Courage als Auftrag: Wie junge Menschen am 5. Dezember 2025 den Geist der FriedensDekade 2026 lebendig machen
Heute, am 5. Dezember 2025, treffen sich zwei entscheidende Perspektiven auf die Zukunft unseres Landes. Im Bundestag wurde die Entscheidung zur Wiedereinführung der Wehrpflicht verabschiedet. Gleichzeitig leben junge Menschen in über 100 Städten den couragierten Widerstand: Mit dem Schulstreik gegen die Wehrpflicht setzen sie ein machtvolles Zeichen. Ihr Handeln ist eine direkte Bestätigung für das Motto der Ökumenischen FriedensDekade 2026: „couragiert. widerständig.“.
Dieses Motto ist keine leere Formel, sondern ein Aufruf, sich den dominanten Narrativen entgegenzustellen. Die Jugend beweist, dass es heute darum geht, nicht nur den Frieden zu wecken (wie es das Motto des Vorjahres nahelegte), sondern ihn aktiv und öffentlich gegen alle Tendenzen der Militarisierung zu verteidigen.
Das Motto der Ökumenische FriedensDekade 2026 lädt ein, über echte Sicherheit nachzudenken: nicht laut gegen Menschen, sondern klar gegen Gewalt; nicht naiv gegenüber Bedrohungen, sondern mutig für Alternativen der Friedensbildung und des zivilen Engagements.
Mut und Motivation: Was treibt die jungen Menschen wirklich an?
Der Schulstreik zeigt eindrücklich: Die junge Generation ist bereit, Haltung zu zeigen. Doch was sind die tatsächlichen Motive, die heute junge Menschen bewegen, sei es zum Protest oder zum Dienst? Der Journalist Ulrich Schnabel beleuchtet in seinem Artikel „Die neuen Freiwilligen“ in der ZEIT (Nr. 52/2025) die komplexen Motive jener, die sich freiwillig für das Militär entscheiden. Schnabel stellt fest, dass die alten, von Hollywood oder der Netflix-Doku Marines transportierten Klischees vom hypermaskulinen Söldnertypen kaum noch tragen.
Die Forschung identifiziert vier soldatische „Archetypen“, deren Motive sich klar unterscheiden:
Der Freiheitskämpfer: Handelt extrinsisch, für ein höheres Ziel wie die Verteidigung der Demokratie.
Der Freiwillige: Handelt intrinsisch, liebt das Abenteuer, den Umgang mit Waffen und die Kameradschaft.
Der Profi: Sieht das Militär pragmatisch als Arbeitgeber mit Karrierechancen, liebt aber die Uniform und Hierarchie.
Der Söldner: Sieht das Militär rein pragmatisch als Job, dem die Umstände relativ egal sind, Hauptsache, das Geld stimmt.
Trotz dieser Kategorien kommt die Bewerberstudie der Bundeswehr zu einem überraschenden Ergebnis, das unsere These des couragierten Widerstands untermauert: Sowohl jene, die den Dienst wählen, als auch jene, die ihn ablehnen, sind überwiegend von Idealismus, Verantwortungsgefühl und dem Wunsch nach Gemeinschaft und Sinn getrieben. Werte wie Rücksicht, Partnerschaft und Eigenverantwortung sind entscheidender als Härte oder Nationalstolz.
Dieser Befund ist zentral für die Arbeit der FriedensDekade 2026. Denn diese tief verwurzelten Friedenswerte tragen auch die Friedensbewegung und sind die Grundlage für unser Motto „couragiert widerständig.“. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob junge Menschen Mut haben. Die Frage ist: Welche Vision von Sicherheit bietet unsere Gesellschaft und wohin lenkt sich ihre Courage?
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Was bedeutet Widerständigkeit im Kontext der Friedensarbeit?
Widerstand im Sinne des Mottos „couragiert. widerständig.“ ist eine aktive, gewaltfreie Haltung. Wir setzen einen widerständigen Impuls gegen:
Gesellschaftlichen Druck und Polarisierung: Wir stellen uns gegen die Tendenz, Krieg als alternativlos hinzunehmen und Sicherheit primär militärisch zu denken. Die Fokussierung auf die Wehrpflicht lenkt Ressourcen von der dringenden Stärkung ziviler Konfliktlösung ab.
Mangelnde Beteiligung: Wir wenden uns gegen eine Logik, die 18-Jährige mit Fragebögen konfrontiert, aber zu wenig Räume für Friedensbildung und tiefgehende Gewissensarbeit schafft. Die Geschichte des zivilen Ungehorsams, bezeugt durch die hebräischen Hebammen Schifra und Pua (Exodus 1,15-21), wird zum zentralen Thema der FriedensDekade 2026.
Die entscheidende Frage lautet: Welche Zukunft bauen wir mit diesen jungen Menschen? Eine, die sie in Uniform bringt, oder eine, die sie darin unterstützt, Konflikte konstruktiv und auf Basis ihrer mitgebrachten Friedenswerte zu lösen?
Unser Auftrag 2026: Die Courage für den Frieden stärken
Das Motto „couragiert widerständig.“ ist der Kompass für die Ökumenische FriedensDekade 2026 und leitet uns zu unterstützenden Schritten an:
Räume der Auseinandersetzung ermöglichen: Wir unterstützen die Entstehung von Foren und Diskussionsrunden, in denen junge Menschen ihre Fragen stellen, ihre Gewissensentscheidungen begleiten und ihre Haltung entwickeln können.
Sichtbarkeit von Alternativen stärken: Wir helfen dabei, KDV-Beratung, Friedensbildung und Gewissensarbeit sichtbar zu machen und alternative, zivile Wege zur Konfliktlösung zu stärken.
Gemeinsames Handeln fördern: Wir ermutigen Gemeinden und Schulen, Friedenskompetenz aktiv zu lehren. Unser Ziel ist es, den Mut zu stärken, Nein zu sagen, und das Ja zu Frieden, Recht und Gerechtigkeit neu zu entdecken.
Lasst uns gemeinsam eine widerständige Hoffnung pflegen. Eine Zukunft in der, Waffen und Abschreckung nicht als einzige Alternative verstanden werden. Wir laden Sie ein, sich uns anzuschließen und die FriedensDekade 2026 zu einem starken Signal für den Frieden zu machen.
Bleiben Sie couragiert widerständig!
Der couragierte Widerstand der jungen Generation zeigt uns den Weg: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, sondern braucht unsere aktive Haltung.
Die FriedensDekade braucht Sie!
Um die Arbeit der Ökumenischen FriedensDekade 2026 unter dem Motto couragiert widerständig auch im nächsten Jahr kraftvoll fortsetzen zu können, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung:
Kaufen Sie Materialien: Mit jeder Bestellung in unserem Online-Shop (Karten, Symbole) unterstützen Sie unsere finanzielle Basis und senden aktiv ein Friedenszeichen.
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FriedensDekade setzt auf Freiwilligkeit statt Pflichtdienst
Die Diskussion um einen Pflichtdienst ist zurück auf der politischen Agenda. Doch statt über Zwangsdienste zu streiten, fordert die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) ein anderes Umdenken: Freiwilligendienste müssen gestärkt werden – als echte Alternative und als Ausdruck von Friedenslogik.
Jan Gildemeister, Geschäftsführer der AGDF, macht deutlich:
„Die Bundesregierung denkt über Pflichtdienste nach, investiert aber nicht ausreichend in Freiwilligendienste. Dabei brauchen wir gerade jetzt mehr Räume für freiwilliges Engagement, nicht weniger.“
Die AGDF kritisiert, dass die Haushaltsmittel für 2025 und 2026 nicht ausreichen, um zugesagte Verbesserungen umzusetzen. Vor allem fehle der entscheidende Schritt: ein Rechtsanspruch auf Förderung eines Freiwilligendienstvertrages.
Freiwilligkeit statt Zwang. Warum das zählt.
Freiwilligendienste bieten jungen Menschen Orientierung, Kompetenzen und die Chance, etwas für die Gesellschaft zu tun. Besonders das Freiwillige Internationale Jahr sei ein starkes Zeichen für Dialog, Verständigung und Frieden über Grenzen hinweg.
„Freiwilligkeit entspricht dem Wunsch der meisten jungen Menschen, deren Stimmen in der Pflichtdienst-Debatte kaum gehört werden“, betont Gildemeister.
Gleichzeitig tragen Freiwilligendienste entscheidend zu gesellschaftlichem Zusammenhalt und Demokratie bei.
Die Alternative – eine Rückkehr zur Wehrpflicht – sei weder praktisch noch rechtlich tragfähig:
Das Grundgesetz setzt hohe Hürden für staatliche Pflichtdienste.
Die Bundeswehr benötigt aktuell nur einen Bruchteil eines Jahrgangs – Wehrgerechtigkeit wäre nicht gegeben.
Strukturen für Hunderttausende Dienstleistende gibt es nicht.
„Echte Sicherheit entsteht nicht durch Zwang, sondern durch Vertrauen, Verantwortung und Engagement“, fasst die AGDF zusammen.
Frieden wecken durch Freiwilligkeit
Die Debatte um Pflichtdienst oder Freiwilligendienst berührt eine Grundfrage: Wie wollen wir Frieden gestalten?
Die FriedensDekade 2025 lädt dazu ein, genau hier anzusetzen: Frieden sichtbar machen im Alltag, Freiwilligkeit stärken und Räume schaffen, in denen Menschen Verantwortung übernehmen.
Jetzt ist die Zeit: Komm den Frieden wecken in der FriedensDekade 2025.
Sie findet vom 9. bis 19. November 2025 statt und ermutigt dazu, Friedenslogik in Schulen, Gemeinden, Vereinen und Netzwerken lebendig werden zu lassen. Materialien, Plakate und Impulse zur Gestaltung sind in unserem Shop erhältlich. Mit unseren Mitmach-Tipps für Kirchengemeinden, Schulen, Chöre, Vereine, Kommunen und Einzelpersonen zeigt die FriedensDekade 2025, wie Frieden im Alltag, im Miteinander und im gemeinsamen Gestalten sichtbar werden kann.“
Mehr Informationen und die ausführliche Pressemitteilung der AGDF finden Sie hier.
„Niemand darf gegen sein Gewissen zum Kriegsdienst mit der Waffe gezwungen werden.“
So steht es in Artikel 4 Absatz 3 des Grundgesetzes – ein Satz, der in Zeiten wachsender internationaler Spannungen, sicherheitspolitischer Neuausrichtungen und der Debatte um eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht neue Brisanz gewinnt.
Junge Menschen in Deutschland stehen wieder vermehrt vor der Frage: Bin ich bereit, im Ernstfall zur Waffe zu greifen – oder wähle ich den Weg der Kriegsdienstverweigerung (KDV)? Was bedeutet überhaupt Verantwortung für den Frieden – persönlich, politisch und spirituell?
Antworten und Orientierung bietet die neu erschienene Broschüre „Wehrdienst oder Kriegsdienstverweigerung? Finde DEINEN Weg!“, die von der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) herausgegeben wurde und auf dem Deutschen Evangelischen Kirchentag 2025 in Hannover Premiere hatte.
Die Publikation richtet sich insbesondere an junge Menschen, die sich in der aktuellen sicherheitspolitischen Lage mit ihrer eigenen Haltung zu Militär, Frieden und Gesellschaft auseinandersetzen wollen oder müssen.
Pfarrerin Sabine Müller-Langsdorf, Mitautorin der Broschüre und engagiert im Gesprächsforum der ökumenischen FriedensDekade, unterstreicht: „Der Weg zur Kriegsdienstverweigerung ist ein tief persönlicher und ethisch entscheidender. Es geht darum, auf das eigene Gewissen zu hören und sich bewusst zu machen, wie man für den Frieden einstehen kann.“
Ein Grundrecht mit Zukunft?
In der politischen Diskussion wird die Wehrpflicht derzeit wieder als sicherheitspolitisches Mittel erwogen – mit Blick auf die veränderte geopolitische Lage und einen „kriegsfähigeren Staat“. Damit rückt auch das Grundrecht auf Kriegsdienstverweigerung verstärkt in den Fokus. Die neue Broschüre zeigt: Dieses Recht lebt vom informierten Gewissen – und der Bereitschaft junger Menschen, Verantwortung zu übernehmen.
Landesbischof Friedrich Kramer, Friedensbeauftragter des Rates der EKD, betont immer wieder die Bedeutung einer friedensethischen Orientierung. In öffentlichen Stellungnahmen verweist er auf die Verantwortung, die wir als Gesellschaft für Frieden und Verständigung tragen – insbesondere in einer Zeit wachsender Spannungen und der Debatte um die sogenannte „Kriegstüchtigkeit“ Deutschlands. Seine Perspektive macht deutlich: Fragen von Wehrdienst und Kriegsdienstverweigerung sind nicht nur juristische Entscheidungen, sondern betreffen das ethische Fundament unseres Zusammenlebens.
Impulse zum Nachdenken und Handeln
„Mein Weg“ liefert nicht nur rechtliche Grundlagen zur KDV, sondern bietet Reflexionsräume: Was ist das Gewissen? Was bedeuten Krieg und Frieden? Wie prägt mein Menschenbild meine Entscheidung? Interviews mit Wehrdienstleistenden und Kriegsdienstverweigerern sowie Erfahrungsberichte aus der KDV-Beratung geben authentische Einblicke.
Mit einem besonderen Blick auf die Rolle von Religion, Geschlechterrollen und friedensethisches Denken hilft die Broschüre, sich eine eigene, informierte Meinung zu bilden. Die Autor:innen Sabine Müller-Langsdorf und Gregor Rehm verbinden dabei juristisches Wissen mit Impulsen aus der kirchlichen Friedensarbeit.
FriedensDekade 2025: Komm den Frieden wecken
Gerade in diesem Jahr bekommt das Thema eine zusätzliche Dimension. Die ökumenische FriedensDekade steht 2025 unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“. Ein Aufruf, der nicht nur symbolisch gemeint ist, sondern junge Menschen konkret einlädt, sich mit Frieden und Gewaltfreiheit auseinanderzusetzen – auch in Abgrenzung zur Logik des Militärischen.
Sabine Müller-Langsdorf bringt es auf den Punkt: „Frieden beginnt, wo Menschen den Mut haben, Verantwortung zu übernehmen – mit Gewissen, mit Haltung und mit Hoffnung.“
Dieses Motto schlägt eine Brücke zwischen Gewissensentscheidung und gesellschaftlicher Verantwortung. Kriegsdienstverweigerung wird hier nicht als Rückzug, sondern als aktiver Beitrag zu einer friedlicheren Welt verstanden.
Ob für Schule, Gemeindegruppe oder individuelle Reflexion – sie ist ein starkes Werkzeug für alle, die ihre Haltung zum Frieden klären wollen.
FriedensDekade stärken – Komm den Frieden wecken!
Die ökumenische FriedensDekade lebt von Engagement, Beteiligung und Solidarität. Jede Stimme, jede Aktion und jede Spende trägt dazu bei, die Friedensbotschaft sichtbar und hörbar zu machen – in Kirchen, Schulen, auf Plätzen und in digitalen Räumen.
Unterstützen Sie die FriedensDekade aktiv: Starten Sie eigene Aktionen vor Ort – sei es ein Friedensgebet, eine Podiumsdiskussion, ein Workshop oder eine künstlerische Intervention. Lassen Sie uns von Ihren Aktionen wissen unter Kontakt@friedensdekade.de
Nutzen Sie die Materialien im Webshop der FriedensDekade – vom Plakat bis zur Postkarte, vom Themenheft bis zum Jugendimpuls. Alles hilft, das Motto „Komm den Frieden wecken“ weit zu tragen.
Mit einer Spende stärken Sie die inhaltliche Arbeit, Öffentlichkeitsarbeit und Koordination – und setzen ein Zeichen für eine friedensfähige Gesellschaft.