freien ein Friedensband (aus Stoff, Papier oder Naturmaterialien) auf – sichtbar und einladend.
  • Menschen aus eurer Gemeinschaft (oder darüber hinaus) sind eingeladen, ein Wort, ein Versprechen, ein Friedensgebet oder eine Segensformel darauf zu schreiben.
  • Das Band kann täglich weiterwachsen – über 10 Tage hinweg.
  • Zum Abschluss kann es gesegnet, gemeinsam getragen oder in einer Friedensfeier in die Welt entlassen werden – z. B. in einem Fluss, aufgehängt in Bäumen oder geteilt in kleine Stücke, die weitergetragen werden.

Warum es wirkt:
Weil Sprache Frieden stiften kann.
Weil viele Stimmen gemeinsam ein kraftvolles Zeichen setzen.
Und weil geteilte Hoffnung Menschen verbindet, auch über Glaubensgrenzen hinweg.

4. Werkstatt des Friedens

Worum geht’s?
Verwandelt euer Vereinsgelände, eine Werkstatt oder einen Gemeinschaftsraum für einen Nachmittag in eine Werkstatt des Friedens. Jede*r bringt Werkzeug, Ideen oder ein Projekt mit – und gemeinsam wird gebaut, genäht, gezeichnet oder gepflanzt für den Frieden.

Mögliche Aktionen:

  • Upcycling-Projekte mit Friedensbotschaften (Taschen, Banner, Mobiles)
  • Gemeinsames Bauen eines „Friedensmöbels“ für die Nachbarschaft
  • Bemalen von Steinen, Bänken oder Zäunen mit inspirierenden Zitaten
  • Anlegen eines „Stillen Gartens“ als Ort der Begegnung und Erinnerung

Warum es wirkt:
Weil gemeinsames Tun Gemeinschaft schafft.
Weil es Frieden nicht nur denkt, sondern in die Hände nimmt.
Und weil man mit Hammer, Erde oder Pinsel manchmal mehr sagt als mit Parolen.

5. Friedens-Hackathon

Worum geht’s?
Organisiert einen lokalen oder digitalen Mini-Hackathon – ein kreatives Arbeitswochenende, bei dem Mitglieder eures Vereins gemeinsam an Ideen tüfteln, wie Frieden in eurer Stadt oder eurem Themenfeld sichtbarer werden kann. Ziel: Am Ende steht eine konkrete Aktion, Kampagne oder digitale Lösung.

Beispiele:

  • Eine interaktive Friedenskarte der Stadt mit positiven Orten, Geschichten & Projekten
  • Eine TikTok-Kampagne gegen Rassismus mit Jugendlichen
  • Eine Podcastreihe über Alltagsmut in der Vereinswelt
  • Ein Peace-Point in der Innenstadt: eine Box zum Teilen von Wünschen, Sorgen, Ideen für Frieden

Warum es wirkt:
Weil viele Vereine kreative Ressourcen haben – und Lust auf neue Formen der Zusammenarbeit.
Ein Hackathon bringt Generationen, Perspektiven und Talente zusammen. Und macht Frieden konkret und öffentlich.

Gemeinsam den Frieden wecken – sichtbar, hörbar, spürbar

Die FriedensDekade lebt vom Mitmachen – und vom Mut, sich einzumischen. Vereine und Initiativen sind Orte gelebter Friedensfähigkeit. Gerade in Zeiten, in denen gesellschaftliche Spannungen zunehmen, ist euer Engagement wichtiger denn je.

Nutzt die Materialien der FriedensDekade – von Plakaten bis Social-Media-Vorlagen – um eure Aktion zu begleiten. Und tragt eure Veranstaltung in unseren Aktionskalender ein, damit sie sichtbar wird!

Materialien für eure Friedensaktion

Ein umfangreiches Paket unterstützt Sie bei der Umsetzung:

  • Ideenheft mit Anleitungen & Hintergrundwissen
  • Friedensliederbuch mit Liedern aus aller Welt
  • Plakate, Banner, Aufkleber, Postkarten
  • Online-Materialien für Unterricht und Aktion
  • Texte für Pressearbeit

Alles unter: www.friedensdekade.de/shop

Mitmachen ist einfach – Ihre Aktion zählt

1. Idee finden – Was passt zu eurem Verein, eurer Initiative?

2. Material nutzen – In unserem Shop erhältlich.

3. Aktion anmelden – Für unseren Aktionskalender (optional): kontakt@friedensdekade.de

4. Teilen Sie Ihr Zeichen auf Instagram– unter dem Hashtag #friedensdekade2025

Jetzt mitmachen und gemeinsam den Frieden wecken!

Frieden im Dialog 2025: Heidrun Kisters über Friedenslogik, Vernetzung und das Motto „Komm den Frieden wecken“

Frieden im Dialog: Friedenslogik und gelebtes Engagement

Ein Gespräch mit Heidrun Kisters und Lars Blume über Friedensarbeit, Vernetzung und die Kraft kleiner Schritte für eine friedensfähige Welt.

Perspektiven für eine friedensfähige Welt

In unserer Serie „Frieden im Dialog“ möchten wir die Menschen und Ideen hinter der ökumenischen FriedensDekade sichtbar machen. In regelmäßigen Gesprächen kommen Personen aus dem Gesprächsforum, Redaktionskreis oder anderen Netzwerken zu Wort, teilen ihre Perspektiven und geben Einblicke in die Arbeit, die die FriedensDekade so lebendig macht. Ob persönliche Geschichten, Visionen oder die Auseinandersetzung mit dem Wandel in der Friedensarbeit, dieser Dialog lädt ein, gemeinsam nach Wegen zu suchen, wie Frieden gestaltet werden kann.

Heute im Gespräch: Heidrun Kisters, Friedensbotschafterin der FriedensDekade 2025, und Lars Blume, der die Öffentlichkeitsarbeit der ökumenischen FriedensDekade gestaltet. Heidrun engagiert sich seit den 1980er Jahren für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung, inspiriert durch die Proteste gegen die Stationierung von Atomraketen im Hunsrück. Gemeinsam sprechen sie über die Kraft der Friedenslogik, die Bedeutung von Vernetzung und wie das Motto „Komm den Frieden wecken“ 2025 Menschen inspirieren kann.

Die Rolle der Friedensbotschafterin

Lars: Heidrun, du bist Friedensbotschafterin der FriedensDekade 2025. Was bedeutet das für dich persönlich?

Heidrun: Ich sehe mich in einer Reihe vieler Mitstreiter*innen, die seit vielen Jahren in der Friedensarbeit aktiv sind. Durch Öffentlichkeit und Präsenz können wir uns gegenseitig stärken und Mut machen.

Lars: Das klingt nach einer großen Verantwortung, aber auch nach einer Chance, andere zu inspirieren.

Heidrun: Genau, es ist eine Möglichkeit, Menschen zu zeigen, dass Friedensarbeit im Alltag beginnt. Lars, wie erlebst du diese Rolle der FriedensDekade, Menschen zusammenzubringen und sichtbar zu machen, was möglich ist?

Lars: Für mich ist die FriedensDekade eine Plattform, die Vielfalt und Kreativität in der Friedensarbeit sichtbar macht. Durch unsere Materialien, die regionalen Veranstaltungen in den Gemeinden und Gemeinschaften, unsere Präsenz auf den Kirchentag oder die peace-and-pray-App schaffen wir Räume, in denen Menschen ihre Ideen einbringen können. Es geht darum, Hoffnung und Handlungsmöglichkeiten zu verbinden.

Heidrun: Das klingt spannend! Wie schafft ihr es, diese Vielfalt an Menschen und Ideen unter ein Motto wie „Komm den Frieden wecken“ zu bringen?

Lars: Das Motto ist so kraftvoll, weil es offen ist. Es lädt ein, Frieden aktiv zu gestalten, sei es durch Gebete, Aktionen oder Dialoge. Wir versuchen, mit Materialien und Formaten wie Workshops und den verschiedenen Materialien Menschen zu ermutigen, ihren eigenen Weg zu finden.

Das Motto „Komm den Frieden wecken“

Lars: Apropos Motto: Was weckt der Satz „Komm den Frieden wecken“ in dir?

Heidrun: In einer Gesellschaft, die sich zunehmend militarisiert, wird es immer schwieriger, die Friedenslichter zu erkennen. Dort, wo sie erloschen sind, müssen wir sie wieder anzünden.

Lars: Dieses Bild des „Anzündens“ ist stark. Für mich ist es ein Aufruf, Hoffnung und Handeln zu verbinden.

Heidrun: Absolut. Ich sehe es als Einladung, wachsam zu bleiben. Lars, wie plant ihr in der FriedensDekade, dieses „Anzünden“ konkret zu fördern, besonders in einer Zeit, in der viele Menschen von Krisen überwältigt sind?

Lars: Wir setzen auf konkrete, zugängliche Formate: Friedensgebete, Schreibwerkstätten. Als FriedensDekade schaffen wir einen deutschlandweiten Rahmen, der vor Ort und durch viele eigenständige Initiativen und Aktionen in der Zeit der FriedensDekade und darüber hinaus gefüllt wird. Unsere Materialien sind so gestaltet, dass Gemeinden, Schulen oder Einzelpersonen sie leicht nutzen können. Es geht darum, Menschen zu zeigen, dass sie mit kleinen Schritten etwas bewirken können.

Heidrun: Das ist wichtig, diese Niedrigschwelligkeit. Es ermutigt Menschen, anzufangen.

Friedenslogik versus Sicherheitslogik

Lars: Du sprichst oft von einer Friedenslogik als Gegenmodell zur Sicherheitslogik. Was heißt das konkret für dein Denken und Handeln?

Heidrun: Für mich heißt das konkret, dass ich im Konflikt nicht auf Stärke und Durchsetzung baue, sondern versuche, die Interessen meines Gegenübers im Blick zu haben und eine einvernehmliche Lösung zu suchen.

Lars: Das ist eine klare Abgrenzung zur oft dominierenden Sicherheitslogik, die auf Abschreckung setzt.

Heidrun: Genau. Friedenslogik bedeutet, Vertrauen zu schaffen statt Misstrauen. Lars, wie versucht die FriedensDekade, diese Friedenslogik in ihren Projekten sichtbar zu machen?

Lars: Wir setzen auf Dialog und Begegnung. Unsere Materialien fördern gewaltfreie Ansätze, etwa durch Workshops zu Konflikttransformation oder Gebete, die Verbundenheit schaffen. Aktuell prüfen wir, wie wir mit einem kleinen Bildungsangebot die Strukturen vor Ort noch mehr unterstützen können.

Die Diskussion um „Kriegstüchtigkeit“

Lars: Die aktuelle gesellschaftliche Diskussion dreht sich oft um „Kriegstüchtigkeit“. Wie bewertest du das, und welche Alternativen möchtest du sichtbar machen?

Heidrun: Diese Terminologie macht mir Angst. Wir dürfen uns nie daran gewöhnen. Stattdessen sollten wir alles daran setzen, durch Diplomatie Krisen und Kriege zu beenden. Auch in unseren Köpfen darf sich das Freund-/Feind-Denken nicht festsetzen. Gesellschaftliche Prozesse der Versöhnungsarbeit und Völkerverständigung müssen gestärkt werden, anstatt in diesen Bereichen immer mehr finanzielle Mittel einzusparen.

Lars: Diese Angst teile ich. Die FriedensDekade versucht, solche Alternativen sichtbar zu machen.

Heidrun: Das ist so wichtig. Lars, wie geht ihr in eurer Öffentlichkeitsarbeit mit dieser militaristischen Sprache um? Wie schafft ihr es, eine positive Botschaft dagegenzusetzen?

Lars: Wir versuchen, die Narrative zu ändern, indem wir Geschichten von gewaltfreier Arbeit teilen; sei es auf friedensdekade.de, bei Veranstaltungen oder über soziale Medien. Das Motto „Komm den Frieden wecken“ ist unser Gegenentwurf: Es ruft zur aktiven Gestaltung von Frieden auf, statt sich in Angst oder Abschreckung zu verlieren.

Heidrun: Das ist ein starker Ansatz. Es geht darum, Hoffnung sichtbar zu machen.

Die Kraft der Vernetzung

Lars: Deine Arbeit ist tief vernetzt in lokale Gruppen wie ATTAC, Omas gegen Rechts oder das Frauenforum. Warum ist Vernetzung so wichtig für den Frieden?

Heidrun: Friedensarbeit ist sehr komplex. Frieden, Gerechtigkeit und Schöpfungsbewahrung sind untrennbar miteinander verbunden. Ein solidarisches Miteinander ist Voraussetzung für eine resiliente demokratische Gesellschaft. Wenn sich hier Hass und Hetze festsetzen, hat auch der Frieden nach außen keine Chance.

Lars: Diese Verbindung von Themen ist zentral für die FriedensDekade.

Heidrun: Genau. Lars, wie nutzt ihr in der FriedensDekade Netzwerke, um diese Themen zusammenzubringen? Arbeitet ihr auch mit  anderen Bewegungen?

Lars: Ja, wir suchen aktiv die Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Bewegungen und sind in der Friedensbewegung, auch aufgrund unser 45 jährigen Tradition tief verwurzelt. Beim Kirchentag 2025 in Hannover zum Beispiel habe ich mit internationale Partner über die Verbindung von Frieden und Klimagerechtigkeit diskutiert. Netzwerke wie „Church and Peace“ helfen uns, diese Themen international zu verankern.

Heidrun: Das klingt nach einem guten Ansatz. Vernetzung schafft Synergien, die uns alle stärker machen.

Erfahrungen aus den 1980er Jahren

Lars: Dein Engagement begann in den 1980er Jahren mit den Protesten gegen die Atomraketen im Hunsrück. Welche Erfahrungen aus dieser Zeit prägen dich bis heute?

Heidrun: Friedensarbeit braucht einen langen Atem, gute Vernetzung und immer wieder Austausch mit Mitstreiter*innen. Die Situation in den 80er Jahren war hier im Hunsrück sehr besonders. In dieser ländlichen Gegend bleibt politisches und gesellschaftliches Engagement nicht anonym. Das ist eine große Chance auch heute noch.

Lars: Diese Nähe und Persönlichkeit der Arbeit ist inspirierend.

Heidrun: Ja, sie gibt Kraft. Lars, wie schafft ihr es in der FriedensDekade, diese persönliche Ebene zu bewahren, obwohl ihr vor allem dezentral agiert aber zentral aufgestellt seid?

Lars: Wir setzen auf lokale Aktionen, die von Gemeinden oder Einzelpersonen gestaltet werden. Unsere Materialien sind so flexibel, dass sie an lokale Kontexte angepasst werden können. Gleichzeitig nutzen wir Plattformen wie den Kirchentag oder unsere Website, um diese lokalen Geschichten im DACH-Raum zu teilen.

Heidrun: Das ist eine gute Balance. Es zeigt, dass globales Engagement immer bei den Menschen vor Ort beginnt.

Hoffnung und Kraft trotz Rückschläge

Lars: Woher nimmst du die Hoffnung und Kraft, dich trotz Rückschlägen weiter zu engagieren?

Heidrun: Es gibt immer wieder Phasen der Resignation in dieser bedrohlichen weltpolitischen Situation. Und dann entdecke ich immer wieder, dass ich nicht alleine da stehe. Der Kontakt und Austausch mit „Gleichgesinnten“ gibt mir dann Kraft und neuen Mut.

Lars: Dieser Austausch ist so wertvoll.

Heidrun: Ja, er ist lebensnotwendig. Lars, wie schafft ihr es in der FriedensDekade, Menschen in solchen Momenten der Resignation zu erreichen und zu ermutigen?

Lars: Wir versuchen, Begegnungsräume zu schaffen, sei es durch Veranstaltungen, gemeinsam Schweigen aber auch durch digitale Formate wie dieses hier. Diese Räume geben Menschen die Möglichkeit, sich auszutauschen und zu merken, dass sie Teil einer größeren Bewegung sind.

Heidrun: Das klingt ermutigend. Solche Räume sind essenziell, um nicht aufzugeben.

Wünsche an junge Menschen

Lars: Was wünschst du dir von jungen Menschen oder kommenden Generationen mit Blick auf Frieden und Gerechtigkeit?

Heidrun: Ich würde mir zunächst mal für junge Menschen wünschen, dass wir ihnen eine lebenswerte Welt hinterlassen und ihre Zukunft nicht durch Kriege und Klimakatastrophe bedroht wird. Von den jungen Menschen wünsche ich mir, dass sie sich nicht blenden lassen von der „Heil versprechenden“ Konsumwelt und achtsam mit den Sozialen Medien umgehen. Auch hier ist die Gesellschaft gefordert, mehr in die Bildung zu investieren, um soziale Werte zu vermitteln.

Lars: Das ist ein starker Aufruf. Wir versuchen, junge Menschen durch Workshops oder unsere Onlinepräsenz einzubinden.

Heidrun: Das ist ein guter Anfang. Lars, wie erreicht ihr junge Menschen konkret, und wie stellt ihr sicher, dass sie sich in der FriedensDekade gehört fühlen?

Lars: Wir setzen auf Formate, die niedrigschwellig sind, wie Kunstprojekte, Diskussionen in Schulen oder unsere Social-Media-Kanäle. Mit dem Versuch in 2025 Bildungsformate zu etablieren, die wir zunächst in Berlin, Brandenburg und Sachsen-Anhalt testen, hoffen wir auch vor Ort direkt mit Menschen ins Gespräch zu kommen und so eine unterstützende Stimme zu der Arbeit vor Ort leisten zu können. Wichtig ist, ihnen zu zeigen, dass jede Stimme zählt.

Heidrun: Das ist entscheidend. Junge Menschen brauchen das Gefühl, dass sie etwas bewegen können.

Ein Sinnbild für Hoffnung

Lars: Gibt es ein Zitat, ein Bild oder eine Erfahrung, das für dich zum Sinnbild für Hoffnung oder friedliche Veränderung geworden ist?

Heidrun: Folgendes Zitat ist für mich in den letzten Jahren sehr wichtig geworden: „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn macht, egal wie es ausgeht.“ Václav Havel (1936-2011).

Lars: Das ist ein unglaublich kraftvolles Zitat.

Heidrun: Ja, es gibt mir Orientierung. Lars, gibt es ein Zitat oder eine Erfahrung, die dich in deiner Arbeit für die FriedensDekade antreibt?

Lars: Für mich ist es die Erfahrung, wie Menschen bei den Veranstaltungen in den 10 Tagen der FriedensDekade zusammenkommen und spüren, dass sie Teil von etwas Größerem sind. Ein Satz, der mich begleitet, ist von Dietrich Bonhoeffer: „Der Friede muss gewagt werden.“ Er erinnert mich daran, dass Friedensarbeit Mut braucht.

Heidrun: Das passt perfekt zu unserem Anliegen. Es geht darum, diesen Mut immer wieder aufzubringen.

Den Einzelnen ermutigen

Lars: Zum Abschluss: Was würdest du Menschen sagen, die das Gefühl haben: „Ich allein kann doch eh nichts bewirken“?

Heidrun: Mit dieser Aussage werde ich tatsächlich oft konfrontiert. Dazu fällt mir dann das obige Zitat ein. Letztendlich muss sich jede und jeder dann den eigenen Weg suchen und dies mit den eigenen Ansprüchen und dem Gewissen vereinbaren.

Lars: Das ist ein starker Gedanke.

Heidrun: Ja, es geht um den eigenen Weg. Lars, wie ermutigt ihr in der FriedensDekade Menschen, diesen ersten Schritt zu machen, auch wenn sie sich klein fühlen?

Lars: Wir zeigen, dass jeder Schritt zählt,  sei es ein Gebet, eine kleine Aktion oder ein Gespräch. Unsere Materialien bieten konkrete Anleitungen, und unsere Plattformen wie friedensdekade.de oder Instagram zeigen Geschichten von Menschen, die mit kleinen Taten Großes bewirken. Es geht darum, zu zeigen: Du bist nicht allein.

Heidrun: Das ist genau die Botschaft, die wir brauchen. Lass uns gemeinsam dafür sorgen, dass „Komm den Frieden wecken“ 2025 eine Bewegung wird!

Zum Weiterlesen und Mitgestalten

Materialien der FriedensDekade: Entdecken Sie unsere Angebote im Online-Shop.

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Jede Begegnung, jede Aktion, jede Stimme zählt. Lassen Sie uns gemeinsam den Frieden wecken!

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