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Schlagwort: Widerstand

“Mutig und widerständig – ein Bläsersatz, der verbindet” – Das Lied zur FriedensDekade 2026

Couragiert widerständig trifft Bella Ciao

Reinhard Gramm gelingt mit seinem neuen Arrangement zum Mottolied „Couragiert widerständig“ ein besonderer Brückenschlag: Er verwebt das Friedenslied der Ökumenischen FriedensDekade 2026 mit dem weltbekannten Motiv von „Bella Ciao“ – einem Lied, das seit jeher für Widerstand, Hoffnung und den unerschrockenen Kampf gegen Unterdrückung steht. Diese musikalische Verbindung ist kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung, die tiefe thematische Parallelen aufzeigt.

Das Motto der diesjährigen FriedensDekade fordert dazu auf, sich mutig für Frieden und Gerechtigkeit einzusetzen – auch gegen gesellschaftliche Gegenwinde. Der Textdichter Lothar Veit, bekannt für seine lyrische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen und der Komponist Fritz Baltruweit, einer der prägendsten Singer-Songwriter der christlichen Musikszene, haben das Lied in der Form einer eindringlichen Ballade vertont. Ihre Zusammenarbeit verbindet poetische Tiefe mit eingängiger Melodik und schafft so einen Rahmen, der zum Nachdenken und aktiven Mitmachen einlädt.

Reinhard Gramm, Landesposaunenwart der Hannoverschen Landeskirche und selbst ein erfahrener Komponist und Arrangeur, setzt mit seinem Bläsersatz und dem Vorspiel, das Motive von „Bella Ciao“ aufgreift, eine zusätzliche Dimension hinzu: Er erinnert daran, dass Widerstand nicht nur eine lokale, sondern eine globale Tradition hat. „Bella Ciao“ steht wie kaum ein anderes Lied für den ungebrochenen Geist des Protests, ob in historischen Kämpfen oder heutigen Bewegungen für Freiheit und Menschenwürde.

 

Musik, die zum Handeln auffordert

Gramm verbindet damit zwei Lieder, zwei Epochen und zwei Botschaften zu einem kraftvollen Ganzen. Sein Arrangement unterstreicht, dass Widerstand und Mut keine isolierten Taten sind, sondern Teil einer langen, gemeinsamen Geschichte. Für die FriedensDekade wird so aus einem Lied nicht nur ein musikalischer, sondern auch ein inhaltlicher Aufruf: Couragiert widerständig zu sein, heißt auch, sich dieser Tradition bewusst zu sein – und sie aktiv weiterzutragen.

In einer Zeit, in der Frieden und Gerechtigkeit immer wieder herausgefordert werden, ist diese Verbindung mehr als nur künstlerische Freiheit. Sie ist eine Einladung, die eigene Haltung zu reflektieren und sich der Verantwortung zu stellen, die mit dem Motto der Dekade einhergeht. Reinhard Gramm gelingt es damit, Musik nicht nur zu arrangieren, sondern sie zu einem Statement zu machen – eines, das zum Handeln auffordert.

Miterleben, Gestalten, Vernetzen: Bleiben Sie couragiert widerständig

Frieden braucht Menschen, die ihn tragen, und Orte, an denen er gelernt und gelebt wird. Ob in der eigenen Kirchengemeinde, in der Schule oder in der Nachbarschaft: Setzen auch Sie im Jahr 2026 ein Zeichen. Von unserer Seite aus liegen alle Vorbereitungen vor – Sie können vor Ort direkt in die Planung starten!

  • Exklusive Inhalte im Mitgliederbereich: Weiterführende Materialien, Arbeits- und Druckvorlagen sowie ungekürzte Langversionen der Onlineredaktion stehen für Ihre Gemeindearbeit, Friedensgebete und Gruppentreffen direkt im neuen Mitgliederbereich für Sie bereit.

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FAQ:

Wer hat das Lied „Couragiert widerständig“ zur FriedensDekade 2026 geschrieben?

Der Text des Mottolieds stammt von Lothar Veit, die Musik wurde von Fritz Baltruweit komponiert. Es ist als eindringliche Ballade angelegt, die zum Nachdenken und Handeln aufruft.

Warum verwendet der neue Bläsersatz Motive von „Bella Ciao“?

Der Bläsersatz von Landesposaunenwart Reinhard Gramm verwebt das Mottolied bewusst mit dem Motiv von „Bella Ciao“. Er verbindet damit das Thema der FriedensDekade mit der weltweiten Tradition des gewaltfreien Widerstands und des Protests für Freiheit und Menschenwürde.

Wo kann man die Noten und den Bläsersatz zum Mottolied herunterladen?

Das Arrangement von Reinhard Gramm für Posaunenchöre und Bläsergruppen steht direkt auf der Website der Ökumenischen FriedensDekade als kostenfreier Download zur Verfügung.

Wo gibt es weitere Arbeitsmaterialien zur FriedensDekade 2026?

Gedruckte Hefte, Plakate und Aktionsmedien können im Online-Shop der FriedensDekade bestellt werden. Zusätzliche digitale Vorlagen und Vertiefungstexte stehen im neuen Mitgliederbereich zum Download bereit.

Neue Ausstellung der Ökumenischen FriedensDekade: „Frauen des Friedens“ geht nach erfolgreicher Startphase in Produktion

Bonn/Berlin, 19.08.2026 – Die Ökumenische FriedensDekade veröffentlicht im Vorfeld der diesjährigen FriedensDekade das neue dezentrale Ausstellungs-Set „Frauen des Friedens“. Bereits am ersten Tag nach der Ankündigung wurde das gesteckte Mindestziel an Vorbestellungen erreicht. Damit steht fest: Das Projekt wird realisiert und im Herbst bundesweit an zahlreichen Orten zu sehen sein.

Seit über 45 Jahren steht die Ökumenische FriedensDekade für Gerechtigkeit, gerechten Frieden und die Bewahrung der Schöpfung. Angesichts der weltweiten Herausforderungen setzt die neue Plakatreihe ein Zeichen für ziviles Engagement und stellt das Wirken herausragender Friedensstifterinnen in den Mittelpunkt.

„Dass bereits innerhalb von zehn Stunden genügend Vorbestellungen eingegangen sind, zeigt das große Interesse in den Gemeinden an konkreten Beispielen für gewaltfreien Widerstand“, erläutert Lars Blume, Initiator des Ausstellungs-Konzepts. „Durch den frühen Rücklauf können wir direkt in die finale Gestaltung und redaktionelle Ausarbeitung einsteigen.“

15 Plakattafeln mit multimedialem Zugang

Die zeitlos angelegte Ausstellung porträtiert auf 15 Tafeln zwölf prägende Persönlichkeiten aus verschiedenen Epochen und Kontinenten; darunter Bertha von Suttner, Sophie Scholl, Wangari Maathai, Malala Yousafzai und Leymah Gbowee.

Um den Aufwand vor Ort gering zu halten, setzt das Projekt auf eine digitale Drucklizenz: Ausstellende laden die Vorlagen herunter und lassen sie direkt vor Ort drucken. Ergänzt werden die visuellen Porträts (Gestaltung: Karla Ritter) durch Kurzvideos (Reels) via QR-Code, eine pädagogische Handreichung sowie eine Vorlage zur Einbindung regionaler Friedensstifterinnen aus der eigenen Gemeindegeschichte.

Der vergünstigte Presale-Preis von 42,00 Euro für die digitale Drucklizenz gilt auf friedensdekade.de/shop weiterhin bis zum 6. September 2026 (danach 49,00 Euro).

Spende ermöglicht Freilizenzen und Druckkostenzuschüsse 

Zusätzlich erhielt das Projekt eine Großspende. Diese Mittel werden gezielt eingesetzt, um finanziell schwächer aufgestellten Einrichtungen, Schulen, Jugendgruppen oder kleinen Gemeinden die Nutzung der Ausstellung zu ermöglichen. Interessierte Gruppen können sich ab sofort um eine geförderte Freilizenz oder einen Druckkostenzuschuss bewerben.

Interessierte Kirchengemeinden, Schulen und Initiativen finden alle Informationen sowie die Möglichkeit zur Bestellung unter: www.friedensdekade.de

Pressebild-Hinweis: Ein hochauflösendes Entwurfs- und Visualisierungsfoto der Ausstellung zur redaktionellen Nutzung steht unter www.friedensdekade.de/downloads zum Download bereit. Bildnachweis: Ökumenische FriedensDekade / KI-Visualisierung

 

Über die Ökumenische FriedensDekade Die Ökumenische FriedensDekade ist eine bundesweite Aktionszeit der Kirchen und Friedensinitiativen. Sie findet jedes Jahr in den zehn Tagen vor dem Buß- und Bettag im November statt und bringt seit 1980 Menschen unterschiedlicher Konfessionen im gemeinsamen Friedens-Engagement zusammen. Kirchengemeinden, Initiativen und Gruppen laden in dieser Zeit zu Gottesdiensten, Friedensgebeten, Veranstaltungen und Mitmach-Aktionen ein.

 

Pressekontakt:
Jan Gildemeister
Vorsitz Ökumenische FriedensDekade e.V./ AGDF
E-Mail: jan.gildemeister@friedensdekade.de
Tel.: 0228 / 24 999 -13

Starkes Zeichen vor Ort: Machen Sie „Frauen des Friedens“ zu Ihrer FriedensDekade Ausstellung 2026!

Von Bertha von Suttner bis Malala Yousafzai – Jetzt vorbestellen und die Veröffentlichung sichern.

In den Rückmeldungen zum Friedensbrief taucht seit Monaten ein Wunsch immer wieder auf: Könnte man die „Frauen des Friedens“ nicht als Ausstellung vor Ort zeigen? Nicht nur digital lesen, sondern im Gemeindehaus, in der Schule oder im Foyer davor stehen bleiben, ins Gespräch kommen und Haltung zeigen. Diese Idee stammt direkt aus Ihrer Leserschaft. Wir wollen sie gemeinsam umsetzen.

Ehrlich gesagt ist das ein Experiment: Wir gehen erst dann in die finale Gestaltung und Produktion, wenn wir wissen, dass die Idee getragen wird. Mit Ihrer Vorbestellung entscheiden Sie mit, ob es diese Ausstellung im November geben wird. Die Vorbestellung läuft getrennt von unseren übrigen Shop-Artikeln und erfolgt risikofrei auf Rechnung. Kommt bis Mitte September nicht die nötige Mindestanzahl zusammen, verfällt Ihre Bestellung automatisch. Es entstehen keinerlei Kosten. Erreichen wir das Ziel, geht die Ausstellung sofort in Produktion.

Wir wollen dieses Wagnis eingehen, aber dafür brauchen wir jetzt Ihre Vorbestellung!

Ob aus der Idee eine fertige Ausstellung wird, liegt in Ihren Händen. Wir bitten Sie daher: Bestellen Sie schon jetzt, um das Projekt überhaupt erst zu ermöglichen.

Die Bestellung läuft getrennt von unseren übrigen Shop-Artikeln und erfolgt völlig risikofrei auf Rechnung:

  1. Kein Risiko: Kommt bis Mitte September nicht die nötige Mindestanzahl zusammen, verfällt Ihre Bestellung automatisch. Es entstehen Ihnen keinerlei Kosten.

  2. Bei Erfolg: Erreichen wir das Ziel, geht die Ausstellung sofort in Produktion. Sie erhalten Ihre Drucklizenz sowie die pädagogische Handreichung rechtzeitig vor November.

Am einfachsten und schnellsten bestellen Sie die Ausstellung im Vorverkauf separat, ohne weitere Artikel im Warenkorb. So ist eine reibungslose Zuordnung für die spätere Rechnungsstellung garantiert.

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(Der Vorverkaufs-Rabatt von 42,00 € statt 59,00 € wird automatisch berücksichtigt. Sollte das Mindestziel nicht erreicht werden, stornieren wir die Bestellung kostenfrei.)

15 Tafeln, dezentral und flexibel als digitale Drucklizenz

Aus den zwölf Biografien entsteht ein flexibles Ausstellungs-Set als digitale Drucklizenz. Keine schweren Kisten, kein Logistikaufwand. Sie drucken die Plakate vor Ort, vom Gemeindedrucker in A3 bis zur lokalen Druckerei in A1. Die Druckkosten liegen erfahrungsgemäß bei ca. 50 bis 70 Euro für ein A1-Ganzset.

Das Set enthält neben Intro- und Outro-Tafel eine Vorlage für eine 13. Tafel, die Sie beliebig oft gestalten können: für Frauen aus Ihrer Region, Ihrer Kirchengemeinde oder Stadtgeschichte. Dazu eine pädagogische Handreichung mit Bausteinen für Gottesdienste, Schulstunden, Raum-Tipps und Pressemitteilungen.

Diese zwölf Frauen warten auf Ihren Einsatz

Pionierinnen brechen Tabus:
Bertha von Suttner (Österreich), Sophie Scholl (Deutschland), Petra Kelly (Deutschland)

Frieden ist unteilbar:
Wangari Maathai (Kenia), Leymah Gbowee (Liberia), Rigoberta Menchú Tum (Guatemala)

Standhaftigkeit im Alltag leben:
Rosa Parks (USA), Betty Williams (Nordirland), Bärbel Bohley (DDR)

Hoffnungskraft praktizieren:
Dorothy Day (USA), Dorothee Sölle (Deutschland), Malala Yousafzai (Pakistan)

Die Drucklizenz ist bis Anfang September zum Vorverkaufspreis von 42 Euro erhältlich, danach 49 Euro. Am einfachsten bestellen Sie die Ausstellung separat, ohne weitere Artikel im Warenkorb.

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Was Sie mit der Bestellung erhalten:
Eine dauerhafte digitale Nutzungslizenz für einen Standort inklusive 15 hochauflösender Druckvorlagen und pädagogischer Handreichung. Die Ausstellungstafeln selbst werden nicht mit der Lizenz geliefert, sondern von Ihnen vor Ort auf eigene Kosten gedruckt.

Rosa Parks – Die Frau, die sitzen blieb

Biographie einer Friedenspionierin

Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“

„People always say that I didn’t give up my seat because I was tired, but that isn’t true. No, the only tired I was, was tired of giving in.“ (Die Menschen sagen immer, ich habe meinen Sitzplatz nicht aufgegeben, weil ich müde war. Aber das stimmt nicht. Das Einzige, wessen ich müde war, war das Nachgeben.)

Rosa Parks (USA, 1913-2005) sprach aus bitterer Erfahrung. Montgomery, Alabama, 1. Dezember 1955. Nach einem langen Arbeitstag setzt sie sich in den Stadtbus. Als ein weißer Fahrgast keinen Platz findet, fordert der Fahrer sie auf aufzustehen. Rosa Parks bleibt sitzen. Sie wird verhaftet.

Was darauf folgt, verändert die Geschichte der Vereinigten Staaten. Aber Rosa Parks war weder erschöpft noch handelte sie spontan. Sie war eine geschulte Aktivistin, die genau wusste, was sie tat. Und sie war bereit, den Preis dafür zu zahlen.

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In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Im Mai zeigte uns Leymah Gbowee, dass Frieden von unten wächst. Im Juni zeigte uns Rigoberta Menchú Tum, dass Würde unteilbar ist. Rosa Parks verbindet beides: Sie zeigt, dass ziviler Ungehorsam keine Schwäche ist, sondern Ausdruck einer tiefen inneren Haltung.

Eine Frau, die schon lange widerstand

Rosa Louise McCauley wurde 1913 in Tuskegee, Alabama, geboren. Die sogenannten Jim-Crow-Gesetze regelten, wo Schwarze sitzen, essen, trinken und zur Schule gehen durften. Widerspruch konnte das Leben kosten.

Rosa Parks kannte diese Realität von Kindheit an. Sie heiratete Raymond Parks, Mitglied der NAACP, organisierte Wählerregistrierungen, dokumentierte Fälle rassistischer Gewalt. 1955 besuchte sie das Highlander Folk School in Tennessee, eine Bildungsstätte für gewaltfreien Widerstand. Was am 1. Dezember 1955 geschah, war kein Zufall. Es war der Moment, in dem eine Frau mit jahrzehntelanger Erfahrung sagte: Jetzt. Hier. Nicht mehr.

 

 

 

Spendenaufruf FriedensDekade 2026
Diese Serie ist dank Ihrer Spenden möglich

Der Abend, der eine Bewegung auslöste

Rosa Parks wurde verhaftet, angeklagt und zu einer Geldstrafe verurteilt. Noch in derselben Nacht druckte Jo Ann Robinson über 35.000 Flugblätter: Boykottiert die Busse. Fahrt am Montag nicht.

Am 5. Dezember 1955 blieben die Busse fast leer. Der Boykott, der einen Tag dauern sollte, dauerte 381 Tage. Die Gemeinschaft organisierte Fahrgemeinschaften, lief zu Fuß, trug die Einbußen gemeinsam. Am 13. November 1956 erklärte der Oberste Gerichtshof die Rassentrennung in Bussen für verfassungswidrig. Der Preis war hoch: Rosa Parks verlor ihre Arbeit, ihr Mann seine. Sie mussten Montgomery verlassen.

Ziviler Ungehorsam als Glaubenspraxis

Rosa Parks war tief in ihrer Kirchengemeinde verwurzelt. Die Schwarze Kirche in den Südstaaten war nicht nur Ort der Andacht, sondern Rückgrat der Bürgerrechtsbewegung. Für Rosa Parks war Widerstand gegen Ungerechtigkeit kein politisches Kalkül, sondern ein Gebot des Gewissens. Jeder Mensch ist Ebenbild Gottes. Jeder Mensch trägt unantastbare Würde. Ein Gesetz, das diese Würde verletzt, hat keine moralische Grundlage.

Das Jahresmotto der ökumenischen FriedensDekade 2026 erinnert an die hebräischen Hebammen Schifra und Pua (Exodus 1), die sich dem Tötungsbefehl des Pharaos widersetzten. Rosa Parks steht in genau dieser Tradition: Wenn das Gesetz die Würde von Menschen verletzt, ist Ungehorsam keine Rebellion, sondern Treue zu einer höheren Ordnung.

 

Fragen zur Reflexion:

Rosa Parks handelte nicht spontan, sondern aus jahrzehntelangem Engagement heraus. Welche innere Vorbereitung braucht es, um in einem entscheidenden Moment Haltung zu zeigen?

Der Busboykott funktionierte, weil eine ganze Gemeinschaft mitzog. Wo in Ihrer Umgebung gibt es Ansätze gemeinsamer Widerständigkeit, die Unterstützung brauchen?

Rosa Parks verstand Gleichwürdigkeit als biblisches Gebot. Welche Strukturen in Ihrer Umgebung verletzen die Würde von Menschen, ohne dass es als Unrecht wahrgenommen wird?

 

 

Gebet: Gott der Würde, danke für Menschen wie Rosa Parks, die nicht nachgaben. Gib uns Mut, für die Würde des Nächsten einzustehen, auch wenn es uns etwas kostet. Amen.

 


Couragiert widerständig, wie Rigoberta Menchú Tum.
Für eine Welt, in der die Würde aller Völker geachtet und die Schöpfung bewahrt wird.


Quellen und zum Weiterlesen:

Rigoberta Menchú / Elisabeth Burgos: „Ich heiße Rigoberta Menchú und so entstand mein Gewissen“ (1983)
Rigoberta Menchú: „Die Enkel der Maya. Das Überleben der indigenen Kulturen Guatemalas“ (1998)
Fundación Rigoberta Menchú Tum: www.menchutum.org

 

 

Rigoberta Menchú Tum – Stimme der Geächteten und Hüterin der Erde

Biographie einer Friedenspionierin

Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“

„Peace is not only the absence of war; as long as there is poverty, racism, discrimination and exclusion, we could hardly achieve a world of peace.“ (Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg; solange es Armut, Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung gibt, können wir schwerlich eine Welt des Friedens erreichen.)

Rigoberta Menchú Tum (Guatemala, geboren 1959) sprach aus bitterer Erfahrung. Ihr Vater starb 1980 beim Brand der spanischen Botschaft in Guatemala-Stadt, ihre Mutter und ihr Bruder wurden vom Militär ermordet. Das Schicksal ihrer Familie war kein Einzelschicksal. Es war das kollektive Trauma des Maya-K’iche‘-Volkes, das eine Militärdiktatur mit systematischer Gewalt verfolgte.

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In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Mit Wangari Maathai haben wir im April gezeigt, dass Schöpfungsbewahrung Friedensarbeit ist. Mit Leymah Gbowee im Mai, dass Frieden von unten wächst. Rigoberta Menchú Tum scließen wir den Schwerpunkt „Schöpfung & Gerechtigkeit Wer die Erde raubt, raubt auch das Leben.

Das Buch, das die Welt aufweckte

Im Exil in Mexiko erkannte Rigoberta Menchú: Das wirksamste Mittel des Unrechts ist das Schweigen der Weltöffentlichkeit. 1982 diktierte sie der Anthropologin Elisabeth Burgos ihre Lebensgeschichte. Das daraus entstandene Buch „Ich heiße Rigoberta Menchú und so entstand mein Gewissen“ gab dem namenlosen Sterben in den Bergen Guatemalas erstmals ein Gesicht.

Als indigene Frau, der die koloniale Gesellschaft jegliches Recht auf Sprache abgesprochen hatte, brach sie das Schweigen, das die Diktatur ihren Opfern auferlegt hatte. Jahre später stellte ein Anthropologe einzelne Angaben des Buches in Frage. Menchú räumte ein, Erlebnisse anderer in ihre eigene Erzählung eingewoben zu haben, um das kollektive Schicksal ihres Volkes sichtbar zu machen. Sie ließ sich davon nicht beirren. Die Massaker hatten stattgefunden. Die Erde war geraubt worden. Die Menschen waren tot.

Sie reiste von Land zu Land, sprach vor den Vereinten Nationen, organisierte den gewaltfreien Widerstand aus dem Exil. 1992, genau 500 Jahre nach der Ankunft von Christoph Kolumbus in Amerika, erhielt sie den Friedensnobelpreis.

 

 

Spendenaufruf FriedensDekade 2026
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Schöpfung als Lebensgrundlage

Für das Volk der Maya ist die Erde kein Spekulationsobjekt. Sie ist spirituelle Heimat und Lebensgrundlage. Der Raub des Landes durch Großgrundbesitzer war deshalb nicht nur wirtschaftliches Unrecht. Es war ein Angriff auf die Würde eines ganzen Volkes und auf die Schöpfung selbst.

Menchú zeigt: Umweltzerstörung, Rassismus und Gewalt sind eng verbunden. Wer den Boden ausbeutet, beutet auch die Menschen aus, die auf ihm leben. Diese Erkenntnis verbindet sich mit dem biblischen Auftrag aus Genesis 2,15: die Erde bebauen und bewahren, nicht ausbeuten und zerstören.

Inmitten von Verlust und Bedrohung bewahrte sie den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2. Timotheus 1,7). Sie verfiel nicht der Spirale der Gegengewalt, sondern setzte auf das Wort, auf das Recht, auf die Hoffnungskraft einer besseren Zukunft.

 

Was Rigoberta uns heute sagt

Weltweit werden Umweltaktivistinnen und Aktivisten sowie indigene Gemeinschaften bedroht, wenn sie sich der Ausbeutung der Natur entgegenstellen. Rigobertas Botschaft bleibt dringend: Frieden entsteht nicht durch militärische Absicherung allein. Frieden setzt Gerechtigkeit voraus, die Bewahrung der Schöpfung und den Respekt vor der Würde des Nächsten.

Ihr Leben fordert uns auf, das Schweigen zu brechen, wo Unrecht geschieht, und unseren eigenen Wohlstand zu hinterfragen.

Fragen zur Reflexion:

Rigoberta Menchú sieht den Frieden gefährdet, solange Armut, Diskriminierung und Umweltzerstörung existieren. Wo sehen Sie in Ihrem Alltag den Zusammenhang zwischen ökologischer Zerstörung und gesellschaftlichem Unfrieden?

Menchú brach das Schweigen über die Verbrechen in ihrem Heimatland unter Lebensgefahr. In welchen Bereichen Ihrer Gemeinde nehmen Sie ein lähmendes Schweigen wahr, das durch couragierten Widerstand gebrochen werden müsste?

Trotz des Verlusts ihrer engsten Angehörigen lehnte Menchú die Logik der Rache ab. Was gibt uns die Kraft, in Konflikten nicht mit Gegengewalt zu reagieren, sondern für das Recht einzutreten?

 

Gebet: Gott der Gerechtigkeit, danke für Menschen wie Rigoberta Menchú, die das Schweigen brachen und für die Würde ihres Volkes eintraten. Gib uns Mut, die Schöpfung zu bewahren und die Stimme zu erheben, wo Unrecht geschieht. Amen.

 


Couragiert widerständig, wie Rigoberta Menchú Tum.
Für eine Welt, in der die Würde aller Völker geachtet und die Schöpfung bewahrt wird.


Quellen und zum Weiterlesen:

Rigoberta Menchú / Elisabeth Burgos: „Ich heiße Rigoberta Menchú und so entstand mein Gewissen“ (1983)
Rigoberta Menchú: „Die Enkel der Maya. Das Überleben der indigenen Kulturen Guatemalas“ (1998)
Fundación Rigoberta Menchú Tum: www.menchutum.org

 

 

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