Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“
„Until you dig a hole, you plant a tree, you water it and make it survive, you haven’t done a thing. You are just talking.“ (Solange du kein Loch gräbst, keinen Baum pflanzt, ihn wässerst und am Leben erhältst, hast du nichts getan. Du redest nur.)
Wangari Maathai (Kenia, 1940-2011) war keine Frau der leeren Worte. Sie war eine Frau der Taten. Über 51 Millionen Bäume hat ihre Bewegung gepflanzt. Für sie war klar: Schöpfungsbewahrung ist Friedensarbeit.
In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Die ersten drei Frauen (Bertha von Suttner (1843-1914), Sophie Scholl (1921-1943) und Petra Kelly (1947-1992)) standen für Aufbruch. Mit dieser Biografie beginnt der zweite thematische Schwerpunkt: Schöpfung & Gerechtigkeit. Wangari Maathai zeigt, dass Friedensarbeit und Schöpfungsbewahrung untrennbar verbunden sind.
2026 erleben wir verschärfte ökologische Krisen. Entwaldung, Wüstenbildung, Artensterben beschleunigen sich. Der Kampf um Ressourcen wie Wasser und fruchtbares Land wird härter. Besonders der Globale Süden trägt die Hauptlast dieser Zerstörung. Zerstörte Umwelt führt zu Armut, Armut zu Konflikten. Wangari Maathai hat diese Zusammenhänge früh erkannt.
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Mit diesem Kartenset können Sie Mut, Kraft und Unterstützung für andere Menschen pflanzen.
Bäume pflanzen als politischer Akt
1977 gründete Wangari Maathai das Green Belt Movement. Die Idee war radikal einfach: Frauen sollten Bäume pflanzen. Einheimische Arten. Dort, wo sie gebraucht wurden: um Felder, entlang von Flüssen, in erodierten Gebieten.
Was harmlos klingt, war hochpolitisch. Die Wälder Kenias verschwanden nicht zufällig. Holzkonzerne rodeten im Auftrag korrupter Politiker. Öffentliches Land wurde an Günstlinge verkauft. Die Folgen trugen die Ärmsten: Frauen, die immer weitere Wege gehen mussten für Brennholz. Bauern, deren Böden erodierten.
Wenn Frauen Bäume pflanzen, fordern sie nicht nur grüne Landschaft, sie fordern Gerechtigkeit. Jeder gepflanzte Baum war ein Akt des Widerstands gegen ein System, das die Umwelt und die Menschen ausbeutete. Die Frauen bekamen für jeden überlebenden Baum eine kleine Bezahlung. Das gab ihnen Einkommen und Selbstbewusstsein.
Was als kleines Projekt begann, wurde zu einer Bewegung. Bis zu Wangaris Tod hatte das Green Belt Movement über 51 Millionen Bäume gepflanzt. Aber wichtiger als die Bäume waren die Frauen selbst. Sie hatten gelernt: Wir sind nicht machtlos.
Kenias Präsident Daniel arap Moi (Kenia, 1924-2020) regierte autokratär und korrupt. 1989 wollte er einen 60-stöckigen Wolkenkratzer mitten im Uhuru Park bauen. Wangari Maathai sagte Nein. Öffentlich, laut, unüberhörbar.
Das Regime reagierte mit Hass. Wangari wurde als „verrückte Frau“ diffamiert. Das war ihr Moment des Mutes: Sie wusste, was ihr drohte. Ihre Hände zitterten vielleicht. Aber sie ging trotzdem. Der Wolkenkratzer wurde nie gebaut. Aber Wangari zahlte einen Preis. Sie verlor ihre Professur, wurde mehrfach verhaftet, misshandelt. Ihre Ehe zerbrach. Ihr Mann ließ sich scheiden mit der Begründung, sie sei „zu gebildet, zu stur“. Wangari kommentierte: „Er hatte recht.“
Wurzeln im Glauben
Wangari Maathai wuchs als Katholikin auf. Für sie war Schöpfungsbewahrung ein biblischer Auftrag. In Genesis 2,15 heißt es: „Gott setzte den Menschen in den Garten Eden, dass er ihn bebaue und bewahre.“ Bebauen und bewahren, nicht ausbeuten und zerstören.
Sie sagte: „Die Umwelt ist Gottes Schöpfung. Wenn wir sie zerstören, zerstören wir Gottes Werk.“ Für sie war jeder Baum ein Zeugnis göttlicher Kreativität. Die Erde zu bewahren war für sie Gottesdienst.
Gleichzeitig blieb sie verbunden mit der Spiritualität der Kikuyu. Für die Kikuyu waren Bäume heilig, Orte der Ahnen, Orte der Kraft. Diese spirituelle Verwurzelung gab ihr Kraft. Als sie im Gefängnis saß, betete sie. Als sie zweifelte, ging sie in den Wald und pflanzte einen Baum.
2004 erhielt sie den Friedensnobelpreis als erste afrikanische Frau. Das Nobelkomitee: „Frieden auf der Erde hängt von unserer Fähigkeit ab, unsere natürliche Umwelt zu sichern.“
Was Wangari uns heute sagt
Schöpfungsbewahrung ist Friedensarbeit. Zerstörte Umwelt führt zu Armut, Armut zu Konflikten. Wer die Schöpfung bewahrt, schafft Grundlagen für Frieden. Wangari würde heute fragen: Säen wir Zerstörung oder pflanzen wir Zukunft?
Kleine Taten können Großes bewirken. Ein Baum scheint unbedeutend. Aber 51 Millionen Bäume verändern ein Land. Friedensarbeit beginnt mit dem ersten Schritt.
Frauen sind Friedensstifterinnen. Wangari arbeitete mit Frauen, weil sie wusste: Frauen tragen die Hauptlast von Umweltzerstörung. Aber Frauen haben die Kraft, Dinge zu verändern.
Wangari Maathai hat gezeigt, dass Veränderung möglich ist. Sie hat Samen gesät, im wörtlichen und übertragenen Sinn. Die Bäume wachsen noch heute.
Couragiert widerständig, wie Wangari Maathai. Für eine Welt, in der wir die Schöpfung bewahren.
Fragen zur Reflexion:
Wangari zeigte, dass Umweltzerstörung zu Konflikten führt. Wo sehen Sie den Zusammenhang zwischen Schöpfungsbewahrung und Frieden?
Wangari begann mit dem Pflanzen von Bäumen. Was wäre Ihr „erster Baum“ – eine kleine Handlung zur Bewahrung der Schöpfung?
Wangari wurde verhaftet, verspottet, bedroht. Was würde Ihnen helfen, auch unter Druck an Ihren Werten festzuhalten?
Gebet:Gott der Schöpfung, danke für Menschen wie Wangari Maathai, die die Erde heilten. Lehre uns, Deine Schöpfung zu bewahren. Gib uns Mut, für die Erde einzustehen.
Amen.
Zum Weiterlesen:
Wangari Maathai: „Unbowed. A Memoir“ (2006)
Wangari Maathai: „The Challenge for Africa“ (2009)
Frieden braucht Lebensgrundlagen: Wangari Maathai machte deutlich, dass Frieden ohne Gerechtigkeit und ohne den Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen nicht möglich ist. Ihr Einsatz für Demokratie, Frauenrechte und Umwelt war ein Weckruf gegen strukturelle Gewalt und Ausbeutung. Wie Frieden als gemeinsame gesellschaftliche Aufgabe verstanden werden kann, greift auch der „Friedensruf der Friedenssynode – Friedensfähig werden!“ im Materialheft zur FriedensDekade 2025 auf (Seite 30). Sichern Sie sich diese praxisnahen Entwürfe im Materialheft 2025 zum Aktionspreis oder Bestellen Sie schon heute das Gesamtpaket im Abo für die Erstlieferung im Juni diesen Jahres.
Regionalbischöfin Dr. Friederike F. Spengler blickt in ihrer Osterpredigt für die FriedensDekade 2026 auf die „Tische der Macht“ und kontrastiert sie mit Gottes Einladung zum Frieden.
Was macht eine „Erfolgsgeschichte“ wirklich aus? In einer Zeit, in der Aufrüstung und Abschreckung wieder als alternativlos gelten, setzt unsere Friedensbotin, Regionalbischöfin Dr. Friederike F. Spengler, einen bewussten Gegenakzent. Sie verbindet ihre eigene Geschichte in der Friedensbewegung mit einer radikalen biblischen Vision: dem Festmahl auf dem Berge Zion. In unserem neuen Mitgliederbereich erhalten Sie die Osterpredigt auch als PDF zum Download
Die Osterpredigt im Wortlaut
Liebe österliche Gemeinde,
„Die erfolgreichste Geschichte der Welt: Sie waren kaum mehr als 20 Jünger, als ihr Anführer starb. Es wurden Milliarden Christen. Kaum zu glauben, wie aus einer kopflosen Sekte eine Hochreligion werden konnte.“ So titelte eine bekannte deutsche Wochenzeitung. Ich gestehe: Mit „erfolgreich“ tue ich mich schwer, wenn es um den Glauben geht, den wir einander bekennen und bekräftigen mit dem Ruf „Der Herr ist auferstanden – er ist wahrhaftig auferstanden, Halleluja!“
„Erfolgreich“ ist nicht die Kategorie, nach der Gott die Welt rettet, ja es bereits getan hat. Natürlich haben die Journalisten mit der Bestandsaufnahme ansonsten recht. Denn das, was als kleine innerjüdische Bewegung mit Jesus von Nazareth, wahrer Mensch und wahrer Gott, begann, hat in den 2000 Jahren unzählige Menschen erreicht. Milliarden sind gelinde gesagt, leicht untertrieben. Und das – und das ist für mich das größte Osterwunder – mit und trotz aller Bedrohung, Angst und Furcht durch die Geschichte. Mit und trotz aller Abgründe und Schuld der Kirche. Mit und trotz aller Unzulänglichkeiten beim Bodenpersonal Gottes, uns heute eingeschlossen. Ich ahne, was da der Heilige Geist so zu tun hat…
„Die erfolgreichste Geschichte der Welt“ handelt von Gottes Reich. Das war Jesu Botschaft. Alle seine Gleichnisse, seine empathischen Zuwendungen, seine heilenden Berührungen dienten der Beschreibung dieses Gottesreiches. Er hat bei den Leuten die Sehnsucht geweckt, dazuzugehören. Er hat unter den Trostlosen Hoffnungsbilder geformt, unter den Ängstlichen Ermutigung gestiftet, unter den Einsamen und Ausgegrenzten Anerkennung ausgegossen. Alles Erfahrungen, die den Worten vom Reich Gottes Nahrung gaben.
Ein Bild für das Unvorstellbare
Denn, machen wir uns nichts vor: Es ist schwer, sich das Gottes Reich konkret vorzustellen. Das wusste schon Jesaja, der Prophet. Die Leute brauchen etwas Greifbares, etwas zum Sehen, Riechen, Schmecken und Fühlen, um auch nur ansatzweise eine Ahnung davon zu bekommen. Deshalb beschreibt Jesaja ganz bildhaft, was er für unser aller Zukunft sieht:
Jesaja 25,6-9
6 Und der Herr Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist. 7 Und er wird auf diesem Berge die Hülle wegnehmen, mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind. 8 Er wird den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der Herr wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der Herr hat’s gesagt. 9 Zu der Zeit wird man sagen: »Siehe, das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der Herr, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.«
Jesaja werden von Gott Vorstellungen von etwas Unvorstellbarem geschenkt. Nicht nur für sich, sondern zum Ausrichten an die, die es gerade nötig haben. Das ist der Beruf eines Propheten, nicht mehr und nicht weniger: Mund Gottes für Israel zu sein. Gottes Volk hatte das wohl damals genauso nötig wie heute. Um etwa 320 vor Christi Geburt muss es gewesen sein, als Jesaja Gottes Wort weitergab. Wenn ich lese, was diese Zeit damals ausmachte, bekomme ich Gänsehaut: das ganze heutige Europa und Asien wurde gebeutelt von jahrzehntelangen Kriegen, ein Kommen und Gehen unter den Herrschern, man ließ die Muskeln spielen und gefiel sich in Drohgebärden, hatte dagegen alle Verbindung zum Volk verloren.
Die Tische der Macht
Mir fallen heutige Herrscherhäuser ein: Ich sehe etwa einen Mann an einem über 6 m langen Tisch, der vorhergehende war noch länger. Der Staatschef auf der einen Seite, die ihn aufsuchenden Männer und Frauen, ganz gleich ob aus dem Land, für welches er Verantwortung trägt oder nicht, auf der anderen. Oder der mit dem überdimensionalen Schreibtisch aus hochpoliertem Edelholz: Der dahinter sitzt, thront in Sicherheit, lässt sich von tiefbewegten Menschen umbeten und segnen; wer davorsteht, muss sich fügen. Deutlicher lässt sich die Distanz zwischen selbstbewusster und ausgeübter Macht kaum darstellen.
Und Gott sprach zu Jesaja. Und Jesaja spricht Gottes Zielbild für die Welt heute zu uns. Das klingt etwa so: „Am Ende der Zeit werden alle herrschaftlichen Sekretäre, alle Konferenztische, alle militärischen Kartentische, alle einschüchternden, erhöhten Tische aus Gerichtssälen und jene aus den Kommandozentralen herausgeräumt und aneinandergereiht auf dem Berg Gottes. Und über ihre aufpolierten Oberflächen, die die Wucht niedersausender Fäuste kennen (denn einer muss ja mal richtig auf den Tisch hauen!) und die Einkerbungen der Richterhammer und die winzigen Löcher, die durch Nadeln auf Schlachtplänen entstanden sind, werden mit feinem weißem Leinen bedeckt.
Und dann tafelt Gott auf: das Beste vom Besten ist ihm gerade gut genug, ER lässt es sich etwas kosten. ER dient am Tisch der Völker und ermöglicht damit den Frieden unter ihnen. Für einen Frieden, der es wert ist, Friede genannt zu werden, ist Gott nichts zu teuer!“
Gottes Jahrhundertwein und die Festtafel der Völker
Jesaja schwärmt von dem, was aufgetafelt wird. Und dabei läuft ihm sicher das Wasser im Mund zusammen, so sehr sehnt er sich mit allem Volk nach gutem, sättigendem Essen und Trinken. Gott serviert wunderbare Speisen und Getränke. Der hebräische Urtext ist hier sehr genau. Die Worte beschreiben, dass das, was sonst für das Opfer am Tempel an gutem Fleisch beiseitegelegt wurde, auf Gottes Friedenstisch für die Völker kommt. Dazu ein Jahrhundertwein! Das Hebräische schwelgt, ihn zu beschreiben und ist sich der vielen „Ah!s“ und „Oh!s“ der kostenden Münder sicher.
Das Bild, welches Jesaja vor das innere Auge seiner Zuhörenden malt, führt unmittelbar in staunende Freude über diese Festtafel. Und nun sitzen sie alle an einem Tisch: die Putins und Trumps, die Xi Jinpings, Macrons, Netanjahus, Mullahs und Merzens ebenso, wie alle anderen Staatsoberhäupter der Erde: Alle sind geladen, alle sind gekommen. Und nein, kein „Wasser zur Suppe, heiß alle willkommen“, denn es ist für alle gesorgt. Gott selbst bindet sich die Schürze um und trägt auf, die Gläser blinken und die Tische biegen sich unter der Last der Köstlichkeiten.
Und wer sitzt hier so alles? Nicht nur die Staatsoberhäupter, alle haben Platz an Gottes langer Friedenstafel, alle, alle, alle. Keiner wird abgewiesen, alle heißt Gott willkommen. Mit seinem Friedensmahl wird er ihre verkrampften Minen aufhellen und ihre versteinerten Herzen weich werden lassen wie Butter in der Sonne. Bereits nach der Vorspeise legen die Waffentragenden ihr Kriegsgerät ab. Deren Geschichte ist zu Ende, ein für alle Mal. Sie taugen ab heute nur noch zum Ackergerät. Und spätestens nach dem Hauptgang ist man selbst mit dem größten Gegner auf „Du und Du“. Dann wird angestoßen auf Schwestern- und Brüderschaft und diese wird halten bis ans Ende aller Tage.
Die Wahrheit wird sichtbar
Was für ein Bild! Jesaja kann gar nicht so verzückt sprechen, wie ihm gerade zumute ist. Sein Gesicht leuchtet, wird er doch Zeuge davon, wie die Decke der Bosheit und Dummheit, der Gier und Macht von den Augen aller weggezogen wird. Was hervorkommt, ist kaum zu fassen: Wahrheit steht auf einmal allen vor Augen und die Lügen haben ausgedient. Es gibt nichts Verdecktes mehr, keine Machenschaften, keine unlauteren Absichten, keine Klüngeleien, keine Korruption. Alles beendet.
Und wenn der Hauptgang verzehrt ist, serviert Gott das Dessert und mit diesem wird auch der letzte Gang des Lebens vertilgt: der Tod. „Verschlungen in den Sieg“, Gott hat den Fresser des Lebens selbst verschlungen, schaut Jesaja. Aus ist es mit dem Tod, er wird nie wieder Nahrung erhalten, wird vom Erdboden vertilgt, ist Geschichte. Keiner wird ihn mehr vermissen.
Während nun die so Verköstigten noch gar nicht recht fassen können, wie ihnen geschieht, zu Tränen gerührt, tief im Herzen berührt sind, steht Gott erneut neben ihnen. Und mit der Geste größter Aufmerksamkeit tupft er mit seinem blütenweißen Taschentuch Tränen von ihren Gesichtern. „Alles wird gut“, flüstert er. „Alles wird gut, denn das Ende ist mein“, spricht er.
Das österliche „ABER“
Ihr Lieben, den Drohgebärden des Todes und der Hölle begegnen wir täglich beim Blick auf die Welt. Noch! Und die Argumente, sich durch riesige Waffenarsenale schützen zu müssen, werden immer selbstbewusster vorgetragen. So als hätten wir nichts gelernt aus den Jahrzehnten des kalten Krieges, so als wüssten wir nichts von der Logik der Abschreckung, die einzig zum Wettrüsten führt und den Teufelskreislauf der Vernichtung anheizt. Da werden Ressourcen verschleudert, die für großen Herausforderungen der Zukunft so wichtig wären. Ach, es ist ein Jammer und manch einer von uns schwindet mitunter die Hoffnung.
ABER: Gottes Frieden bricht in unsere Welt ein. Es wird Ostern! Mit der Kraft der Ohnmacht setzt sich Gottes Aber durch, bricht mit einem Wort hinein in alles, was ängstigt und kleinlaut macht. Jesaja ist Gottes Mund für uns. Er lässt uns nicht im Unklaren über Gottes Pläne. Auch Jesus bezog sich auf ihn. Etwa beim Abendmahl mit den Seinen: „Ich werde von jetzt an nicht mehr vom Gewächs des Weinstocks trinken bis an den Tag, an dem ich aufs Neue davon trinke im Reich Gottes.“
Daran erinnern wir uns als Gemeinde Gottes und feiern ihn und seine Auferstehung. Heute ist er unter uns. Heute spricht er uns unsere Auferstehung zu. Wisst also um die himmlische Festtafel, gebaut aus den Tischen der Macht: Den Völkern zum Frieden, Euch zum Heil. Es ist um Gottes Willen bereits alles vorbereitet. Gebt die Einladung weiter: Furchtlos und mit vertrauensvollen Herzen, denn, so spricht der Herr: „Ich bin bei euch alle Tage, bis ans Ende der Welt.“
Amen.
Und der Friede Gottes, höher als alle Vernunft, bewahre und erhalte eure Herzen und Sinne in Jesus Christus, unserem HERRN.
Für Ihre Gemeindearbeit: Die offizielle Lesefassung
Möchten Sie die Botschaft von Dr. Friederike F. Spengler im Gottesdienst verlesen, im Hauskreis diskutieren oder im Gemeindebrief veröffentlichen? Wir haben für Sie eine hochwertig gestaltete PDF-Version als Werkzeug für die Praxis vorbereitet.
Exklusiv für unsere Abonnentenschaft:
Über die Friedensbotin:Dr. Friederike F. Spengler ist seit 2022 Regionalbischöfin im Bischofssprengel Erfurt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Sie bringt ihre eigene Geschichte aus der Friedensbewegung in die Arbeit der Ökumenischen FriedensDekade 2026 ein.
In unserer Serie „Frieden im Dialog“ stellen wir die Menschen und Ideen hinter der ökumenischen FriedensDekade vor, die seit Jahrzehnten für Frieden, Gerechtigkeit und die
Bewahrung der Schöpfung eintritt. In regelmäßigen Gesprächen teilen Akteure aus dem Gesprächsforum, dem Redaktionskreis und weiteren Netzwerken ihre Erfahrungen, Visionen und Impulse. Dieses Mal treffen sich Lars Blume und Miriam Kähne, Bildungsreferentin für Frieden und Gerechtigkeit und Initiatorin des weltweiten Kunstprojekts justice.peace.imagination. Ein Gespräch über die Kraft der Vorstellungskraft, handgemachte Sketchbooks aus aller Welt und die Frage, ob Kreativität ein Akt des Widerstands gegen Resignation sein kann – geprägt von Neugier, Tiefe und dem Glauben daran, dass das Morgen noch gestaltbar ist.
Lars: Herzlich willkommen bei „Frieden im Dialog“, einer Serie der Ökumenischen FriedensDekade. Heute spreche ich mit Miriam Kähne. Miriam ist Bildungsreferentin für Frieden und Gerechtigkeit und hat ein weltweites Kunstprojekt ins Leben gerufen: justice.peace.imagination, mit handgemachten Sketchbooks aus aller Welt. Miriam, schön, dass du da bist.
Miriam: Ich freue mich sehr!
Lars: Bevor wir ins Projekt einsteigen, wer bist du, wenn du gerade mal nicht als Bildungsreferentin Projekte jonglierst? Was lässt dich persönlich hoffnungsvoll bleiben?
Miriam: Ich bin Bildungsreferentin für die Themen Frieden und Gerechtigkeit und arbeite auf dem Gebiet der beiden Ev. Landeskirchen von Mitteldeutschland & Sachsen. Was mich – privat wie beruflich – immer wieder hoffnungsvoll stimmt ist, dass alle Systeme, die von Menschen gemacht sind, auch von Menschen anders gemacht werden können. Ab jetzt. Und erst recht ab morgen. Wir müssen uns nur darauf verständigen, welches Morgen wir gestalten möchten.
Lars: „Ab jetzt. Und erst recht ab morgen.“ Das ist ein Satz, den ich mir merke. Und er führt direkt zum Kern deines Projekts. Der Titel sagt ja schon viel: justice, Gerechtigkeit. peace, Frieden. Und dann: imagination, Vorstellungskraft. Warum braucht es ausgerechnet die, um Frieden und Gerechtigkeit greifbar zu machen?
Miriam: bell hooks – die Schreibweise mit kleinen Buchstaben war ihr selbst wichtig, um sich von ihrer Großmutter zu unterscheiden – sagte: „What we cannot imagine cannot come into being“. Wir brauchen also Bilder und Ideen davon, wie die Welt anders als jetzt aussehen könnte, wo es hingehen soll und wie wir so Frieden und Gerechtigkeit gemeinsam umzusetzen können. Ich beobachte, dass unsere Diskurse über Frieden und Gerechtigkeit oft nur kognitiv und in Begriffen geführt werden und selten mal jemand fragt „was meinst du denn damit“? Aber jede:r von uns verbindet mit den Begriffen doch Gefühle, Bilder, Ohnmachtserfahrungen, Wünsche und vieles mehr! Gerechtigkeit und Frieden (und noch stärker Ungerechtigkeit und Un-Frieden) berühren uns! Lasst uns doch mal schauen, wo wir hinkommen, wenn wir das miteinander teilen und sehen, was dann alles möglich wird!
Lars: Mein eigenes Bild dazu ist ein sehr konkretes. Wenn wir Krieg auf die eigene Familie herunterbrechen, wer von uns möchte wirklich seinen Sohn, seine Tochter, seine Schwester, seinen Vater unter lebensgefährlichen Umständen wissen? Wenn wir das ehrlich beantwortet haben, wissen wir eigentlich schon, wo wir stehen. Und genau deshalb brauchen wir dieses Bild, bevor wir den Weg gehen können.
Miriam: Das ist ein sehr direktes und ehrliches Bild. Und ich frage mich: Glaubst du, dass dieses Bild die Menschen wirklich erreicht, auch diejenigen, die Krieg vielleicht eher als abstrakte Notwendigkeit betrachten?
Lars: Das ist eine wichtige Frage. Ich glaube, es braucht genau diese Konkretion. Abstraktion schützt uns vor dem Fühlen. Wenn wir aber ein Gesicht, einen Namen, eine Familie dazudenken, dann wird es schwer, wegzuschauen. Kommen wir zur Form, in der du das alles umsetzt. In einer Zeit, in der fast alles digital läuft, schickst du analoge Notizbücher um die Welt. Was macht den Reiz dieser kleinen Bücher aus?
Miriam: Ehrlich gesagt war ich mir gar nicht ganz bewusst, dass Sketchbook-Art „so ein Ding“ ist in der Künstler:innen-Community weltweit. Ich hatte von einem Projekt gehört (The Sketchbook Project), das ich bei einer USA-Reise in Brooklyn besuchen wollte. Die schickten seit Jahren tausende leere Sketchbooks in die Welt. Leider war das Haus kurz vor meinem Besuch abgebrannt und ich konnte das „Original“ nicht kennenlernen. Aber ich fand die Idee klasse! Und ich glaube, sie eignet sich aus mehreren Gründen perfekt für „Justice.Peace.Imagination“: 1. Es entsteht ein Raum, in dem Menschen ernsthaft nach ihren Erfahrungen und Ideen gefragt werden. Und ich habe von sehr vielen die Rückmeldung erhalten, dass sie dadurch eine große Selbstwirksamkeit anstatt Ohnmacht erfahren haben. 2. Die Seiten sind weiß. Jede:r füllt sie mit dem ganz Eigenen. Mit den eigenen Ideen, eigenen Erfahrungen, eigener künstlerischer Handschrift, ohne Vorgabe, mit dem, was ganz tief aus dem Innersten kommt. 3. Menschen, die sich künstlerisch ausdrücken, sind geübt darin, ihre Vorstellungskraft ernst zu nehmen und können andere dadurch inspirieren.
Lars: Diese weißen Seiten sind fast schon ein Symbol. Das kenne ich auch aus dem gemeinsamen Singen. Ich bin musikalisch unterwegs und wenn Menschen zusammen singen, passiert etwas, das ich mit Worten kaum beschreiben kann: Die Stimmen werden eins. Du wächst mit den anderen zusammen. Das ist kein Konzept, das ist eine Erfahrung. Und ich glaube, diese Sketchbooks funktionieren genauso. Parallel zu dieser sehr physischen Welt gibt es das Projekt auch online. Wie ergänzen sich diese beiden Welten für dich?
Miriam: Das wird sich zeigen. 😉 Vor allem wollte ich den internationalen Künstler:innen die Möglichkeit geben, selbst die Ausstellung zu entdecken, sich in einer internationalen Plattform zu zeigen und wie alle anderen Künstler:innen auch, die das möchten, während der Ausstellung über ihre Kunst und ihren Prozess zu sprechen. Inzwischen ist über Insta außerdem eine community unter den Künstler:innen entstanden, sodass wir monatliche globale Kunsttreffs („90 art minutes“) entwickeln, in dem eine Person eine Gestaltungs-Art beibringt. Alle gestalten bei sich vor Ort und vorher wird kommuniziert, welche Materialien benötigt werden. Alle Infos dazu wird es auf dem Insta-Kanal geben. Es gibt eine Vielzahl von kurzfristigen Nutzmöglichkeiten des online-Raums, auch Gruppen können ihn nutzen, um die Sketchbooks zu entdecken und ich denke, dass sich da zwischen März und November noch einiges Kreatives entwickeln wird! Aber wie siehst du das eigentlich? Du bist ja für die Online-Redaktion bei der FriedensDekade zuständig. Wie erlebt man diesen Spagat von innen?
Lars: Das ist eine sehr lebendige Spannung. Ich bin für die Online-Redaktion bei der FriedensDekade zuständig und trotzdem bin ich ein großer Fan analoger Produkte. Wir haben das ja schon zusammen erlebt: Mit der digitalen Vorausstellung zu justice.peace.imagination im Rahmen der FriedensDekade 2025 haben wir gemeinsam erste Erfahrungen gesammelt, wie sich so ein Format online anfühlt und was es leisten kann. Und dieses Jahr machen wir den nächsten Schritt mit erstmals digitalen Versionen des Friedenskompasses 2026. Es ist nicht immer einfach, aber ich glaube: Es braucht beides. Der Mittelweg ist es. Digital öffnet Türen und analog schafft Tiefe.
Lars: Du hattest ja zwei Fragen zusammen beantwortet, die ich trotzdem beide kurz einleiten möchte. Zum einen: Warum war es dir wichtig, dass Menschen nicht nur schauen, sondern selbst aktiv werden? Und zum anderen: Kann ein Sketchbook manchmal mehr vermitteln als ein klassischer pädagogischer Vortrag über Frieden?
Miriam: Je nachdem, was das Ziel ist, muss der Weg dorthin natürlich passen. Und ich empfinde schon, dass es Kontexte gibt, wo zu Frieden und Gerechtigkeit nicht noch mehr Worte gesprochen werden müssen, sondern alles gesagt ist. Und vor allem bestimmte Leute bereits genug Raum in diesem Diskurs eingenommen haben und wir anderen Menschen mehr Gehör schenken sollten. Das war auch eine Frage, die mich geleitet hat während der Einladung von Künstler:innen: Welche Stimmen sind denn interessant zu fragen und werden im momentanen Diskurs nicht laut genug gehört? Ich bin eine große Freundin von ganzheitlicher Bildung und wünsche mir außerdem, dass die Bildungsarbeit Menschen zum Aktivwerden motiviert, zum eigenen Mitgestalten unserer Welt. Und dazu eignet sich die Kunst auf jeden Fall! Denn ein Bild spricht andere Dimensionen des Menschseins an als ein Vortrag.
Diese Dynamik möchten wir auch mit den begleitenden Bildungsangeboten aufgreifen. Alle zu völlig unterschiedlichen Themen rund um Justice.Peace.Imagination, aber alle gleich darin, dass sie keine PowerPoint-Präsentation verwenden dürfen. Es sind aktivierende Formate geplant, die Menschen ins Gespräch, ins Kreativwerden und/oder ins Imaginieren bringen.
Lars: Kein PowerPoint, das gefällt mir sehr! Gerade beim Thema Krieg und Frieden nutzen wir so viele Worte. Manchmal zu viele. Kunst ist ein anderer Kanal, kein besserer, aber ein notwendiger. Ich freue mich, sagen zu können, dass ich selbst bei einigen Bildungsveranstaltungen im Rahmen der Ausstellungsreise dabei sein werde. Ohne Folien, dafür mit echtem Dialog. Genau das, wofür dieses Format steht. Ich freue mich sehr darauf, mit Menschen vor Ort zu diesen Themen ins Gespräch zu kommen. Das Motto der FriedensDekade 2026 lautet „couragiert widerständig“. Inwiefern ist das Wiederentdecken der eigenen Fantasie für dich ein Akt des Widerstands?
Miriam: Erstmal merke ich schon, dass es Mut erfordert, sich heute hinzustellen und dafür zu einzustehen, dass die Vorstellungskraft eine wirkliche Kraft ist, die der Katalysator für echte Veränderung sein kann. Wir leben in einer Zeit, in der die vielen Krisen eng miteinander verzahnt sind, hohe Komplexität aufweisen und ehrlicherweise von uns verlangen, dass wir uns radikal alles anders vorstellen. Dass wir Wege finden, die bisher nicht gegangen wurden, weil die Herausforderungen noch nie derartig waren. Unser kollektives Vorstellungsvermögen ist in dieser Zeit massiv gefragt und wir bräuchten viel mehr Mutige, die in den Widerstand gegen „weiter so“ gehen.
Lars: Für mich bedeutet „couragiert widerständig“ auch Widerstand gegen die Spaltung unserer Gesellschaft. Im Brückenbauen, im Verbinden hinter dem, was uns verbindet. Wir sind alle Menschen mit unterschiedlichen Meinungen und Ideen. Aber die meisten von uns wollen doch eine Welt, in der es unseren Familien gut geht. Das ist mehr, als uns manchmal bewusst ist. Und das ist ein Anfang. Du hast jetzt so viele dieser Bücher in den Händen gehabt. Gibt es eine Geschichte, eine Seite, die dich besonders berührt hat?
Miriam: Ja, sehr viele. Es war nicht selten, dass ich beim Anschauen eines Hefts weinen musste über die Tiefe und die Ehrlichkeit der Bilder, die mir begegnet sind. Mich berühren die Worte der dementen Frau, deren Wortschnipsel echte Weisheit sind und von einer künstlerischen Wegbegleiterin zusammengefügt wurden. Das Heft eines Strafgefangenen, der in seinem ganz eigenen Stil und seinen Worten Frieden beschreibt. Das Sketchbook eines Mannes, der das letzte Gespräch mit seinem Vater kurz vor seinem Tod dokumentiert hat und mit Kerzenwachs und Haaren gestaltet hat. Es sind einzelne Hefte von Menschen mit Erkrankungen dabei, die es geschafft haben, die Ungerechtigkeitserfahrungen in Gerechtigkeits-Bilder zu verwandeln und eine Welt zu zeichnen, in der wir alle gerne leben.
Einige Hefte von Frauen zeigen ganz konkrete Situationen und thematisieren politische Veränderungen, die umsetzbar wären. Und wenn ich anfange zu berichten, fallen mir so viele weitere ein, die alle erwähnt werden sollten. Am besten ist es, sie sich selbst mit viel Zeit anzuschauen! Die vielen so unterschiedlichen Darstellungen von unserer Welt wie sie möglich ist und schon in den Köpfen existiert fesselt mich immer von Neuem.
Lars: Ich merke, wie ich beim Zuhören ganz still werde. Kerzenwachs und Haare. Das letzte Gespräch mit dem Vater. Das ist kein Kunstprojekt mehr, das ist Menschsein in seiner reinsten Form. Ich freue mich sehr darauf, diese Bücher selbst in die Hand zu nehmen. Ich hatte dich auch gefragt: Wenn du selbst eine Seite gestalten müsstest, die Frieden zeigt, welche Farben, welche Motive würden wir dort finden?
Miriam: Das finde ich eine wirklich coole Frage über die ich auch viel nachgedacht habe, aber ich glaube, die will ich nicht beantworten.
Lars: Das respektiere ich vollständig. Und ich finde, das ist selbst schon eine Aussage. Manche Bilder gehören uns allein. Weil wir aber im Dialog sind, wage ich es für mich: Mein Friedensbild wäre kein großes Motiv. Es wäre ein Abendessen. Ein Tisch. Menschen, die ich liebe. Lachen. Sicherheit. Kein Warten auf schlechte Nachrichten. Vielleicht ist das der einfachste und ehrlichste Frieden, den ich kenne. Jetzt steht die Vernissage in Magdeburg bevor, am 26. März geht es los. Was ist das für ein Gefühl?
Miriam: Mich bewegt es sehr, dass sich so viele Menschen aus der ganzen Welt von der Projektidee anstecken ließen! Und ich freue mich, das am 26.3. zu feiern. Und wenn ich nun in der Planung höre, dass Menschen aus ganz Deutschland den Weg nach Magdeburg machen und genauso wie wir auf den Beginn der Ausstellung hinfiebern, fühlt es sich an als ob da eine Gemeinschaft von Menschen entstanden ist, die wie ich hoffen, dass „da noch was geht“ in unserer Gesellschaft und weltweit.
Dass die Ohnmachtsgefühle, die wir durch die multiplen Krisen erleben, nicht das letzte Wort sind und dass Kreativität ein Ventil sein kann, dass uns anstößt, auch andere Wege auszuprobieren. Darauf bin ich sehr neugierig. Und auch darauf, wie Menschen, die die vielen Sketchbooks noch nicht in der Hand hatten, darauf reagieren, wie sie mit den Bildern in Interaktion gehen, welche Reaktionen sie darauf zeigen, welche Hefte eher herausgezogen werden, usw.
Ich freue mich darauf, dass die Sketchbooks nun dahin kommen, wofür sie gestaltet wurden.
Lars: Und genau dafür steht die FriedensDekade. Diese Gemeinschaft, die du beschreibst, die gibt es. Wir sind nicht allein damit. Im November endet die Tour in der Dresdner Frauenkirche, genau zur FriedensDekade. Was bedeutet dir dieser Ort als Abschluss?
Miriam: Ich freue mich sehr auf den Projekt-Abschluss während der Friedensdekade in Dresden. Und wie für alle anderen Ausstellungsorte sind wir auch hier schon in der Planung, um dem ganz speziellen Ort gerecht zu werden und den Ausstellungsrahmen an den Ort anzupassen, damit die Sketchbooks den Menschen begegnen können.
Ich habe familiär eine enge Beziehung zu Dresden und bin jedes Mal persönlich berührt, in der wieder aufgebauten Frauenkirche sein zu können. Für mich persönlich ist sie ein Symbol des Friedens. Und ich finde, dass unsere Ausstellung dort ganz hervorragend hin passt, sehe das aber auch im Kontext der vielen andere Orte (kleine Kirchengemeinden auf dem Land, die etwas Kreatives gegen die Rechten in ihrem Ort machen wollen, Jugendkirchen in Kooperation mit Kunstschulen, Ortsvereine, Think Tank-Orte uvm.), die den Weg der Ausstellung zeichnen und alle ihre ganz besonderen Elemente dort hinein bringen.
Lars: Letzte Frage, Miriam. Wenn die letzte Besucherin die Ausstellung in Dresden verlässt, was sollte sie im Idealfall im Kopf oder im Herzen mit nach Hause nehmen?
Miriam: Ich wünsche mir, dass Menschen, die die Ausstellung (und auch die Veranstaltungen, die damit zusammen gehören) besucht haben, motiviert sind, unsere Welt zu einem friedlicheren und gerechteren Ort zu gestalten. Dass sie Bilder gefunden haben von einer Welt, in der sie und wir alle gerne leben möchten. Dass sie begreifen (und zwar nicht nur kognitiv, sondern das auch fühlen und erlebt haben), dass die jetzigen multiplen Krisen nicht das letzte Wort sind, sondern wir zahlreiche Optionen haben, wie es morgen weitergehen kann.
Toll wäre es, wenn sie ihre Idee mit anderen teilen konnten und sich bei sich vor Ort in einer Gemeinschaft von anderen Motivierten wiederfinden.
Lars: Miriam, vielen Dank. Für dieses Gespräch, für das Projekt und für deinen Mut, die Vorstellungskraft ernst zu nehmen. Wer die Ausstellung besuchen oder an den Bildungsveranstaltungen teilnehmen möchte, findet alle Infos in den Shownotes. Die Ausstellung startet am 26. März in Magdeburg und wandert bis November durch Mitteldeutschland bis zur Frauenkirche in Dresden. Bis zur nächsten Folge, bleibt im Dialog.
Termine der Ausstellung (Auswahl)
März, Magdeburg-Buckau (Volksbad, Karl-Schmidt-Str. 56): Vernissage justice.peace.imagination. Ab 14 Uhr Sketchbooks ansehen, 16:30 Uhr Eröffnung mit persönlichen Geschichten und Musik von Michael Nickel. Anmeldung erbeten. → friedensdekade.de
2.–8. April, Naumburg (Peter und Paul Kirche, Salzstr. 26): Ausstellung justice.peace.imagination.
21.–26. April, Erfurt (Landeskirchenamt, Michaelisstr. 39): Ausstellung justice.peace.imagination.
27.–30. April, Erfurt (Offene Arbeit, Allerheiligenstraße 9): Ausstellung justice.peace.imagination.
8.–18. November, Dresden (Frauenkirche): Ausstellung justice.peace.imagination – zur FriedensDekade 2026. Ein besonderer Ort für ein besonderes Projekt.
Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“
„Ich bin keine Traumtänzerin, ich bin eine politische Realistin“
sagte Petra Kelly (Deutschland/USA, 1947-1992). Und doch träumte sie von einer Welt ohne Atomwaffen, ohne Krieg, ohne Umweltzerstörung. Diese Verbindung von Realismus und Vision machte sie zur Ikone der Grünen und der Friedensbewegung.
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In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Die ersten drei Frauen, Bertha von Suttner (Österreich-Ungarn, 1843-1914), Sophie Scholl (Deutschland, 1921-1943) und Petra Kelly, stehen für Aufbruch: Haltung zeigen, Gewissen bewahren, Rüstung kritisieren. Petra Kelly steht für eine Generation, die in den 1980er Jahren gegen die Logik nuklearer Abschreckung aufbegehrte.
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2026 erleben wir erneut eine Zeit massiver Aufrüstung. Hundert Milliarden Sonderschulden für Rüstung, die Wehrpflicht-Debatte. Während in der Ukraine und Palästina Menschen sterben, während Spannungen um Iran, Venezuela und Grönland eskalieren, lautet die Antwort überall: mehr Waffen. Petra Kelly würde heute dieselben Fragen stellen wie damals.
Petra Karin Kelly wurde 1947 in Günzburg geboren. Die Familie zog in die USA, wo ihre Mutter einen amerikanischen Offizier heiratete. Mit zehn Jahren erlebte Petra etwas Prägendes: Ihre jüngere Halbschwester Grace erkrankte an Krebs und starb 1970 mit 13 Jahren. Der Verdacht, dass Atomwaffentests und Umweltverschmutzung die Krankheit verursacht haben könnten, ließ Petra nie mehr los.
Aus persönlichem Schmerz wurde politische Mission: Kampf gegen Atomwaffen, gegen Umweltzerstörung, gegen ein System, das Profite über Leben stellt. Diese Verbindung von Persönlichem und Politischem machte Petras Engagement so authentisch und radikal.
Der Bruch und die Gründung einer Bewegung
Als die SPD unter Helmut Schmidt (Deutschland, 1918-2015) 1979 dem NATO-Doppelbeschluss zustimmte, brach Petra mit der Partei. Die Stationierung von Pershing-II-Raketen in Westdeutschland war für sie keine Friedenssicherung, sondern Wahnsinn. Dieser Bruch war eine Gewissensentscheidung.
1979 war sie Mitbegründerin der Grünen. 1983 zogen die Grünen erstmals in den Bundestag ein. Petra trug Blumen statt Aktenkoffer, sprach von Liebe statt Machtpolitik. Die etablierte Politik reagierte mit Spott. Ihre Hände zitterten manchmal vor wichtigen Reden. Aber sie sprach trotzdem. Das ist Mut: nicht die Abwesenheit von Angst, sondern das Handeln trotz der Angst.
Rüstungskritik als Überlebensfrage
Petras Argumente gegen Aufrüstung waren radikal, aber nicht weltfremd. Sie organisierte Menschenketten gegen Atomraketen, Sitzblockaden vor Militärstützpunkten. 1983 in Prag forderte sie Abrüstung in Ost und West. Sie kritisierte sowjetische SS-20-Raketen genauso wie westliche Pershing II. Das brachte ihr Feinde auf beiden Seiten ein. Petra stand zwischen allen Stühlen. Und blieb bei ihrer Überzeugung: Frieden ist unteilbar.
Sie argumentierte ökonomisch: Jede Milliarde für Raketen fehlt bei Schulen und Krankenhäusern. Sie argumentierte strategisch: Abschreckung führt zur Eskalation, nicht zur Sicherheit. Diese Argumente klingen 2026 erschreckend aktuell.
Innere Quellen des Widerstands
Petra Kelly war tief geprägt von der Bergpredigt, von Gandhi (Indien, 1869-1948) und Martin Luther King (USA, 1929-1968). Sie schrieb: „Wir müssen lernen, die Waffen des Geistes zu benutzen: Liebe, Mut, Hoffnung, Gewaltfreiheit.“
Diese innere Überzeugung machte sie verwundbar. Sie litt unter Depressionen, fühlte sich oft überfordert. Der Druck war enorm: Tausende erwarteten, dass sie die Ikone blieb. Aber Petra war auch nur ein Mensch mit Ängsten, Zweifeln, Erschöpfung. Ihr Mut zeigte sich gerade darin, dass sie trotz dieser Ängste weitermachte.
Am 1. Oktober 1992 wurden Petra Kelly und Gert Bastian (Deutschland, 1923-1992) tot in ihrer Bonner Wohnung gefunden. Petra war 44 Jahre alt.
Was Petra uns heute sagt
Rüstungskritik ist Friedensarbeit. Petra würde heute gegen die Aufrüstungsspirale protestieren. Ihre Frage bleibt aktuell: Macht mehr Rüstung uns sicherer oder befeuert sie nur die Gewalt?
Persönliches und Politisches gehören zusammen. Petras Engagement erwuchs aus persönlichem Schmerz. Diese Verbindung macht Friedensarbeit authentisch.
Mut bedeutet: trotz Angst handeln. Petra hatte Depressionen, Selbstzweifel, Erschöpfung. Sie machte trotzdem weiter.
Petra Kelly hat eine Generation politisiert. Sie hat gezeigt, dass Widerstand möglich ist. Sie hat den Diskurs verändert. Das ist die Wahrheit über Friedensarbeit: Sie zeigt Wirkung, auch wenn der Erfolg nicht sofort sichtbar ist.
Couragiert widerständig, wie Petra Kelly. Für eine Welt, in der Rüstung nicht die Antwort ist.
Fragen zur Reflexion:
Petra Kelly brach mit der SPD, als diese aufrüstete. Wann müsste für Sie Loyalität enden, weil das Gewissen etwas anderes fordert?
Petra argumentierte: Jede Milliarde für Waffen fehlt bei Schulen. Wie bewerten Sie die aktuellen Rüstungsausgaben?
Petra litt unter Depressionen, kämpfte aber trotzdem weiter. Was hilft Ihnen, auch in Momenten des Zweifels festzuhalten?
Gebet:Gott des Friedens, danke für Menschen wie Petra Kelly, die trotz Zweifeln für ihre Überzeugung eintraten. Gib uns Mut zur Rüstungskritik, Kraft zum Widerstand. Lass uns Friedensstifter sein.
Amen.
Zum Weiterlesen:
Petra Kelly: „Um Hoffnung kämpfen“ (1983)
Sara Parkin: „The Life and Death of Petra Kelly“ (1994)
Petra-Kelly-Stiftung, München
Widerständig bleiben, wenn der Weg lang ist: Petra Kelly stand für eine Friedenspolitik, die sich nicht an Mehrheiten orientierte, sondern am Gewissen. Ihr Leben zeigt, wie couragiertes Handeln in demokratischen Konflikten aussehen kann und warum Frieden Ausdauer braucht. Wie solche Alternativen zur militärischen Logik heute diskutiert werden, zeigt der Beitrag „Debatte um Soziale Verteidigung – Wehrhaft ohne Waffen“ im Materialheft zur FriedensDekade 2025 auf Seite 22. Sichern Sie sich diese praxisnahen Entwürfe im Materialheft 2025 zum Aktionspreis oder Bestellen Sie schon heute das Gesamtpaket im Abo für die Erstlieferung im Juni diesen Jahres.
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Friedenszeugen – Wenn Courage den Lauf der Dinge ändert | Folge 2
Ein Blogartikel der ökumenischen FriedensDekade zum Jahresmotto 2026 „couragiert widerständig“
Im Februar 1943 herrschte in Berlin der totale Krieg. Die Maschinerie des NS-Regimes lief auf Hochtouren, Deportationszüge rollten Tag für Tag in Richtung Osten. Widerstand schien aussichtslos, jede Kritam lebensgefährlich. Doch in der Rosenstraße, einer unscheinbaren Straße im Herzen Berlins, geschah etwas Außergewöhnliches: Etwa 2.000 Frauen versammelten sich vor einem Verwaltungsgebäude, in dem ihre jüdischen Ehemänner festgehalten wurden. Sie kamen wieder und wieder, trotz Drohungen, trotz vorgehaltener Gewehre, trotz der Angst vor Verhaftung und Tod.
Die Fabrik-Aktion: Wenn Menschen zu Nummern werden
Am 27. Februar 1943 begann die sogenannte „Fabrik-Aktion“ – die letzte große Verhaftungswelle von Jüdinnen und Juden in Berlin. Die Gestapo verhaftete über 10.000 Menschen an ihren Arbeitsplätzen, in ihren Wohnungen, auf offener Straße. Etwa 2.000 der Verhafteten waren Männer in sogenannten „Mischehen“ mit nichtjüdischen Frauen. Diese Männer wurden in der Rosenstraße 2-4 interniert, einem ehemaligen Wohlfahrtsamt der Jüdischen Gemeinde.
Die Frauen dieser Männer wussten, was Deportation bedeutete. Sie kannten die Gerüchte aus dem Osten, das Unfassbare, das man sich nicht zu Ende denken wagte. Und so taten sie das Unmögliche: Sie gingen hin. Stellten sich auf die Straße. Und blieben.
Der Protest: Als Präsenz zur Macht wurde
Was genau Charlotte Israel, Elsa Holzer und Grete Moser bewegte, vor das Gebäude zu gehen, wissen wir nicht. War es Verzweiflung? Hoffnung? Die schiere Unmöglichkeit, zu Hause zu bleiben? Sie kamen und sie waren nicht allein.
Aus einzelnen Frauen wurde eine Menge. Aus einem Tag wurde eine Woche. Die Frauen riefen nach ihren Männern: „Gebt uns unsere Männer wieder!“ Immer wieder dieser Ruf durch die eiskalten Februartage.
„Wo zwei oder drei versammelt sind in meinem Namen, da bin ich mitten unter ihnen“ (Mt 18,20) – diese Verheißung Jesu bekam in der Rosenstraße eine politische Dimension. Die Versammlung der Wenigen wurde zur Macht durch Präsenz, durch das sture Beharren auf dem Menschlichen in einer Zeit, die das Menschliche systematisch auslöschte.
Die Drohung: Mut trotz Todesangst
Die SS rückte an. Maschinengewehre wurden in Stellung gebracht. „Räumen Sie die Straße, oder wir schießen!“
Die Frauen wichen zurück. Einige gingen nach Hause. Aber sie kamen wieder. Am nächsten Tag. Und am übernächsten. Ihre Angst war real, ihre Verwundbarkeit offensichtlich. Aber stärker als die Angst war die Liebe zu ihren Männern, die Treue zueinander, ein letzter Rest Glauben daran, dass Menschlichkeit nicht ganz ausgelöscht werden kann.
In biblischer Sprache: Sie zogen aus wie David gegen Goliath – unbewaffnet gegen eine militarisierte Todesmaschinerie. Aber ihre Waffe war die Gewaltfreiheit selbst, jene paradoxe Macht, die in ihrer Schwäche stark ist (2 Kor 12,10).
Der Erfolg: Wenn das Undenkbare geschieht
Am 6. März 1943, nach einer Woche Protest, geschah das Undenkbare: Die Männer wurden freigelassen. Nicht alle sofort, aber sie kamen frei. Die meisten von ihnen überlebten das Kriegsende.
War es der Protest allein? Historiker streiten darüber. Manche argumentieren, das Regime habe bereits zuvor gezögert. Andere verweisen auf die Angst der Machthaber vor Unruhen in der bombardierten Hauptstadt.
Doch diese Debatte verkennt das Wesentliche: Die Frauen wussten nicht, ob ihr Protest erfolgreich sein würde. Sie kamen trotzdem. Sie handelten im Vertrauen, dass ihr Tun richtig war, ohne Garantie, ohne Sicherheit. Das ist das Wesen prophetischen Handelns: aufstehen, weil es geboten ist, nicht weil der Sieg sicher ist.
Parallelen zu heute: Zivilcourage in Zeiten der Gewalt
2026 leben wir in einer Welt, in der wieder Panzer rollen, in der Autokraten ihre Macht zementieren, in der Waffenexporte steigen und Diplomatie als Schwäche gilt. Die Rosenstraße erzählt eine andere Geschichte von Sicherheit, von der Macht der Zivilgesellschaft, der Kraft gewaltfreien Widerstands, der Bedeutung öffentlicher Präsenz.
Sie erinnert uns: Autoritäre Systeme sind verwundbarer, als sie erscheinen, gerade wenn Menschen ihre Angst überwinden und zusammenstehen.
Couragiert widerständig: Was wir lernen können
Das Jahresmotto der ökumenischen FriedensDekade 2026 „couragiert widerständig“ ist keine romantische Phrase. Die Frauen der Rosenstraße zeigen uns, was diese Haltung bedeutet:
Couragiert: nicht furchtlos, sondern trotz der Furcht handelnd. Mut ist die Entscheidung, das Richtige zu tun, obwohl man Angst hat.
Widerständig: nicht aus Opposition um ihrer selbst willen, sondern aus Treue zur Menschenwürde. Widerstand beginnt dort, wo Unrecht System wird.
Öffentlich: nicht im stillen Kämmerlein, sondern sichtbar, vernehmbar. Öffentlichkeit ist Schutz und Zeugnis zugleich.
Beharrlich: nicht ein Tag Empörung, sondern das geduldige Aushalten, das Wiederkommen, das Nicht-Aufgeben.
Gewaltfrei: weil der Weg die Botschaft ist und das Mittel das Ziel prägt.
Eine letzter Gedanke
Die Geschichte der Rosenstraße ist keine Erfolgsgarantie. Sie ist kein Beweis dafür, dass Zivilcourage immer siegt. Tausende andere protestierten nicht und ihre Angehörigen wurden ermordet. Millionen gingen in den Tod, weil zu wenige aufstanden, zu viele schwiegen.
Aber die Rosenstraße ist ein Zeichen. Ein Friedenszeugnis. Eine Erinnerung daran, dass Menschen nicht machtlos sind, auch nicht unter Diktaturen. Dass das vermeintlich Unmögliche möglich werden kann. Dass Liebe stärker sein kann als Terror.
Die Frauen der Rosenstraße haben nicht die Welt gerettet. Aber sie haben ihre Männer gerettet. Sie haben gezeigt, dass es Widerstand gab, auch im dunkelsten Deutschland. Sie haben ein Licht angezündet, das bis heute leuchtet.
Das ist das Wesen von Friedenszeugen: Sie verändern vielleicht nicht alles. Aber sie verändern etwas. Sie brechen das Schweigen. Sie durchbrechen die Logik der Gewalt. Sie werden selbst zur Botschaft, ein lebendiges Zeichen dafür, dass eine andere Welt möglich ist.
In der Rosenstraße steht heute eine Gedenkstätte. Ein Ort, der fragt: Was würdest du tun? Wofür würdest du aufstehen? Wen würdest du nicht aufgeben?
Couragiert widerständig das ist keine historische Kategorie. Das ist eine Lebenshaltung. Für heute. Für morgen. Für uns alle.