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Schlagwort: Komm den Frieden wecken

„couragiert widerständig.“ Das Motto 2026 im Angesicht der Wehrpflichtdebatte

Ein Impuls von Lars Blume 

Courage als Auftrag: Wie junge Menschen am 5. Dezember 2025 den Geist der FriedensDekade 2026 lebendig machen

Heute, am 5. Dezember 2025, treffen sich zwei entscheidende Perspektiven auf die Zukunft unseres Landes. Im Bundestag wurde die Entscheidung zur Wiedereinführung der Wehrpflicht verabschiedet. Gleichzeitig leben junge Menschen in über 100 Städten den couragierten Widerstand: Mit dem Schulstreik gegen die Wehrpflicht setzen sie ein machtvolles Zeichen. Ihr Handeln ist eine direkte Bestätigung für das Motto der Ökumenischen FriedensDekade 2026: „couragiert. widerständig.“.

Dieses Motto ist keine leere Formel, sondern ein Aufruf, sich den dominanten Narrativen entgegenzustellen. Die Jugend beweist, dass es heute darum geht, nicht nur den Frieden zu wecken (wie es das Motto des Vorjahres nahelegte), sondern ihn aktiv und öffentlich gegen alle Tendenzen der Militarisierung zu verteidigen.

Das Motto der Ökumenische FriedensDekade 2026 lädt ein, über echte Sicherheit nachzudenken: nicht laut gegen Menschen, sondern klar gegen Gewalt; nicht naiv gegenüber Bedrohungen, sondern mutig für Alternativen der Friedensbildung und des zivilen Engagements.

Mut und Motivation: Was treibt die jungen Menschen wirklich an?

Der Schulstreik zeigt eindrücklich: Die junge Generation ist bereit, Haltung zu zeigen. Doch was sind die tatsächlichen Motive, die heute junge Menschen bewegen, sei es zum Protest oder zum Dienst? Der Journalist Ulrich Schnabel beleuchtet in seinem Artikel „Die neuen Freiwilligen“ in der ZEIT (Nr. 52/2025) die komplexen Motive jener, die sich freiwillig für das Militär entscheiden. Schnabel stellt fest, dass die alten, von Hollywood oder der Netflix-Doku Marines transportierten Klischees vom hypermaskulinen Söldnertypen kaum noch tragen.

Die Forschung identifiziert vier soldatische „Archetypen“, deren Motive sich klar unterscheiden:

Der Freiheitskämpfer: Handelt extrinsisch, für ein höheres Ziel wie die Verteidigung der Demokratie.

Der Freiwillige: Handelt intrinsisch, liebt das Abenteuer, den Umgang mit Waffen und die Kameradschaft.

Der Profi: Sieht das Militär pragmatisch als Arbeitgeber mit Karrierechancen, liebt aber die Uniform und Hierarchie.

Der Söldner: Sieht das Militär rein pragmatisch als Job, dem die Umstände relativ egal sind, Hauptsache, das Geld stimmt.

Trotz dieser Kategorien kommt die Bewerberstudie der Bundeswehr zu einem überraschenden Ergebnis, das unsere These des couragierten Widerstands untermauert: Sowohl jene, die den Dienst wählen, als auch jene, die ihn ablehnen, sind überwiegend von Idealismus, Verantwortungsgefühl und dem Wunsch nach Gemeinschaft und Sinn getrieben. Werte wie Rücksicht, Partnerschaft und Eigenverantwortung sind entscheidender als Härte oder Nationalstolz.

Dieser Befund ist zentral für die Arbeit der FriedensDekade 2026. Denn diese tief verwurzelten Friedenswerte tragen auch die Friedensbewegung und sind die Grundlage für unser Motto „couragiert widerständig.“. Die entscheidende Frage lautet daher nicht, ob junge Menschen Mut haben. Die Frage ist: Welche Vision von Sicherheit bietet unsere Gesellschaft und wohin lenkt sich ihre Courage?

Diesen und viele weiterer Artikel finden Sie in unserem Onlineshop

Was bedeutet Widerständigkeit im Kontext der Friedensarbeit?

Widerstand im Sinne des Mottos „couragiert. widerständig.“ ist eine aktive, gewaltfreie Haltung. Wir setzen einen widerständigen Impuls gegen:

Gesellschaftlichen Druck und Polarisierung: Wir stellen uns gegen die Tendenz, Krieg als alternativlos hinzunehmen und Sicherheit primär militärisch zu denken. Die Fokussierung auf die Wehrpflicht lenkt Ressourcen von der dringenden Stärkung ziviler Konfliktlösung ab.

Mangelnde Beteiligung: Wir wenden uns gegen eine Logik, die 18-Jährige mit Fragebögen konfrontiert, aber zu wenig Räume für Friedensbildung und tiefgehende Gewissensarbeit schafft. Die Geschichte des zivilen Ungehorsams, bezeugt durch die hebräischen Hebammen Schifra und Pua (Exodus 1,15-21), wird zum zentralen Thema der FriedensDekade 2026.

Die entscheidende Frage lautet: Welche Zukunft bauen wir mit diesen jungen Menschen? Eine, die sie in Uniform bringt, oder eine, die sie darin unterstützt, Konflikte konstruktiv und auf Basis ihrer mitgebrachten Friedenswerte zu lösen?

Unser Auftrag 2026: Die Courage für den Frieden stärken

Das Motto „couragiert widerständig.“ ist der Kompass für die Ökumenische FriedensDekade 2026 und leitet uns zu unterstützenden Schritten an:

Räume der Auseinandersetzung ermöglichen: Wir unterstützen die Entstehung von Foren und Diskussionsrunden, in denen junge Menschen ihre Fragen stellen, ihre Gewissensentscheidungen begleiten und ihre Haltung entwickeln können.

Sichtbarkeit von Alternativen stärken: Wir helfen dabei, KDV-Beratung, Friedensbildung und Gewissensarbeit sichtbar zu machen und alternative, zivile Wege zur Konfliktlösung zu stärken.

Gemeinsames Handeln fördern: Wir ermutigen Gemeinden und Schulen, Friedenskompetenz aktiv zu lehren. Unser Ziel ist es, den Mut zu stärken, Nein zu sagen, und das Ja zu Frieden, Recht und Gerechtigkeit neu zu entdecken.

Lasst uns gemeinsam eine widerständige Hoffnung pflegen. Eine Zukunft in der, Waffen und Abschreckung nicht als einzige Alternative verstanden werden. Wir laden Sie ein, sich uns anzuschließen und die FriedensDekade 2026 zu einem starken Signal für den Frieden zu machen.

Bleiben Sie couragiert widerständig!

Der couragierte Widerstand der jungen Generation zeigt uns den Weg: Frieden ist keine Selbstverständlichkeit, sondern braucht unsere aktive Haltung.

Die FriedensDekade braucht Sie!

Um die Arbeit der Ökumenischen FriedensDekade 2026 unter dem Motto couragiert widerständig auch im nächsten Jahr kraftvoll fortsetzen zu können, bitten wir Sie um Ihre Unterstützung:

Kaufen Sie Materialien: Mit jeder Bestellung in unserem Online-Shop (Karten, Symbole) unterstützen Sie unsere finanzielle Basis und senden aktiv ein Friedenszeichen.

Spenden Sie: Ihre Spende oder Kollekte sichert die Planung und Durchführung unserer bundesweiten Friedensarbeit.

Teilen Sie unsere Artikel: Helfen Sie uns, die Botschaft des couragierten Widerstands zu verbreiten, teilen Sie diesen Artikel in Ihren Netzwerken!

Folgen Sie uns für aktuelle Impulse und Aufrufe auch auf Instagram und seien Sie Teil der Bewegung!

Für Frieden couragiert widerständig.

Den Frieden wecken: Warum „Frieden“ ein Prozess für Gerechtigkeit ist

Die FriedensDekade 2025 ruft mit ihrem Motto „Komm den Frieden wecken“ dazu auf, sich aktiv und kritisch mit dem Begriff und der Praxis des Friedens auseinanderzusetzen. Der folgende Impuls liefert eine wichtige Grundlage für diese Auseinandersetzung, indem er den Friedensbegriff erweitert und neu beleuchtet.

Dieser Impuls bezieht sich auf den Artikel „Frieden“, ein umkämpfter Begriff von Pro Peace „Ein Impuls aus der praktischen Friedensarbeit“ von Lea Heuser und Christoph Bongard (Pro Peace)

Im Angesicht weltweiter Konflikte und tief gespaltener Debatten stellt sich die Frage: Was bedeutet „Frieden“ heute eigentlich noch?

Man könnte meinen, er sei der kleinste gemeinsame Nenner. Doch beim Blick in Nachrichten und Talkshows reibt man sich verwundert die Augen: Der Begriff polarisiert, wird plötzlich instrumentalisiert und scheint alles andere als eine geteilte Utopie zu sein. Die politische Debatte neigt dazu, Frieden entweder als etwas zu sehen, das nur mit Waffen verteidigt werden kann, oder als etwas, das die pazifistische Ablehnung jeder Gewalt voraussetzt.

Die FriedensDekade 2025 ruft uns mit ihrem Motto „Komm den Frieden wecken“ dazu auf, dieses scheinbar Eingeschlafene neu zu beleben. Doch wie weckt man etwas auf, dessen Definition selbst umkämpft ist?

Frieden als Prozess: Mehr als die Abwesenheit von Gewalt

Für uns ist diese Reduktion zu kurz gedacht. Frieden ist viel mehr als die Abwesenheit von Gewalt. Die Organisation Pro Peace, vertreten durch Lea Heuser und Christoph Bongard, arbeitet für einen sogenannten Positiven Frieden, ein Konzept, das auf den Friedensforscher Johan Galtung zurückgeht. Dieser umfassende Ansatz schließt neben der Abwesenheit direkter, physischer Gewalt auch die Abwesenheit struktureller und kultureller Gewalt ein. Es geht um:

  • Gerechtigkeit

  • Die Verwirklichung der Menschenrechte

  • Demokratische Teilhabe

  • Die Überwindung diskriminierender und rassistischer Strukturen

Ein einfacher Waffenstillstand ist aus dieser Perspektive nicht das Ende, sondern kann bestenfalls der Beginn eines Friedensprozesses sein, der die tieferliegenden Ursachen von Konflikten adressiert.

„Komm den Frieden wecken“: Ein Aufruf zur aktiven Gestaltung

Genau hier wird das Motto „Komm den Frieden wecken“ für die FriedensDekade 2025 greifbar und relevant. Den Frieden zu wecken, bedeutet, ihn nicht als passiven Zustand hinzunehmen, sondern diesen umfassenden Prozess aktiv anzustoßen und zu begleiten. Es heißt, sich nicht mit der bloßen Waffenruhe zufriedenzugeben, sondern die Gerechtigkeitsfragen anzugehen, die immer wieder zu Konflikten führen.

Für die praktische Friedensarbeit gilt der zentrale Leitsatz, den wir uns zu eigen machen sollten:

„Frieden ist kein Zustand, Frieden ist ein Prozess abnehmender Gewalt und zunehmender Gerechtigkeit.“

Lassen Sie uns gemeinsam für dieses umfassende Verständnis streiten und den Friedensbegriff aus der Schusslinie holen, wie Heuser und Bongard appellieren.

Machen Sie mit: Unterstützung und Ausblick

Die FriedensDekade lädt Sie ein, diesen Prozess der zunehmenden Gerechtigkeit zu begleiten.

  • Materialien: Um das Motto „Komm den Frieden wecken“ in die Tat umzusetzen, finden Sie alle Materialien zur FriedensDekade. HIER GEHTS ZUM SHOP

  • Spenden: Ihre Spende ermöglicht uns die Fortführung dieser wichtigen Arbeit und die Begleitung von Projekten für einen positiven Frieden. Frieden spenden – Jetzt unterstützen!

Seien Sie außerdem dabei, wenn wir ab Anfang Dezember das neue Motto für 2026 bekannt geben, das diesen Weg entschlossen weiterführen wird.

Zum Original-Impuls: Den vollständigen Artikel von Lea Heuser und Christoph Bongard von Pro Peace können Sie HIER LESEN.

Machen Sie den Frieden sichtbar! Werden Sie Teil des „Netz des Friedens“ und knüpfen Sie am Mosaik

Motto 2025: Komm den Frieden wecken

Die FriedensDekade 2025 ist vorbei: Das Engagement lebt weiter!

Zehn Tage lang, unter dem verbindenden Motto „Komm den Frieden wecken“, haben Sie im November 2025 in Ihren Gemeinden, Schulen und Gruppen ein starkes Zeichen gesetzt. Wir danken Ihnen von Herzen für jede Kerze, jedes Gebet und jede Aktion, die Sie in dieser Zeit ins Leben gerufen haben.

Die FriedensDekade ist mehr als eine zehntägige Kampagne – sie ist Ausdruck eines tief verwurzelten Wunsches nach Gerechtigkeit und Frieden. Die wahre Stärke dieser Bewegung liegt in der Vielfalt und der Vielzahl der lokalen Initiativen.

Einige Lichtblicke aus 2025, wie haben Sie den Frieden geweckt?

Auch im Jahr 2025 gab es beeindruckende Aktivitäten, die Mut machen und inspirieren:

  • Begegnungen vor Ort: Viele Gemeinden organisierten interreligiöse Friedensgebete, die Menschen verschiedener Glaubensrichtungen zusammenbrachten.

  • Politisches Engagement: Es gab zahlreiche Lesungen und Diskussionsabende, die sich kritisch mit aktuellen Konflikten auseinandersetzten.

  • Bildung und Jugend: Schulen nutzten die Dekade, um Projekttage zur Gewaltprävention oder zum Thema Zivilcourage anzubieten und so die nächste Generation zu sensibilisieren.

Diese vielen, oft im Stillen geleisteten Beiträge dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Sie verdienen mehr Sichtbarkeit, um andere zu inspirieren!

Ihre Dokumentation ist gefragt: Knüpfen Sie mit uns das „Netz des Friedens“!

Wir haben in diesem Jahr das „Netz des Friedens“ vorsichtig erprobt. Es ist unsere Vision einer zentralen Plattform, die die gesammelte Friedensarbeit in Deutschland abbildet. Leider stellen wir fest, dass viele Gemeinden ihre wichtigen Aktionen noch nicht einsenden oder eintragen.

Deshalb rufen wir Sie jetzt dringend auf: Helfen Sie uns, aus Ihren lokalen Aktionen das beeindruckende „Mosaik des Friedens“ zu erschaffen!

Ihr Beitrag macht den Unterschied und zeigt der Öffentlichkeit, wie stark und vielfältig das Friedensengagement in unserem Land ist.

Was Sie uns einsenden können Wichtige Hinweise
Fotos (von Kerzen, Friedensbannern, Aktionen) Bitte senden Sie nur Bilder, für die Sie die Veröffentlichungsrechte haben (Datenschutz beachten).
Videos (kurze Statements, Eindrücke der Veranstaltung) Kurze Clips (max. 60 Sekunden) sind besonders gut geeignet.
Geschichten & Texte (Predigtauszüge, Erfahrungsberichte, Pressemitteilungen) Wir nutzen diese für unsere Features und als Inspiration für das kommende Jahr.

Jetzt aktiv werden: Senden Sie uns Ihre Dokumentation zur FriedensDekade 2025 mit dem Betreff „Mosaik 2025“ an

Für 2026: Wir suchen Botschafter des Friedens 

Um das „Netz des Friedens“ im kommenden Jahr noch dichter knüpfen zu können, möchten wir die lokale Präsenz und die Vernetzung vor Ort gezielt stärken.

Dafür suchen wir Sie, als Botschafter für Frieden!

Wir suchen engagierte Menschen in den Regionen, die das Friedensanliegen das ganze Jahr über in ihrer Region verankern und die FriedensDekade 2026 aktiv begleiten.

Ihre konkreten Aufgaben als Botschafter (persönlich, vor Ort):

  • Veranstaltungen: Kontakte zu Kirchengemeinden und regionalen Initiativen aufbauen und pflegen.

  • Thematische Schirmherrschaft: Thematisch passende Veranstaltungen in der Region identifizieren und darauf hinwirken, dass diese Termine gezielt unter dem Schirm der FriedensDekade laufen.

  • Fokussierte Themen: Gezielte Bewerbung und Durchführung von wichtigen Informationsveranstaltungen, z.B. zur Kriegsdienstverweigerung, insbesondere in der Zeit der FriedensDekade.

Interessiert? Dann nutzen Sie die Gelegenheit!

Bewerbungen bitte an: kontakt@friedensdekade.de Wir freuen uns darauf, das Engagement für den Frieden gemeinsam mit Ihnen weiterzutragen.

Unterstützen Sie die Friedensbewegung: Spenden und Materialbestellung

Die FriedensDekade lebt von Ihrem Engagement, aber auch von einer soliden Basis, die es uns ermöglicht, jedes Jahr neue Materialien zu entwickeln und das „Netz des Friedens“ weiter auszubauen.

Mit jedem Kauf von Materialen, aus unserem Webshop, sei es die Jahreslosung, Plakate oder Aktionshilfen, unterstützen Sie nicht nur Ihre lokale Arbeit, sondern leisten einen direkten Beitrag zur Aufrechterhaltung und Weiterentwicklung der gesamten FriedensDekade.

Darüber hinaus sind wir auf Ihre finanzielle Unterstützung angewiesen:

Ihre Spende ist aktive Friedensarbeit! Jede Spende ermöglicht es uns, überkonfessionell und unabhängig zu bleiben, unsere Netzwerkarbeit zu stärken und auch im nächsten Jahr die Botschaft des Friedens in die Öffentlichkeit zu tragen.

Spendenkonto: Ökumenische FriedensDekade
IBAN: DE21 3506 0190 1014 4230 08
Verwendungszweck: Frieden

Oder direkt online: Spenden

Vielen Dank für Ihre Solidarität und Ihre tatkräftige Unterstützung!

Die FriedensDekade 2025 hat uns gezeigt: Der Frieden ist weckbar! Nun ist es an uns, dieses Erwachen sichtbar zu machen. Senden Sie uns Ihre Beiträge und gestalten Sie aktiv das Netz des Friedens mit.

Kommen Sie den Frieden wecken – und sorgen Sie dafür, dass Ihr Beitrag nicht ungehört bleibt!

Ökumenische FriedensDekade 2025 endet mit starkem Zeichen für Frieden

PRESSEMITTEILUNG

„Komm den Frieden wecken“ Ein Weckruf, der weiterklingt

Die Ökumenische FriedensDekade 2025 ist mit dem Buß- und Bettag zu Ende gegangen. Unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ haben vom 9. bis 19. November Zehntausende Menschen in Gemeinden, Schulen, Initiativen und kirchlichen Einrichtungen ein kraftvolles Zeichen gesetzt: Frieden ist möglich, Frieden ist nötig – und Frieden beginnt bei uns.

Trotz gesellschaftlicher Spannungen und lauter Debatten über Wehrpflicht, Sicherheitspolitik oder geopolitische Konflikte zeigte sich in diesen Tagen deutlich die tiefe Sehnsucht nach einem solidarischen, gewaltfreien Miteinander. Menschen kamen ins Gespräch, suchten Annäherung, entwickelten gemeinsame Ideen und trugen Verantwortung füreinander.

„Komm den Frieden wecken‘ war mehr als ein Motto – es war ein Weckruf“, sagt Jan Gildemeister, Vorsitzender der Ökumenischen FriedensDekade. „Und dieser Weckruf hallt weit über die zehn Tage hinaus.“

Ein kraftvoller Auftakt und bewegende Höhepunkte

Mit über 200 Eröffnungsgottesdiensten am 9. November wurde sichtbar, wie breit der Wunsch ist, sich für Frieden einzusetzen. Ein besonderer Höhepunkt war der zentrale Gottesdienst am 12. November in der Jakobikirche Chemnitz, gestaltet von der ACK und der Stadtökumene. In der Kulturhauptstadt Europas 2025 entstand ein eindrucksvolles Zeichen für Versöhnung, Zukunftsvertrauen und gesellschaftliche Zusammenarbeit.

Während der gesamten Dekade formten sich überall im Land vielfältige Räume des Friedens: tägliche Friedensgebete, Lichterwege, Andachten, Diskussionsrunden, Workshops, Schulaktionen und musikalische Formate. In vielen Orten erinnerten Gedenk- und Kunstaktionen an die Schrecken vergangener Kriege und an die Bedeutung gewaltfreier Zukunftsperspektiven. Gleichzeitig beteiligten sich Chöre, Jugendgruppen und Gemeinden mit kreativen Friedensimpulsen – und das Friedenslied „Komm, Frieden, lass dich wecken“ von Eugen Eckert klang wie ein verbindender Ton über viele dieser Begegnungen.

Diese Vielfalt machte deutlich, dass Menschen sich nach Miteinander, Vergebung, gemeinsamer Gestaltungskraft und friedlichen Perspektiven sehnen – und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen.

Die digitale Ausstellung justice.peace.imagination begleitete die FriedensDekade mit täglich neuen Werken aus einem bundesweiten Sketchbook-Projekt. Über 300 Teilnehmende setzten sich darin kreativ mit der Frage auseinander, wo ihnen Frieden und Gerechtigkeit begegnen und wo sie fehlen. Die Ausstellung geht ab März 2026 auf Tour durch Ostdeutschland.

Das Plakatmotiv von Sebastian Schmidt – eine weiße Taube, die aus einem roten Megafon fliegt – zeigte eindrücklich: Frieden braucht eine Stimme. Ergänzt wurde es durch das historische Zeichen „Schwerter zu Pflugscharen“, das seit seinen Anfängen in der DDR-Friedensbewegung als Symbol für gewaltfreien Wandel, Gerechtigkeit und Versöhnung steht. Beide Motive prägten die diesjährige FriedensDekade sichtbar und stärkten die Kontinuität des friedensethischen Engagements.

Zeitgeist trifft Weckruf

Inmitten politischer Unsicherheiten und zunehmend polarisierter Debatten wurde die FriedensDekade zu einem Gegenbild: ein Raum für Dialog statt Fronten, für Zuversicht statt Resignation.

Der Landesbischof Friedrich Kramer, Friedensbeauftragter des Rates der EKD und Landesbischof der EKM, beschreibt dieses Anliegen so: „‚Komm den Frieden wecken‘ – das Motto der diesjährigen FriedensDekade ist ein Weckruf im wahrsten Sinne des Wortes: Er will uns in Bewegung setzen, damit wir bei uns und anderen die Bereitschaft wecken, am gerechten Frieden mitzuarbeiten.“

Genau diese Bewegung war während der Zehn Tage deutlich spürbar, in großen Aktionen ebenso wie in leisen Momenten. Es sind diese Augenblicke der Verbundenheit, in denen spürbar wird, wie sich starre Herzen öffnen und ein stilles Lächeln den Weg zurück ins Leben findet.

Kurz nach Abschluss der FriedensDekade tritt das Gesprächsforum Ende November in Fulda zusammen, um das Jahresmotto für 2026 festzulegen. Gleichzeitig beginnt ein strategischer Blick auf die kommenden fünf Jahre – bis zum 50-jährigen Jubiläum der Ökumenischen FriedensDekade im Jahr 2030, das bereits jetzt in Vorbereitung genommen wird.

 

Pressekontakt:
Jan Gildemeister
Vorsitz Ökumenische FriedensDekade e.V./ AGDF
E-Mail: jan.gildemeister@friedensdekade.de
Tel.: 0228 / 24 999 -13

Zentraler Gottesdienst der FriedensDekade 2025: „Weg der Gewalt verspricht keine langfristigen Lösungen“

Zentraler Gottesdienst der FriedensDekade 2025 in Chemnitz ruft zur Beharrlichkeit im Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit.

Chemnitz, 12. November 2025.

Unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ feierten Christinnen und Christen unterschiedlicher Kirchen am Mittwochabend in der Stadtkirche St. Jakobi in Chemnitz den bundesweiten zentralen Gottesdienst zur Ökumenischen FriedensDekade 2025.

In seiner Predigt erinnerte der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), Reverend Christopher Easthill, daran, dass Gewalt keinen nachhaltigen Frieden schaffen könne. Stattdessen brauche es Mut zur Sanftheit, Geduld und Vertrauen in die Kraft Gottes, die Liebe ist.

Frieden braucht keine Stärke, sondern Beharrlichkeit

Ausgehend vom biblischen Propheten Elia (1. Könige 19,1–13a) spannte Easthill den Bogen zur Gegenwart:

„Der Weg der Gewalt verspricht zwar kurzfristige Siege, aber keine langfristigen Lösungen – und führt meistens nur zu mehr Gewalt.“

Gott habe sich Elia nicht im Sturm oder im Feuer gezeigt, sondern „im stillen, sanften Sausen“.
Darin liege eine zentrale Botschaft für die Friedensarbeit heute: Gott wirkt nicht durch Macht, sondern durch leise Beharrlichkeit.

„Komm, lass uns den Frieden wecken – sanft, manchmal leise, immer beharrlich, und immer mit der Kraft Gottes, die Liebe ist“, sagte Easthill.

Kirchen rufen zum friedlichen Handeln auf

Die ACK machte in ihrer Feier deutlich, dass christliche Friedensethik nicht auf Verteidigung, sondern auf Vertrauen, Dialog und Gerechtigkeit gründet. In Zusammenarbeit mit der ACK Sachsen und dem Ökumenekreis Chemnitz gestalteten Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Konfessionen den Gottesdienst, begleitet von Musik des Chors der Neuapostolischen Kirche und der Organistin Barbara Thiem.

„Harmonie der Menschlichkeit“ gewinnt Ökumenepreis 2025

Im Anschluss wurde der Jurypreis des Ökumenepreises 2025 verliehen.
Ausgezeichnet wurde das interreligiöse Projekt „Harmonie der Menschlichkeit“ des Vereins Brückenbauer Chemnitz e.V., das Menschen verschiedener religiöser Traditionen miteinander ins Gespräch bringt.

Initiator Adib Jaafari, syrischer Christ, sagte:

„Der gemeinsame Kontakt in die arabische Community ist der beste Weg für ein friedliches Zusammenleben. Wenn wir miteinander reden, vermeiden wir, dass wir gegeneinanderstehen.“

45 Jahre Ökumenische FriedensDekade. Ein Ruf, der bleibt

Seit 45 Jahren lädt die Ökumenische FriedensDekade Gemeinden, Kirchen und Initiativen dazu ein, den Frieden neu zu denken und aktiv zu wecken. Das diesjährige Motto „Komm den Frieden wecken“ ruft dazu auf, Frieden nicht als Zustand, sondern als bewusste Entscheidung und fortwährenden Prozess zu verstehen.

Die vollständige Predigt finden Sie hier.

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