Autor: A Villaester

Danke für Ihr Mitwirken!

Allen, die in diesem Jahr mitgeholfen haben, die Ökumenische FriedensDekade mitzugestalten, danken wir ganz herzlich.

Zentraler Gottesdienst in Saarbrücken

Am Sonntag, 17. November 2019, um 18 Uhr fand der zentrale Gottesdienst der Ökumenischen FriedensDekade in Saarbrücken statt Im Anschluss an den Gottesdienst wandten sich der Vorsitzende der ACK in Deutschland, Erzpriester Radu Constantin Miron, und der Minister für Umwelt und Verbraucherschutz des Saarlandes, Reinhold Jost, an die Gäste. (zum Bericht gehen)

Friedensbotin im Gespräch

Das Gesprächsforum Ökumenische FriedensDekade freut sich, die „Friedensbotin“ Birgitta Bolte vorstellen zu dürfen. Birgitta Bolte hat sich zur Aufgabe gemacht, das Leben ihrer Familie ökologisch nachhaltig umzukrempeln. Hier lesen Sie ein Interview mit unserer „Friedensbotin“.

Gebet für unsere Erde (Papst Franziskus in Enzyklika “Laudato si”)

Gebet für unsere Erde
(zum download)

Allmächtiger Gott,
der du in der Weite des Alls gegenwärtig bist
und im kleinsten deiner Geschöpfe,
der du alles, was existiert,
mit deiner Zärtlichkeit umschließt,
gieße uns die Kraft deiner Liebe ein,
damit wir das Leben und die Schönheit hüten.
Überflute uns mit Frieden,
damit wir als Brüder und Schwestern leben
und niemandem schaden.
Gott der Armen,
hilf uns,
die Verlassenen und Vergessenen dieser Erde,
die so wertvoll sind in deinen Augen,
zu retten.
Heile unser Leben,
damit wir Beschützer der Welt sind
und nicht Räuber,
damit wir Schönheit säen
und nicht Verseuchung und Zerstörung.
Rühre die Herzen derer an,
die nur Gewinn suchen
auf Kosten der Armen und der Erde.
Lehre uns,
den Wert von allen Dingen zu entdecken
und voll Bewunderung zu betrachten;
zu erkennen, dass wir zutiefst verbunden sind
mit allen Geschöpfen
auf unserem Weg zu deinem unendlichen Licht.
Danke, dass du alle Tage bei uns bist.
Ermutige uns bitte in unserem Kampf
für Gerechtigkeit, Liebe und Frieden.
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Schlussgebet aus der Enzyklika „Laudato si – Über die Sorge für das gemeinsame Haus“ (2015) von Papst Franziskus zum Thema Umwelt und Entwicklung.

DER NARR DENKT NUR AN SICH – Ein Impuls von Dr. Marc Witzenbacher

 

Für ein gutes Klima zu sorgen, das hat sich auch der reiche Kornbauer vorgenommen. Von ihm erzählt Jesus im Lukasevangelium (Lk 12,16-21). Der Abschnitt ist einer der biblischen Texte zum diesjährigen Motto der FriedensDekade „friedensklima“. Der Kornbauer plant Erweiterungsbauten für seine reichen Ernteerträge. Er trifft Vorsorge für die nächsten Jahre, er investiert und schafft Arbeitsplätze. Eigentlich scheint das vernünftig, unternehmerisch vorbildlich. Und doch bezeichnet Gott diesen Kornbauern als „Narr“. Denn noch während er plant, sich an seinen Vorräten gütlich zu tun, wird seine Seele gefordert. Und seine ganzen Bemühungen laufen ins Leere.

Seine Torheit ist die Selbstbezogenheit. Ein gutes Klima, das will der Kornbauer nämlich nur für sich. Er meint, für sich selbst planen, arbeiten und wirtschaften zu können. Dabei geraten seine Umwelt und seine Mitmenschen aus dem Blick. Doch ein gutes Klima kann ich nicht alleine schaffen. Das Klima umfasst mein gesamtes Lebensumfeld, und nicht nur das: mit dem Klima verbinden sich gesellschaftliche, ja globale Zusammenhänge. Wenn ich nur an mich denke, hat das nicht nur für mich Konsequenzen. Wenn wir nur darauf schielen, billige Lebensmittel und preisgünstige Textilien kaufen zu können, leiden Menschen bei uns und an vielen Orten der Welt. Wenn die Wasservorräte in bestimmten Ländern knapp werden, weil sie für unsere Nahrungsmittelproduktion genutzt werden, dann hat mein Alltag ganz konkret mit dem Klima zu tun. Wenn wir schonungslos mit unserem Verkehr und unserer Energiewirtschaft die Erdtemperatur in die Höhe schrauben, dann hat das jetzt schon Folgen für Menschen, deren Dörfer im gestiegenen Meer versinken. Und sehr bald wird es sich auch auf uns auswirken. Verrückte Wetterkapriolen und lange Sommerphasen stören schon jetzt unser vermeintliches „friedensklima“. Aber es drohen zahlreiche Kriege und kriegerische Auseinandersetzungen um Wasser, um bewohnbare Gebiete und Ressourcen. All das ist Folge einer solchen Selbstbezogenheit, wie sie der reiche Kornbauer im Evangelium an den Tag legt.

Jesus deutet wenige Verse später im gleichen Kapitel des Lukasevangeliums an, wie ein „friedensklima“ erreicht werden kann: „Sucht Gottes Reich; dann wird euch das andere dazugegeben“ (Lk 12,31). Das Ziel unseres Lebens soll das Reich Gottes und seine Gerechtigkeit sein. Von diesem Ziel her muss sich unser Umgang mit Erarbeitetem und Geerntetem bestimmen, unser Umgang mit den irdischen Gütern, mit der Umwelt und auch mit unseren Mitmenschen. Das bedeutet eben gerade nicht, als Einsiedler ins Gebet versunken der Welt zu entfliehen, sondern im Gegenteil gerade dort anzupacken, wo es am nötigsten ist. Wo wir uns am Reich Gottes und seiner Gerechtigkeit orientieren, können wir heraustreten aus gott- und menschenvergessener Selbstbezogenheit. Wo wir uns für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, kann Neues wachsen. Wenn wir für alle einen Lebensraum mit gerechten Verhältnissen schaffen, erfahren wir ein „Reich sein bei Gott“ (Lk 12,21), in dem wir unseren eigenen Reichtum mit anderen teilen und uns dann das zufallen wird, was wir zuvor für das Wichtigste hielten. Geld und Besitz machen nicht glücklich, ja sie beruhigen nicht einmal, weil sie keine letzte Sicherheit unseres Lebens garantieren können. Besitz und Wohlstand nehmen uns vielmehr in die Pflicht, damit Sinnvolles zu stiften.

Wer sich wie der reiche Kornbauer nur durch seine eigenen Vorräte durchfuttern will, wird nicht satt, sondern geht am Ende leer aus. Die wahren Schätze tragen wir eben nicht in unseren Händen, sondern in unseren Herzen. Dort entstehen Gedanken des Friedens und der Versöhnung, die andere nicht aus dem Blickfeld verlieren. Die FriedensDekade 2019 ermutigt uns: Wenn wir unsere Selbstbezogenheit verlassen, dann arbeiten wir mit an einem „friedensklima“, das uns allen ein Leben in Frieden und Gelassenheit ermöglicht.

Dr. Marc Witzenbacher, Referent der Evangelischen Kirche in Deutschland
und Referent für Öffentlichkeitsarbeit in der ACK – Ökumenische Zentrale

(im Februar 2019)

Hochzuckdrohne: Gedanken zum Plakatmotiv (von Peter Herrfurth)

Friedensklima – Plakatmotiv – Hochzuckdrohne
(zum Downlaod hier klicken)

Mein Lieblingsversprecher im Fernsehen war in der Tagesschau: „Von Westen her setzt sich eine Hochzuckdrohne durch.“ Was für ein Lacher! Daran musste ich denken, als ich unser Plakatmotiv gesehen habe.

Hochzuckdrohne – Damals habe ich bei „Drohne“ nur an die männliche Honigbiene gedacht. Sie sammelt keinen Honig, aber sie begattet die Königin. So hat es mir ein alter Imker erklärt. Die Drohne – oder vielleicht muss ich besser sagen: der Drohn – sorgt für Nachwuchs im Bienenstock und hat keinen Stachel. Wie friedlich! Den ganzen Tag lang Liebe machen, Leben schaffen und pazifistisch sein. Leider sind die Bienen und viele andere Insekten durch die industriell-technisierte Landnutzung und den Klimawandel inzwischen stark bedroht.

Ganz anders ist es bei den Drohnen, die im Drohnenkrieg ferngesteuert mit einem explosiven Bombenstachel ihre Ziele erreichen und effektiv vernichten. Die haben rasanten Nachwuchs. Da redet man von „autonom-operierenden Drohnen-Schwärmen“. Doch es sind nicht die Drohnen, die planlos vor sich hin töten. Es sind die Menschen in den Militärzentren hinter den Monitoren. Sie sitzen mit zuckenden Augenlidern an den Steuergeräten. Vormittags sind sie mit Drohnenkrieg beschäftigt, nachmittags holen sie ihre süßen Kleinen aus dem Kindergarten ab.

Ich wünsche mir, dass sich eine friedensklimatische Hochdruckzone durchsetzt. Dass wir mit hohem Druck für ein Friedensklima sorgen, in dem es keine bewaffneten Drohnen mehr gibt, sondern fröhliche Jahreszeiten, friedliche Menschen und summende Bienen. Und sie werden hinfort nicht mehr lernen, Krieg zu führen. (Jes 2,4)

Peter Herrfurth (4.02.2019)
Landesjugendpfarrer der EKM

Weisheit ist besser als Kriegswaffen (von Dr. Marc Witzenbacher)

Das biblische Buch des Predigers spricht mir an vielen Stellen aus dem Herzen. „Alles hat seine Zeit“ (Pred 3,1) erinnert mich daran, den Augenblick zu genießen und in düsteren Momenten nicht die Hoffnung zu verlieren. Lebenspraktisch und hilfreich sind die gesammelten Sprichwörter, manchmal auch schwierig und provokativ. Doch immer geben sie mir etwas zum Nachdenken mit auf den Weg. Hängen geblieben bin ich dieser Tage an Pred 9,18: „Weisheit ist besser als Kriegswaffen; aber ein einziger Bösewicht verdirbt viel Gutes.“

Weisheit meint in den Texten des Alten Testaments das Bemühen, die Wirklichkeit zu ordnen, zu erfassen und zu erklären und sich so in dieser Welt zurechtzufinden. Wer weise ist, weiß um die Regeln, nach denen das Leben abläuft. Wer diese Regeln kennt und beachtet, dem gelingt das Leben. Wer die Regeln bricht, gefährdet nicht nur sich selbst, sondern auch seine Umwelt. Weise zu handeln ist nach der Überzeugung des Predigers immer besser, als Waffen zu schmieden und eine kriegerische Lösung von Konflikten erreichen zu wollen. Weisheit weiß um die Bedürfnisse des anderen, sie ist besser als Stärke (Pred 9,16), ja sie erhält das Leben (Pred 7,12).

Doch ähnlich wie es der Prediger in den ersten Kapiteln des Buches wahrnimmt, ist der Blick in die gegenwärtige Situation eher ernüchternd. Man zählt nicht auf die Weisheit, sondern mehr auf die Kriegswaffen. Höhere Rüstungsausgaben werden gefordert, die Kriegs- und Tötungstechnik immer mehr verfeinert. Nimmt man den Tun-Ergehens-Zusammenhang, der in der weisheitlichen Literatur aufgestellt wird, ernst, dann schlägt diese Aufrüstung direkt auf den Menschen zurück: „Die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen“ (Mt 26,52). Eine steigende Aufrüstung vergrößert die Gefahr eines Krieges. Und je mehr die Rüstungsindustrie sich auf einen Krieg 3.0 präpariert, desto wahrscheinlicher wird es, dass ein solcher Krieg auch ausbrechen kann. So einfach ist es und dabei ebenso bedrohlich.

Vor einer solchen realen Gefahr warnt auch der Prediger, wenn er dem einzigen Bösewicht die Vernichtung des Guten zuschreibt. Wir wissen heute darum, wie schnell die Emotionsausbrüche eines Machthabers zu blutigen Konsequenzen für viele Menschen führen können. Wer sich nicht von der Weisheit leiten lässt, verfällt rasch in eine Spirale von Aktion und Reaktion, von Hass und Gewalt. Wir leben immer noch auf einem Pulverfass. Es ist also an der Zeit, wieder mehr Weisheit zu lernen und ihr mehr zuzutrauen als allen Waffensystemen. Unsere Welt braucht die Weisheit, um in Frieden leben zu können. Weisheit könnte beispielsweise bedeuten, friedliche Konfliktlösungen auszubauen und diese auch in den aktuellen Krisenherden dieser Welt einzusetzen. Weise ist, wer auf Atomwaffen verzichtet und aus der Aufrüstungsmaschinerie aussteigt. Weise kann es sein, den Weg zueinander zu suchen und auf Gespräch und Diplomatie zu setzen. Weisheit bedeutet, das Geld für die Erhaltung des Lebens und nicht für dessen Zerstörung auszugeben.

Die FriedensDekade 2018 regt dazu an, mehr Weisheit zu wagen und die Gefahren deutlich beim Namen zu nennen, zu denen eine weisheitsferne Politik führen kann. Alles hat seine Zeit. Jetzt ist die Zeit, aufzustehen und für die Weisheit einzutreten. Denn „der Weisen Worte, in Ruhe vernommen, sind besser als des Herrschers Schreien unter den Törichten“ (Pred 9,17).

Dr. Marc Witzenbacher
Referent der Evangelischen Kirche in Deutschland
und Referent für Öffentlichkeitsarbeit  in der ACK – Ökumenische Zentrale

Krieg 3.0 oder alles halb so schlimm?

von Jan Gildemeister, Vorsitzender der Ökumenischen FriedensDekade e. V.

2018 vor 400 Jahren: Beginn des Dreißigjährigen Krieges. Vordergründig ging es um die Frage, welche Konfession sich in Europa durchsetzt. Faktisch ging es um Macht und Einfluss. Söldnerheere zogen brandschatzend durch die Länder.

2018 vor 100 Jahren: Ende des Ersten Weltkrieges. Auch hier ging es um Machtinteressen, die Diplomatie versagte, Freiwilligenheere zerstörten Dörfer und Städte. Giftgas wurde eingesetzt.

2018 vor 70 Jahren: Bildung der UNO, „um künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren, die zweimal zu unseren Lebzeiten unsagbares Leid über die Menschheit gebracht hat“.

2018 vor 70 Jahren: Gründung des Ökumenischen Rates der Kirchen. Dieser positionierte sich eindeutig: „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein.“

Wo stehen wir heute? Befinden wir uns vielleicht schon aufgrund der „Stellvertretungskriege“ in Syrien oder im Jemen, von Terroranschlägen und extralegalen Tötungen durch US-Drohnen in Afghanistan sowie Cyberwar-Attacken im Netz im permanenten Krieg? Oder ist alles halb so schlimm? Schließlich stagniert die Zahl der kriegerischen Auseinandersetzungen weltweit. Nach dem Heidelberger Konfliktbarometer waren es 2017 20 Kriege (2016: 18) und 385 Konflikte, von denen die Hälfte gewaltsam ausgetragen wurde. Im Großen und Ganzen funktionieren die Institutionen und Mechanismen, die Kriege verhindern sollen, recht gut, oder?

Angst vor einem dritten Weltkrieg oder Verzweiflung angesichts der scheinbar nicht zu stoppenden Kriege in Syrien, im Jemen oder in Mali sind nachvollziehbar, erschweren aber den nüchternen Blick auf das, was kriegstreibend ist und auch auf das, was dagegen bereits unternommen wird und noch verstärkt werden sollte.

In Medienberichten oder in Reden von Politiker*innen wird der Eindruck erweckt, als ob wir zunehmenden Bedrohungen ausgesetzt sind und uns dagegen militärisch schützen müssen, nur so könne unsere Sicherheit gewährleistet werden. Wer sich mit den Behauptungen näher auseinandersetzt, stellt schnell fest, dass die beste Vorbeugung vor vielen „Bedrohungen“ der Abbau von Ungerechtigkeit und ein besserer Klimaschutz wären. Wenn es um den Schutz vor (militärischer) Gewalt geht, so zeigen wissenschaftliche Studien, dass es u.a. eines Ausbaus der Friedens- und Versöhnungsarbeit, der Diplomatie sowie der Stärkung internationaler Institutionen bedarf – und nicht „mehr Militär“ und neuer Waffensysteme.

Die Tendenz geht heute zu vollautomatischen Waffen. Menschen übernehmen so immer weniger Verantwortung für die Kriegsführung, das Gewissen bleibt auf der Strecke. Versuche auch von Kirchen, diese Entwicklungen zu stoppen, um ein breites ethisches Nachdenken zu ermöglichen, lehnen (u.a.) die NATO-Staaten ab.

Notwendig ist, dass die Bevölkerung besser informiert wird und ein „Wegschauen“ nicht mehr möglich ist. Hier ist jede und jeder gefordert: Ob in persönlichen Gesprächen, durch Diskussionen in (Jugend-)Gruppen oder durch Veranstaltungen im Rahmen der Ökumenischen FriedensDekade: Aufklärung tut not. Hilfreich sind dabei die vielfältigen Angebote und Konzepte der Friedensbildung, wie sie beispielsweise die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden entwickelt hat.

Motto 2019: friedensklima

friedensklima, so lautet das Jahresmotto der Ökumenischen FriedensDekade für 2019. Über Hintergründe und biblische Bezugsquellen lesen Sie in unserer Pressemeldung.

Grußwort des EKD-Friedensbeauftragten

Grußwort von Renke Brahms, Leitender Geistlicher der Bremischen Evanglischen Kirche und Friedensbeauftragter der EKD (aus: Bittgottesdienst für den Frieden 2018) Das Grußwort können Sie hier nachlesen.

Krieg 3.0 – Motto leider aktueller als gewünscht

Krieg 3.0: Killerroboter auf dem Vormarsch

Die Eskalation von Konflikten weltweit nimmt zu. Neben den bereits existenten Kriegsherden  verstärkt sich das Gefühl bei vielen Menschen, dass der Frieden weltweit in Gefahr ist, keine Selbstverständlichkeit mehr ist.

Mit dem Motto “Krieg 3.0” will die Ökumenische FriedensDekade vor den möglichen Gefahren eines 3. Weltkrieges warnen. Ein Übertreibung?

Themen wie Killerroboter und die zunehmende Automatisierung von Tötungsmaschinen, ausgestattet mit künstlicher Intelligenz, die wir ebenfalls mit dem Motto “Krieg 3.0” thematisieren möchten, kommen unterdessen mehr und mehr in das Bewußtsein der Öffentlichkeit. Was sich hinter diesem beunruhigenden Thema verbirgt, können Sie den folgenden Filmen bzw. Dokumentationen entnehmen:

Killer-Roboter: Töten ohne Gewissen?

Monitor | 17.05.2018 | 06:57 Min. | Das Erste
Waffensysteme werden immer „intelligenter“. Sie navigieren, überwachen und können selbstständig zielen – und sie werden die Zukunft der Kriegsführung radikal verändern. Was aber bedeutet es, wenn künftig Algorithmen die Entscheidung über Leben und Tod treffen? Darüber wird inzwischen auch auf Ebene der UN diskutiert. Von einem Bann solcher Waffensysteme ist aber immer seltener die Rede, auch weil die Rüstungskonzerne hier neue Geschäftsfelder entdeckt haben. Der Krieg der Zukunft – er hat längst begonnen. Autor/-in: Jochen Taßler, Barbara Schmickler
https://www1.wdr.de/daserste/monitor/videos/video-killer-roboter-toeten-ohne-gewissen-100.html

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Killer Roboter – Dürfen Maschinen töten?

ARD, 25.9.17 Verstößt es gegen die Menschenwürde, wenn Maschinen töten, oder kann moderne Technik den Tod von Zivilisten verhindern?
https://www.youtube.com/watch?v=oMZUJLg9H8A

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“Slaughterbot” Autonomous Killer Drones | Technology
(Englisch)

Waffensysteme werden immer „intelligenter“. Sie navigieren, überwachen und können selbstständig zielen – und sie werden die Zukunft der Kriegsführung radikal verändern. Was aber bedeutet es, wenn künftig Algorithmen die Entscheidung über Leben und Tod treffen? Darüber wird inzwischen auch auf Ebene der UN diskutiert. Von einem Bann solcher Waffensysteme ist aber immer seltener die Rede, auch weil die Rüstungskonzerne hier neue Geschäftsfelder entdeckt haben. Der Krieg der Zukunft – er hat längst begonnen. Autor/-in: Jochen Taßler, Barbara Schmickler

Grafisches Motiv für 2018 ausgewählt

Grafisches Motiv für 2018 ausgewählt

Motto „KRIEG 3.0“ wurde in einem Plakatwettbewerb grafisch umgesetzt

Bonn/Kassel, 02.02.2018. Das diesjährige zentrale Plakatmotiv der Ökumenischen FriedensDekade steht fest. Im Rahmen eines bundesweit ausgeschriebenen Plakatwettbewerbs entfiel nun die Auswahl auf den Entwurf von Michaele Gruchot aus Berlin.

Aus den insgesamt 43 eingereichten Entwürfen entschied sich  die Jury für den Entwurf von Michaela Gruchot. Das Motiv deutet einerseits die Zerstörung der Welt mit Blick auf die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung zukünftiger Kriegführungen an (Krieg 3.0). Andererseits deutet es die Schönheit der Welt an und lässt Hoffnungszeichen durchscheinen. Den 2. Platz belegte Walter Dawid aus Eppelheim.  Gefolgt auf Platz 3 von Michael Göken aus Köln. Der Plakatwettbewerb ist mit einem Preisgeld von insgesamt 1.750 Euro verbunden.

Der Gewinnerentwurf wird als zentrales Plakatmotiv in der diesjährigen Ökumenischen FriedensDekade eingesetzt, um auf die vielfältigen Veranstaltungen während der zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag vom 11.-21. November aufmerksam zu machen. Zudem wird das Motiv die vielfältigen Arbeitsmaterialien schmücken, die zur diesjährigen FriedensDekade erstellt werden. Die Plätze zwei und drei werden im Rahmen eines Postkartensets ebenfalls gewürdigt.

Im Mittelpunkt der Ökumenischen Friedensdekade stehen die Bibelstelle Hosea 2, Vers 20 aus dem Alten Testament (Bogen, Schwert und Krieg werde ich zerbrechen und aus dem Land verbannen) und die neutamentliche Bibelstelle aus Matthäus 26, Vers 52 (die zum Schwert greifen, werden durch das Schwert umkommen).

Mit dem Motto „Krieg 3.0“ möchte der Trägerkreis der Ökumenischen FriedensDekade angesichts der Gefahr der Eskalation vorhandener Konflikte weltweit auf die potenziellen Gefahren eines dritten Weltkriegs aufmerksam machen. Dabei soll die weltweite Aufrüstungsspirale, die sich auch in den Finanzplänen der kommenden Jahre für den Verteidigungshaushalt in Deutschland widerspiegelt, kritisch hinterfragt werden. Zugleich will die FriedensDekade den Fokus auf die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung kriegerischer Waffen legen. Ob Drohnen, Roboter oder Slaughterbots: Die Entwicklung unbemannter, eigenständig agierender Killermaschinen ist auf dem Vormarsch, um Kriege – auch in Form von Cyberwars – wieder führbar zu machen.

Herbert Sander gestorben – Schöpfer der Grafik “Schwerter zu Pflugscharen”

Herbert Sander gestorben – Schöpfer der Grafik “Schwerter zu Pflugscharen”

Am 10. Januar meldeten verschiedene Medien den Tod von Herbert Sander.

Herbert Sander hatte das aktuelle Symbol der Ökumenischen FriedensDekade “Schwerter zu Pflugscharen” in den 80er-Jahren für Kirchenkreise in der damaligen DDR entworfen. Aus den verschiendenen Pressemeldungen hier Meldung aus dem Berliner Kurier, dem Deutschlandfunk und epd-ZA vom 10.01.2018:

Trauer um Herbert Sander – Erfinder des Symbols „Schwerter zu Pflugscharen“ ist tot

Berlin. Ein Schmied, der ein Schwert zur Pflugschar macht. Das Bild kannte in der DDR jeder, war in den 80er-Jahren Symbol der Friedensbewegung der evangelischen Kirche. Der Schöpfer des Logos war Herbert Sander, der jetzt mit 79 Jahren starb.

Stillleben, Landschaften, gerne malte er auch jüdische Friedhöfe. Sander wurde vor allem von der brandenburgischen Kunstszene geschätzt. Viele Ausstellungen zeigten die Bilder des Stahnsdorfers.  Wie erst jetzt bekannt wurde, starb der Künstler bereits am 4. Januar im Kreise seiner Familie an den Folgen eines Krebsleidens.

Symbol der Opposition

Sander studierte in Berlin Grafik und Malerei, arbeitete bis 1965 als Szenenbildassistent bei der Defa. Als freiberuflicher Grafiker und Maler gestaltete er 40 Jahre lang Plakate und Designs für Ausstellungen in den Schlössern und Gärten von Sanssouci. Doch sein bekanntestes Werk entwarf der Pazifist 1980 im Auftrag der evangelischen Kirche in der DDR: das Logo zu dem Bibelspruch „Schwerter zu Pflugscharen“. Mit dieser Grafik protestierte die Kirche gegen die Atomraketenpläne in Ost und West und gegen den Wehrkundeunterricht an DDR-Schulen.

Zuerst erschien das Bild auf Lesezeichen, dann auf Stoffaufnähern, die in den Gemeinden verteilt wurden. Etwa 100.000 Exemplare gab es. Vor allem Jugendliche trugen Sanders Grafik an Jacken oder Taschen.

Anfangs tolerierte die DDR-Führung das Symbol. Erstens war die Herstellung laut Gesetz legal, da das Bild auf Stoff und nicht auf Papier gedruckt wurde. Zweitens orientierte sich die Darstellung des „Schwerter zu Pflugscharen“-Schmiedes an einem Sowjet-Kunstwerk – an der Plastik des Bildhauers Jewgenij Wutschetisch, die die Sowjetunion 1959 der UNO schenkte. Das Denkmal war auch im Jugendweihe-Buch der DDR abgebildet.

Als der Aufnäher bekannter (und zum Symbol der Opposition) wurde, griff die Staatsmacht durch. Bei Polizeikontrollen mussten Träger den Aufnäher sofort abtrennen oder aufs Revier mitkommen, dort ihre Jacke abgeben. Jugendliche wurden wegen des Symbols von der Schule verwiesen. Auch Sander bekam Besuch von der Stasi, der aber ohne Folgen blieb. 2013 erhielt der Maler für sein Logo den Brandenburger Verdienstorden.

– Quelle: https://www.berliner-kurier.de/29464402 ©2018

Herbert Sander gestorben – Schöpfer der Grafik “Schwerter zu Pflugscharen”

Dlf24 vom 10. Januar 2018

Der Brandenburger Künstler Herbert Sander, zu DDR-Zeiten Schöpfer der Grafik “Schwerter zur Pflugscharen”, ist im Alter von 79 Jahren gestorben.

Damals habe er den Nerv der Zeit getroffen und als Künstler Position bezogen, würdigte Brandenburgs Ministerpräsident Woidke Sanders Werk. Er habe der Friedenssehnsucht Hunderttausender eine Plattform gegeben, die der Militarisierung der DDR skeptisch gegenüber standen.

Sander, der im thüringischen Nordhausen geboren wurde, schuf die Grafik nach der weltberühmten Plastik, die die Sowjetunion 1959 den Vereinten Nationen geschenkt hatte. Als Aufnäher wurde sie in den 1980er Jahren Symbol der DDR-Friedensbewegung. Nach der Wende erarbeitete Sander die erste künstlerische Dokumentation von mehr als 60 jüdischen Friedhöfen im Land. Sander starb – wie erst jetzt bekannt wurde – bereits am 4. Januar.

Diese Nachricht wurde am 10.01.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

– Quelle: www.deutschlandfunk.de/brandenburg-herbert-sander-gestorben-schoepfer-der-grafik.1939.de.html?drn:news_id=837521

Erfinder des “Schwerter zu Pflugscharen”-Friedensemblems gestorben

Stahnsdorf (epd). Der Erfinder des Emblems “Schwerter zu Pflugscharen” der Friedensbewegung der DDR, der Künstler Herbert Sander, ist mit 79 Jahren gestorben. Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) würdigte den Grafiker aus Stahnsdorf als Menschen, der “Position bezogen und damit der Friedenssehnsucht Hunderttausender eine Plattform gegeben” habe, “die der Militarisierung der DDR skeptisch gegenüberstanden”. Sander habe mit dem Aufnäher “den Nerv der Zeit getroffen”, erklärte Woidke am Mittwoch in Potsdam. Der 1938 in Nordhausen geborene Künstler starb nach Angaben des Heimatvereins Kleinmachnow am 3. Januar.

Sander habe in den 80er Jahren im Auftrag der Kirche auf dem Höhepunkt der Rüstungskonfrontation zwischen Ost und West ein “bleibendes Symbol der Friedensbewegung geschaffen”, betonte Woidke. Das Symbol sei zudem überaus klug ausgewählt gewesen, weil es sich auf ein Kunstwerk bezogen habe, das die Sowjetunion 1959 den Vereinten Nationen geschenkt habe und “gegen das die DDR-Führung nicht Front machen konnte”.

Der Künstler, der nach einem Studium der Grafik und Malerei bis 1965 im Defa-Spielfilmstudio tätig war, habe sich auch anderweitig politisch engagiert, betonte Woidke. So habe er 1989 das oppositionelle Neue Forum in Kleinmachnow mitbegründet und sei Spuren jüdischen Lebens in Brandenburg nachgegangen. Über sein berühmtestes Werk hinaus habe Sander eine Vielzahl von Kunstwerken geschaffen, die seine Liebe zur Natur und zu den Menschen ausdrückten. Für die evangelische Auferstehungsgemeinde in Kleinmachnow hat er ein Kirchenfenster gestaltet. Der Künstler wurde 2014 mit dem Verdienstorden des Landes Brandenburg ausgezeichnet.

Streit! – Klar positionieren und die demokratische Kultur fördern

Impulstext von Jan Gildemeister (AGDF), unter Beteiligung des Vorstandes der AGDF

Viele sind erschrocken über die Entwicklungen in den letzten Jahren: In der öffentlichen politischen Debatte und im Internet werden Menschen verunglimpft. Wer sich für Geflüchtete und Migrant/innen einsetzt, wird verunglimpft, manchmal auch persönlich bedroht. Es werden Lügen verbreitet und gut recherchierende Medien als “Lügenpresse” beschimpft. Rechtsradikale und Islamisten schrecken nicht vor Anschlägen gegen Menschen zurück. Kurz: Die Würde und Unverletzbarkeit von Menschen, von bestimmten Menschengruppen, wird offen in Frage gestellt. Dies geht an den Kern unserer Demokratie.

(Nicht nur) Christinnen und Christen sollten angesichts dieser Situation dem Ruf des Propheten Jeremia folgen, Recht und Gerechtigkeit zu schaffen (vgl. die biblische Bezugsstelle zum Motto: Jeremia 22,1-5). Es gilt klar Position zu beziehen, Partei zu ergreifen für die Opfer, die Schwächeren und die Menschenrechte. Und zugleich sollten wir uns fragen, was wir selbst dazu beitragen, dass Rechtspopulismus und Gewalt solchen Einfluss in Deutschland gewinnen konnten: Wann haben wir geschwiegen, wenn andere zu Unrecht beschimpft, herabgewürdigt wurden? Wann haben wir denen die öffentliche “Bühne” überlassen, die zu Gewalt gegenüber Fremden auffordern? Wann haben wir weggeschaut, wenn das Asylrecht erneut verschärft oder der militärische Schutz der EU-Außengrenzen verstärkt wurde?

Das Motto der diesjährigen Ökumenischen FriedensDekade “Streit!” fordert auf, meinungsbildend in die öffentliche Debatte einzugreifen. Es gilt – in Nachfolge Jesus Christus -, sich klar und offensiv vor bzw. auf die Seite der Schwachen zu stellen, Unrecht anzuprangern, Lügen aufzudecken und gegen den Abbau von Menschenrechten in Deutschland zu protestieren. .

Zugleich stehen wir vor der großen Herausforderung, in unserer Gesellschaft Gräben zu überwinden, Bedingungen für eine demokratische Streitkultur zu schaffen, die niemanden abhängt und ausgrenzt, und bei der es um eine konstruktive Lösung der vor uns stehenden Probleme geht. Notwendig ist eine inklusive, demokratische, gewaltfreie Debattenkultur, in der alle Meinungen ernst genommen werden, solange sie nicht den Diskurs dazu instrumentalisieren, Menschenfeindliche Positionen zu verbreiten und die Demokratie zu schwächen. Hierzu passt die zweite biblische Bezugsstelle zum Motto, die Ermutigung Jesu an seine Freundinnen und Freunde: „Wer bei Euch groß sein will, der soll euer Diener sein.“ (siehe die biblische Bezugsstelle zum Motto: Matthäus 20, 20 – 28).

Die Überwindung von Gräbern durch eine demokratische Streitkultur ist umso schwieriger, weil wir in “Parallelgesellschaften” leben, die kaum miteinander im Dialog sind. Hinzu kommt, dass die Informationsbeschaffung immer differenzierter und schwieriger wird: Qualitätsjournalismus leidet unter Einsparungen und wird von Teilen der Bevölkerung diffamiert und Nachrichten im Internet werden i.d.R. nicht überprüft, erweisen sich häufig als “Fake-news”. Die letzte Wahl in den USA zeigt, dass sich angesichts der Transparenz auch Personen-bezogener Daten, die bspw. durch Recherchen im Internet erschlossen werden können, ein Wahlerfolg auch  gezielt beeinflusst werden kann. Wie sollen politische Debatten geführt werden, wenn Positionen auf “post-faktischen” Behauptungen fußen? Hinzu kommt, dass laut einer Emnid Umfrage im Auftrag von “chrismon”, 29% der Deutschen nach eigener Angabe in der Politik nichts versteht.

Es gibt aber auch genügend objektive Gründe, warum Menschen mit der aktuellen Politik nicht zufrieden sein können: wachsende Ungerechtigkeit. vernachlässigte Zukunftsprobleme wie der Klimawandel, eine Macht- und egoistische Interessenpolitik, immer mehr Geld für Rüstung und Militäreinsätze, eine Handels- und Finanzpolitik, die Fluchtursachen anheizt, statt sie zu bekämpfen …. Auch hier sind wir angewiesen, auf eine breite gesellschaftspolitische Suche nach (neuen) Lösungswegen, brauchen Fantasie und wohl auch neue Argumente und Begriffe.

Worauf kommt es also in Zukunft an: Wer angesichts der gesellschaftlichen Lage weg- oder zuschaut, macht sich auch schuldig. Das Motto der Friedensdekade 2017 fordert heraus, nicht passiv zu sein, sondern für Demokratie und Menschenwürde konstruktiv, entschieden und gewaltfrei zu streiten. Wir müssen unsere Argumente verständlich vermitteln, ohne die Komplexität der Realität zu vernachlässigen und unzulässig zu vereinfachen. Die Bedenken und Ängste von Menschen müssen ernst genommen werden. Wir brauchen eine kreative Lösungssuche für die existierenden gesellschaftspolitischen Probleme. Die Friedensbildungsarbeit muss massiv ausgebaut und auf eine breitere Basis gestellt werden. Die Bemühungen u.a. von AGDF-Mitgliedsorganisationen, Methoden in Ziviler Konfliktbearbeitung verstärkt in Deutschland an Orten einzusetzen, wo sich Konflikte abzeichnen oder bereits virulent sind, brauchen staatliche und auch kirchliche Unterstützung. Und schließlich brauchen wir mehr persönliche Begegnungen, sei es durch Internationale Freiwilligendienste, Workcamps, Jugendbegegnungen oder schlicht im Alltag. Erzählungen von Menschen mit anderem kulturellen und religiösen Hintergrund fördern, dass wir beispielsweise Geflüchtete nicht als Zahl, sondern als Menschen wahrnehmen und ihnen gegenüber barmherzig werden. Damit dies gelingt, bedarf es breiter Kooperationen, auch mit Organisationen, die nicht die Mehrheitsgesellschaft repräsentieren wie Selbstorganisationen von “schwarzen Deutschen”, Migrant/innen und derjenigen, die zu uns Geflüchtet sind.

Jan Gildemeister ist Geschäftsführer der AGDF

(Der Impulstext wird veröffentlicht in: Handreichung für Kirchengemeinden zu Friedensdekade 2017 der AGDF

Gerechter Frieden – Ein Impuls von Wiltrud Rösch-Metzler, pax christi

Nach Ansicht der katholischen Friedensbewegung pax christi ist im Vatikan derzeit ein Kurswechsel zu erkennen: Gewaltfreiheit soll wieder einen zentralen Stellenwert erhalten, die Lehre vom gerechten Krieg überwunden und gewaltfreie Praktiken zum Schutz von bedrohten Menschen gefördert werden. Dies betont die pax christi-Bundesvorsitzende Wiltrud Rösch-Metzler in einem Impuls der evangelischen Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) zum Reformationsjubiläum.

So sei pax christi erstmals gemeinsam mit dem Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden Veranstalter einer Konferenz „Gewaltfreiheit und Gerechter Frieden“ im vergangenen Jahr in Rom gewesen, wobei diese Einladung für die katholische Friedensbewegung überraschend gewesen sei, wie Wiltrud Rösch-Metzler einräumt. Ebenso sei erkennbar, dass der Vatikan, anders als über Jahrhunderte hinweg, wo es immer wieder Versuche gab, gerechtfertigte von nicht gerechtfertigten Kriegen zu unterscheiden, nun immer öfter deutlich mache, dass kein Krieg zu rechtfertigen sei.

Den vollständigen Text von Wiltrud Rösch-Metzler, Präsidentin von pax christi Deutschland, können Sie hier nachlesen.

Thesenanschlag im Ghetto – Ein Impuls von Dr. Vincenzo Petracca

Elvis´ Song ist im Pophimmel, Martin Luther King zum amerikanischen Nationalheiligen
verklärt worden, aber die Reise zu einer gerechten und friedlichen Welt ist keineswegs zu Ende. Welche 48 Thesen sollte man heute in einer sozial gespaltenen und militärisch hochgerüsteten Welt anschlagen?

Ein Impuls von Dr. Vincenzo Petracca, Pfarrer der Heidelberger Altstadtgemeinde Heiliggeist-Providenz

Unterschriften gegen Kleinwaffen übergeben

4.157 Unterschriften über die FriedensDekade gesammelt

Paul Russmann von Ohne Rüstung Leben und Sprecher der „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!“ übernimmt die Unterschriften der Ökumenischen FriedensDekade von Wiltrud Rösch-Metzler, Redakteurin der Materialien der FriedensDekade.

 

14.02.2017. Die Ökumenische FriedensDekade hat im Jahr 2016 insgesamt 4.157 Unterschriften gegen den Export von Kleinwaffen und Munition gesammelt. Zusammen mit zahlreichen weiteren Unterschriften werden diese in den nächsten Wochen an einen Vertreter der Bundesregierung übergeben.

Von Ampfing bis Zittau und von Coswig bis Breisach hatten sich Friedensgruppen und Kirchengemeinden vom  6.-16. November 2016 an der Unterschriftensammlung beteiligt. Kleinwaffen sind weltweit für mehr Tote, Verletzte und Flüchtlinge verantwortlich als jede andere Waffenart. Die in Genf herausgegebene Studie Small Arms Survey schätzt, dass Jahr für Jahr mindestens eine halbe Million Menschen durch Kleinwaffen zu Tode kommen. Rund zwölf Prozent davon sterben in militärischen Konflikten; der weit überwiegende Teil wird jedoch Opfer staatlicher Verfolgung unter Einsatz von Kleinwaffen oder von Straftaten – z.B. bei Überfällen, Amokläufen oder häuslicher Gewalt.

Deutschland zählt mit den USA und Italien weltweit zu den größten Exporteuren von Kleinwaffen. Abnehmer außerhalb der Europäischen Union und der NATO finden sich im Mittleren Osten (z.B. Katar, Kuwait, Saudi-Arabien), in Südasien (z.B. Indien, Indonesien, Malaysia) und in Südamerika (z.B. Brasilien, Chile).

(von Wiltrud Roesch-Metzler)

Friedensgebet von Bärbel Wartenberg-Potter (Impuls im August 2016)

Am 18.09.2010, anlässlich der Feierlichkeiten zum 30-jährigen Bestehen der Ökumenischen FriedensDekade im Augustinerkloster in Erfurt, beendete Frau Bärbel Wartenberg-Potter (Bischöfin em. Lübeck) ihre damalige Ansprache mit folgendem Gebet:

Mit Franz von Assisi beten wir heute:

Gott, mache mich zum Werkzeug deines Friedens
Dass ich besser lerne  was dem Frieden dient
dass ich mutig bin – wo der Stammtisch spricht
dass ich einfach lebe – wo Verschwendung herrscht
dass ich Demut lerne – ein Geschöpf mit allen
dass ich mich entrüste – wo das Leben leidet.

Gott, mache mich zum Werkzeug deines Friedens
Dass ich demütig bezeuge – nicht im Mittelpunkt,
nicht Hauptsache, Herrscher und Verfüger
im Universum zu sein.
Dass ich DICH, Gott, ehre, verstehe, in mir leben lasse
DU BIST DA befähigend, schaffend, stärkend
Quelle des Lebens
Dass ich Tiere, Pflanzen, Elemente
als deine Boten, als dein Gewand zu sehen lerne.
Gott, mache micht zum Werkzeug deines Friedens,
Frieden auf Erden und Frieden mit der Erde.

Spuren von und zu Kriegen in Deutschland Impuls von Jan Gildemeister (April 2016)

Gedanken von Jan Gildemeister, Vorsitzender des Ökumenische FriedensDekade e. V. und Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF), eine der Trägerorganisation der Ökumenischen FriedensDekade, zum diesjährigen Jahresmotto “KRIEGSSPUREN”. In seinem Artikel zeigt Gildemeister Spuren von und zu Kriegen in Deutschland auf.

“Kriegerische Gewalt hinterlässt Spuren – beispielsweise an Gegenständen, wie es auf dem Motiv zur Ökumenischen FriedensDekade 2016 zu sehen ist: Historische Stätten werden ebenso zerstört wie Wohn- und Krankenhäuser oder die Infrastruktur eines Landes. Auch die Natur wird in Mitleidenschaft gezogen. Erschreckender sind aber noch die Spuren bei Menschen, die in Kriegsregionen in Syrien, Libyen, Sudan, Mali oder Afghanistan überleben: Es sind vor allem Zivilistinnen und Zivilisten, die Angehörige und Freunde verlieren, selber verletzt werden und/oder Traumata erleiden.” …

Den vollstänidgen Artikel finden Sie hier zum Download: Spuren von und zu Kriegen

PSALM 126 anno Domini 2016 (Impuls von Gerhard Bemm Oktober 2016)

PSALM 126 anno Domini 2016

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Wann werden wir sein

wie die Träumenden

und unser Mund voll Lachen?

 

Wenn wir die Angst überwinden,

mit der wir uns trennten

von den Menschen nebenan?

 

Wann werden wir sein

wie die Jubelnden

und unser Herz voll Freude?

 

Wenn wir den Neid überwinden,

mit dem wir uns trennten

von den Menschen nebenan?

 

Wann werden wir sein

wie die Siegenden

und unser Sinn voll Dank?

 

Wenn wir den Hass überwinden,

mit dem wir uns trennten

von den Menschen nebenan?

 

Dann werden wir sein

wie die Träumenden,

wenn wir nicht warten

auf den Beginn nebenan.

 

Gerhard Bemm

1989

 

Abschlussrede Ostermarsch Frankfurt Impuls von Wiltrud Rösch-Metzler (März 2016)

Rede von Wiltrud Rösch-Metzler, Bundesvorsitzende von pax christi Deutschland, auf der Abschlusskundgebung des Ostermarsches am 28.03.2016 in Frankfurt/M.

“Wir stehen vor einer neuen Aufrüstungswelle. Das Kabinett will den Militärhaushalt 2017 um knapp 7% erhöhen!  Deutschland gibt in diesem Jahr 36 Milliarden Euro fürs Militär aus. Wir können unser Geld doch vernünftiger ausgeben, Flüchtlinge aufnehmen und integrieren, Schulen, Wohnungen und Infrastruktur verbessern, und weltweit zivile Strukturen und eine gerechte Wirtschaft unterstützen. Das ist doch in unserem Interesse! Ähnlich wie bei der Aufnahme der Flüchtlinge, die Menschen auf der ganzen Welt als humane Geste verstehen und gut finden, würde Deutschland damit ein Zeichen setzen für Verantwortung in der Welt.”

Den vollstänidgen Artikel können Sie hier Rede_Ostermarschabschluss_Frankfurter Römerberg nachlesen.

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