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Schlagwort: Dorothee Sölle

DOROTHEE SÖLLE – MYSTIK UND WIDERSTAND

Biographie einer Friedenspionierin
Zum Jahresmotto 2026 der ökumenischen FriedensDekade „couragiert widerständig“

„Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Militarismus.“

so formulierte es Dorothee Sölle (1929–2003) zugespitzt. Sie war eine Theologin, die nie glaubte, dass Glaube und Politik voneinander getrennt werden können.

In unserer Reihe „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 stellen wir Pionierinnen mutiger Widerständigkeit vor. Dorothee Sölle steht für eine Theologie der Einmischung, die Mystik und gesellschaftlichen Widerstand unlösbar miteinander verknüpft.

2026 diskutieren Europa und Deutschland erneut intensiv über Aufrüstung und Sicherheit. Sölles radikale Fragen fordern uns heraus: Was bedeutet Frieden, wenn gleichzeitig aufgerüstet wird? Und was bedeutet Glaube, wenn er keine Konsequenzen für unser Handeln hat?

Theologie der Einmischung und Politisches Nachtgebet

Dorothee Sölle (1929–2003) war eine Theologin, für die Glaube und Politik untrennbar zusammengehörten. Nach ihrer Promotion beschäftigte sie sich intensiv damit, wie nach Auschwitz noch von Gott gesprochen werden kann – ein reiner Innenglaube reichte ihr nicht. 1968 begründete sie in Köln das „Politische Nachtgebet“ mit, in dem sich biblische Texte und Analysen zu Vietnamkrieg, Armut und sozialer Ungerechtigkeit verbanden.

Stimme der Friedensbewegung

Sölle wurde zu einer prägenden Stimme der Friedensbewegung. Am 10. Oktober 1981 sprach sie bei der großen Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten gegen die NATO-Nachrüstung (unter dem Titel ihrer Rede: „Wenn ein Fluss umkippt“). Wegen ihrer klaren Haltung blieb ihr eine Professur in Deutschland lange verwehrt; sie lehrte stattdessen von 1975 bis 1987 in New York.

Mystik und Widerstand

Bis zu ihrem Tod 2003 verband Sölle politische Radikalität mit tiefer Frömmigkeit. Mystik bedeutete für sie nie die Flucht aus der Welt, sondern die Erkenntnis, was Menschen einander schuldig sind: „Aufrüstung tötet auch ohne Krieg“ war ihr Mahnruf gegen ein System, das Sicherheit auf Kosten von Menschenleben und sozialer Gerechtigkeit baut.

 


Couragiert widerständig, wie Dorothee Sölle.
Für einen Glauben, der sich einmischt, und für den Mut, Frieden nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen.


 

Fragen zur Reflexion

Dorothee Sölle verband ihren Glauben mit politischem Handeln. Wo erleben Sie heute eine Situation, in der Schweigen nicht ausreicht?

Sölle stellte die Frage, wie viel Sicherheit durch Aufrüstung tatsächlich entsteht. Welche Fragen sollten wir stellen, wenn heute über Sicherheit und Frieden gesprochen wird?

Für Dorothee Sölle gehörten Mystik und Widerstand zusammen. Was könnte es für Sie bedeuten, Spiritualität und gesellschaftliches Engagement miteinander zu verbinden?

Gebet

Gott des Friedens, gib uns den Mut, unsere Stimme zu erheben, wenn Menschen leiden.
Lass uns nicht vergessen, dass Frieden immer auch mit unserem eigenen Handeln beginnt.
Stärke uns, dem Leben zu dienen.
Amen.

 

Zum Weiterlesen und Quellen:

  • Dorothee Sölle: „Stellvertretung“ (1965)
  • Dorothee Sölle: „Aufrüstung tötet auch ohne Krieg“ (1982)
  • Renate Wind: „Dorothee Sölle. Rebellin und Mystikerin“ (2008)

Häufig gestellte Fragen

Wer war Dorothee Sölle?
Dorothee Sölle war eine deutsche evangelische Theologin und Mystikerin, die mit ihrer „Theologie der Einmischung“ Christentum und politischen Widerstand eng miteinander verband.

Warum stand sie für „couragierten Widerstand“?
Sie engagierte sich zeitlebens unerschrocken gegen den Vietnamkrieg, Atomwaffen und die Logik des Kalten Krieges, da Aufrüstung für sie bereits eine Form von Gewalt darstellte.

Was bewirkte das Politische Nachtgebet?
Das 1968 von ihr mitbegründete Format in Köln verknüpfte erstmals Bibeltexte mit knallharten gesellschaftskritischen Analysen zu Armut und Krieg, um Gläubige zum Handeln zu mobilisieren.

Wo kann ich die Langversionen und Porträts erhalten?
Das vollständige biografische Porträt sowie vertiefende Materialien finden Sie im neuen Mitgliederbereich sowie im Rahmen der ökumenischen FriedensDekade.

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Diese zwölf Frauen warten auf Ihren Einsatz

Pionierinnen brechen Tabus:
Bertha von Suttner (Österreich), Sophie Scholl (Deutschland), Petra Kelly (Deutschland)

Frieden ist unteilbar:
Wangari Maathai (Kenia), Leymah Gbowee (Liberia), Rigoberta Menchú Tum (Guatemala)

Standhaftigkeit im Alltag leben:
Rosa Parks (USA), Betty Williams (Nordirland), Bärbel Bohley (DDR)

Hoffnungskraft praktizieren:
Dorothy Day (USA), Dorothee Sölle (Deutschland), Malala Yousafzai (Pakistan)

Die Drucklizenz ist bis Anfang September zum Vorverkaufspreis von 42 Euro erhältlich, danach 49 Euro. Am einfachsten bestellen Sie die Ausstellung separat, ohne weitere Artikel im Warenkorb.

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