• Startseite
  • Impulse
  • AUFRUF an die Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen 2022 in Karlsruhe
4. September 2022

AUFRUF an die Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen 2022 in Karlsruhe

Die Welt brennt an vielen Orten: Der Klimawandel lässt überall Wälder brennen, Getreide wird verbrannt, das unzählige Menschen vor Hunger bewahren könnte. Die Corona-Pandemie verändert alle Agenden. Im Krieg um die Ukraine wird der Konflikt um eine neue Weltordnung ausgetragen. Die Reichen werden immer unverschämter und die Armen immer mehr beschämt. Den vielen Krisen liegt eine einzige Frage zugrunde: Wo ist dein Bruder? Wo deine Schwester?

Deshalb richten wir den unten stehenden Appell an die Delegierten und an die Gäste der Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) aus allen Teilen der Welt. Er ist zustande gekommen nach Konsultationen mit Ökumeniker*innen aus Afrika, Asien, Europa und Nord- wie Lateinamerika. Wir haben gelernt, dass es notwendig ist, auf die Mutter Erde und die Armen zu hören, denn sie sie leiden am meisten unter dem globalisierten Kapitalismus.

Unser Aufruf steht in der Tradition der ökumenischen Bewegung: So verurteilte der Lutherische Weltbund auf seiner Vollversammlung in Winnipeg 2003 den neoliberalen Kapitalismus als Götzendienst. Nicht anders der Reformierte Weltbund im Jahr 2004 auf seiner Generalversammlung in Accra. Die Vollversammlung des ÖRK 2013 in Busan stellte fest: „Die wirtschaftliche Globalisierung hat den Gott des Lebens durch Mammon ersetzt, den
Gott des freien Marktkapitalismus, der die Macht für sich beansprucht, die Welt durch die Anhäufung unmäßigen Reichtums und Wohlstands zu retten“. Papst Franziskus verurteilt den Kapitalismus als eine „Wirtschaft, die tötet“. Die Kirchen haben in ihren offiziellen Dokumenten zu einer für die Geschichte der Kirchen wichtigen Einmütigkeit gefunden: Der herrschende Kapitalismus ist eine destruktive Religion; er ist als Götzendienst abzulehnen. Indes verschärft sich die Weltlage immer weiter, die angekündigten Katastrophen sind längst da. Die Frage ist nicht nur: Wo ist dein Bruder, wo deine Schwester? Wir müssen fragen: Wer ist Dein Bruder, wer deine Schwester?

Unser Aufruf ist ein Appell für eine universale Geschwisterlichkeit als Kern einer gemeinsamen Utopie von Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. (zum Appell, dt. und engl. Version)

Martin Gück & Franz Segbers
(Kairos Europa)

 

 

Weitere Artikel

Ökumene, “die bewohnte Erde” (von Frieda Wünsch, Friedensbotin der Ökumenischen FriedensDekade)

13. September 2022
(aus der FRIEDENS-ZEITUNG) Ich bin Frieda Wünsch, Gesundheits- und Krankenpflegende und Absolventin eines Bachelorstudiums für Pflege. Neben meine…

Über die Rolle privater Stiftungen im weltweiten Gesundheitsgeschehen (ein Kommentar)

13. September 2022
Die Bill-und-Melinda-Gates Stiftung ist die zweitgrößte Geberin von Geldern für Programme der globalen Gesundheit. Gates Äußerung, dass seine Stift…

AUFRUF an die Vollversammlung des Ökumenischen Rats der Kirchen 2022 in Karlsruhe

4. September 2022
Die Welt brennt an vielen Orten: Der Klimawandel lässt überall Wälder brennen, Getreide wird verbrannt, das unzählige Menschen vor Hunger bewahren …
0
    0
    Einkaufswagen
    Der Einkaufswagen ist leerZurück zum Shop
      Versand berechnen
      Apply Coupon