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Schlagwort: AGDF

Komm den Frieden wecken – Militärlogik überwinden, Friedenslogik stärken.

Vor 80 Jahren wurde Hiroshima zerstört – ein Mahnmal für die Zerstörungskraft von Atomwaffen. In Mutlangen erinnerte Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh, Vorsitzender der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) an die Opfer und daran, dass Frieden heute mehr denn je Dialog und Mut erfordert. Er forderte eindringlich ein politisches Umdenken:

Die Dominanz des Militärischen müsse eingehegt werden.

Mutlangen steht wie kaum ein anderer Ort in Deutschland für zivilen Widerstand gegen Atomwaffen. In den1980er Jahren ein Symbol des gewaltfreien Widerstands gegen Atomwaffen, steht heute für mutige Friedensarbeit. Angesichts weltweiter Aufrüstung und wachsender Spannungen, warnt der ehemalige badische Landesbischof vor einer Rückkehr zur Logik der Abschreckung:

„Politisch dominiert gegenwärtig die Überzeugung: Je größer unser militärisches Droh- und Vernichtungspotenzial, umso sicherer sind wir.“

Doch echte Sicherheit entsteht nicht durch Drohung, sondern durch Vertrauen, Rechtsstaatlichkeit und zivile Konfliktlösungen. Die AGDF fordert daher:

  • eine klare Absage an Atomwaffen, Streubomben und Landminen

  • eine defensive Ausrichtung des Militärs

  • die Stärkung von Diplomatie, Entwicklungspolitik und Ziviler Konfliktbearbeitung

Frieden sichtbar machen – im Gespräch, im Handeln, im Alltag

Frieden ist mehr als die Abwesenheit von Gewalt“, so Cornelius-Bundschuh. Frieden bedeutet ein Leben in Würde, in Sicherheit, mit funktionierenden Institutionen und mit Raum für Dissens. Er ruft dazu auf, gerade auch im Streit um kontroverse Themen wie Ukraine oder Gaza Friedensarbeit aktiv zu gestalten:

„Wir müssen wieder lernen, über Frieden zu streiten – zivil, respektvoll, im Gespräch mit Andersdenkenden.“

Der Blick auf Hiroshima und auf die „Hibakusha“, die Überlebenden des Atombombenabwurfs, lenkt den Fokus auf das einzelne Schicksal:

Jedes Leben zählt. Jeder Mensch verdient Schutz, Würde und Gehör.

Jetzt ist die Zeit – Komm den Frieden wecken in der FriedensDekade 2025

Die FriedensDekade 2025 findet vom 9. bis 19. November 2025 statt. Sie lädt dazu ein, Friedenslogik im Alltag sichtbar zu machen – in Schulen, Gemeinden, Gruppen und Netzwerken. Erzählen Sie von mutigem Dialog, zeigen Sie Haltung, schaffen Sie Räume für neues Denken und verlässliches Miteinander. Materialien, Plakate und Impulse zur Gestaltung sind in unserem Shop erhältlich.

👉 Weitere Beiträge und Ideen zum Mitmachen unter: www.friedensdekade.de

Heidrun Kisters und Marcus Vetter Friedensbotschafter*innen der FriedensDekade 2025 –für Gerechtigkeit, Gewaltfreiheit und Hoffnung

PRESSEMITTEILUNG
Bonn/Frankfurt, 19. Juni 2025: Die Ökumenische FriedensDekade stellt ihre Friedensboten für das Jahr 2025 vor: Heidrun Kisters, engagiert in der Friedensbewegung seit den 1980er-Jahren, und Marcus Vetter, vielfach ausgezeichneter Dokumentarfilmer. Beide setzen sich mit klarer Haltung und langjährigem Engagement für eine friedliche, gerechte und lebenswerte Welt ein.

Heidrun Kisters lebt in Kirchberg im Hunsrück und war bereits in jungen Jahren Teil der Proteste gegen die Stationierung atomarer Mittelstreckenraketen. Als Vorsitzende des „Vereins für friedenspolitische und demokratische Bildung e.V.“ sowie in regionalen und überregionalen Netzwerken wirbt sie für eine nachhaltige Friedenslogik: „Statt auf Abschreckung und militärische Sicherheit zu setzen, brauchen wir Konzepte, die auf Vertrauen, Gerechtigkeit und gemeinschaftliches Handeln aufbauen.“ Die FriedensDekade sieht sie als wichtigen Ort der Ermutigung, um diese Alternativen weiterzuentwickeln.

Marcus Vetter, geboren 1967 in Stuttgart, ist mit Filmen wie Das Herz von Jenin, Cinema Jenin oder The Forecaster international bekannt geworden. Seine Filme erzählen Geschichten der Hoffnung und Versöhnung – auch inmitten von Gewalt. In seinem aktuellen Dokumentarfilm War and Justice (2024) porträtiert er die Geschichte des Internationalen Strafgerichtshofs und dessen Bemühen, schwerste Verbrechen an der Menschheit juristisch zu ahnden. Der Film, der in Zusammenarbeit mit dem Journalisten Michele Gentile entstand, ist in diesem Jahr offizieller Begleitfilm der Ökumenischen FriedensDekade. Vetter: „Der Krieg selbst ist das größte Verbrechen – so hat es Ben Ferencz gesagt, einer der Initiatoren des Strafgerichtshofs in Den Haag. Diese Erkenntnis ist aktueller denn je.“

Die Ökumenische FriedensDekade findet vom 9. bis 19. November 2025 statt und steht unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“. Überall in Deutschland laden Kirchengemeinden, Bildungseinrichtungen, zivilgesellschaftliche Gruppen und Einzelpersonen zu Friedensgebeten, Veranstaltungen und Aktionen ein. Die beiden Friedensboten 2025 machen Mut, die aktuellen Herausforderungen nicht hinzunehmen, sondern ihnen mit Haltung, Fantasie und Gemeinschaft zu begegnen.

Machen auch Sie mit – bestellen Sie Materialien, werden Sie aktiv vor Ort oder unterstützen Sie die FriedensDekade mit Ihrer Spende. Alle Infos unter: www.friedensdekade.de

Pressekontakt:
Jan Gildemeister
Vorsitz FriedensDekade / AGDF
E-Mail: jan.gildemeister@friedensdekade.de
Tel.: 0228 / 24 999 -13

 

 

AGDF zur Friedensethik auf dem Kirchentag 2025 in Hannover

Kirchentag in Hannover: Friedensethische Fragen wieder im Zentrum

Kirchentage in Hannover haben immer wieder friedenspolitische Geschichte geschrieben – sei es 1967 unter dem Motto „Der Frieden ist unter uns“ oder 1983 mit den lilafarbenen Tüchern und der deutlichen Absage an Massenvernichtungswaffen. Auch beim kommenden Kirchentag 2025 wird deutlich: Die Suche nach friedlichen Alternativen zu Gewalt und Krieg ist dringlicher denn je.

Wie die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) in ihrer aktuellen Pressemitteilung betont, waren Kirchentage stets wichtige Impulsgeber und Foren für friedensethische Debatten – und werden es auch diesmal sein.

„Kirchentage waren immer wieder wichtige Impulsgeber und unverzichtbare Foren für Diskussionen zu friedensethischen Fragen“, so der AGDF-Vorsitzende Jochen Cornelius-Bundschuh.
„Und ich bin sicher, dass auch der kommende Kirchentag in Hannover angesichts der aktuellen weltpolitischen Situation, aber auch der Diskussionen in der deutschen Politik wieder Impulse geben wird.“

Die aktuellen Diskussionen um Wehrpflicht oder einen allgemeinen Pflichtdienst machen aus Sicht der AGDF deutlich, wie relevant die Frage nach zivilen Friedensdiensten wieder geworden ist.

„Friedens- und Freiwilligendienste, die für die Gesellschaft wichtig und für junge Menschen ein großer Gewinn sind, werden kaum in den Blick genommen“, kritisiert AGDF-Geschäftsführer Jan Gildemeister.
„Ich finde es erschreckend, wie die öffentliche Diskussion zu Wehrdienst und Pflichtdiensten läuft. (…) Welche Alternativen gibt es?“

Zivile Konfliktbearbeitung als echte Alternative

Gerade deshalb sei es wichtig, auf dem Kirchentag sichtbar zu machen, dass es bewährte und wirksame Formen ziviler Konfliktbearbeitung gibt – jenseits von Militarisierung und Aufrüstung.

„Das Vertrauen auf Gottes Friedensbewegung macht uns frei von der Fixierung auf militärische Gewalt“,betont Jochen Cornelius-Bundschuh.
„Mutig, stark und beherzt werden wir auf dem Kirchentag zivile Formen der Konfliktbearbeitung ins Gespräch bringen.“

Im Raum der EKD auf dem Markt der Möglichkeiten werden die AGDF, die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) sowie weitere Partner der Friedensarbeit – darunter auch die Ökumenische FriedensDekade – mit Angeboten vertreten sein. Ziel ist es, mit Besuchern ins Gespräch zu kommen, Orientierung zu geben und ein friedensethisches Zeichen zu setzen.

„1967 und 1983 waren Friedensthemen ein zentraler Gegenstand der Beratungen auf dem Kirchentag. Ich bin zuversichtlich, dass auch der Kirchentag 2025 in Hannover hier einen Beitrag leisten wird“, so Jan Gildemeister abschließend.


Zeige Flagge für den Frieden – sichtbar & wirkungsvoll

Ob beim Kirchentag, dem Ostermarsch oder im Alltag: Mit einem Button oder Aufnäher der FriedensDekade trägst du das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ sichtbar weiter.
Ein kleines Zeichen – mit großer Aussage. Jetzt im Shop der FriedensDekade entdecken und ein klares Statement für Gewaltfreiheit und Hoffnung setzen.

 

Weitere Informationen

Die AGDF hat eine umfassende Pressemitteilung zur aktuellen sicherheitspolitischen Lage veröffentlicht, die hier nachgelesen werden kann: Original-Pressemitteilung der AGDF.

Die AGDF hat das Programm des Kirchentages 2025 mit Veranstaltungen zum Thema Frieden zusammengefasst.

Frieden aktiv gestalten – Impulse zur FriedensDekade 2025

Die FriedensDekade setzt sich mit ihrem Motto 2025 „Komm, den Frieden wecken“ genau mit diesen Fragen auseinander. Welche Impulse braucht es für eine friedlichere Zukunft? Auf unserer Website finden Sie dazu vielfältige Materialien, Impulstexte und Anregungen für die kirchliche und gesellschaftliche Friedensarbeit.

Jetzt entdecken: www.friedensdekade.de

Schwerter zu Pflugscharen: Vom biblischen Friedenssymbol zum ikonischen Protestzeichen

Was hat eine alte biblische Vision mit Protestaktionen in der DDR, einer Skulptur vor dem UN-Gebäude und moderner Friedensarbeit zu tun? Das Motiv „Schwerter zu Pflugscharen“ verbindet all das – und mehr. In diesem Artikel erfährst du, wie das Symbol zu einem internationalen Zeichen für gewaltfreien Wandel wurde. Produkte mit dem Originalsymbol – Aufnäher, Buttons, Fahnen & mehr.
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Die biblischen Ursprünge: Eine prophetische Friedensvision

Das Motiv „Schwerter zu Pflugscharen“ geht auf eine der bekanntesten Friedensverheißungen der Bibel zurück. Der Prophet Micha verkündete im 8. Jahrhundert v. Chr.:

„Sie werden ihre Schwerter zu Pflugscharen und ihre Spieße zu Sicheln machen. Denn es wird kein Volk wider das andere das Schwert erheben, und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen.“ (Micha 4,3)

Interessanterweise findet sich eine fast identische Formulierung bereits bei Jesaja (Jes 2,4), was auf die Bedeutung dieser Friedensvision hinweist. In der Septuaginta, der griechischen Übersetzung des Alten Testaments, wird sogar konkret von „Schwertern zu Pflugmessern“ gesprochen.

Von der Bibel in die Moderne: Die künstlerische Adaption

Die moderne Darstellung des Symbols geht auf eine Skulptur des sowjetischen Künstlers Jewgeni Wutschetitsch zurück. Sein 1957 geschaffenes Denkmal „Schwerter zu Pflugscharen“ wurde der UNO geschenkt und steht seitdem vor dem UN-Hauptquartier in New York. Diese Skulptur zeigt einen muskulösen Mann, der mit einem Hammer ein Schwert zu einer Pflugschar umschmiedet.

Das Symbol in der DDR-Friedensbewegung

Kirchliche Friedensarbeit als Ausgangspunkt

In der DDR wurde das Symbol erstmals 1980 von Harald Bretschneider für die Friedensdekade der evangelischen Kirchen gestaltet. Der Entwurf zeigte eine stilisierte Umschmiedung eines Schwertes zu einer Pflugschar, umgeben von der Losung „Schwerter zu Pflugscharen“ und dem Bibelverweis Micha 4,3.

Das Verbot und seine Hintergründe

Die SED-Führung verbot das Symbol 1982 aus mehreren Gründen:

  1. Es widersprach der offiziellen Doktrin der „Friedenspolitik“ der DDR, die gleichzeitig massive Aufrüstung betrieb
  2. Die Friedensbewegung wurde als potenzielle Opposition wahrgenommen
  3. Das Symbol untergrub die Wehrerziehung in Schulen und die Militärpropaganda bei der Jugendweihe

Kreative Protestformen

Trotz des Verbots verbreitete sich das Symbol durch:

  • Aufnäher auf der Innenseite von Jacken („Klapptaktik“)
  • Selbstgebastelte Varianten aus Stoffresten
  • Verbreitung bei kirchlichen Veranstaltungen, wo der Staat zurückhaltender agierte

Internationale Rezeption und globale Bedeutung

Das Motiv „Schwerter zu Pflugscharen“ entwickelte sich schnell über die DDR hinaus zu einem internationalen Symbol der Friedensbewegung. Besonders in den 1980er-Jahren fand es weltweite Verbreitung, als die Bedrohung durch atomare Aufrüstung und der Kalte Krieg die Menschen mobilisierten.

In den USA wurde das Symbol von der Plowshares-Bewegung aufgegriffen, einer christlich-pazifistischen Gruppe, die mit spektakulären Aktionen gegen Atomwaffen protestierte. Aktivisten drangen in Rüstungsbetriebe ein und beschädigten Waffensysteme, wobei sie sich explizit auf die biblische Vision beriefen. Auch in Großbritannien wurde das Logo von der Campaign for Nuclear Disarmament (CND) adaptiert, die mit Massenprotesten gegen die Stationierung von US-Atomraketen in Europa kämpfte.

In der globalen Anti-Atomwaffen-Bewegung wurde das Motiv zum Erkennungszeichen für Abrüstung und gewaltfreien Widerstand. Selbst in Ländern wie Japan, wo die Erinnerung an Hiroshima und Nagasaki wachgehalten wird, oder in Neuseeland, das sich 1984 zur atomwaffenfreien Zone erklärte, tauchte das Symbol bei Friedensdemonstrationen auf.

Das Symbol heute: Lebendige Friedensarbeit und aktuelle Bezüge

Auch heute ist „Schwerter zu Pflugscharen“ ein kraftvolles Zeichen in der Friedensbewegung. Es wird bei Protesten gegen Rüstungsexporte, bei Aktionen für Klimagerechtigkeit und in der Flüchtlingssolidarität eingesetzt. Seit dem Ukraine-Krieg wird es wieder verstärkt genutzt – nicht als pauschale Kriegsgegnerschaft, sondern als Aufruf zu diplomatischen Lösungen und zivilem Konfliktmanagement.

Ein zentraler Ort, an dem das Symbol weiterlebt, ist die ökumenische Friedensdekade. Jedes Jahr im November nutzen Kirchengemeinden, Friedensinitiativen und soziale Bewegungen die zehn Tage der Friedensdekade, um mit Gottesdiensten, Diskussionen und Aktionen auf aktuelle Konflikte aufmerksam zu machen. Das Logo begleitet diese Arbeit seit Jahrzehnten und verbindet so die historische DDR-Friedensbewegung mit heutigen Kämpfen für eine gewaltfreie Welt.

Die rechtliche Situation des Symbols ist dabei bewusst so geregelt, dass es nicht kommerzialisiert oder vereinnahmt werden kann. Das Gesprächsforum Ökumenische FriedensDekade hat die AGDF 2006 beauftragt, das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ zu schützen. Vorangegangen waren Gespräche mit denjenigen, die das Symbol für die Friedensdekaden entworfen und grafisch umgesetzt haben (u.a. Harald Bretschneider, Hermann Misersky), die sich damit einverstanden zeigten bzw. das Vorgehen explizit begrüßten. Diese stellt sicher, dass das Motiv weiterhin vor allem in der Friedensarbeit Verwendung findet – sei es auf Aufnähern, Buttons oder Fahnen, die über den Shop der Friedensdekade bezogen werden können.

Diese klare Verankerung in der Friedensbewegung macht „Schwerter zu Pflugscharen“ zu mehr als nur einem historischen Relikt. Es ist ein lebendiges Symbol, das weiterhin inspiriert – und daran erinnert, dass die Vision einer Welt ohne Krieg nichts von ihrer Dringlichkeit verloren hat.

Die ökumenische Friedensdekade nutzt das Symbol weiterhin für ihre Arbeit. Im Shop werden verschiedene Artikel angeboten:

Fazit: Ein lebendiges Friedenssymbol

Von seinen biblischen Wurzeln über die DDR-Opposition bis zur heutigen Friedensarbeit bleibt „Schwerter zu Pflugscharen“ ein kraftvolles Symbol für gewaltfreien Wandel. Seine Geschichte zeigt, wie eine alte Vision immer wieder neue Bedeutung gewinnt.

Weiterführende Informationen:

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