Couragiert widerständig: Junge Menschen ringen öffentlich um Frieden
Ökumenische FriedensDekade 2026 im Spannungsfeld von Wehrdienst, Gewissensfreiheit und zivilem Widerstand
Am 5. Dezember 2025 haben Zehntausende Schülerinnen und Schüler in vielen Städten Deutschlands öffentlich ihre Sorge und ihren Widerspruch gegen die geplante Reform des Wehrdienstes zum Ausdruck gebracht. Anlass war die abschließende Abstimmung des Deutschen Bundestages über ein Gesetz, das ab 2026 eine verpflichtende Musterung vorsieht. Die Proteste waren vielfältig, regional sehr unterschiedlich geprägt und Ausdruck eines breiten gesellschaftlichen Ringens um Sicherheit, Verantwortung und Frieden. (Quelle u. a.: Hamburger Abendblatt)
Dieses Ringen berührt den Kern des Mottos der Ökumenischen FriedensDekade 2026: couragiert widerständig.
Widerständig sein heißt: Fragen stellen, nicht verstummen
Viele der beteiligten Jugendlichen verstehen ihren Protest als Ausdruck demokratischer Teilhabe und als ernsthafte Gewissensentscheidung. Sie fragen, welche Formen von Sicherheit unserer Gesellschaft wirklich dienen und ob militärische Logiken die richtigen Antworten auf die Krisen unserer Zeit sind.
Andere erleben dieselben Proteste kritisch oder distanziert, sei es wegen ihrer Form, ihrer Sprache oder ihrer politischen Zuschreibungen. Auch diese Wahrnehmungen gehören zur Realität unseres Landes.

Lernen zwischen Schule, Staat und Gewissen
In einigen Regionen reagierten Schulbehörden mit dem Hinweis auf unentschuldigte Fehlzeiten. Damit wurde sichtbar, wie junge Menschen zwischen schulischen Pflichten, politischer Bildung und persönlichem Gewissen stehen. Für viele Jugendliche ist diese Erfahrung prägend: Demokratie wird nicht nur im Unterricht behandelt, sondern im eigenen Handeln erprobt und ausgehandelt.
Couragiert widerständig zu sein bedeutet in diesem Zusammenhang nicht, einfache Antworten zu geben, sondern Widersprüche auszuhalten und Verantwortung bewusst zu übernehmen.
Kritik und Zivilcourage: Warum die Jugend Widerstand leistet
Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) würdigte die Courage der Protestierenden, betonte aber gleichzeitig die Notwendigkeit der Verteidigungsfähigkeit. Die FriedensDekade akzeptiert diese Anerkennung der Courage, lenkt den Fokus aber um: couragiert widerständig bedeutet, diese Energie in die Stärkung ziviler Strukturen zu investieren.
„Wir sollen für Deutschland kriegstauglich werden, doch was ist mit unserem Recht, in Frieden zu leben?“, fragte Phil Werring aus Münster.
Berichte, wie die eines Ex-Soldaten, der wegen Rassismus und Frauenfeindlichkeit aus der Truppe austrat, unterstreichen die Diskrepanz zwischen dem idealisierten Bild und der Realität. Die Jugendlichen fordern daher mehr Geld für Bildung und Soziales statt für Aufrüstung und sehen in der Wehrpflicht einen falschen Weg.
Frieden braucht Haltung und Dialog
Die aktuellen Debatten zeigen, wie sehr unser Land nach Orientierung sucht. Frieden ist keine Selbstverständlichkeit. Er wächst dort, wo Menschen den Mut haben, Fragen zu stellen, Grenzen zu benennen und zugleich im Gespräch zu bleiben.
Die Ökumenische FriedensDekade 2026 lädt Gemeinden, Schulen, ökumenische Kreise und Initiativen ein, diesen Weg mitzugehen: nachdenklich, widerständig, dialogbereit.
Motto 2026: Den couragierten Widerstand begleiten
Die Ökumenische FriedensDekade 2026 wird diesen couragierten Widerstand begleiten. Unser Auftrag ist es, die Haltung der jungen Menschen zu unterstützen:
Räume der Auseinandersetzung ermöglichen: Wir unterstützen Foren für die Gewissensbildung und die Entscheidungsfindung der Jugendlichen.
Sichtbarkeit von Alternativen stärken: Wir helfen dabei, KDV-Beratung, Friedensbildung und zivile Konfliktlösung sichtbar zu machen.
Gemeinsames Handeln fördern: Wir ermutigen Gemeinden und Schulen, Friedenskompetenz aktiv zu lehren.
Wir stärken den Mut, Nein zur militärischen Logik zu sagen, um das Ja zu Frieden, Recht und Gerechtigkeit neu und gemeinsam zu entdecken. Damit festigen wir das Mosaik des Friedens, das durch die couragierte Haltung jedes Einzelnen in unserem Land entsteht.
Vertiefende Lektüre:
- Hinweis zum Jahresmotto 2026 „couragiert widerständig“ der ökumenischen FriedensDekade
Weitere Informationen zum Schulstreik finden Sie hier:
-
Link zur Webseite der Initiative Schulstreik gegen Wehrpflicht
- Artikel im Hamburger Abendblatt: Schulstreik in Hamburg gegen Wehrdienst: „Bund war scheiße“
Bleiben Sie couragiert widerständig!
Der couragierte Widerstand der jungen Generation zeigt uns den Weg: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, sondern braucht unsere aktive Haltung.
Die FriedensDekade braucht Sie!
Um die Arbeit der Ökumenischen FriedensDekade 2026 unter dem Motto couragiert widerständig auch im nächsten Jahr kraftvoll fortsetzen zu können, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung:
Kaufen Sie Materialien: Mit jeder Bestellung in unserem Online-Shop (Karten, Symbole) unterstützen Sie unsere finanzielle Basis und senden aktiv ein Friedenszeichen.
Spenden Sie: Ihre Spende oder Kollekte sichert die Planung und Durchführung unserer bundesweiten Friedensarbeit.
Teilen Sie unsere Artikel: Helfen Sie uns, die Botschaft des couragierten Widerstands zu verbreiten, teilen Sie diesen Artikel in Ihren Netzwerken!
Folgen Sie uns für aktuelle Impulse und Aufrufe auch auf Instagram und seien Sie Teil der Bewegung!
Für Frieden couragiert widerständig.





