Zum Hauptinhalt springen

Schlagwort: Schifra und Pua

Rigoberta Menchú Tum – Stimme der Geächteten und Hüterin der Erde

Biographie einer Friedenspionierin

Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“

„Peace is not only the absence of war; as long as there is poverty, racism, discrimination and exclusion, we could hardly achieve a world of peace.“ (Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg; solange es Armut, Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung gibt, können wir schwerlich eine Welt des Friedens erreichen.)

Rigoberta Menchú Tum (Guatemala, geboren 1959) sprach aus bitterer Erfahrung. Ihr Vater starb 1980 beim Brand der spanischen Botschaft in Guatemala-Stadt, ihre Mutter und ihr Bruder wurden vom Militär ermordet. Das Schicksal ihrer Familie war kein Einzelschicksal. Es war das kollektive Trauma des Maya-K’iche‘-Volkes, das eine Militärdiktatur mit systematischer Gewalt verfolgte.

In unserem neuen Mitgliederbereich erhalten Sie die Langversion dieser Episode als PDF zum Download

Tragen Sie sich ein für Ihre kostenlosen Mitglieder-Zugang (Testversion 2026):

Sie erhalten: Ausgewählte Texte als hochwertige Druck-PDFs & Regelmäßiger Friedensbrief direkt per E-mail. Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Mit Wangari Maathai haben wir im April gezeigt, dass Schöpfungsbewahrung Friedensarbeit ist. Mit Leymah Gbowee im Mai, dass Frieden von unten wächst. Rigoberta Menchú Tum scließen wir den Schwerpunkt „Schöpfung & Gerechtigkeit Wer die Erde raubt, raubt auch das Leben.

Das Buch, das die Welt aufweckte

Im Exil in Mexiko erkannte Rigoberta Menchú: Das wirksamste Mittel des Unrechts ist das Schweigen der Weltöffentlichkeit. 1982 diktierte sie der Anthropologin Elisabeth Burgos ihre Lebensgeschichte. Das daraus entstandene Buch „Ich heiße Rigoberta Menchú und so entstand mein Gewissen“ gab dem namenlosen Sterben in den Bergen Guatemalas erstmals ein Gesicht.

Als indigene Frau, der die koloniale Gesellschaft jegliches Recht auf Sprache abgesprochen hatte, brach sie das Schweigen, das die Diktatur ihren Opfern auferlegt hatte. Jahre später stellte ein Anthropologe einzelne Angaben des Buches in Frage. Menchú räumte ein, Erlebnisse anderer in ihre eigene Erzählung eingewoben zu haben, um das kollektive Schicksal ihres Volkes sichtbar zu machen. Sie ließ sich davon nicht beirren. Die Massaker hatten stattgefunden. Die Erde war geraubt worden. Die Menschen waren tot.

Sie reiste von Land zu Land, sprach vor den Vereinten Nationen, organisierte den gewaltfreien Widerstand aus dem Exil. 1992, genau 500 Jahre nach der Ankunft von Christoph Kolumbus in Amerika, erhielt sie den Friedensnobelpreis.

 

 

Spendenaufruf FriedensDekade 2026
Diese Serie ist dank Ihrer Spenden möglich

Schöpfung als Lebensgrundlage

Für das Volk der Maya ist die Erde kein Spekulationsobjekt. Sie ist spirituelle Heimat und Lebensgrundlage. Der Raub des Landes durch Großgrundbesitzer war deshalb nicht nur wirtschaftliches Unrecht. Es war ein Angriff auf die Würde eines ganzen Volkes und auf die Schöpfung selbst.

Menchú zeigt: Umweltzerstörung, Rassismus und Gewalt sind eng verbunden. Wer den Boden ausbeutet, beutet auch die Menschen aus, die auf ihm leben. Diese Erkenntnis verbindet sich mit dem biblischen Auftrag aus Genesis 2,15: die Erde bebauen und bewahren, nicht ausbeuten und zerstören.

Inmitten von Verlust und Bedrohung bewahrte sie den Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit (2. Timotheus 1,7). Sie verfiel nicht der Spirale der Gegengewalt, sondern setzte auf das Wort, auf das Recht, auf die Hoffnungskraft einer besseren Zukunft.

 

Was Rigoberta uns heute sagt

Weltweit werden Umweltaktivistinnen und Aktivisten sowie indigene Gemeinschaften bedroht, wenn sie sich der Ausbeutung der Natur entgegenstellen. Rigobertas Botschaft bleibt dringend: Frieden entsteht nicht durch militärische Absicherung allein. Frieden setzt Gerechtigkeit voraus, die Bewahrung der Schöpfung und den Respekt vor der Würde des Nächsten.

Ihr Leben fordert uns auf, das Schweigen zu brechen, wo Unrecht geschieht, und unseren eigenen Wohlstand zu hinterfragen.

Fragen zur Reflexion:

Rigoberta Menchú sieht den Frieden gefährdet, solange Armut, Diskriminierung und Umweltzerstörung existieren. Wo sehen Sie in Ihrem Alltag den Zusammenhang zwischen ökologischer Zerstörung und gesellschaftlichem Unfrieden?

Menchú brach das Schweigen über die Verbrechen in ihrem Heimatland unter Lebensgefahr. In welchen Bereichen Ihrer Gemeinde nehmen Sie ein lähmendes Schweigen wahr, das durch couragierten Widerstand gebrochen werden müsste?

Trotz des Verlusts ihrer engsten Angehörigen lehnte Menchú die Logik der Rache ab. Was gibt uns die Kraft, in Konflikten nicht mit Gegengewalt zu reagieren, sondern für das Recht einzutreten?

 

Gebet: Gott der Gerechtigkeit, danke für Menschen wie Rigoberta Menchú, die das Schweigen brachen und für die Würde ihres Volkes eintraten. Gib uns Mut, die Schöpfung zu bewahren und die Stimme zu erheben, wo Unrecht geschieht. Amen.

 


Couragiert widerständig, wie Rigoberta Menchú Tum.
Für eine Welt, in der die Würde aller Völker geachtet und die Schöpfung bewahrt wird.


Quellen und zum Weiterlesen:

Rigoberta Menchú / Elisabeth Burgos: „Ich heiße Rigoberta Menchú und so entstand mein Gewissen“ (1983)
Rigoberta Menchú: „Die Enkel der Maya. Das Überleben der indigenen Kulturen Guatemalas“ (1998)
Fundación Rigoberta Menchú Tum: www.menchutum.org

 

 

Das Logo der FriedensDekade auf weißem Hintergund, dazu der Aufruf zum Wettbewerb des neuen Jahresmottos "couragiert widerstandsfähig"

PLAKAT-WETTBEWERB ZUM MOTTO „couragiert widerständig“

AUSSCHREIBUNG

Der Verein Ökumenische FriedensDekade e.V. sucht im Rahmen eines Wettbewerbs ein medienübergreifendes Plaktmotiv (Key-Visual), das für das Jahresmotto „couragiert widerständig“ steht. Es ist dann das Erkennungszeichen für die bundesweite 46. Ökumenische FriedensDekade vom 8. – 18. November 2026 mit Gottesdiensten, Friedensgebeten und Informationsveranstaltungen in Kirchen und Gemeinden.

Das Motto „couragiert widerständig“ lädt dazu ein, Haltung zu zeigen, das eigene Gewissen zu klären und mutig für Menschenrechte, internationales Recht und Frieden einzutreten. Es ermutigt zu einer aktiven, gewaltfreien Gegenwehr gegen Unrecht, Hass und Gewalt und schlägt eine Brücke zu Widerstandsbewegungen in demokratischen und autoritären Ländern.

 

Zum Hintergrund des Jahresmottos „couragiert widerständig“

Thematisch wird sich die FriedensDekade 2026 unter anderem mit Beispielen zivilen Ungehorsams, gewaltfreien Trainings, der Bedeutung der Kriegsdienstverweigerung (KDV) sowie der Stärkung von Menschenrechten und internationalem Recht auseinandersetzen. Besondere Impulse liefern zwei Bibelstellen. Zum einen ist es die Geschichte der hebräischen Hebammen Schifra und Pua (Exodus 1,15-21), die einen Kindermord verhindern.

Die zweite für die FriedensDekade 2026 wichtige biblische Botschaft findet sich in 2. Timotheus 1,7. Sie erinnert uns daran, dass Gott uns nicht den „‘Geist der Furcht gegeben hat, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit‘“. Aus dieser Besonnenheit heraus wollen wir zum Handeln ermutigen, junge und alte Menschen, die weltweit „couragiert widerständig“ für eine bessere Welt, für Frieden und Abrüstung eintreten. Mehr Infos zum Motto „couragiert widerstände“ finden Sie auch hier.

Prämierte Entwürfe

Das Gewinnermotiv (1. Platz) wird als Leitmotiv auf Medien der FriedensDekade 2026 eingesetzt. Als Plakat wird es viele Kirchengemeinden und Friedensinitiativen in Deutschland verbinden und auf die FriedensDekade 2026 sowie auf örtliche Veranstaltungen im Rahmen dieser Tage hinweisen. Das Motiv erscheint auch digital z.B. auf der Webseite und in anderen Medien der FriedensDekade wie z. B. als kleiner Aufkleber, als Postkarte, auf dem Arbeitsheft oder in Anzeigen in Gemeindeblättern. Weitere prämierte Motive (Platz 2 und 3) werden als Postkarten gedruckt und auf der Webseite vorgestellt.

Wir freuen uns auf Ihre Entwürfe!

Details zum Wettbewerb

FOLGENDE PREISE WERDEN VERGEBEN

  1. Preis 1.000 €
  2. Preis 500 €
  3. Preis 250 €

EINSENDESCHLUSS ist der 26. Januar 2026

Per E-Mail an: plakatwettbewerb@friedensdekade.de

Betreff: Key Visual „couragiert widerständig“

Bitte den Entwurf als PDF-Datei senden.

Bedingungen

  •  Es können maximal drei Entwürfe pro Teilnehmer:in eingereicht werden.
  • Bitte berücksichtigen Sie die grafischen Vorgaben auf den folgenden Seiten. Das Logo der
    FriedensDekade (Schwerter zu Pflugscharen) finden Sie in der beigefügten zip-Datei. Die Schriftfamilie „Lato“ erhalten Sie kostenlos
    bei Google Fonts.
  • Ihre Entwürfe sollten aus zwei Gestaltungsebenen bestehen (Ihrem Motiv/Key Visual und der
    Typografie), damit wir für verschiedene Medien Formatanpassungen vornehmen können.
  • Bitte geben Sie in Ihrer Einsendung per E-Mail Ihren Namen, Anschrift und Telefonnummer an.
  • Ihre Entwürfe werden anonym an eine Jury weitergegeben. Sie bewertet alle Wettbewerbsbeiträge
    nach den Kriterien „Inhalt, Eigenständigkeit/Idee und Technik“.
  • Mit der Einsendung gewährleisten Sie, dass die Einreichung frei von Rechten Dritter ist.
    Teilnehmende am Wettbewerb tragen das diesbezügliche Haftungsrisiko.
  • Mit der Preisverleihung gehen die Nutzungsrechte an die Ökumenische FriedensDekade e.V..
    Alle am Wettbewerb Teilnehmenden gewähren dem Verein Ökumenische FriedensDekade
    vergütungsfrei das Nutzungsrecht an den eingereichten Entwürfen zur Durchführung des
    Wettbewerbs, sowie der Berichterstattung darüber. Letztere kann in Print oder digital stattfinden.
  • Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

FÜR RÜCKFRAGEN WENDEN SIE SICH BITTE AN:

Wiltrud Rösch-Metzler
Redaktion Ökumenische FriedensDekade
Telefon 07 11 – 2 62 67 20
plakatwettbewerb@friedensdekade.de

COURAGIERT WIDERSTÄNDIG

Ökumenische FriedensDekade 2026 legt Motto fest und startet Motivwettbewerb.

Das Motto der 46. Ökumenischen FriedensDekade 2026 steht fest: „couragiert widerständig“. Dieses Thema, das vom Gesprächsforum in Fulda beschlossen wurde, wird die ökumenische FriedensDekade vom 8. bis 18. November 2026 prägen. Gleichzeitig ruft der Verein Ökumenische FriedensDekade e. V. zur Gestaltung eines medienübergreifenden Key-Visuals (Motiv) auf und startet den bundesweiten Plakatwettbewerb.

Die 46. FriedensDekade: Für Zivilcourage und Haltung

Das Motto „couragiert widerständig“ lädt dazu ein, Haltung zu zeigen, dass das eigene Gewissen zu schärfen und zu prüfen und mutig für Menschenrechte, internationales Recht und Frieden einzutreten. Es ermutigt zu einer aktiven, gewaltfreien Gegenwehr gegen Unrecht, Hass und Gewalt. Die FriedensDekade wird vom 8. bis 18. November 2026 mit Gottesdiensten, Friedensgebeten, Konzerten und vielfältigen Veranstaltungen im ganzen Land begangen.

In Zeiten, in denen sich globale Krisen und Konflikte zuspitzen und polarisierende Tendenzen zunehmen, braucht es den Mut, widerständig zu sein“, betont Jan Gildemeister, Vorsitzender der Ökumenischen FriedensDekade e. V. „Die biblische Botschaft in 2. Timotheus 1,7 erinnert uns daran, dass Gott uns nicht den „Geist der Furcht gegeben hat, sondern der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit“. Aus dieser Besonnenheit heraus wollen wir zum Handeln ermutigen. Wir stehen ein für junge Menschen, die sich weltweit für Frieden, Menschenrechte und gegen Wehrpflicht einsetzen. Ebenso unterstützen wir die Bildungs- und Sozialarbeit, die couragiert gegen Rassismus und für Chancengleichheit widersteht.

Thematisch wird sich die FriedensDekade 2026 mit Beispielen zivilen Ungehorsams, der Schärfung des eigenen Gewissens, gewaltfreien Trainings, der Bedeutung der Kriegsdienstverweigerung (KDV) sowie der Stärkung von Menschenrechten und internationalem Recht auseinandersetzen. Besondere Impulse liefern die Geschichte der hebräischen Hebammen Schifra und Pua (Exodus 1,15-21) und das Motto selbst, das die Verbindung zwischen innerer Überzeugung und äußerer, mutiger Handlung sucht.

Key-Visual gesucht: Motivwettbewerb gestartet

Für das Motto „couragiert widerständig“ sucht der Verein Ökumenische FriedensDekade e. V. ein prägnantes Key-Visual. Grafiker*innen, Gestalter*innen, Agenturen sowie Privatpersonen und Schüler*innen sind eingeladen, ihre Entwürfe für die grafische Gestaltung des Jahresmottos einzureichen.

Der Wettbewerb ist wie in den Vorjahren mit insgesamt 1.750 € für die besten drei ausgewählten Motive dotiert. Das Gewinnermotiv wird als zentrales Leitbild auf allen Materialien und digitalen Plattformen der FriedensDekade eingesetzt.

  • Einsendeschluss: 26. Januar 2026
  • Jury-Entscheidung: Im Februar 2026

Interessierte finden die Rahmenvorgaben für die Gestaltung sowie Hintergrundtexte zum Jahresmotto „couragiert widerständig“ hier.

 

0
    0
    Einkaufswagen
    Der Einkaufswagen ist leerZurück zum Shop