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Schlagwort: DigitaleAusstellung

Justice.Peace.Imagination – Eine digitale Ausstellung zur FriedensDekade 2025

Ein Stapel leerer Sketchbooks, darauf der Titel der digitalen Ausstellung justice.Peace.Imagination

Justice.Peace.Imagination

Eine digitale Ausstellung zur FriedensDekade 2025

Kunst kann sagen, was Worte oft nicht können.
Unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ lädt die FriedensDekade 2025 dazu ein, den eigenen Blick auf Frieden, Gerechtigkeit und Verantwortung zu schärfen. Das künstlerische Sketchbook-Projekt „Justice.Peace.Imagination“ greift diese Einladung auf und verwandelt sie in gelebte, sichtbare Kreativität. 

Während der Ökumenischen FriedensDekade werden wir zehn Werke aus dem Projekt präsentieren. Von März bis November 2026 ist die komplette Sketchbook-Ausstellung auf Tour durch Ostdeutschland.

Über 300 Menschen aus ganz unterschiedlichen Lebenswelten gestalten ihr eigenes Sketchbook. Ein leeres Buch, das Raum bietet für Gedanken, Farben, Linien, Visionen. Es ist eine persönliche Auseinandersetzung mit zwei zentralen Fragen:

Wo begegnen dir Gerechtigkeit und Frieden in deiner Lebenswelt und wo nicht?
Und wie könnte eine Welt aussehen , die gerecht und friedlich ist?

Jedes Sketchbook erzählt eine Geschichte. Zusammen bilden sie eine wachsende Bibliothek künstlerischer Stimmen, die zeigen, wie vielfältig und zugleich verbunden unsere Vorstellungen von Frieden sind.

Die Sketchbooks laden ein zu einem lebendigen Dialog zwischen Kunst, Spiritualität und gesellschaftlichem Engagement. Ein Raum, in dem wir gemeinsam beginnen können, den Frieden zu wecken.

Justice.Peace.Imagination

Justice.Peace.Imagination ist ein gemeinsames Projekt der Evangelischen Landeskirchen in Mitteldeutschland und Sachsen. Mehr Infos zum Projekt und zur Teilnahme gibt es hier oder auf dem Instagram-Kanal justice.peace.imagination.

  • Das Bild zeigt einen ziemlich verworrenen Weg, der an manchen Stellen sehr eng ist, an anderen in Sackgassen endet, sich im Kreis dreht, mal in leuchtenden Farben, mal eher düster. Parallel zum Weg sind Worte zur (fehlenden) Gendergerechtigkeit zu lesen.

    Tag 1

    „Die Stunde ist da“ (Römer 13,11). Es ist Zeit aufzuwachen, den Frieden zu suchen und zu wecken. Das erste Bild der digitalen Ausstellung zur FriedensDekade 2025  von Sandy Körner macht sichtbar, dass dieser Weg kein einfacher ist: Er schlängelt sich, verzweigt sich, führt in Sackgassen und wieder hinaus. Für manche ist er leicht, für andere steinig. Doch genau in diesem Unterwegssein beginnt der Frieden – in der Auseinandersetzung, im Dranbleiben, im Versuch, gerecht zu leben.

    Mein Buch hat insgesamt zum Motto, dass es ein sehr langer Weg zu Frieden und Gerechtigkeit ist. Für die einen ist es leicht, für andere ein ziemlich steiniger Weg. Und ein wirkliches Ankommen am Ziel gibt es vielleicht auch gar nicht. Möglicherweise muss die Freiheit und die Gerechtigkeit an manchen Punkten auch mit Gewalt verteidigt werden?! 

    Der Weg zu Frieden und Gerechtigkeit wird sich sichtbar durch mein gesamtes Buch ziehen und durch Schlagworte und kurze Gedankenschnipsel ergänzt werden. 

    Die Doppelseite zeigt einen ziemlich verworrenen Weg, der an manchen Stellen sehr eng ist, an anderen in Sackgassen endet, sich im Kreis dreht, mal in leuchtenden Farben, mal eher düster. Parallel zum Weg sind Worte zur (fehlenden) Gendergerechtigkeit zu lesen.

    – Sandy Körner

     

  • Eine Kerze in einer herbstlichen Landschaft.

    Tag 2

    „Komm, den Frieden wecken“ Mit einer Kerze, die Wärme verspricht, wo noch Dunkel ist. In Gabi Herbsts Beitrag wird das Warten auf Frieden zum Warten auf die Sonne: ein leises Vertrauen, dass Licht und Liebe bleiben, auch wenn sie schon im Aufbruch waren.

    auf die sonne warten

    auf das grosse versprechen

    dass man nicht

    erfrieren wird heute

    und morgen auch nicht

    dass licht da sein wird

    an allen ecken und enden

    und die liebe den koffer

    noch einmal auspackt

    mit dem zu fliehen sie

    vorhatte

    – Gabi Herbst

  • Sonne der Gerechtigkeit

    Tag 3

    „Komm, den Frieden wecken“. Dieser Ruf der FriedensDekade 2025 klingt in vielen Tönen. Manchmal leise und hoffnungsvoll, manchmal rau und schmerzhaft ehrlich.
    Das heutige Werk, „Sonne der GERECHTIGKEIT“, stammt von einer Jugendlichen, die Worte und Farben für das findet, was schwer auszuhalten ist: Ungerechtigkeit, Schweigen, Verlust von Vertrauen.

    In kräftigen Linien und schmerzlicher Klarheit zeigt sie, dass Frieden nicht entstehen kann, wo Unrecht verdrängt wird. Das Bild erinnert uns daran, dass Frieden auch Wahrheit braucht und den Mut, hinzusehen.


    Sonne der GERECHTIGKEIT
              (G., eine Jugendliche)

    So gerne 
    würde ich das singen; 
    hoffnungsvoll 
    und
    hoffnungsfroh.

    „in unserer Zeit“
    NEIN. Nicht mal in unserer Zeit.
    NEIN. Trotz ForuM Studie.
    NEIN. Trotz angekündigtem Kulturwandel.

    Unser Damals 
    bleibt JETZT.
    Ohne Sonne.
    Ohne Gerechtigkeit.

    „Brich in deiner Kirche an…“
    NEIN. Sie schützt sich lieber selbst.
    NEIN. Sie versteckt sich lieber hinter „unabhängigen“ Kommissionen.
    NEIN. Sie schenkt uns lieber keinen Glauben.

    Erbarm dich Gott.

    ___________________________________

    Dies ist die erste Seite aus einem Sketchbook des Projekts ich.und.ICH.und.wir. Gemalt und geschrieben von einer unserer Jugendlichen, die so sehr damit ringt, dass Kirche ihr Zuhause war/ist und sie erleben muss, wie andere von uns in ihren Gewalterfahrungen durch Kirche allein gelassen werden, wie ihnen nicht geglaubt wird, dass sie sexualisierte, organisierte und rituelle Gewalt durch Pfarrer erlebt haben.

    Material: Ölpastellkreide, Gouache, Acryl

  • Unser langer Weg - Lutz Olaf Walter

    Tag 4

    „Komm, den Frieden wecken“ erinnert daran, dass Frieden kein Ziel ist, das man einmal erreicht, sondern ein Weg, der immer weiterführt.
    Das Werk „Unser langer Weg“ von Lutz-Olaf Walter zeigt diese Bewegung eindrucksvoll: eine Reise durch Dunkelheit und Licht, durch das Chaos der Welt und das Aufblitzen von Hoffnung.

    In den Tiefen des Schwarz verbirgt sich ein zartes, aber beständiges Leuchten. Es erzählt von dem Mut, trotz Unsicherheit weiterzugehen, von der Kraft, das Licht zu suchen, wo Schatten sind.

    Frieden entsteht unterwegs . Schritt für Schritt, inmitten der Ungewissheit.

  • Das Bild Bärbel Benkerts zeigt einen Baum, eine Pistole, sowie eine goldene Rüstung.

    Tag 5

    Das aussdrucksstarke Bild von Bärbel Benkert spricht von einem tiefen, stillen Wandel, vom Ablegen der Schwere und vom Hineinwachsen in etwas Lebendiges.
    „Die Rüstung ablegen“ heißt hier: sich dem Frieden anvertrauen, nicht als Flucht, sondern als bewusste Entscheidung, nicht länger im Widerstand, sondern in Verbindung zu leben.
    So wird der Lebensbaum zum Gegenbild der Waffe. Er steht für Verwurzelung statt Verteidigung, für das leise, beharrliche Wecken des Friedens in uns selbst.
    Ein innerer Akt der Entwaffnung, der den Mut der Liebe sichtbar macht.

  • Tag 6

    Frieden beginnt oft dort, wo wir ihn am wenigsten suchen: in uns selbst. Das Werk von Fanny Oehmichen lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten, den Blick nach innen zu richten und den Frieden nicht als Zustand, sondern als tägliche Entscheidung zu begreifen.
    In ihrem Werk spiegelt Fanny Oehmichen den inneren Raum, aus dem Frieden erwachsen kann.
    Ihre warmen Linien und sanften Farben erinnern daran, dass jeder neue Tag eine Einladung zur Achtsamkeit, zur Sanftheit mit uns selbst und zu einer Haltung ist, die Frieden nicht fordert, sondern nährt.
    Der Titel „Jeden Morgen“ verweist auf diese tägliche Verantwortung: Wie wollen wir uns und anderen begegnen? Mit welcher inneren Haltung betreten wir den Tag?

    In meinem Sketchbook geht es um den Frieden, der zuerst in uns selbst beginnt.

    Der Titel heißt „Jeden Morgen“ und verweist auf die Verantwortung, die wir alle dafür tragen wie wir mit uns selbst und anderen umgehen – und jeden Morgen eine neue Entscheidung treffen können und müssen, wie wir den neuen Tag begrüßen wollen. Damit aus dem inneren Frieden auch Frieden mit Anderen werden kann – und wir auch Frieden in die Welt tragen können!

  • Tag 7

    Peggy Einickes leuchtende Komposition fragt direkt: „Do you like what you see?“
    Sie fordert uns heraus, über Wahrnehmung, Verantwortung und schöpferische Kraft nachzudenken. Ihre Arbeit ist ein Weckruf an die Vorstellungskraft. An die Fähigkeit, die Welt neu zu sehen, sie mitzugestalten und das innere Feuer der Hoffnung zu entfachen. 

    Wenn wir unseren Imaginations-Muskel stärken, öffnen wir den Raum, in dem Frieden wachsen kann.
    So wird aus dem Motto „Komm den Frieden wecken“ ein kreativer Auftrag: den Mut zu haben, neue Bilder von Zukunft zu entwerfen und sie Schritt für Schritt Wirklichkeit werden zu lassen.

  • Tag 8

    Christiane Thiels vielschichtiges Werk verbindet Intimität, Ritual und Verletzlichkeit zu einer stillen, aber eindringlichen Meditation über Frieden im eigenen Alltag. Eine Badewanne, Werkzeuge, Teekanne und die in Blau getauchte Figur treten in eine irritierende Spannung: Pflege und Gefahr, Wärme und Verletzbarkeit, Trost und Erschöpfung liegen dicht nebeneinander.

    Ihr Bild erinnert daran, wie oft Frieden dort beginnt, wo wir Selbsterhalt und Selbstfürsorge ernst nehmen. Ein ehrlicher Blick auf unsere Wunden, in der Reinigung von dem, was uns schwer macht, und im mutigen Schritt hin zu Klarheit und Lebendigkeit.

    Der darunter stehende Gundermann-Vers „Sing an gegen die Stille des Todes aus Gier und Trug“ eröffnet einen zweiten Resonanzraum: Frieden ist kein Zustand, der von allein kommt, sondern ein bewusstes Gegen-Anstimmen gegen das, was uns stumpf oder sprachlos macht.

    So schließt das Werk den Kreis zum Motto „Komm den Frieden wecken“: Es ist eine Einladung, im eigenen Inneren anzufangen: im Badewasser, im Atemzug, im Gesang, im kleinen Widerstand gegen das Verstummen.

  • Tag 9

    Das Werk des Kindes bringt auf berührende Weise auf den Punkt, was uns Erwachsenen manchmal verloren geht: klare, mutige Wahrheit. „Wer an Frieden glaubt, tut das Richtige“. Ausgeschnittene Buchstaben, Farbfelder, ein leuchtendes Peace-Symbol. Kein Zögern, kein Konjunktiv, kein vielleicht.

    Es zeigt, dass Frieden nicht kompliziert beginnt. Kinder verstehen intuitiv, dass Glauben an Frieden eine Haltung ist, die das eigene Handeln verändert.

    In seiner spielerischen Klarheit erinnert dieses Bild daran, was die FriedensDekade immer wieder betont: Frieden wächst dort, wo wir ihn ernst nehmen.
    So lädt dieses Werk uns ein, den Frieden wach zu halten. Gerade weil Kinder ihn so selbstverständlich sehen können.

  • Tag 10

    Was tun mit dem geschenkten Frieden?

    In Gisela Wicherns Arbeit liegt ein leiser, aber kraftvoller Moment der Menschlichkeit: Das grob angedeutete Kleid aus Papier wirkt wie eine Hülle, die fehlt, fast so als wäre jemand nicht nur ohne Kleidung, sondern auch ohne Schutz und ohne Stimme in dieser Welt dagestanden.

    Doch im Zentrum des Bildes geschieht etwas Unerwartetes: Zwei Hände, die ein Herz anbieten. Nicht als possessive Geste, sondern als Einladung. Das Herz steht hier nicht nur für Mitgefühl, sondern für Beziehung. Für das, was zwischen Menschen entsteht, wenn wir uns einander ehrlich zuwenden.

    Vielleicht erzählt dieses Bild weniger von Demütigung und mehr von Wiederherstellung. Von dem Moment, in dem jemand, der zu lange unsichtbar war, wieder ins Licht geholt wird. Als würde das Kleid nicht nur den Körper, sondern die Identität zurückgeben.

    Unter dieser Perspektive wird die Arbeit zu einer Frage an uns alle:
    Wie oft laufen wir an Menschen vorbei, die darauf warten mit Respekt und mit Aufmerksamkeit „angezogen“ zu werden?

    Frieden wecken heißt dann: nicht nur Strukturen verändern, sondern Beziehungen heilen.

    Es heißt, sich berühren zu lassen.
    Dem anderen wieder Gewicht geben.
    Die Würde eines Menschen nicht als abstrakten Wert, sondern als Geschenk zu behandeln.

    „Friede“ kommt aus dem Lateinischen und umschreibt die „Pax Romana“, die römische Rechtsordnung. Frieden bedeutet hier „Ordnung“ und gleichzeitig die Abwesenheit von Krieg!

    Aus Gottes Frieden leben –
    – für gerechten Frieden sorgen! Eine Denkschrift des Rates der EKD 2007 –

    Friede + Gerechtigkeit interpretieren sich wechselseitig…

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