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5. November 2026

„Couragiert widerständig im Alltag“ Impuls der Friedensbotin Friederike F. Spengler

Impuls der Friedensbotin 2026

Couragiert widerständig im Alltag

Ein geistlicher und persönlicher Impuls von Regionalbischöfin Dr. Friederike F. Spengler zum Motto der Ökumenischen FriedensDekade 2026.

Friedensbotin 2026

Regionalbischöfin Dr. Friederike F. Spengler

Als Regionalbischöfin des Propstsprengels Erfurt begleitet Dr. Friederike F. Spengler die Ökumenische FriedensDekade 2026. Über die gesamte Aktionszeit hinweg hat sie eine Vielzahl an bewegenden Predigten, geistlichen Impulsen und Dialogbeiträgen bereitgestellt, die in Gemeinden und Gruppen genutzt werden können.

Ausführliches Porträt der Friedensbotin & alle Impulse entdecken →

Der Verweigerung die Hand reichen

Couragiert widerständig. So wie der Schlosser im Hafen von Hamburg. Ob er August Landmesser oder Gustav Wegert hieß, weiß man heute nicht mehr so genau. Als am 13.06.1936 das Schulsegelschiff „Horst Wessel“ vom Stapel gelassen wurde, streckten Hunderte auf Kommando den rechten Arm nach oben. Alle. Bis auf Landmesser oder Wegert.

Ein Foto von diesem Moment liegt auf meinem Schreibtisch: Ein Meer von deutsch-national-grüßenden und dieser Eine, der den Gruß verweigert. Ich stelle mir vor, wie er darauf angesprochen wurde. Wie er sich dazu erklärte. Wie er aussprach, was nur hinter vorgehaltener Hand gesagt werden konnte. Und vielleicht durch dieses, sein Bekenntnis, andere zum Nachdenken brachte.

Eine Kerze gegen Kriegspropaganda

Couragiert widerständig. So wie die namenlose junge Frau, die am 13. Februar 1982 an der Ruine der Dresdner Frauenkirche eine Kerze aufstellt. Sie steht für viele hundert junge Leute, die bereits am Bahnhof abgefangen wurden, teilweise aber doch noch bis in die Innenstadt kamen, um sich in Erinnerung vor der Kriegsruine für Frieden einzusetzen.

Drei Jahre lang war ich selbst hier dabei. Eine Kerze in der Hand und ein gemeinsames Lied auf den Lippen: Und die Front aus Staatsschützern und Kriegspropagandisten war machtlos angesichts einer gewaltlosen Geste. Fernando Sánchez Castillo hat der Bewegung ein Denkmal gesetzt: Für eine Kunstinstallation in der Unterkirche der Frauenkirche gestaltete er 5000 kleine, weiße Frauenfiguren. „Unerhört leise“, so der Titel, wie damals der Protest. Geboren aus den „Dresdner Friedensforen“, die gegen alle staatlichen Verhinderungsversuche den Willen zum „Frieden schaffen ohne Waffen“ einer ganzen Generation friedensbewegter Jugendlicher ins Herz schrieben.

Versöhnung statt Rache

Couragiert widerständig. So wie der Israeli Maoz Inon und Aziz Abu Sarah, Palästinenser, die gemeinsam Frieden suchen und leben. Die Eltern von Maoz Inon wurden von Hamas-Terroristen ermordet, der Bruder von Abu Sarah starb in einem israelischen Gefängnis nach fürchterlicher Folter.

Sie suchen nach Möglichkeiten, ein Leben aller gemeinsam in Israel zu ermöglichen. Dabei mussten beide Männer ihren Hass auf den jeweils anderen überwinden und auf Rache verzichten. Als beide ihre Geschichte und die Vision des Friedens für ganz Israel Papst Franziskus erzählen durften, unterbrach er seine Ansprache aus Respekt vor deren Courage. Ihr Buch „Die Zukunft ist Frieden“ erscheint dieser Tage auf Deutsch.

Haltung zeigen im Alltag

Couragiert widerständig. So wie die Mutter, die über einen großen Platz inmitten einer Stadt mitten in Deutschland spazieren geht. Unerwartet bietet sich ihr und den drei Kindern ein Bild, das sie nur langsam einordnen kann: Die Bundeswehr hat einen ganzen Messe-Markt aufgebaut: Infostände, Werbefilme, Aktionen. Ein Event. In der Mitte steht ein Panzer neben anderen Militärfahrzeugen.

„Und, möchtest du mal in den Panzer hineinkrabbeln?“, fragt ein freundlicher Soldat eines der Kinder. Der Kleine weiß nicht so recht, seine Mutter schon. „Nein!“, sagt sie. „Ich bin in einer Familie von Reinhard Mey-Fans aufgewachsen. Und deshalb sage ich Ihnen gleich: ‚Nein, meine Söhne geb‘ ich nicht.‘“ Der junge Soldat ist irritiert, schaut die Familie ratlos an. Da aber spricht die Frau schon weiter: „Grüßen Sie bitte Ihre Mutter unbekannterweise von mir. Ich denke, weder Sie noch ich haben unsere Kinder geboren, damit sie Kinder anderer Mütter töten. Schönen Tag noch!“

Was bedeutet das für uns?

Couragiert widerständig… halten wir keine Sonntagsreden, sondern handeln im Alltag.

Couragiert widerständig… lassen wir uns von der Friedensbotschaft Jesu auffordern, ihm und nicht den Rüstungsplänen und Sicherheitsbeteuerungen zu trauen.

Couragiert widerständig… gehen wir den schmalen Weg, auch wenn der breite über die Höhen sonnig lockt.

Couragiert widerständig… stellen wir der vielbeschworenen „Zeitenwende“ die einzig Wahre entgegen: die Geburt des Friedenskönigs in Bethlehem.

Couragiert widerständig… pflanzen wir heute unser Apfelbäumchen, auch wenn der Weltuntergang schon in allen Zeitungen stünde.

Couragiert widerständig… malen wir mit den Kindern Friedensbilder, damit die des Krieges auf dem Schrott landen.

Couragiert widerständig… sind wir als Kirchen „Kirche für andere“.

Couragiert widerständig… bist DU!

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Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Impuls & zur Friedensbotin

Wer ist die Friedensbotin der Ökumenischen FriedensDekade 2026?

Friedensbotin für das Jahr 2026 ist Dr. Friederike F. Spengler, Regionalbischöfin des Propstsprengels Erfurt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Ein ausführliches Lebensporträt finden Sie in unserem Porträtbeitrag über Dr. Friederike F. Spengler.

Darf dieser Impulstext in Gemeindebriefen oder Andachten abgedruckt werden?

Ja, der Impulstext steht Kirchengemeinden, Initiativen, Schulen und Gruppen zur redaktionellen Nutzung im Rahmen der FriedensDekade kostenfrei zur Verfügung. Ausführliche Druckversionen und komplette Predigtentwürfe erhalten Sie im geschützten Mitgliederbereich.

Wo finde ich weitere Predigten und Dialogbeiträge von Dr. Spengler?

Über die gesamte Aktionszeit hinweg stellt Regionalbischöfin Dr. Spengler verschiedene Impulse, Gottesdienstbausteine und Dialogbeiträge bereit. Eine Übersicht aller Texte sowie ihren Eröffnungsgottesdienst finden Sie direkt auf ihrer Porträtseite.

Wann und wo predigt die Friedensbotin während der Dekade?

Dr. Friederike F. Spengler hält unter anderem die Predigt im zentralen Eröffnungsgottesdienst am Sonntag, 8. November 2026, um 11:00 Uhr in der Frauenkirche Dresden. Weitere Veranstaltungstermine entnehmen Sie bitte unserem bundesweiten Aktionskalender.

Wie kann das Motto „couragiert widerständig“ praktisch umgesetzt werden?

Das Motto lädt dazu ein, im Alltag Zivilcourage zu zeigen: durch friedensfördernde Gesten, das Aufstellen einer Friedenskerze, persönliche Friedensgespräche oder die Teilnahme an Gottesdiensten und Friedensgebeten vor Ort.

Wann findet die Ökumenische FriedensDekade 2026 statt?

Die 46. Ökumenische FriedensDekade findet bundesweit vom 8. bis 18. November 2026 (in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag) statt.

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