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Schlagwort: FriedensDekade

Mitmachen bei der FriedensDekade 2025: Frieden lebendig werden lassen

Vom Friedenslauf bis zum Gebet: So wird das Motto „Komm den Frieden wecken“ überall im Land erfahrbar.

Unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ lädt die FriedensDekade 2025 vom 9. bis 19. November Menschen in ganz Deutschland dazu ein, aktiv zu werden und Friedenszeichen zu setzen. Ob im Gottesdienst, in der Schule, in Vereinen oder auf öffentlichen Plätzen, überall entstehen kreative Aktionen, die Frieden sichtbar, hörbar und erlebbar machen. Machen Sie mit! Planen Sie Ihre eigene Aktion, teilen Sie Ihre Idee und werden Sie Teil eines Netzwerks, das Hoffnung, Dialog und Gemeinschaft stärkt.

Friedensaktionen, die bewegen: Beispiele aus den vergangenen Jahren FriedensDekade

Wie vielfältig Engagement für den Frieden aussehen kann, zeigen Aktionen aus den letzten FriedensDekaden:
In Einbeck organisierten Schülerinnen und Schüler der Goetheschule 2024 einen Friedenslauf zugunsten von Brot für die Welt – begleitet von Quiz, Kuchenverkauf und einem starken Gemeinschaftsgefühl. In Hannover gestalteten Jugendliche 2023 gemeinsam mit einem Chor einen Jugendgottesdienst, der Jung und Alt gleichermaßen berührte. In Halle lud ein Chor- und Diskussionsabend zu Musik, Andacht und Austausch über gewaltfreie Kommunikation ein.
Und 2024 brachte die App „Peace&Pray“ Friedensimpulse, Lieder und Gebete direkt aufs Smartphone – für Gruppen, Gemeinden und Einzelpersonen. Diese Beispiele zeigen: Jede Aktion zählt und jede Idee kann wachsen, wenn sie geteilt wird.

Komm den Frieden wecken: So machen Sie mit

Mitmachen bei der FriedensDekade ist ganz einfach. Gemeinden, Schulen, Vereine, Initiativen und Einzelpersonen sind herzlich eingeladen, ihre eigenen Beiträge zum Motto „Komm den Frieden wecken“ zu gestalten.
Nutzen Sie die vielfältigen Materialien, die Sie über den Online-Shop oder als kostenlosen Download erhalten. Von Plakaten und Postkarten bis hin zu Themenheften und Arbeitsmaterialien – alles, was Sie für Ihre Aktion benötigen, steht bereit.

Tipp: Bestellen Sie Ihr Materialpaket rechtzeitig, damit es pünktlich vor Beginn der FriedensDekade 2025 bei Ihnen eintrifft.

Planen Sie anschließend Ihre eigenen Veranstaltungen: Friedensgottesdienste, Lesungen, Friedensläufe, Diskussionsrunden oder kreative Aktionen im öffentlichen Raum. Lassen Sie sich von unseren Mitmachtipps inspirieren und gestalten Sie Ihre FriedensDekade individuell.

Teilen Sie Ihre Aktion zur FriedensDekade 2025

Damit der Friede weitergetragen wird, laden wir Sie ein, Ihre Aktion mit uns zu teilen. Berichten Sie von Ihren Erfahrungen, senden Sie Fotos oder Beschreibungen Ihrer Veranstaltungen und tragen Sie Ihre Aktionen per E-Mail an kontakt@friedensdekade.de ein. So entsteht ein bundesweites Netzwerk, das zeigt, wie vielfältig und lebendig Frieden gestaltet werden kann.

Gemeinsam den Frieden wecken

Jede Friedensgeste, jedes Gebet, jede Aktion stärkt das gemeinsame Ziel: Frieden im Alltag sichtbar zu machen. Die FriedensDekade lebt von diesem Engagement und von Menschen, die Verantwortung übernehmen und Hoffnung weitergeben. Alle Informationen, Materialien und Termine finden Sie auf der Übersichtsseite zur FriedensDekade 2025. Bestellen Sie jetzt Ihre Materialien, im Online-Shop oder laden Sie unsere kostenfreien Downloads runter. Folgen Sie uns auf Instagram für Impulse und Inspiration und tragen Sie sich in unseren Newsletter ein.

Lassen Sie uns gemeinsam den Frieden wecken: in unseren Gemeinden, Schulen und Herzen.

Chemnitz wird Bühne des Friedens: Musik, Geschichte und Engagement in der FriedensDekade 2025

Musik, Geschichte und Engagement im Herzen der Kulturhauptstadt Europas

Chemnitz: Stadt der Transformation

Chemnitz. Eine Stadt mit einem Namen, der Geschichte atmet. Karl-Marx-Stadt, Industrie, DDR-Erbe und heute Kulturhauptstadt Europas 2025. Ein Ort, der geprägt ist von Transformation, von Aufbruch und auch von Widersprüchen. An diesem Ort wird am 12. November der zentrale Gottesdienst der FriedensDekade 2025 gefeiert – ein Tag, an dem Chemnitz selbst zur Bühne des Friedens wird. Aber noch wichtiger: Die gesamte Republik wird für zehn Tage Teil dieser Bühne, vom 9. bis 19. November, in jedem Schulhof, in jeder Kirche, in jedem Verein, in jeder Kommune. Alle Termine finden Sie unten.

Musik als Stimme für Frieden

Popmusik kann Politik, kann Geschichte und Haltung transportieren. Kraftklub, die Band aus Chemnitz, versteht es wie kaum eine andere, ihre Stadt und die Lebensgefühle ihrer Generation in Songs zu packen, die zugleich kritisch, leidenschaftlich und aufrüttelnd sind. Mit „Karl-Marx-Stadt“ und „September Song“ hat Kraftklub nicht nur Songs über Identität und Erinnern geschaffen, sondern auch über Verantwortung und die eigene Stimme in der Gesellschaft.

Sie spiegeln, dass Frieden keine Selbstverständlichkeit ist, sondern Engagement, Reflexion und Mut braucht. Die FriedensDekade nutzt dieses Potenzial: Musik, Kunst und gemeinsames Handeln werden zu Mitteln, um Haltung sichtbar und erlebbar zu machen.

Das Lied „Schüsse in die Luft“ fordert auf, Stellung zu beziehen. Für uns heißt das: Zehn Tage lang Chemnitz und alle Orte in Deutschland, an denen Menschen zusammenkommen, zu einer Bühne zu machen. Jede Andacht, jede Gesprächsrunde, jedes kleine Friedenszeichen ist ein Akt des gemeinsam Einstehens. Jede Initiative, die sich für Frieden, gegen Aufrüstung, Wehrpflicht und Rekordschulden für Krieg positioniert, ist Teil einer kollektiven Botschaft.

Komm den Frieden wecken – Zehn Tage, viele Stimmen

Die FriedensDekade 2025 macht deutlich, dass Engagement nicht abstrakt bleibt. Wer mitmacht, ob als Gemeinde, Jugendgruppe, Verein oder Einzelperson, bringt die Botschaft des Friedens in die Öffentlichkeit. Ein friedliches Europa, 80 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkriegs, wird so sichtbar gelebt.

Die zehn Tage werden zu einem vielstimmigen Chor, in dem Kreativität, Dialog und Handeln die Hauptstimmen sind. Chemnitz wird somit nicht nur zur Kulturhauptstadt, sondern zur Bühne des Friedens, die von den Menschen selbst gestaltet wird.

Die FriedensDekade ruft auf zum Mitmachen

Musik, Kunst und persönliche Initiativen verschmelzen zu einem lebendigen Statement: Frieden ist kein abstraktes Ideal, sondern wird täglich geschaffen. Wer am 12. November in Chemnitz dabei ist oder in seiner eigenen Gemeinde aktiv wird, zeigt Haltung, setzt Zeichen und wird Teil eines europäischen Friedensprojekts, das Geschichte, Gegenwart und Zukunft verbindet.

Die FriedensDekade ruft alle auf: Nutzt die Bühne, zeigt Engagement, gestaltet aktiv die Stadt, eure Gemeinde, euer Umfeld – zehn Tage lang. Macht sichtbar, dass Frieden möglich ist, dass er gehört, gesehen und erlebt werden kann. Denn Frieden wächst nicht aus Politik allein, sondern aus den Menschen, die handeln.

Von Chemnitz bis in Ihre Gemeinde: Machen Sie die FriedensDekade erlebbar

In unserem Shop finden Sie Gottesdiensthefte, Plakate und die neue Weihnachtskarte, mit der Sie selbst ein Zeichen für den Frieden setzen können. Folgen Sie uns auf Instagram für Impulse, aktuelle Termine und Hintergründe. Abonnieren Sie außerdem unseren Newsletter, damit Sie keine Aktion verpassen und gemeinsam mit vielen anderen den Frieden wecken.

Die Termine zur FriedensDekade 2025 in Chemnitz: Komm den Frieden wecken!

Die Ev.-Luth. Kirchgemeinde St.Andreas Chemnitz/Gablenz lädt zu folgenden Terminen ein:

Sonntag, 09. November
Familienkirche mit Eröffnung der FriedensDekade
10 Uhr Andreaskirche

Montag, 10. November
Friedensgebet
8 Uhr Andreaskirche

Dienstag, 11. November
Martinsfest mit Friedensgebet
17 Uhr Andreaskirche

Mittwoch, 12. November
zentraler Gottesdienst zur FriedensDekade
18 Uhr Jakobikirche

Donnerstag, 13. November
Friedensgebet
18 Uhr Andreaskirche

Freitag, 14. November
Gemeindeabend zur FriedensDekade
19 Uhr Saal der Andreasgemeinde

Samstag, 15. November
Friedensgebet
18 Uhr Andreaskirche

Sonntag, 16. November
Gottesdienst mit Friedensgebet
10 Uhr Andreaskirche

Montag, 17. November
Friedensgebet
18 Uhr Andreaskirche

Dienstag, 18. November
Friedensgebet
18 Uhr Andreaskirche

Mittwoch, 19. November
Buß-und Bettagsgottesdienst mit Abschluss der FriedensDekade
10 Uhr Trinitatiskirche (Hilbersdorf)

Frieden im Dialog: Militärpfarrer Claus-Jörg Richter über Friedenstüchtigkeit und seelsorgerliche Verantwortung

Ein Gespräch zwischen Militär und Friedensethik

In unserer Serie „Frieden im Dialog“ stellen wir die Menschen und Ideen hinter der ökumenischen FriedensDekade vor, die seit Jahrzehnten für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung eintritt. In regelmäßigen Gesprächen teilen Akteure aus dem Gesprächsforum, dem Redaktionskreis und weiteren Netzwerken ihre Erfahrungen, Visionen und Impulse. Dieses Mal trifft Lars Blume auf Militärpfarrer Claus-Jörg Richter. Ein Gespräch, das im Spannungsfeld zwischen Militär und Friedensethik steht und seltene Einblicke in die seelsorgerliche Begleitung von Soldatinnen und Soldaten gibt – geprägt von Verantwortung, Gewissen und der Suche nach Sinn.

Claus-Jörg Richter und Lars Blume im Dialog

In der Reihe Frieden im Dialog treffen sehr unterschiedliche Stimmen aufeinander. Dieses Mal ist es ein Gespräch, das in einem besonderen Spannungsfeld steht: Frieden und Militär. Militärpfarrer Claus-Jörg Richter begleitet Soldatinnen und Soldaten in Auslandseinsätzen, er hört ihre Ängste, ihre Zweifel, ihre Hoffnungen. Seine Antworten auf unsere Fragen geben einen seltenen Einblick in die seelsorgerliche Perspektive innerhalb der Bundeswehr.

Im Dialog mit Lars Blume wird deutlich, wie sehr die Themen Verantwortung, Gewissen und die Suche nach Sinn die Arbeit eines Militärpfarrers prägen. Lars bringt seine eigenen friedensethischen Fragen und Erfahrungen ein. So entsteht ein Gespräch, das keine einfachen Antworten gibt, sondern den Raum für ehrliche Auseinandersetzung öffnet.

 

Lars Blume: Herr Richter, das Motto der FriedensDekade 2025 lautet „Komm den Frieden wecken“. Was bedeutet es für Sie als Militärpfarrer?

Claus-Jörg Richter: „Als Militärpfarrer verstehe ich mich als Seelsorger. Eingebunden bin ich in die Militärseelsorge, die mit ca. 100 Dienststellen im Inland und 4 Dienststellen im Ausland für die Soldaten und deren Angehörigen da sein will. Nachdem das Wort ‚Kriegstüchtigkeit‘ aufgetaucht ist, bewegt mich vielmehr auch der Gedanke: Wie können wir ‚friedenstüchtig‘ sein bzw. werden?“

Lars Blume: Das finde ich sehr spannend. In meiner Arbeit in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit in 8 Kohleregionen in verschiedenen Ländern habe ich erfahren dürfen, wie zentral es ist, Räume zu schaffen, in denen Menschen miteinander ins Gespräch kommen. Erst wenn Vertrauen da ist, haben Worte und Taten Gewicht, ein Punkt, den Sie mit Ihrer Frage nach „Friedenstüchtigkeit“ berühren. Wie erleben Sie Friedensarbeit in einem militärischen Umfeld?

Claus-Jörg Richter: „Ich kann jetzt nur von meinem Umfeld in Sigonella/Sizilien sprechen. Wir sind hier Gast in einem europäischen Land. Auf der einen Seite gibt es einen sog. militärischen Auftrag, eingebunden in die Zusammenarbeit mit anderen Nationen der NATO. Auf der anderen Seite ist Sizilien im Vergleich zu Norditalien sehr arm. Diese Armut ist auf den ersten Blick nicht erkennbar. Um diese Not ein wenig zu lindern, rufen wir vom Evangelischen Militärpfarramt zweimal jährlich zu einer Lebensmittelspendenaktion auf. Ebenso nehmen wir Kleiderspenden entgegen. Diese Spenden liefern wir an eine kirchliche Sozialstation. Das ist der Beitrag der Soldaten und ihrer Angehörigen. Wir nehmen teil an und richten auch aus die Gedenkfeiern zum Volkstrauertag oder an den Tagen, an denen die jeweiligen Nationen ihre Gedenktage der Gefallenen der beiden letzten Kriegen begehen. Das tun wir unter Einbeziehung der jeweiligen einheimischen Bevölkerung. Soldaten stellen da immer eine Abordnung bereit. In meinen Ansprachen nehme ich auch immer Bezug auf den friedensethischen Aspekt. Bei den sich anschließenden Zusammenkünfte finden wertvolle und wertschätzende Begegnungen statt zwischen Menschen, deren Großväter sich bekämpften.“

Lars Blume: Diese Begegnungen zwischen den Generationen erinnern mich an meine Arbeit in Vietnam, wo ich gelernt habe: Erst muss Vertrauen wachsen, dann können Worte und Handlungen Wirkung entfalten. Auch hier zeigt sich: Friedensarbeit braucht Zeit, Geduld und oft kleine Schritte im Alltag. Welche Rolle spielt Ihr eigener Glaube in dieser Arbeit?

Claus-Jörg Richter: „Diese Frage lässt mich ein wenig schmunzeln und ich erinnere mich an die 80-er Jahre und die Friedensbewegung. Was war ich ein glühender Verfechter, angetrieben von den Gedanken von Martin Luther King und Mahatma Gandhi. Dorothe Sölle und Franz Alts Buch über die Bergpredigt hatten mich sehr inspiriert.“

Lars Blume: Ich kann das gut nachvollziehen. In meiner Zeit in der Entwicklungszusammenarbeit habe ich erfahren, wie wichtig eine innere Haltung ist; Geduld, Achtsamkeit, die Bereitschaft zuzuhören. Das finde ich, übertragbar auf Ihre Arbeit, sehr wertvoll.

Sie haben viel vom Dialog gesprochen. Gab es Situationen, in denen Sie erlebt haben, dass Dialog tatsächlich Frieden ermöglicht hat?

Claus-Jörg Richter: „Frieden kann nur im Dialog mit dem fremden Gegenüber (Bereitschaft und Interesse bei beiden Seiten vorausgesetzt) gesucht und auch gefunden werden. So paradox das klingt: Erst wenn der Frieden (auch militärisch) gesichert ist, können diese Gespräche stattfinden. Ich sage das auf dem Hintergrund meiner Erfahrung als Seelsorger in Afghanistan. In einem gesicherten Umfeld konnte ich respektvolle Gespräche mit muslimischen Geistlichen auch über den Frieden führen.“

Lars Blume: Genau das habe ich in Asien und Afrika erlebt: Ohne einen sicheren Rahmen gibt es keine echten Begegnungen. Und selbst wenn dieser Rahmen da ist, bleibt es komplex und vielschichtig, es ist ein ständiges reflektieren, zuhören und die Bereitschaft das eigene Handeln anzupassen.

Wie gestalten Sie den Alltag, um Friedensimpulse zu setzen, auch wenn Spannungen auftreten?

Claus-Jörg Richter: „Wie in jedem anderen Zusammenleben und Zusammenarbeiten auch, treten manchmal Meinungsunterschiede und Spannungen auf. Da verstehe ich mich als Mediator, Vermittler, dass zwei Parteien wieder zusammenfinden können. Dieses Zusammenfinden wird beschlossen mit: Jetzt reicht einander wieder die Hand. Das ist ein offenes Zeichen für die christliche Botschaft der gegenseitigen Vergebung und Versöhnung, auch wenn das manchmal nicht so bewusst ist.“

Lars Blume: Ich kenne das aus Transformationsprozessen in Kohleregionen: Kleine Zeichen der Versöhnung, gemeinsame Rituale oder einfache Gesten können enorme Wirkung entfalten. Selbst in angespannten Situationen ist es oft ein Perspektivwechsel, der den Dialog ermöglicht. Wie kann man Friedensimpulse auch dort setzen, wo Gewalt und Krisen präsent sind?

Claus-Jörg Richter: „Pausen. Tief durchatmen. Kühlen Kopf bewahren. Das Gebet.“

Lars Blume: Das ist ein inspirierender Ansatz und wenn ich darüber nachdenke sehr wertvoll. In der Natur und beim bewussten Durchatmen finde ich häufig Lösungen, die friedlicher und nachhaltiger sind, als wenn ich sofort handel.

Wie nehmen die Soldaten die Verantwortung für Frieden wahr?

Claus-Jörg Richter: „Im sog. Lebenskundlichen Unterricht wird auch die friedensethische Frage behandelt. Den Soldaten ist es sehr bewusst, dass sie sich auch unter Einsatz des Lebens für friedenserhaltende und friedensfördernde Maßnahmen einsetzen. Über das sog. ‚scharfe Ende‘ wird auch gesprochen. Ein Soldat brachte es einmal auf den Punkt: ‚Auch unter Einsatz militärischer Mittel stehe ich ein für die Durchsetzung und Aufrechterhaltung eines vorläufigen Friedens, der dann mit diplomatischen Mitteln weiter vorangetrieben wird. Dabei sehe ich manchmal das Dilemma, ein größeres Übel mit einem kleineren Übel zu bekämpfen.‘“

Lars Blume: Das zeigt die Komplexität, die wir in vielen relevanten Fragen zur Zeit erleben: Entscheidungen sind selten schwarz-weiß, schwierige Abwägungen begleiten jede friedensethische Handlung. Und trotzdem schöpfen Sie Hoffnung, woher kommt sie?

Claus-Jörg Richter: „Ich bin getragen von Gottes Zusage, ‚die Welt nicht mehr zu verfluchen um der Menschen willen; denn das Dichten und Trachten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf.‘ (Genesis 8,21) Leider bereiten Statements und Aktionen mancher Staatenlenker Kopfschütteln. Ich halte dem entgegen: ‚Ihr habt nicht das letzte Wort.‘ Ferner, schon vor Beginn des Angriffskrieges auf die Ukraine habe ich eingeladen zu einem wöchentlichen Friedensgebet. Das ist im Zusammenhang zu sehen mit der Friedensspiritualität, von der auch der erwähnte Debattenbeitrag spricht. Hoffnung schöpfe ich aus dem nicht nachlassenden Gebet und der Hoffnung, dass Gottes unverfügbare Geistkraft Menschen zum Frieden bewegen kann.“

Lars Blume: Für mich ist das ein schönes Bild: Hoffnung entsteht durch konstante Praxis, sei es Gebet, Zuhören oder Engagement in Gemeinschaften und sie kann weit über die eigene Handlung hinaus wirken. Was möchten Sie Menschen mitgeben, die glauben, sie könnten nichts für Frieden tun?

Claus-Jörg Richter: „Eine Person alleine kann die Welt nicht retten. Dazu braucht es eine Bewegung sehr vieler Gleichgesinnter. Und wenn ich alleine die Welt nicht retten kann, so kann ich doch in meinem nächsten Umfeld versuchen, mit jedem Menschen in Frieden zusammenzuleben. Einer der Hauptschlüssel sind Vergebung und Versöhnung. Vorgeschaltet ist das große Wort der Gnade. Also gnädig mit sich selbst und dem anderen umgehen. Ich bin überzeugt, dass das dann weitere Kreise zieht.“

Lars Blume: Herzlichen Dank, Herr Richter. Gerade jetzt, wo über Wehrpflicht und ‚Kriegstüchtigkeit‘ debattiert wird, ist es entscheidend, die Frage zu stellen: Wie werden wir ‚friedenstüchtig‘? Die FriedensDekade 2025 kann dafür Räume eröffnen – für Dialog, Diplomatie und die Kraft der Worte. Frieden braucht mehr als Waffen: er braucht Begegnung, Zuhören und gegenseitige Anerkennung.

Frieden im Dialog: Stimmen, Aktionen und Materialien der FriedensDekade entdecken

Zum Weiterlesen und Mitgestalten laden wir Sie herzlich ein: Entdecken Sie weitere Beiträge der Serie „Frieden im Dialog“, stöbern Sie in den Materialien der FriedensDekade in unserem Online-Shop und teilen Sie Ihre eigenen Geschichten und Aktionen mit uns unter kontakt@friedensdekade.de. Folgen Sie uns auf Instagram und melden Sie sich für den Newsletter an, um aktuelle Impulse zu erhalten, und unterstützen Sie unsere Arbeit durch eine Spende – jeder Beitrag stärkt die Friedensarbeit.

Denn: Jede Begegnung, jede Aktion, jede Stimme zählt. Gemeinsam können wir den Frieden wecken!

Die evangelische Kirchengemeinde St. Andreas in Teltow lädt ein: 24-Stundenlesung „Todesursache Flucht – Ein Zeichen gegen das Vergessen“

Mehr als 51.300 Menschen sind in den vergangenen dreißig Jahren auf der Flucht nach und in Europa ums Leben gekommen. Ihre Namen und Schicksale dürfen nicht vergessen werden.

Zum Gedenken lädt die Evangelische Kirchengemeinde St. Andreas in Teltow zu einer besonderen 24-Stundenlesung „Todesursache Flucht“ ein:
Samstag, 27. September, 10:00 Uhr – Sonntag, 28. September, 10:00 Uhr
Evengelische Kirchengemeinde St. Andreas, Teltow

Die Lesung knüpft an das Buchprojekt Todesursache Flucht (Kristina Milz & Anja Tuckermann) und den Podcast Wo bist du? Verschollen auf der Flucht an. Ziel ist es, den Gestorbenen ihre Würde zurückzugeben, dem Thema Flucht ein menschliches Antlitz zu geben und Raum für Begegnung, Trauer und Austausch zu schaffen.

Ablauf der Lesung:
Jede Stunde wird in drei 20-Minuten-Blöcke unterteilt:

  • Verlesung der Namen der Toten

  • Berichte von Menschen, die Flucht überlebt haben und in Deutschland angekommen sind

  • Beiträge von Gruppen, Organisationen und Initiativen: Gespräche, Ausstellungen, Musik oder künstlerische Impulse

Am Sonntag, 28. September, schließt sich um 10:30 Uhr ein Gottesdienst an, der die Thematik aufgreift.

Mitmachen und ein Zeichen setzen
Die 24-Stundenlesung lebt von der Beteiligung vieler. Ob durch aktives Lesen, musikalische Beiträge oder die Gestaltung eines Blocks – jede Stimme zählt.

Weitere Informationen, den Ablaufplan und freie Zeitfenster finden Sie im Blog:
www.24-stunden-lesung.blogspot.com

Gemeinsam wollen wir dem Vergessen entgegentreten und deutlich machen: Flucht hat Namen, Gesichter und Geschichten.

Komm den Frieden wecken: Mitmach-Tipps für Einzelpersonen – Kleine Zeichen mit großer Wirkung

Die FriedensDekade 2025 zeigt: Kleine Gesten, große Wirkung für Frieden.

Die FriedensDekade 2025 lädt unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ dazu ein, auch im Alltag sichtbare Zeichen für Verständigung, Respekt und eine friedliche Zukunft zu setzen. Nicht nur Kommunen oder Initiativen tragen dazu bei – jede und jeder Einzelne kann durch kleine Gesten und kreative Ideen den Frieden stärken.

Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie als Einzelperson die FriedensDekade 2025 konkret mitgestalten können. Die Vorschläge sind alltagsnah, leicht umsetzbar und entfalten durch ihre Symbolkraft eine große Wirkung.

1. Friedensgruß in die Nachbarschaft – Freundlichkeit wirkt ansteckend

Nehmen Sie sich während der FriedensDekade vor, täglich bewusst freundlich zu begegnen – ob Nachbarn, Kolleginnen oder Fremden.
Ein Lächeln, ein Gruß oder ein gutes Wort können Barrieren abbauen und ein Klima der Verbundenheit schaffen. So wächst Frieden direkt vor der eigenen Haustür.

2. „HÖR“-Methode im Alltag – Konflikte neu gestalten

Hören – Öffnen – Rückfragen.
In Streitgesprächen bewusst innezuhalten und einmal die HÖR-Methode anzuwenden, verändert die Dynamik: Zuhören statt vorschnell reagieren, Fragen statt Urteile. So entsteht Dialog statt Eskalation, und somit ein konkreter Beitrag zu mehr Frieden im Alltag.

3. Friedensminute täglich um 18:00 – Verbundenheit spüren

Stellen Sie sich jeden Tag einen Wecker um 18:00 Uhr.
Eine Minute Stille, ein Atemgebet oder ein kurzes Lied und schon entsteht eine gemeinsame Friedensminute. Teilen Sie den Impuls mit Freund*innen oder Nachbarn, um das Gefühl der Verbundenheit zu verstärken. Kleine Routinen tragen Frieden in die Gesellschaft.

4. Mini-Friedensbotschaften in der Stadt – Überraschende Begegnungen

Schreiben Sie kleine Zettel oder bemalen Sie Steine mit positiven Botschaften.
„Frieden beginnt mit einem Lächeln“ oder „Hör zu, statt zu streiten“, oder gemalte Friedenszeichen: verstecken Sie diese Botschaften in Büchern, Parks, Bushaltestellen oder Cafés. Solche unerwarteten Funde berühren und regen zum Nachdenken an.

5. Friedens-Samenbomben verteilen – Hoffnung wachsen lassen

Gestalten Sie kleine Samenbomben mit Sonnenblumensamen oder anderen Friedensblumen.
Verteilen Sie sie an Freund*innen oder in der Nachbarschaft, gepaart mit einer kleinen Notiz: „Pflanze Frieden – lass ihn wachsen.“ Eine kreative und nachhaltige Art, Frieden sichtbar zu machen und gleichzeitig der Natur etwas zurückzugeben.

Ihr persönliches Engagement weckt den Frieden.

Frieden entsteht dort, wo Menschen bewusst hinschauen und handeln. Jede Geste, ob ein Gruß, ein stiller Moment oder eine kreative Botschaft, trägt dazu bei, dass das Motto der FriedensDekade 2025 sichtbar wird: „Komm den Frieden wecken.“

Als Einzelperson können Sie kleine Impulse setzen, die große Wirkung entfalten, Verbundenheit im Alltag spürbar machen und so Erinnerung und Hoffnung kreativ weitertragen.

Materialien und Unterstützung für ihr Friedensengagement

Die FriedensDekade bietet Ihnen vielfältige Materialien, wie Plakate, Postkarten und kreative Arbeitshilfen um Ihr persönliches Zeichen für den Frieden zu verstärken. Alle Materialien finden Sie im Online-Shop: www.friedensdekade.de/shop
Teilen Sie Ihr Engagement mit uns auf Instagram.

Fazit: Komm den Frieden wecken – im Alltag, in Ihrer Nachbarschaft, in unserer Gesellschaft

Die FriedensDekade 2025 macht sichtbar: Frieden wächst, wenn wir ihn denken, gestalten und teilen. Auch kleine Schritte können Großes bewegen. Werden Sie Teil dieser Bewegung und setzen Sie Ihr Zeichen für Verständigung, Hoffnung und Frieden.

Mit diesen fünf Tipps endet unsere Reihe „Mitmach-Tipps zur FriedensDekade 2025“. Zuvor haben wir gezeigt, wie Kirchengemeinden, Schulen, Chöre, Vereine und Initiativen, sowie Kommunen und Verwaltungen den Frieden wecken können. Alle Beiträge finden Sie hier.

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