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Schlagwort: Friedensbildung

Rosa Parks – Die Frau, die sitzen blieb

Biographie einer Friedenspionierin

Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“

„People always say that I didn’t give up my seat because I was tired, but that isn’t true. No, the only tired I was, was tired of giving in.“ (Die Menschen sagen immer, ich habe meinen Sitzplatz nicht aufgegeben, weil ich müde war. Aber das stimmt nicht. Das Einzige, wessen ich müde war, war das Nachgeben.)

Rosa Parks (USA, 1913-2005) sprach aus bitterer Erfahrung. Montgomery, Alabama, 1. Dezember 1955. Nach einem langen Arbeitstag setzt sie sich in den Stadtbus. Als ein weißer Fahrgast keinen Platz findet, fordert der Fahrer sie auf aufzustehen. Rosa Parks bleibt sitzen. Sie wird verhaftet.

Was darauf folgt, verändert die Geschichte der Vereinigten Staaten. Aber Rosa Parks war weder erschöpft noch handelte sie spontan. Sie war eine geschulte Aktivistin, die genau wusste, was sie tat. Und sie war bereit, den Preis dafür zu zahlen.

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In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Im Mai zeigte uns Leymah Gbowee, dass Frieden von unten wächst. Im Juni zeigte uns Rigoberta Menchú Tum, dass Würde unteilbar ist. Rosa Parks verbindet beides: Sie zeigt, dass ziviler Ungehorsam keine Schwäche ist, sondern Ausdruck einer tiefen inneren Haltung.

Eine Frau, die schon lange widerstand

Rosa Louise McCauley wurde 1913 in Tuskegee, Alabama, geboren. Die sogenannten Jim-Crow-Gesetze regelten, wo Schwarze sitzen, essen, trinken und zur Schule gehen durften. Widerspruch konnte das Leben kosten.

Rosa Parks kannte diese Realität von Kindheit an. Sie heiratete Raymond Parks, Mitglied der NAACP, organisierte Wählerregistrierungen, dokumentierte Fälle rassistischer Gewalt. 1955 besuchte sie das Highlander Folk School in Tennessee, eine Bildungsstätte für gewaltfreien Widerstand. Was am 1. Dezember 1955 geschah, war kein Zufall. Es war der Moment, in dem eine Frau mit jahrzehntelanger Erfahrung sagte: Jetzt. Hier. Nicht mehr.

 

 

 

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Der Abend, der eine Bewegung auslöste

Rosa Parks wurde verhaftet, angeklagt und zu einer Geldstrafe verurteilt. Noch in derselben Nacht druckte Jo Ann Robinson über 35.000 Flugblätter: Boykottiert die Busse. Fahrt am Montag nicht.

Am 5. Dezember 1955 blieben die Busse fast leer. Der Boykott, der einen Tag dauern sollte, dauerte 381 Tage. Die Gemeinschaft organisierte Fahrgemeinschaften, lief zu Fuß, trug die Einbußen gemeinsam. Am 13. November 1956 erklärte der Oberste Gerichtshof die Rassentrennung in Bussen für verfassungswidrig. Der Preis war hoch: Rosa Parks verlor ihre Arbeit, ihr Mann seine. Sie mussten Montgomery verlassen.

Ziviler Ungehorsam als Glaubenspraxis

Rosa Parks war tief in ihrer Kirchengemeinde verwurzelt. Die Schwarze Kirche in den Südstaaten war nicht nur Ort der Andacht, sondern Rückgrat der Bürgerrechtsbewegung. Für Rosa Parks war Widerstand gegen Ungerechtigkeit kein politisches Kalkül, sondern ein Gebot des Gewissens. Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes. Jeder Mensch trägt unantastbare Würde. Ein Gesetz, das diese Würde verletzt, hat keine moralische Grundlage.

Das Jahresmotto der ökumenischen FriedensDekade 2026 erinnert an die hebräischen Hebammen Schifra und Pua (Exodus 1), die sich dem Tötungsbefehl des Pharaos widersetzten. Rosa Parks steht in genau dieser Tradition: Wenn das Gesetz die Würde von Menschen verletzt, ist Ungehorsam keine Rebellion, sondern Treue zu einer höheren Ordnung.

 

Fragen zur Reflexion:

Rosa Parks handelte nicht spontan, sondern aus jahrzehntelangem Engagement heraus. Welche innere Vorbereitung braucht es, um in einem entscheidenden Moment Haltung zu zeigen?

Der Busboykott funktionierte, weil eine ganze Gemeinschaft mitzog. Wo in Ihrer Umgebung gibt es Ansätze gemeinsamer Widerständigkeit, die Unterstützung brauchen?

Rosa Parks verstand Gleichwürdigkeit als biblisches Gebot. Welche Strukturen in Ihrer Umgebung verletzen die Würde von Menschen, ohne dass es als Unrecht wahrgenommen wird?

 

 

Gebet: Gott der Würde, danke für Menschen wie Rosa Parks, die nicht nachgaben. Gib uns Mut, für die Würde des Nächsten einzustehen, auch wenn es uns etwas kostet. Amen.

 


Couragiert widerständig, wie Rigoberta Menchú Tum.
Für eine Welt, in der die Würde aller Völker geachtet und die Schöpfung bewahrt wird.


Quellen und zum Weiterlesen:

Rigoberta Menchú / Elisabeth Burgos: „Ich heiße Rigoberta Menchú und so entstand mein Gewissen“ (1983)
Rigoberta Menchú: „Die Enkel der Maya. Das Überleben der indigenen Kulturen Guatemalas“ (1998)
Fundación Rigoberta Menchú Tum: www.menchutum.org

 

 

Friedenspolitische Einordnung | Teil 5: Zwischen Aufrüstung und Aufklärung

Wenn Sicherheitspolitik sich verschiebt

Von Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der AGDF (redaktionell aufbereitet für die FriedensDekade)

 

In Deutschland erleben wir auf verschiedenen Ebenen eine schleichende Militarisierung. Zuletzt stellte der Bundesinnenminister neue Planungen für den Bevölkerungsschutz vor – mit deutlichem Vorrang auf Maßnahmen im Kriegsfall. Die Auswirkungen betreffen letztlich alle, nicht zuletzt durch die entsprechende Priorisierung im Bundeshaushalt.

 

Die Eckwerte der Bundesregierung sehen beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung weitere Kürzungen von mindestens sechs Prozent vor. Betroffen sein dürften unter anderem der entwicklungspolitische Freiwilligendienst weltwärts und vermutlich auch der Zivile Friedensdienst – während für die Bundeswehr erheblich mehr Mittel vorgesehen sind.

 

Politisch wird das als Sachzwang dargestellt: Die weltweiten Krisen und Kriege bedrohten unsere Sicherheit, weshalb militärischer Schutz notwendig sei. Von Russland geht eine reale militärische Bedrohung für europäische NATO-Mitgliedsstaaten aus, für die Europa auch ohne den Beistand der USA gewappnet sein müsse. Das ist nicht von der Hand zu weisen.

 

Gleichzeitig bleibt es schwierig, diese Art einer Zeitenwende zu hinterfragen und überzeugende Alternativen aufzuzeigen. Wer den Umfang militärischer Verteidigungsfähigkeit zur Debatte stellt, braucht Friedensgeschichten, die auf die aktuelle Lage wirklich antworten, das wird eines der zentralen Themen der AGDF-Fachwerkstatt Friedensbotschaften im Februar 2027 sein.

 

So bleibt in einem erheblichen Teil der Bevölkerung eine latente Unzufriedenheit mit der Sicherheitspolitik und viel Verunsicherung. Protest lässt sich kaum organisieren – am ehesten noch durch Kreise, mit denen wir keine gemeinsame Sache machen wollen.

 

Was bleibt, ist eine Aufgabe, die wichtiger geworden ist als seit langem: eine längerfristig angelegte Aufklärungs- und Friedensbildungsarbeit. Sie braucht langen Atem – und sie lohnt ihn.

 


Serie „Friedenspolitische Einordnung“: In dieser monatlichen Reihe ordnet Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der AGDF, aktuelle Entwicklungen aus friedenspolitischer Perspektive ein. Der Text basiert auf seinem Editorial im monatlichen AGDF-Newsletter.

Buchcover „Frieden suchen in konfliktreichen Zeiten", herausgegeben von Jochen Cornelius-Bundschuh, Jan Gildemeister und Klara Butting, erschienen im Verlag Erev-Rav.

Sicherheit mit oder Sicherheit gegen? Eine Frage, die alles verändert

Wer in einer Kirchengemeinde oder Friedensgruppe aktiv ist, kennt das Gefühl. Die Fragen werden größer, die Antworten dünner. Aufrüstung, Wehrpflichtdebatte, Krieg in Europa. Und mittendrin Menschen, die sich fragen, was Friedensarbeit heute noch bedeuten kann und wie sie vor Ort konkret aussehen soll.

Die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) hat mit dem Sammelband „Frieden suchen in konfliktreichen Zeiten“ genau diesen Raum geschaffen. Herausgegeben von Jochen Cornelius-Bundschuh, Jan Gildemeister und Klara Butting versammelt es dreizehn Autorinnen und Autoren aus Wissenschaft, Kirche und Zivilgesellschaft. Ihr gemeinsames Anliegen: die drängenden Fragen unserer Zeit friedensethisch durchdenken. Für Gemeinden, Friedensgruppen und alle, die Haltung zeigen wollen.

Widerstand als Öffnung – nicht als Mauer

Olaf Warburg, dessen Motiv in diesem Jahr die FriedensDekade prägt, hat es in der aktuellen Folge unseres Gesprächsformates „Frieden im Dialog“ mit Lars Blume klar benannt. Widerstand bedeutet für ihn nicht „Dagegen sein“, sondern „Öffnung zur anderen Seite“. Genau diese Öffnung sucht auch das Buch. Es fragt nicht, ob Frieden möglich ist. Es fragt, wie er gedacht werden muss, damit er es bleibt.

Wer seinem Friedens-Engagement mehr Substanz geben möchte, findet in „Frieden suchen in konfliktreichen Zeiten“einen verlässlichen Denkpartner. Derzeit im Sonderangebot in unserem Shop.

Zwei Logiken, eine Entscheidung

Wolfram Stierle arbeitet in seinem Beitrag eine Unterscheidung heraus, die in der aktuellen Debatte kaum jemand so deutlich benennt. Es gibt zwei grundlegend verschiedene Vorstellungen von Sicherheit. Die eine entsteht durch Kooperation, gemeinsame Strukturen und das mühsame Ringen um Vertrauen. Die andere durch Abschreckung, Aufrüstung und das Prinzip der Stärke. Stierle zeigt: Wer Sicherheit nur als Abwehr denkt, landet unweigerlich in einer Logik, die Wandel verhindert statt ermöglicht.

Beide Logiken sind heute wirksam. Aber nicht gleichgewichtig.

Was die Zahlen sagen

UN-Generalsekretär António Guterres hat es unlängst öffentlich ausgesprochen: Höhere Militärausgaben allein schaffen keinen Frieden. Die Zahlen geben ihm recht. Die globalen Militärausgaben erreichten 2024 einen Rekordwert. Die Ausgaben für Entwicklung und humanitäre Hilfe sanken im gleichen Zeitraum deutlich. Die Investitionen in Abschreckung und Aufrüstung übersteigen die in Kooperation und zivile Lösungen inzwischen um den Faktor zwölf.

Couragiert widerständig – mehr als ein Motto

Das ist der Rahmen, in dem die FriedensDekade 2026 unter dem Motto couragiert widerständig steht. Und es ist der Rahmen, in dem Olafs Bild von den bunten Tauben vor dem Gitterfenster seine eigentliche Tiefe bekommt. Wer heute für gewaltfreie Lösungen eintritt, steht nicht am Rand der Debatte. Er oder sie stellt eine der zentralen politischen Fragen unserer Zeit.

Ein Buch, das weiterdenkt

Was das konkret bedeuten kann, entfaltet das Buch auf seinen weiteren Seiten. Welche Erfahrungen zivile Konfliktbearbeitung weltweit gesammelt hat. Wo sie wirkt. Wo sie an Grenzen stößt. Es liefert keine einfachen Antworten. Aber es gibt der Frage, die Olaf am Ende des Gesprächs stellt, das Fundament, das sie verdient: Braucht unsere Welt wirklich noch mehr Waffen?

In den nächsten zwei Ausgaben des Friedensbriefs greifen wir zwei weitere Bereiche aus „Frieden suchen in konfliktreichen Zeiten“ auf. Im Mai erinnern wir an den 8. Mai und fragen, was „Nie wieder Krieg“ heute bedeutet, wenn junge Menschen wieder über Wehrpflicht diskutieren. Danach blicken wir auf die Kraft der Zivilgesellschaft gestern und heute.

„Frieden suchen in konfliktreichen Zeiten“, herausgegeben von Jochen Cornelius-Bundschuh, Jan Gildemeister und Klara Butting, erschienen im Verlag Erev-Rav, ist derzeit zum Sonderpreis in unserem Webshop erhältlich.

Friedenspolitische Einordnung | Teil 2: Harte Zeiten für Friedensarbeit

Warum wir jetzt Sichtbarkeit, Zusammenhalt und Mut brauchen

Von Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der AGDF (redaktionell aufbereitet für die FriedensDekade)

 

Bei der letzten Vorstandssitzung der AGDF haben wir uns intensiv mit den aktuellen Entwicklungen in der Welt und in Deutschland befasst. Abgesehen von einigen Lichtblicken sind es harte Zeiten für zivilgesellschaftliches Engagement für Gerechtigkeit und Frieden weltweit und sie könnten noch härter werden. Was wir dort besprochen haben, betrifft nicht nur AGDF-Mitglieder, sondern die gesamte deutsche Friedenslandschaft, auch die Ökumenische FriedensDekade.

Wenn treue Partner wegbrechen

Die EKD-Friedensdenkschrift hinterlässt den Eindruck, als ob die Friedensarbeit kaum gesehen und nicht wertgeschätzt wird. Sind wir dabei, einen „treuen Partner“ und Unterstützer zu verlieren und angesichts notwendiger Einsparungen auch dessen finanzielle Förderung?

Das betrifft nicht nur einzelne Organisationen. Es betrifft alle, die in Deutschland für Frieden arbeiten: Gemeinden, die Friedensgebete feiern. Friedensdienste, die in Konfliktregionen vermitteln. Bildungsträger, die gewaltfreie Kommunikation lehren. Die gesamte Infrastruktur ziviler Konfliktbearbeitung steht unter Druck.

Die Arbeit geht weiter – in der Defensive

Trotz der immensen Herausforderungen gibt es unverändert eine kontinuierliche, langfristig angelegte, professionelle und insgesamt erfolgreiche Arbeit der AGDF-Mitglieder und anderer Friedensorganisationen. Sie ist allerdings in der Defensive, muss sich um den Erhalt von Finanzen oder neue Quellen kümmern, Resilienz und Schutz vor Angriffen verstärken, mit massiver Unsicherheit umgehen.

Was das konkret bedeutet? Friedensfachkräfte werden aus Projekten abgezogen. Bildungsprogramme müssen reduziert werden. Gemeinden bekommen weniger Material und Unterstützung. Die Expertise von Jahrzehnten droht verloren zu gehen – genau dann, wenn sie am meisten gebraucht wird.

Was jetzt zu tun ist

Insofern stehen wir vor mehreren Herausforderungen: Wie können wir die Friedensarbeit und ihren Wert stärker in die (kirchliche) Öffentlichkeit bringen und Entscheidungsträger*innen überzeugen, für sie weiterhin finanzielle Ressourcen zur Verfügung zu stellen? Wie können die Akteure der Friedensarbeit gestärkt und ermutigt werden, wie gemeinsam Perspektiven entwickeln?

Denn sie werden gebraucht, damit Konflikte konstruktiv bearbeitet, gewalttätige Auseinandersetzungen deeskaliert, Schwache empowert, Versöhnungsprozesse erfolgreich aufgesetzt werden und der Einfluss autoritärer Kräfte zurückgedrängt wird.

Es sind harte Zeiten für Friedensarbeit in Deutschland. Aber genau deshalb braucht es jetzt Menschen, die couragiert widerständig daran festhalten: Frieden ist möglich. Frieden braucht professionelle Arbeit. Und Frieden braucht Unterstützung.


Serie „Friedenspolitische Einordnung“: In dieser monatlichen Reihe ordnet Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e.V. und Geschäftsführer der AGDF, aktuelle Entwicklungen aus friedenspolitischer Perspektive ein. Der Text basiert auf seinem Editorial im monatlichen AGDF-Newsletter.

Couragiert widerständig: Junge Menschen ringen öffentlich um Frieden

Ökumenische FriedensDekade 2026 im Spannungsfeld von Wehrdienst, Gewissensfreiheit und zivilem Widerstand

Am 5. Dezember 2025 haben Zehntausende Schülerinnen und Schüler in vielen Städten Deutschlands öffentlich ihre Sorge und ihren Widerspruch gegen die geplante Reform des Wehrdienstes zum Ausdruck gebracht. Anlass war die abschließende Abstimmung des Deutschen Bundestages über ein Gesetz, das ab 2026 eine verpflichtende Musterung vorsieht. Die Proteste waren vielfältig, regional sehr unterschiedlich geprägt und Ausdruck eines breiten gesellschaftlichen Ringens um Sicherheit, Verantwortung und Frieden. (Quelle u. a.: Hamburger Abendblatt)

Dieses Ringen berührt den Kern des Mottos der Ökumenischen FriedensDekade 2026: couragiert widerständig.

Widerständig sein heißt: Fragen stellen, nicht verstummen

Viele der beteiligten Jugendlichen verstehen ihren Protest als Ausdruck demokratischer Teilhabe und als ernsthafte Gewissensentscheidung. Sie fragen, welche Formen von Sicherheit unserer Gesellschaft wirklich dienen und ob militärische Logiken die richtigen Antworten auf die Krisen unserer Zeit sind.

Andere erleben dieselben Proteste kritisch oder distanziert, sei es wegen ihrer Form, ihrer Sprache oder ihrer politischen Zuschreibungen. Auch diese Wahrnehmungen gehören zur Realität unseres Landes.

Aufkleber gibt es im Friedensdekade Webshop

Lernen zwischen Schule, Staat und Gewissen

In einigen Regionen reagierten Schulbehörden mit dem Hinweis auf unentschuldigte Fehlzeiten. Damit wurde sichtbar, wie junge Menschen zwischen schulischen Pflichten, politischer Bildung und persönlichem Gewissen stehen. Für viele Jugendliche ist diese Erfahrung prägend: Demokratie wird nicht nur im Unterricht behandelt, sondern im eigenen Handeln erprobt und ausgehandelt.

Couragiert widerständig zu sein bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, einfache Antworten zu geben, sondern Widersprüche auszuhalten und Verantwortung bewusst zu übernehmen.

Kritik und Zivilcourage: Warum die Jugend Widerstand leistet

Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) würdigte die Courage der Protestierenden, betonte aber gleichzeitig die Notwendigkeit der Verteidigungsfähigkeit. Die FriedensDekade akzeptiert diese Anerkennung der Courage, lenkt den Fokus aber um: couragiert widerständig bedeutet, diese Energie in die Stärkung ziviler Strukturen zu investieren.

„Wir sollen für Deutschland kriegstauglich werden, doch was ist mit unserem Recht, in Frieden zu leben?“, fragte Phil Werring aus Münster.

Berichte, wie die eines Ex-Soldaten, der wegen Rassismus und Frauenfeindlichkeit aus der Truppe austrat, unterstreichen die Diskrepanz zwischen dem idealisierten Bild und der Realität. Die Jugendlichen fordern daher mehr Geld für Bildung und Soziales statt für Aufrüstung und sehen in der Wehrpflicht einen falschen Weg.

Frieden braucht Haltung und Dialog

Die aktuellen Debatten zeigen, wie sehr unser Land nach Orientierung sucht. Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Er wächst dort, wo Menschen den Mut haben, Fragen zu stellen, Grenzen zu benennen und zugleich im Gespräch zu bleiben.

Die Ökumenische FriedensDekade 2026 lädt Gemeinden, Schulen, ökumenische Kreise und Initiativen ein, diesen Weg mitzugehen: nachdenklich, widerständig, dialogbereit.

Motto 2026: Den couragierten Widerstand begleiten

Die Ökumenische FriedensDekade 2026 wird diesen couragierten Widerstand begleiten. Unser Auftrag ist es, die Haltung der jungen Menschen zu unterstützen:

Räume der Auseinandersetzung ermöglichen: Wir unterstützen Foren für die Gewissensbildung und die Entscheidungsfindung der Jugendlichen.

Sichtbarkeit von Alternativen stärken: Wir helfen dabei, KDV-Beratung, Friedensbildung und zivile Konfliktlösung sichtbar zu machen.

Gemeinsames Handeln fördern: Wir ermutigen Gemeinden und Schulen, Friedenskompetenz aktiv zu lehren.

Wir stärken den Mut, Nein zur militärischen Logik zu sagen, um das Ja zu Frieden, Recht und Gerechtigkeit neu und gemeinsam zu entdecken. Damit festigen wir das Mosaik des Friedens, das durch die couragierte Haltung jedes Einzelnen in unserem Land entsteht.

Vertiefende Lektüre:

Weitere Informationen zum Schulstreik finden Sie hier:

Bleiben Sie couragiert widerständig!

Der couragierte Widerstand der jungen Generation zeigt uns den Weg: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, sondern braucht unsere aktive Haltung.

Die FriedensDekade braucht Sie!

Um die Arbeit der Ökumenischen FriedensDekade 2026 unter dem Motto couragiert widerständig auch im nächsten Jahr kraftvoll fortsetzen zu können, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung:

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Für Frieden couragiert widerständig.

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