Zum Hauptinhalt springen

Schlagwort: FriedensDekade

Frieden – Schreiben gegen die Ohnmacht und für das Miteinander

Eine Online-Schreibwerkstatt von der Evangelischen Allianz Deutschland mit Amelie Rick und Norina Welteke

Frieden – ein gefühlt hohles Wort, wenn wir um uns blicken. Wo ist der Frieden in
dieser Welt? Konflikte brechen auf, dauern an, fordern unzählige Menschenleben. Wo ist Frieden in diesem Land? Politiker streiten unablässig, werden von den Medien bloßgestellt, Unmut wartet an jeder Straßenecke. Wo ist Frieden in meinem Leben? Nachrichten stürmen auf mich ein, meine Worte werden als verletzend wahrgenommen, meine Identität wird infrage gestellt. Wie sollen wir mit all dem umgehen, was unseren äußeren und inneren Frieden ins Wanken bringt?

Mit der kreativen Schreibwerkstatt „Frieden – Schreiben gegen die Ohnmacht und für das Miteinander“ bietet die Evangelische Allianz in Deutschland e. V. in Zusammenarbeit mit der Schreibpädagogin Amelie Rick im zweiten Durchlauf die Möglichkeit, sich schreibend mit dem Frieden auseinanderzusetzen und miteinander und mit Gott ins Gespräch zu gehen. Gemeinsam begeben sich Norina Weltke (Mitglied des Gesprächsforums der ökumenischen FriedensDekade) und Amelie Rick gemeinsam mit den Teilnehmenden auf die Suche nach verschiedenen Aspekten des Friedens aus wissenschaftlicher und biblischer Sicht.

Mehr Informationen und Anmeldung unter norina.welteke@ead.de

FriedensDekade 2025: „Komm den Frieden wecken“

Friedensarbeit beginnt oft im Kleinen – manchmal mit einem Gedanken, einem Gespräch, einem geschriebenen Wort.
Diese Schreibwerkstatt möchte Ohnmacht verwandeln: in Ausdruck, Begegnung und Hoffnung.


Die FriedensDekade 2025 lädt unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ dazu ein, solche Räume zu schaffen – auf Papier, in Herzen, im Miteinander.

Entdecken Sie weitere Aktionen, Impulse und Materialien im Shop der FriedensDekade und auf Instagram.


Teilen Sie Ihre Gedanken, Ihre Zeichen des Friedens – wir freuen uns auf Ihre Stimme.

Kirchen gegen Atomwaffen: Deutliches Nein zu nuklearer Abschreckung beim Aktionstag in Büchel

Am Fliegerhorst Büchel haben Kirchen und Friedensinitiativen beim 8. Kirchlichen Aktionstag erneut ein starkes Zeichen gegen Atomwaffen gesetzt. Rund 120 Menschen kamen am 18. Mai zusammen, um gemeinsam zu beten, zu singen und für eine atomwaffenfreie Welt einzustehen. Organisiert wurde die Veranstaltung von der ökumenischen Projektgruppe „Kirchen gegen Atomwaffen“.

Dieser Ort ist bedrohlich – weil es ihn gibt“

Die Kirchenpräsidentin der Evangelischen Kirche der Pfalz, Dorothee Wüst, stellte in ihrer Rede klar: „Dieser Ort ist bedrohlich. Weil es ihn gibt. Und weil die Waffen, die hier lagern, real sind. Sie dienen dazu, Böses mit Bösem zu überwinden. Und das lässt sich nicht schönreden, sondern erfordert Klartext.“ Die Option totaler Vernichtung, die von diesem Ort ausgehe, sei erschütternd, besonders in einer Zeit, in der sich „die Gewaltspirale weltweit mit unglaublicher Geschwindigkeit weiterdreht“.

Auch der Weihbischof des Bistums Speyer, Otto Georgens, stellte sich gegen die nukleare Aufrüstung: „Wir erleben gerade, wie intensiv die Debatte um einen europäischen atomaren Schutzschirm geführt wird. Dies zeigt uns, welche große Relevanz dieses Thema hat. Wir als Kirchen sollten uns aktiv in diesen Diskurs einbringen.“ Die Welt müsse aus dem Konzept der nuklearen Abschreckung aussteigen.

Atomwaffen widersprechen christlichen Werten

In ihren Reden machten die kirchlichen Vertreterinnen und Vertreter deutlich, dass Atomwaffen mit christlichen Werten unvereinbar sind. „Ich kann Waffen grundsätzlich und unter allen Umständen ablehnen oder sie als das kleinere Übel, als Mittel zum Lebenszweck zähneknirschend akzeptieren – Atomwaffen stehen auf einem anderen Blatt“, so Kirchenpräsidentin Wüst. „Atomare Abschreckung kann und darf nicht Teil militärischer Strategien und politischer Winkelzüge sein.“

Weihbischof Georgens betonte zugleich die Ambivalenz und die Herausforderung echter Friedensarbeit: „Gelingende Versöhnung kann weder gemacht noch eingefordert werden, sie ist ein Geschenk, dem ein sehr langer Prozess der schmerzhaften Begegnung vorausgeht.“ Die „vorrangige Option für die Gewaltfreiheit“ schließe nicht aus, dass Gewalt in Ausnahmefällen legitim sein könne – auch wenn sie im Dienst des Friedens stehe.

Ökumenische Stimmen der Friedensbewegung

Neben den beiden Kirchenvertretern sprachen auch Simon Boedeker (Ohne Rüstung Leben), Martin Singe (Protestbündnis Nörvenich) und Dr. Eberhard Müller (EAK Württemberg). Boedeker betonte: „Das nukleare Tabu wird von vielen angetastet. Dem müssen wir weiter klar und deutlich widersprechen. Denn Sicherheit wird es nur ohne und nicht mit Atomwaffen geben.“

Singe kritisierte, dass Bundeswehrpiloten weiterhin den Einsatz von Atomwaffen trainieren – trotz völkerrechtlicher Bedenken. „Wir müssen nicht kriegstüchtig, sondern friedensfähig werden.“ Eberhard Müller verwies auf den „Christlichen Friedensruf“ beim Kirchentag in Hannover, in dem die Forderung nach atomarer Abrüstung deutlich bekräftigt wurde.

Projektgruppe „Kirchen gegen Atomwaffen“ plant neue Wege

Der Aktionstag wurde seit 2018 jährlich organisiert und fand in diesem Jahr zum letzten Mal in dieser Form statt. Die Projektgruppe plant jedoch, das kirchliche Engagement gegen Atomwaffen in anderer Form fortzusetzen. Ein Treffen zur weiteren Planung ist im Juli angesetzt.

Weitere Informationen unter: www.kirchengegenatomwaffen.wordpress.com

FriedensDekade 2025: „Komm den Frieden wecken“

Unabhängig vom Aktionstag in Büchel lädt die Ökumenische FriedensDekade im November 2025 dazu ein, das Friedensengagement weiterzutragen. Unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ bietet sie Materialien, Gebete und Impulse für Gottesdienste, Schulen, Gruppen und Gemeinden an.

Jetzt informieren und mitmachen: www.friedensdekade.de

Internationaler Tag der Kriegsdienstverweigerung: Gewissen braucht Orientierung

Kriegsdienstverweigerung im Fokus: – EAK ruft junge Menschen am internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung (15.05) zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Standpunkt auf

In einer Zeit globaler Unsicherheit, wachsender Spannungen und hitziger Debatten um Wehrpflicht und Landesverteidigung erinnert die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) am Internationalen Tag der Kriegsdienstverweigerung (15. Mai) daran: Junge Menschen brauchen Raum, um ihr Gewissen zu befragen – und Unterstützung bei dieser tiefgreifenden Entscheidung.

„Die eigene Haltung zum Wehrdienst oder zur Kriegsdienstverweigerung gehört zu den wichtigsten Entscheidungen, die einem jungen Menschen begegnen kann“, betont Gregor Rehm, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche der Pfalz und Vorstandsmitglied der EAK. Die EAK sehe es als ihre zentrale Aufgabe, junge Menschen auf diesem Weg zu begleiten.

Gewissensbildung braucht Gespräch, Material und Mut

Die Auseinandersetzung mit Fragen wie „Würde ich im Ernstfall zur Waffe greifen?“ oder „Was bedeutet es, heute für Frieden einzustehen?“ ist keine abstrakte Übung – sondern hochaktuell. In den vergangenen Monaten erhielt die EAK zahlreiche Anfragen zur Kriegsdienstverweigerung: von jungen Menschen, aber auch von aktiven Soldat:innen und Reservist:innen.

Diese zunehmende Unsicherheit ist auch eine Reaktion auf aktuelle politische Entwicklungen. Besonders der Beschluss des Bundesgerichtshofs vom Januar 2025 hat für Irritation gesorgt: Darin wird erwogen, das im Grundgesetz verankerte Recht auf Kriegsdienstverweigerung (Art. 4, Abs. 3) im Kriegsfall einzuschränken. Eine „bedenkliche Tendenz“, so Martin Tontsch, Mitglied im EAK-Vorstand und Mitarbeiter der Arbeitsstelle Kokon der bayerischen Landeskirche.

Menschenrecht auf Kriegsdienstverweigerung muss geschützt werden

Im Fokus stand beim BGH-Fall die drohende Auslieferung eines ukrainischen Kriegsdienstverweigerers. In der Ukraine ist dieses Recht im Kriegsfall ausgesetzt – mit Konsequenzen: Wer verweigert, riskiert Haft. Für die EAK ist klar: Das ist nicht akzeptabel.

Kriegsdienstverweigerung ist ein Menschenrecht, gerade auch im Krieg“, erklärt Wolfgang M. Burggraf, Geschäftsführer der EAK. Verfolgten Verweigerern müsse Asyl gewährt werden – auch in Deutschland. Deshalb unterstützt die EAK auch die europaweite #ObjectWarCampaign, die sich für Deserteur:innen und Verweigerer aus Russland, Belarus und der Ukraine einsetzt.

Gewissensentscheidung braucht Orientierung – und gute Materialien

Um junge Menschen bei der Gewissensbildung zu unterstützen, hat die EAK Anfang Mai die neue Broschüre „Wehrdienst? Mein Weg!“ veröffentlicht – ein praxisnahes Heft, das informiert, reflektiert und ermutigt. Es richtet sich gezielt an Schüler:innen, Konfirmand:innen, junge Erwachsene und Multiplikatoren.

Kriegsdienstverweigerung bleibt notwendig – und aktuell

Die Frage nach dem eigenen Beitrag zum Frieden ist aktueller denn je. In Zeiten, in denen wehrhafte Demokratie mit militärischer Stärke gleichgesetzt wird, braucht es Menschen, die mutig für gewaltfreie Wege einstehen – und junge Menschen, die sich trauen, auf ihr Gewissen zu hören.

Setzen Sie ein Zeichen und nutzen Sie die Materialien in unserem Onlineshop. Auf Instagram gibt es regelmäßig aktuelle Einblicke, Impulse und Stimmen aus der Friedensarbeit – nicht nur am 15. Mai.

Wenn Glocken für den Frieden läuten – ein Klang, der verbindet – Ein Impuls von Peter Herrfurth

Ein Impulstext zum Jahresmotto der Ökumenischen FriedensDekade in 2025

Wenn Glocken für den Frieden läuten – ein Klang, der verbindet

Sie rufen zum Gebet, begleiten Trauer und Freude, und manchmal setzen sie ein stilles, unüberhörbares Zeichen: Friedensglocken. Landesjugendpfarrer Peter Herrfurth erzählt in seinem Impuls vom Schicksal tausender Kirchenglocken im Krieg – und von der Hoffnung, die in ihrem Klang liegt. Am Europatag lädt er ein, innezuhalten, wenn um 18 Uhr europaweit die Glocken läuten: Europe rings for Peace.

Friedensläuten

Ein Impuls von Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg, zuerst erschienen auf MDR Sachsen-Anhalt.

45.000 Glocken wurden im 2. Weltkrieg eingeschmolzen, dazu kamen nochmal ca. 35.000 Glocken aus den von Deutschland besetzen Gebieten. Die meisten wurden per Bahn nach Hamburg geschafft, bis sie unwiederbringlich im Schmelzofen landeten. Material für Kriegsgerät und Munition. Weitere 10.000 Glocken überlebten das Kriegsende und konnten von den Glockenfriedhöfen wieder zurückgebracht werden. Auch in Hettstedt, Oranienburg und Ilsenburg lagerten Glocken als Kriegsrohstoff.

Dabei sind Glocken Instrumente des Friedens. Ich durfte vor genau 25 Jahren die neue Kirchenglocke für Hermsdorf bei Magdeburg mitgestalten. Sie hat einen Durchmesser von einem Meter. 750 kg Bronze. Eine Friedenstaube ist auf der Glockenwandung zu sehen, dazu die Worte: „Friede sei mit euch“.

Die Vorgängerglocke war schon 1917 im ersten Weltkrieg vom Turm geholt worden. Ein Zimmermann hatte damals mit Bleistift auf einem Balken notiert: „Nun klinge heut zum letzten Mal, geliebtes Glöcklein du. Und bring uns nach der schweren Zeit nun endlich Fried und Ruh!“

Glocken läuten zum Gebet, zu Gottesdiensten, wenn Menschen gestorben sind oder – was besonders schön ist – wenn Menschen geboren werden.

Heute ist Europatag  – und heute abend um 18 Uhr werden mehr als 1.000 Glocken in Europa läuten. Europe rings for Peace!

Ein Zeichen. Ohne Worte. Jeder versteht es. Jeder hört es. Ein Klang. Ein Friedensläuten.

Und ich werde aufstehen und zuhören. Und ich werde im Stillen beten: Friede sei mit euch! Amen.


Friedenszeichen hören – und selbst zum Klangträger werden

Friedensarbeit beginnt oft leise. Ein Klang wie das Läuten von Glocken kann verbinden, erinnern, heilen. Am Europatag ist das Friedensläuten ein gemeinsames Zeichen über Ländergrenzen hinweg – und eine Einladung, selbst zum Träger des Friedens zu werden: durch Zuhören, Beten, Handeln.


Die FriedensDekade 2025 lädt unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ dazu ein, solche Zeichen des Friedens hörbar und sichtbar zu machen – in Gemeinden, Schulen, auf Straßen und Plätzen.

Entdecken Sie Impulse, Materialien und Aktionen in unserem Shop – und teilen Sie Ihre Friedenszeichen mit uns auf Instagram. Gemeinsam lassen wir den Ruf nach Frieden weiterklingen.

80 Jahre Tag der Befreiung – Hitler kaputt? – Ein Impuls von Peter Herrfurth

Ein Impulstext zum Jahresmotto der Ökumenischen FriedensDekade in 2025

Erinnern heißt Widerstehen – 80 Jahre nach der Befreiung

Am 8. Mai jährt sich das Ende des Zweiten Weltkriegs zum 80. Mal. Ein Tag der Befreiung – und doch ist die Frage bedrückend aktuell: Hitler kaputt? Landesjugendpfarrer Peter Herrfurth erinnert in seinem Impuls an die Sehnsucht nach Frieden, die mit dem Ende der NS-Herrschaft verbunden war – und mahnt eindringlich, wie lebendig rechtsextremes Gedankengut heute wieder ist. Wer Frieden will, muss sich erinnern. Und Haltung zeigen.

80 Jahre Tag der Befreiung – Hitler kaputt?

Ein Impuls von Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg, zuerst erschienen auf MDR Sachsen-Anhalt.

Am 8. Mai 1945 rollen Panzer durch die Straßen. Aber sie haben aufgehört zu schießen. Der Panzergrenadier sitzt auf seinem Verdeck und winkt den verschreckt schauenden Frauen und Kindern am Straßenrand zu: „Hitler kaputt!“ Er lacht und zieht an seiner Zigarette.

Hitler kaputt?

Man hat seine Leiche gefunden.  Er hatte sich wenige Tage vor Kriegsende mit seiner Frau das Leben genommen. Aus Angst, für seine Verbrechen nun zur Rechenschaft gezogen zu werden. 80 Jahre ist das her. Nur wenige, die sich noch erinnern können. Aber die Angst vor einem Krieg ist längst wieder da. Weil Herrschende sich von Größenwahn, Rohstoffneid und Machtgier leiten lassen – und viele das nicht sehen wollen und es verhindern.

Es gibt kaum noch Menschen, die sich an die Bombennächte erinnern, an die Toten, an die Zerstörungen. An das unsägliche Leid. An 50 Millionen Kriegstote.

Eine des letzten deutschen Kriegsruinen war die Dresdner Frauenkirche.  Heute ist alles wieder schick. Die Toten vergessen, die Ruinen beseitigt.

Hitler kaputt? Im Bundestag sitzen Abgeordnete, die das bewusst vergessen wollen – die ihn heimlich, manche sogar offen verehren. Der Grenadier damals hat sich wohl leider geirrt. Hitler ist nicht kaputt. Er ist wieder da.

„Selig sind, die Frieden stiften; denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ sagt die Bibel.

Wenn wir Frieden stiften wollen, dann müssen wir uns hüten vor Hitler und vor denen, die ihm nachmarschieren mit ihren Gedanken und Sprüchen. Sonst geht die ganze Welt kaputt.


Frieden braucht Erinnerung – und den Mut zur Verständigung

80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zeigt sich: Erinnern ist kein Akt der Vergangenheit, sondern eine Aufgabe für heute. Friedensarbeit beginnt dort, wo wir uns dem Vergessen entgegenstellen – und all jenen entgegentreten, die Hitler wieder salonfähig machen wollen.


Die FriedensDekade 2025 steht unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ – als Einladung, Geschichte nicht zu verdrängen, sondern aus ihr zu handeln.

Zeigen Sie Haltung – mit Materialien, Ideen und Aktionen aus unserem Shop und auf Instagram. Gemeinsam setzen wir Zeichen: für Erinnerung, für Verständigung, für Frieden.

0
    0
    Einkaufswagen
    Der Einkaufswagen ist leerZurück zum Shop