Friederike Spengler, evangelische Regionalbischöfin im Sprengel Erfurt und Friedensbotin der Ökumenischen FriedensDekade 2026, spricht klar aus, was für sie als Christin unverhandelbar ist: Frieden ist kein Fernziel, das man mit militärischen Mitteln erreicht. Frieden ist der Weg selbst.
„Friede ist das Ziel und deshalb muss Friede auch der Weg sein. Ich sehe nicht, dass der Krieg der Weg zu Frieden ist, und ich sehe, dass nur Friede der Weg zu Frieden ist.“
Angesichts der Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und weiteren Regionen benennt Spengler eine Gefahr, die sie für ebenso ernst hält wie die Kriege selbst: die schleichende Gewöhnung. Eine Gesellschaft, die Krieg als unvermeidliche Realität hinnimmt, verliert die Sensibilität für das Leid der Betroffenen und die Bereitschaft, friedliche Wege zu suchen.
Kontroversen in den Kirchen
Spenglers konsequent pazifistische Haltung steht nicht unwidersprochen. Die EKD hat in einer Denkschrift von 2024 auch militärische Gewalt in Extremsituationen als legitim anerkannt. Spengler kritisiert daran besonders zwei Verschiebungen: die zunehmende politische Relativierung nuklearer Abschreckung sowie die Streichung des Passus, der den unbewaffneten Dienst als „deutliches Zeichen der Friedensbotschaft Jesu Christi“ bezeichnet hatte. „Das ist für mich sehr schmerzhaft“, sagt sie.
Auch Cesare Zocconi, Generalsekretär der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio, mahnt: „Wir dürfen uns nicht an den Krieg gewöhnen.“ Der Blick müsse auf die Opfer gerichtet bleiben – sie geben Zeugnis davon, was Krieg wirklich bedeutet.
Missbrauch des Glaubens
Spengler warnt ausdrücklich davor, Religion zur Legitimation von Gewalt zu nutzen – sei es durch den russisch-orthodoxen Patriarchen, evangelikale Stimmen in den USA oder die Mullahs im Iran:
„Ich sehe, dass das ein Missbrauch an Religion ist – der Name Gottes wird dafür missbraucht, was Menschen für diese Situation wollen. Das ist nicht das, was ich in den Schriften lese. In keiner der Schriften.“
Engagement aus Überzeugung
Friederike Spengler schöpft ihr Friedens-Engagement aus der biblischen Botschaft – und sie tut es in einer Zeit, in der diese Haltung in kirchlichen wie gesellschaftlichen Debatten zunehmend unter Druck steht. Genau deshalb ist sie Friedensbotin 2026.
„Couragierte Widerständigkeit“ und die Kunst des Brückenbauens
In unserer Serie „Frieden im Dialog“ stellen wir die Menschen und Ideen hinter der ökumenischen FriedensDekade vor, die seit Jahrzehnten für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung eintritt. In regelmäßigen Gesprächen teilen Akteure aus dem Gesprächsforum, dem Redaktionskreis und weiteren Netzwerken ihre Erfahrungen, Visionen und Impulse. Dieses Mal treffen sich Lars Blume und Olaf Warburg, Grafiker und Gewinner des Motivwettbewerbs für die FriedensDekade 2026.
Das Gewinnermotiv ziert bereits alle Materialien und Produkte und lädt ab sofort deutschlandweit auf Plakaten zur FriedensDekade und zu vielfältigen Aktivitäten ein. Hier geht es direkt zu den Motiven.
Ein Gespräch über die Kraft der Symbole, den Mut zum gewaltfreien Widerstand und die Frage, wie Kunst in Zeiten der Aufrüstung neue Freiräume schaffen kann.
Lars: Herzlich willkommen bei „Frieden im Dialog“. Heute blicken wir bereits auf den November 2026. Vor mir liegt dein Motiv für die FriedensDekade 2026 unter dem Motto couragiert widerständig, das dann an tausenden Kirchenwänden und Plakatwänden hängen wird: Zwei bunte Tauben, die ein Gitterfenster überwinden. Gestaltet hat es Olaf Warburg. Olaf, schön dass du dabei bist.
Olaf: Danke für die Einladung!
Lars: Ich fange gerne persönlich an. Was macht dich als Mensch aus, wenn du nicht gerade am Zeichentisch sitzt?
Olaf: Es sind die kleinen Momente, Begegnungen und Situationen, die mir Hoffnung und Mut geben. Momente der Empathie, der Toleranz, des Verständnisses. Viel Kraft schöpfe ich aus meiner Familie.
Lars: Das kann ich gut nachempfinden. Gerade als Vater merkt man ja oft, dass Familie nicht nur eine Kraftquelle ist, sondern das stärkste Friedensargument überhaupt, weil dort Söhne, Töchter und Väter sind, die niemand im Krieg verlieren will. Du hast dich entschieden, dieses Herzblut in ein Motiv für die FriedensDekade zu stecken. Was hat dich dazu bewogen?
Olaf: Wenn ich die Nachrichten schaue, frage ich mich oft: Wie konnte es wieder so weit kommen? Warum ist es inzwischen offenbar „unethisch“, Gewalt abzulehnen? Dagegen anzureden, erfordert in heutigen Zeiten mehr Mut denn je. Als Grafiker ist das eine naheliegende Form, sich damit auseinanderzusetzen.
Lars: Das Wort „unethisch“ in diesem Kontext ist ein deutlicher Befund, aber ich verstehe genau, was du meinst: Die pazifistische Stimme wirkt heute oft fast rechtfertigungspflichtig. Was bedeutet Frieden vor diesem Hintergrund für dich ganz persönlich?
Lars: Vier Begriffe, die eigentlich schon den Kern des neuen Mottos treffen. „Couragiert widerständig“ klingt für 2026 ja erstmal sehr offensiv. Wie hast du auf dieses Motto reagiert?
Olaf: Ich empfinde Widerstand eher nicht als „Dagegen sein“, sondern als „Öffnung zur anderen Seite“. Es bringt gar nichts, Andersdenkende aufgrund ihrer Ansichten zu verurteilen oder gar zu ignorieren. Lasst uns weiter miteinander im Gespräch bleiben. Das allein erfordert Mut genug. Meist stellt sich heraus, dass (fast) niemand Gewalt befürwortet.
Lars: Das ist ein wunderbarer Akzent: Widerstand nicht als Mauer, sondern als Öffnung. Das ist genau das Brückenbauen, das wir im Dialog brauchen. In unserer letzten Folge Frieden im Dialog mit Miriam Kähne und ihrem Projekt justice.peace.imagination ging es viel darum, dass Kunst ausdrücken kann, was Worte oft nicht erreichen. Wie ist bei dir aus diesem Gedanken das Bild entstanden?
Olaf: Zurzeit ist Street Art eine sehr beachtete Kunstform, vor allem aufgrund der Popularität ihres bekanntesten Vertreters Banksy – für dessen Arbeit ich persönlich schon seit langer Zeit sehr empfänglich bin. Obwohl mein Motiv nicht im urbanen Umfeld, sondern auf Papier und am Computer entstand, soll es genauso zum Denken anregen. Insgesamt habe ich drei gänzlich unterschiedliche Entwürfe eingereicht. Zwei davon möchte ich hier nicht näher erläutern. 🙂
Lars:(lacht) Die bleiben dann wohl dein künstlerisches Geheimnis. Aber bleiben wir beim Gewinner-Motiv. Warum ist ein Fenster mit Gittern für dich das passende Bild für das Jahr 2026?
Olaf: Natürlich ist ein Gefängnis zunächst kein Symbol für Frieden. Wenn man aber weiß, wie viele Menschen allein aufgrund ihres Einsatzes für ein gewaltfreies Leben eingesperrt sind, gibt das schon zu denken. Das Gitterfenster macht aber nur einen kleinen Teil am Rand des Motivs aus. Im Zentrum stehen zwei Tauben, die sich über diese Unfreiheit erheben.
Lars: Ein Mitglied der Jury hat in deiner Grafik ein „Durchbrechen“ der Gitterstäbe gesehen. Fliegen die Tauben für dich eher hindurch oder zerstören sie das Hindernis aktiv?
Olaf: Da die Gitterstäbe leider noch intakt sind, stehen sie wohl eher für ein gedankliches, geistiges Durchbrechen, das hoffentlich jeder und jedem erhalten bleibt, der oder die für ihre Courage unter Druck gerät. „Die Gedanken sind frei.“ Auf dass sie sich erheben und möglichst viele Menschen erreichen.
Lars: Ein starkes Bild für die innere Freiheit. Du hast dich dabei gegen die klassische weiße Taube entschieden. Ein Wunsch aus der Community war auch, mehr über die Farbwahl der Tauben zu erfahren. Warum diese bunte Variante?
Olaf: Tatsächlich gab es einen Vorentwurf mit einfarbig schwarzen Tauben. Ich fand aber, dass sie so nicht genügend Gegenkontrast zum tristen Umfeld hatten. Ich wollte ihnen Kraft und Mut mitgeben, was mit satten Farben eindeutig besser funktioniert. Das Blau und Rot habe ich dann dem Auftritt der Ökumenischen FriedensDekade – insbesondere dem Signet „Schwerter zu Pflugscharen“ entnommen.
Lars: Du hast das Logo also direkt in die Illustration integriert.
Olaf: Die Farben werden von den Tauben zitiert. Wenn man so möchte, übernehmen die Gitterstäbe die Rolle eines Schwertes, welches es neu zu schmieden gilt.
Lars: „Neu schmieden“ das passt auch gut zu deiner Heimat Dortmund, einer Stadt mit industrieller Geschichte. Spielt diese Herkunft eine Rolle dabei, wie du Zusammenhalt und Widerstand wahrnimmst?
Olaf: Leider nehme ich auch in meiner Heimat den wachsenden Zuspruch zu mehr militärischer Präsenz wahr. Gleichzeitig gibt es auch nicht wenige Stimmen, die sich nach einer Führungspersönlichkeit und längst überwunden geglaubte Vorstellungen von vornehmlich patriarchalischer und rassistischer Vorherrschaft sehnen. Offenbar geraten Konsens- und Kompromissfähigkeit immer mehr ins Hintertreffen. Umfragen zeigen, dass der „starke Mann“ wieder gefragt ist – mit all seinen Klischees, Vorurteilen und Machtansprüchen. So entstehen neue Gefängnisse – nicht nur gedanklich.
Lars: Das ist eine Beobachtung, die viele von uns teilen: In der Überforderung durch Krisen suchen Menschen einfache Antworten und starke Figuren. Dein Motiv setzt dem etwas entgegen. Was sollen die Menschen im November 2026 fühlen, wenn sie im Alltag an deinem Plakat vorbeigehen?
Olaf: Ich hoffe, dass sie trotz des tristessen Hintergrunds – einer grauen Betonmauer mit einem dunklen Gitterfenster, und das auch noch in einer nicht minder farblosen Jahreszeit – dennoch spüren, dass es um Mut, Kraft, Aufbegehren und Beharrlichkeit geht. Es darf und muss erlaubt sein, gegen Kriegstüchtigkeit und für Menschenrechte einzustehen! Und das in einer Zeit, in der Aufrüstung ein gesellschaftlicher Konsens zu sein scheint.
Lars: Ein Plakat als Erlaubnis, bei der eigenen gewaltfreien Haltung zu bleiben – das ist ein schöner Gedanke. Zum Abschluss: Welchen Impuls gibst du uns mit auf den Weg?
Olaf: Bleib bei dir. Bleib bei deinen Werten. Auch wenn du das Gefühl hast, dass alle um dich herum anders denken: Steh zu deiner Haltung! Lass dich nicht gedanklich einsperren. Befreie dich von vermeintlich Allgemeingültigem. Braucht unsere Welt wirklich noch mehr Waffen?
Lars: Eine Frage, die wir mit in die FriedensDekade 2026 nehmen. Olaf, vielen Dank für dieses Gespräch und für deine Arbeit. Wer mehr über das Motiv und die Produkte erfahren möchte, findet alle Infos auf friedensdekade.de. Bis zur nächsten Folge, bleiben Sie im Dialog.
Ein kleiner Hinweis für alle, die das neue Design in ihre Friedensarbeit tragen wollen: Das Motiv von Olaf ist bereits auf Postkarten, Postern und den ersten Aktionsmaterialien in unserem Shop erhältlich. Ab dem 11.05. gibt es dort auch das Leporello und in Kürze unsere beliebten Friedens-Streichhölzer.
Schauen Sie vorbei und bleiben Sie couragiert widerständig!
In unserer Serie „Frieden im Dialog“ stellen wir die Menschen und Ideen hinter der ökumenischen FriedensDekade vor, die seit Jahrzehnten für Frieden, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung eintritt. In regelmäßigen Gesprächen teilen Akteure aus dem Gesprächsforum, dem Redaktionskreis und weiteren Netzwerken ihre Erfahrungen, Visionen und Impulse. Dieses Mal treffen sich Lars Blume und Miriam Kähne, Bildungsreferentin für Frieden und Gerechtigkeit und Initiatorin des weltweiten Kunstprojekts justice.peace.imagination. Ein Gespräch über die Kraft der Vorstellungskraft, handgemachte Sketchbooks aus aller Welt und die Frage, ob Kreativität ein Act des Widerstands gegen Resignation sein kann – geprägt von Neugier, Tiefe und dem Glauben daran, dass das Morgen noch gestaltbar ist.
Lars: Herzlich willkommen bei „Frieden im Dialog“, einer Serie der Ökumenischen FriedensDekade. Heute spreche ich mit Miriam Kähne. Miriam ist Bildungsreferentin für Frieden und Gerechtigkeit und hat ein weltweites Kunstprojekt ins Leben gerufen: justice.peace.imagination, mit handgemachten Sketchbooks aus aller Welt. Miriam, schön, dass du da bist.
Miriam: Ich freue mich sehr!
Lars: Bevor wir ins Projekt einsteigen, wer bist du, wenn du gerade mal nicht als Bildungsreferentin Projekte jonglierst? Was lässt dich persönlich hoffnungsvoll bleiben?
Miriam: Ich bin Bildungsreferentin für die Themen Frieden und Gerechtigkeit und arbeite auf dem Gebiet der beiden Ev. Landeskirchen von Mitteldeutschland & Sachsen. Was mich – privat wie beruflich – immer wieder hoffnungsvoll stimmt ist, dass alle Systeme, die von Menschen gemacht sind, auch von Menschen anders gemacht werden können. Ab jetzt. Und erst recht ab morgen. Wir müssen uns nur darauf verständigen, welches Morgen wir gestalten möchten.
Lars: „Ab jetzt. Und erst recht ab morgen.“ Das ist ein Satz, den ich mir merke. Und er führt direkt zum Kern deines Projekts. Der Titel sagt ja schon viel: justice, Gerechtigkeit. peace, Frieden. Und dann: imagination, Vorstellungskraft. Warum braucht es ausgerechnet die, um Frieden und Gerechtigkeit greifbar zu machen?
Miriam: bell hooks sagte: „What we cannot imagine cannot come into being“. Wir brauchen also Bilder und Ideen davon, wie die Welt anders als jetzt aussehen könnte, wo es hingehen soll und wie wir so Frieden und Gerechtigkeit gemeinsam umzusetzen können. Ich beobachte, dass unsere Diskurse über Frieden und Gerechtigkeit oft nur kognitiv und in Begriffen geführt werden und selten mal jemand fragt „was meinst du denn damit“? Aber jede:r von uns verbindet mit den Begriffen doch Gefühle, Bilder, Ohnmachtserfahrungen, Wünsche und vieles mehr! Gerechtigkeit und Frieden (und noch stärker Ungerechtigkeit und Un-Frieden) berühren uns! Lasst uns doch mal schauen, wo wir hinkommen, wenn wir das miteinander teilen und sehen, was dann alles möglich wird!
Lars: Kommen wir zur Form, in der du das alles umsetzt. In einer Zeit, in der presque alles digital läuft, schickst du analoge Notizbücher um die Welt. Was macht den Reiz dieser kleinen Bücher aus?
Miriam: Ehrlich gesagt war ich mir gar nicht ganz bewusst, dass Sketchbook-Art „so ein Ding“ ist in der Künstler:innen-Community weltweit. Ich hatte von einem Projekt gehört (The Sketchbook Project), das ich bei einer USA-Reise in Brooklyn besuchen wollte. Die schickten seit Jahren tausende leere Sketchbooks in die Welt. Leider war das Haus kurz vor meinem Besuch abgebrannt und ich konnte das „Original“ nicht kennenlernen. Aber ich fand die Idee klasse! Und ich glaube, sie eignet sich aus mehreren Gründen perfekt für „Justice.Peace.Imagination“: 1. Es entsteht un Raum, in dem Menschen ernsthaft nach ihren Erfahrungen und Ideen gefragt werden. Und ich habe von sehr vielen die Rückmeldung erhalten, dass sie dadurch eine große Selbstwirksamkeit anstatt Ohnmacht erfahren haben. 2. Die Seiten sind weiß. Jede:r füllt sie mit dem ganz Eigenen. Mit den eigenen Ideen, eigenen Erfahrungen, eigener künstlerischer Handschrift, ohne Vorgabe, mit dem, was ganz tief aus dem Innersten kommt. 3. Menschen, die sich künstlerisch ausdrücken, sind geübt darin, ihre Vorstellungskraft ernst zu nehmen und können andere dadurch inspirieren.
Lars: Diese weißen Seiten sind fast schon ein Symbol. Das kenne ich auch aus dem gemeinsamen Singen. Ich bin musikalisch unterwegs und wenn Menschen zusammen singen, passiert etwas, das ich mit Worten kaum beschreiben kann: Die Stimmen werden eins. Du wächst mit den anderen zusammen. Das ist kein Konzept, das ist eine Erfahrung. Und ich glaube, diese Sketchbooks funktionieren genauso. Parallel zu dieser sehr physischen Welt gibt es das Projekt auch online. Wie ergänzen sich diese beiden Welten für dich?
Miriam: Das wird sich zeigen. 😉 Vor allem wollte ich den internationalen Künstler:innen die Möglichkeit geben, selbst die Ausstellung zu entdecken, sich in einer internationalen Plattform zu zeigen und wie alle anderen Künstler:innen auch, die das möchten, während der Ausstellung über ihre Kunst und ihren Prozess zu sprechen. Inzwischen ist über Insta außerdem eine community unter den Künstler:innen entstanden, sodass wir monatliche globale Kunsttreffs („90 art minutes“) entwickeln, in dem eine Person eine Gestaltungs-Art beibringt. Alle gestalten bei sich vor Ort und vorher wird kommuniziert, welche Materialien benötigt werden. Alle Infos dazu wird es auf dem Insta-Kanal geben. Es gibt eine Vielzahl von kurzfristigen Nutzmöglichkeiten des online-Raums, auch Gruppen können ihn nutzen, um die Sketchbooks zu entdecken und ich denke, dass sich da zwischen März und November noch einiges Kreatives entwickeln wird! Aber wie siehst du das eigentlich? Du bist ja für die Online-Redaktion bei der FriedensDekade zuständig. Wie erlebt man diesen Spagat von innen?
Lars: Das ist eine sehr lebendige Spannung. Ich bin für die Online-Redaktion bei der FriedensDekade zuständig und trotzdem bin ich ein großer Fan analoger Produkte. Wir haben das ja schon zusammen erlebt: Mit der digitalen Vorausstellung zu justice.peace.imagination im Rahmen der FriedensDekade 2025 haben wir gemeinsam erste Erfahrungen gesammelt, wie sich so ein Format online anfühlt und was es leisten kann. Und dieses Jahr machen wir den nächsten Schritt mit erstmals digitalen Versionen des Friedenskompasses 2026. Es ist nicht immer einfach, aber ich glaube: Es braucht beides. Der Mittelweg ist es. Digital öffnet Türen und analog schafft Tiefe.
Lars: Du hattest ja zwei Fragen zusammen beantwortet, die ich trotzdem beide kurz einleiten möchte. Zum einen: Warum war es dir wichtig, dass Menschen nicht nur schauen, sondern selbst aktiv werden? Und zum anderen: Kann ein Sketchbook manchmal mehr vermitteln als ein klassischer pädagogischer Vortrag über Frieden?
Miriam: Je nachdem, was das Ziel ist, muss der Weg dorthin natürlich passen. Und ich empfinde schon, dass es Kontexte gibt, wo zu Frieden und Gerechtigkeit nicht noch mehr Worte gesprochen werden müssen, sondern alles gesagt ist. Und vor allem bestimmte Leute bereits genug Raum in diesem Diskurs eingenommen haben und wir anderen Menschen mehr Gehör schenken sollten. Das war auch eine Frage, die mich geleitet hat während der Einladung von Künstler:innen: Welche Stimmen sind denn interessant zu fragen und werden im momentanen Diskurs nicht laut genug gehört? Ich bin eine große Freundin von ganzheitlicher Bildung und wünsche mir außerdem, dass die Bildungsarbeit Menschen zum Aktivwerden motiviert, zum eigenen Mitgestalten unserer Welt. Und dazu eignet sich die Kunst auf jeden Fall! Denn ein Bild spricht andere Dimensionen des Menschseins an als ein Vortrag. Diese Dynamik möchten wir auch mit den begleitenden Bildungsangeboten aufgreifen. Alle zu völlig unterschiedlichen Themen rund um Justice.Peace.Imagination, aber alle gleich darin, dass sie keine PowerPoint-Präsentation verwenden dürfen. Es sind aktivierende Formate geplant, die Menschen ins Gespräch, ins Kreativwerden und/oder ins Imaginieren bringen.
Lars: Kein PowerPoint, das gefällt mir sehr! Gerade beim Thema Krieg und Frieden nutzen wir so viele Worte. Manchmal zu viele. Kunst ist ein anderer Kanal, kein besserer, aber ein notwendiger. Ich freue mich, sagen zu können, dass ich selbst bei einigen Bildungsveranstaltungen im Rahmen der Ausstellungsreise dabei sein werde. Ohne Folien, dafür mit echtem Dialog. Genau das, wofür dieses Format steht. Ich freue mich sehr darauf, mit Menschen vor Ort zu diesen Themen ins Gespräch zu kommen. Das Motto der FriedensDekade 2026 lautet „couragiert widerständig“. Inwiefern ist das Wiederentdecken der eigenen Fantasie für dich ein Akt des Widerstands?
Miriam: Erstmal merke ich schon, dass es Mut erfordert, sich heute hinzustellen und dafür zu einzustehen, dass die Vorstellungskraft eine wirkliche Kraft ist, die der Katalysator für echte Veränderung sein kann. Wir leben in einer Zeit, in der die vielen Krisen eng miteinander verzahnt sind, hohe Komplexität aufweisen und ehrlicherweise von uns verlangen, dass wir uns radikal alles anders vorstellen. Dass wir Wege finden, die bisher nicht gegangen wurden, weil die Herausforderungen noch nie derartig waren. Unser kollektives Vorstellungsvermögen ist in dieser Zeit massiv gefragt und wir bräuchten viel mehr Mutige, die sich die Welt als lebenswerten Ort für alle vorstellen können.
Lars: Für mich bedeutet „couragiert widerständig“ auch Widerstand gegen die Spaltung unserer Gesellschaft. Im Brückenbauen, im Verbinden hinter dem, was uns verbindet. Wir sind alle Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Ideen. Aber die meisten von uns wollen doch eine Welt, in der es unseren Familien gut geht. Das ist mehr, als uns manchmal bewusst ist. Und das ist ein Anfang. Du hast jetzt so viele dieser Bücher in den Händen gehabt. Gibt es eine Geschichte, eine Seite, die dich besonders berührt hat?
Miriam: Ja, sehr viele. Es war nicht selten, dass ich beim Anschauen eines Hefts weinen musste über die Tiefe und die Ehrlichkeit der Bilder, die mir begegnet sind. Mich berühren die Worte der dementen Frau, deren Wortschnipsel echte Weisheit sind und von einer künstlerischen Wegbegleiterin zusammengefügt wurden. Das Heft eines Strafgefangenen, der in seinem ganz eigenen Stil und seinen Worten Frieden beschreibt. Das Sketchbook einer Frau, die das letzte Gespräch mit ihrem Vater kurz vor seinem Tod dokumentiert hat und mit Kerzenwachs und Haaren gestaltet hat. Es sind einzelne Hefte von Menschen mit Erkrankungen dabei, die es geschafft haben, die Ungerechtigkeitserfahrungen in Gerechtigkeits-Bilder zu verwandeln und eine Welt zu zeichnen, in der wir alle gerne leben. Einige Hefte von Frauen zeigen ganz konkrete Situationen und thematisieren politische Veränderungen, die umsetzbar wären. Und wenn ich anfange zu berichten, fallen mir so viele weitere ein, die alle erwähnt werden sollten. Am besten ist es, sie sich selbst mit viel Zeit anzuschauen! Die vielen so unterschiedlichen Darstellungen von unserer Welt wie sie möglich ist und schon in den Köpfen existiert fesselt mich immer von Neuem.
Lars: Ich merke, wie ich beim Zuhören ganz still werde. Kerzenwachs und Haare. Das letzte Gespräch mit dem Vater. Das ist kein Kunstprojekt mehr, das ist Menschsein in seiner reinsten Form. Ich freue mich sehr darauf, diese Bücher selbst in die Hand zu nehmen. Jetzt steht die Vernissage in Magdeburg bevor, am 26. März geht es los. Was ist das für ein Gefühl?
Miriam: Mich bewegt es sehr, dass sich so viele Menschen aus der ganzen Welt von der Projektidee anstecken ließen! Und ich freue mich, das am 26.3. zu feiern. Und wenn ich nun in der Planung höre, dass Menschen aus ganz Deutschland den Weg nach Magdeburg machen und genauso wie wir auf den Beginn der Ausstellung hinfiebern, fühlt es sich an als ob da eine Gemeinschaft von Menschen entstanden ist, die wie ich hoffen, dass „da noch was geht“ in unserer Gesellschaft und weltweit. Dass die Ohnmachtsgefühle, die wir durch die multiplen Krisen erleben, nicht das letzte Wort sind und dass Kreativität ein Ventil sein kann, das uns anstößt, auch andere Wege auszuprobieren. Darauf bin ich sehr neugierig. Und auch darauf, wie Menschen, die die vielen Sketchbooks noch nicht in der Hand hatten, darauf reagieren, wie sie mit den Bildern in Interaktion gehen, welche Reaktionen sie darauf zeigen, welche Hefte eher herausgezogen werden, usw. Ich freue mich darauf, dass die Sketchbooks nun dahin kommen, wofür sie gestaltet wurden.
Lars: Und genau dafür steht die FriedensDekade. Diese Gemeinschaft, die du beschreibst, die gibt es. Wir sind nicht allein damit. Im November endet die Tour in der Dresdner Frauenkirche, genau zur FriedensDekade. Was bedeutet dir dieser Ort als Abschluss?
Miriam: Ich freue mich sehr auf den Projekt-Abschluss während der Friedensdekade in Dresden. Und wie für alle anderen Ausstellungsorte sind wir auch hier schon in der Planung, um dem ganz speziellen Ort gerecht zu werden und den Ausstellungsrahmen an den Ort anzupassen, damit die Sketchbooks den Menschen begegnen können. Ich habe familiär eine enge Beziehung zu Dresden und bin jedes Mal persönlich berührt, in der wieder aufgebauten Frauenkirche sein zu können. Für mich persönlich ist sie ein Symbol des Friedens. Und ich finde, dass unsere Ausstellung dort ganz hervorragend hin passt, sehe das aber auch im Kontext der vielen andere Orte (kleine Kirchengemeinden auf dem Land, die sich kreativ für Demokratie in ihren Orten engagieren möchten, Jugendkirchen in Kooperation mit Kunstschulen, Ortsvereine, Think Tank-Orte uvm.), die den Weg der Ausstellung zeichnen und alle ihre ganz besonderen Elemente dort hinein bringen.
Lars: Letzte Frage, Miriam. Wenn die letzte Besucherin die Ausstellung in Dresden verlässt, was sollte sie im Idealfall im Kopf oder im Herzen mit nach Hause nehmen?
Miriam: Ich wünsche mir, dass Menschen, die die Ausstellung (und auch die Veranstaltungen, die damit zusammen gehören) besucht haben, motiviert sind, unsere Welt zu einem friedlicheren und gerechteren Ort zu gestalten. Dass sie Bilder gefunden haben von einer Welt, in der sie und wir alle gerne leben möchten. Dass sie begreifen (und zwar nicht nur kognitiv, sondern das auch fühlen und erlebt haben), dass die jetzigen multiplen Krisen nicht das letzte Wort sind, sondern wir zahlreiche Optionen haben, wie es morgen weitergehen kann. Toll wäre es, wenn sie ihre Idee mit anderen teilen konnten und sich bei sich vor Ort in einer Gemeinschaft von anderen Motivierten wiederfinden.
Lars: Miriam, vielen Dank. Für dieses Gespräch, für das Projekt und für deinen Mut, die Vorstellungskraft ernst zu nehmen. Wer die Ausstellung besuchen oder an den Bildungsveranstaltungen teilnehmen möchte, findet alle Infos in den Shownotes. Die Ausstellung startet am 26. März in Magdeburg und wandert bis November durch Mitteldeutschland bis zur Frauenkirche in Dresden. Bis zur nächsten Folge, bleibt im Dialog.
Termine der Ausstellung (Auswahl)
1.–7. Juni, Glindenberg, Glindenberger Leben e.V.
8.–12. Juni, Salzwedel, Jugendkirche
19.–25. Juni, Schmölln, Freiraum
28.–30. Juni, Magdeburg, Friedensmesse im Dom
31. August bis 6. September, Gera, Salvatorkirche
12. September, Lutherstadt Wittenberg, Schöpfungsfest der EKM
Eine Geschichte, die erfunden wurde und doch stimmt
Es gibt eine Geschichte von einem Mann, der allein beginnt, Bäume zu pflanzen. Still, geduldig, Jahr für Jahr, ohne zu wissen, ob er die Wirkung seines Tuns je erleben wird. Jean Giono hat sie 1953 geschrieben, als kurze Erzählung, als bewusste Fiktion. Und doch trifft sie etwas Wahres: dass aus kleinen, unscheinbaren Anfängen etwas entstehen kann, das weit über einen einzelnen Menschen hinausreicht. Eine ganz eigene Interpretation der Geschichte von Jean Giono finden Sie im neuen Mitgliederbereich:
In Wattenscheid ist es kein Einzelner.
Wenn der Regen entscheidet: Die verschobene Pflanzung
Eigentlich sollte der Wald schon längst stehen. Während der FriedensDekade 2025 im November war alles vorbereitet: Menschen, Pflanzen, die Idee. Dann kam der Regen. Der Boden wurde zu nass, zu schwer, unzugänglich. Die Pflanzung musste verschoben werden. Was sich zunächst wie ein Scheitern anfühlte, gehört heute zur Geschichte dieses Ortes.
Frühjahr 2026: Der Tiny Forest entsteht
Denn im März war es soweit. In Wattenscheid entstand ein Friedenswald, ein sogenannter Tiny Forest, dicht bepflanzt nach der japanischen Miyawaki-Methode, mitten im Stadtteil. Das Flowful Kollektiv begleitete die Pflanzung: ein Team, das Wissen und Erlebnis verbindet und Gruppendynamik in den Vordergrund stellt und so seit Jahren solche Orte mit und für Gemeinden und Gemeinschaften entwickelt.
Und wieder war der Regen da. Viel Regen. Nasse Erde, rutschige Wege, Stellen der Fläche, die sich unter den Füßen aufgaben. Keine einfachen Bedingungen. Und doch: Es wurde gepflanzt. Rund 100 Schülerinnen des Märkischen Gymnasiums und der Gertrudisschule kamen am Freitag, mehr als 150 Bürgerinnen am Samstag. Sie gruben, setzten, reichten sich Pflanzen weiter. Keiner ist gegangen.
Es war kein perfekter Tag. Aber vielleicht gerade deshalb ein besonders ehrlicher.
Denn Frieden wächst nicht unter Idealbedingungen. Frieden wächst, wenn Menschen trotzdem kommen. Wenn sie bleiben. Wenn sie gemeinsam ins Tun kommen, auch wenn der Boden nachgibt und die Jacke durchnässt ist.
Was aufhält, trägt am Ende bei
Der Regen, der die Pflanzung im November unmöglich gemacht hatte, half nun den jungen Bäumen beim Anwachsen. Die Wurzeln fanden Halt, die Erde gab nach, das Leben bekam Raum. Manchmal braucht es genau diese Wendung: dass das, was uns aufhält, am Ende zum Wachstum beiträgt.
Ein Friedenswald ist mehr als eine Ansammlung von Bäumen. Er ist ein Ort, an dem sichtbar wird, was möglich ist, wenn Menschen Verantwortung teilen, wenn sie nicht nur über Frieden sprechen, sondern ihn praktisch werden lassen. Jeder Spatenstich, jede gesetzte Pflanze ist ein konkretes Zeichen.
Frieden zeigt sich auch darin, wie wir füreinander sorgen
Dieser Friedenswald wurde nicht nur gepflanzt. Er wurde getragen.
Der Eine-Welt-Laden Wattenscheid sorgte mit fairen Getränken, warmer Suppe, Kaffee und Brotzeit dafür, dass an diesem nassen, kalten Tag eine Atmosphäre entstehen konnte, in der Gemeinschaft wächst. Sie haben nicht gegraben, und doch wesentlich dazu beigetragen, dass dieser Tag das wurde, was er war.
Nicht allein, sondern gemeinsam: Friedensarbeit vor Ort
Bei Giono ist es ein Einzelner, der beginnt. Still, ausdauernd, unbeirrt. In Wattenscheid sind es viele, aus dem Stadtteil, für den Stadtteil. Ein Friedenswald wächst nicht über Nacht. Aber er wächst.
Wo entsteht der nächste Friedenswald zur FriedensDekade 2026?
Animationsfilm „Der Mann, der Bäume pflanzte“ (Film nach Jean Giono)
In unserem neuen Mitgliederbereich erhalten Sie unsere interpretation der Kurzgeschichte „Der Mann, der Bäume pflanzt“ nach Jean Giono als Druckversion mit einer Einladung zur Reflexion.
Ein Impuls von Lars Blume, zur Ausrichtung unseres Onlinematerials für die FriedensDekade.
Das Motto der kommenden FriedensDekade, „couragiert widerständig“, ist kein leeres Schlagwort. Es ist eine Antwort auf eine Zeit, in der die Sprache der Aufrüstung lauter wird und die Hoffnung auf diplomatische Lösungen oft im Lärm der Konflikte untergeht. Wir haben uns entschieden, dieses Jahr ein digitales Fundament zu bauen, das zeigt: Widerstand für den Frieden ist möglich, er hat Tradition und er ist tief in der menschlichen Seele verwurzelt.
Ihre Stimme zählt: Gestalten Sie mit!
Dieser Artikel ist ein erster Impuls – kein fertiges Konzept. Bis Ende Januar läuft unsere Umfrage, in der Sie den inhaltlichen Rahmen unserer digitalen Arbeit 2026 aktiv mitbestimmen können. Welche Themen und Formate wünschen Sie sich? Welche Schwerpunkte sind Ihnen wichtig?
Ihre Erfahrungen, Ihre Ideen, Ihre Schwerpunkte sind gefragt. Nur gemeinsam können wir Material schaffen, das wirklich trägt, in Gemeinden, in der Bildungsarbeit, in sozialen Medien.
Drei zentrale Säulen für 2026
Unsere Onlineredaktion wird das Motto im kommenden Jahr durch drei zentrale Säulen beleuchten, deren Ausgestaltung Sie noch bis Ende Januar mitbestimmen können:
1. Friedenszeugen: Wenn Courage den Lauf der Dinge ändert
Oft wird behauptet, man könne gegen die „große Politik“ nichts ausrichten. Unsere Serie zu historischen Beispielen beweist das Gegenteil. Wir blicken auf Momente, in denen Menschen durch ihren Mut Kriege verhinderten, verkürzten oder den Weg zum Frieden ebneten.
Der Protest in der Rosenstraße 1943, wo Berliner Frauen die Freilassung ihrer jüdischen Männer erzwangen. Der weltweite Widerstand gegen den Vietnamkrieg, der eine Supermacht zum Umdenken zwang. Die Friedliche Revolution in Deutschland, die ohne einen Schuss Mauern zum Einsturz brachte. Das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“, das Ost und West verband, lange bevor die Mauer fiel.
Diese Geschichten sollen uns daran erinnern: Wir sind nicht ohnmächtig. Gewaltfreier Widerstand hat Geschichte geschrieben und kann es wieder tun.
Welche Beispiele fehlen aus Ihrer Sicht? Welche Momente sollten wir unbedingt erzählen? Schreiben Sie uns gerne unter kontakt@friedensdekade.de
2. Worte, die bleiben: Klassiker der Friedensbewegung
„Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.“ Solche Sätze sind mehr als Slogans, sie sind das konzentrierte Gewissen einer Gesellschaft. In einer minimalistischen Serie speziell für soziale Medien beleuchten wir die großen Friedensaufrufe und Sprüche, die heute Klassiker sind.
Wir fragen: Was bedeutet dieser Satz heute? Wie wurde er zum Symbol einer couragiert widerständigen Haltung? Diese reduzierten Grafiken und prägnanten Texte sollen dazu einladen, die schlichte, aber radikale Wahrheit hinter diesen Worten neu zu entdecken und sie in die digitale Welt von heute zu tragen, teilbar, merkfähig, wirksam.
Welche Friedensworte haben Sie geprägt? Welche Sätze sollten nicht vergessen werden? Teilen Sie Ihre Vorschläge per E-Mail mit uns: kontakt@friedensdekade.de
3. Biographien: Menschen, die vorangingen
In unserer dritten Säule rücken wir Menschen in den Fokus, die durch ihr Leben Zeugnis für den Frieden ablegten. Von Bertha von Suttner, der ersten Friedensnobelpreisträgerin, über Martin Luther King bis hin zu weniger bekannten Friedensstifterinnen und -stiftern: Wir erzählen von Menschen, die couragiert widerständig waren, oft gegen alle Widerstände, oft unter persönlichen Opfern.
Diese Biographien sollen inspirieren und ermutigen: Wenn sie es konnten, können wir es auch. Friedensarbeit hat Gesichter, Namen, Geschichten; sie ist menschlich, nahbar, möglich.
Wessen Lebensgeschichte sollte erzählt werden? Welche Friedenspioniere fehlen in der öffentlichen Wahrnehmung? Senden Sie uns Ihre Vorschläge: kontakt@friedensdekade.de
Jetzt mitmachen – bis Ende Januar!
Dieser Artikel ist der erste Schritt auf dem Weg zum Jahresmotto 2026. Die konkrete Ausrichtung unserer digitalen Arbeit liegt noch nicht fest – sie entsteht im Dialog mit Ihnen. Bis Ende Januar haben Sie die Möglichkeit, durch unsere Umfrage aktiv mitzugestalten:
Welche thematischen Schwerpunkte sind Ihnen wichtig?
Sollten wir 2026 eine Serie zu spirituellen Wurzeln des Widerstands entwickeln?
Wie können wir das Material so gestalten, dass es in Ihrer Arbeit wirklich hilfreich ist?
Ihre Expertise, Ihre Erfahrungen aus der Friedensarbeit, Ihre theologischen Perspektiven, all das möchten wir einfließen lassen. Nur so entsteht Material, das wirklich trägt und inspiriert.
Konkrete Vorschläge für historische Momente, Friedenszitate oder Biographien? Wenn Sie bestimmte historische Situationen, Friedenssprüche oder Namen von Friedenspionieren vorschlagen möchten, wenden Sie sich gerne direkt per E-Mail an: kontakt@friedensdekade.de
Unser Ziel für 2026
Wir wollen Material schaffen, das nicht nur informiert, sondern ermutigt. Material, das in Gemeinden geteilt wird, das in der Bildungsarbeit Impulse gibt, das in sozialen Medien Hoffnung verbreitet. Material, das zeigt: Eine Gesellschaft, die couragiert widerständig für den Frieden eintritt, ist die stärkste Kraft der Welt.
Lassen Sie uns gemeinsam dieses digitale Fundament bauen: mit Ihren Ideen, Ihrer Erfahrung, Ihrem Mut.
Couragiert widerständig. Gemeinsam gestalten wir 2026!