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22. September 2026

DOROTHEE SÖLLE – MYSTIK UND WIDERSTAND

Ökumenische FriedensDekade 2026 • Frauen des Friedens

Dorothee Sölle

Teil IV: Radikale Hoffnung praktizieren

„Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Militarismus.“
so formulierte es Dorothee Sölle (1929–2003) zugespitzt. Sie war eine Theologin, die nie glaubte, dass Glaube und Politik voneinander getrennt werden können.

2026 diskutieren Europa und Deutschland erneut intensiv über Aufrüstung und Sicherheit. Sölles radikale Fragen fordern uns heraus: Was bedeutet Frieden, wenn gleichzeitig aufgerüstet wird? Und was bedeutet Glaube, wenn er keine Konsequenzen für unser Handeln hat?

Über diese Reihe: Mit dieser Biografie führen wir unsere Reihen-Übersicht „Frauen des Friedens“ zur ökumenischen FriedensDekade 2026 fort. In Teil IV: Radikale Hoffnung praktizieren (nach Dorothy Day und Malala Yousafzai) steht Dorothee Sölle für eine Theologie der Einmischung, die Mystik und gesellschaftlichen Widerstand unlösbar miteinander verknüpft.

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Theologie der Einmischung und Politisches Nachtgebet

Dorothee Sölle (1929–2003) war eine Theologin, für die Glaube und Politik untrennbar zusammengehörten. Nach ihrer Promotion beschäftigte sie sich intensiv damit, wie nach Auschwitz noch von Gott gesprochen werden kann – ein reiner Innenglaube reichte ihr nicht. 1968 begründete sie in Köln das „Politische Nachtgebet“ mit, in dem sich biblische Texte und Analysen zu Vietnamkrieg, Armut und sozialer Ungerechtigkeit verbanden.

Stimme der Friedensbewegung

Sölle wurde zu einer prägenden Stimme der Friedensbewegung. Am 10. Oktober 1981 sprach sie bei der großen Friedensdemonstration im Bonner Hofgarten gegen die NATO-Nachrüstung (unter dem Titel ihrer Rede: „Wenn ein Fluss umkippt“). Wegen ihrer klaren Haltung blieb ihr eine Professur in Deutschland lange verwehrt; sie lehrte stattdessen von 1975 bis 1987 in New York.

Mystik und Widerstand

Bis zu ihrem Tod 2003 verband Sölle politische Radikalität mit tiefer Frömmigkeit. Mystik bedeutete für sie nie die Flucht aus der Welt, sondern die Erkenntnis, was Menschen einander schuldig sind: „Aufrüstung tötet auch ohne Krieg“ war ihr Mahnruf gegen ein System, das Sicherheit auf Kosten von Menschenleben und sozialer Gerechtigkeit baut.

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Couragiert widerständig, wie Dorothee Sölle. Für einen Glauben, der sich einmischt, und für den Mut, Frieden nicht als Selbstverständlichkeit hinzunehmen.

Fragen zur Reflexion

  • Dorothee Sölle verband ihren Glauben mit politischem Handeln. Wo erleben Sie heute eine Situation, in der Schweigen nicht ausreicht?
  • Sölle stellte die Frage, wie viel Sicherheit durch Aufrüstung tatsächlich entsteht. Welche Fragen sollten wir stellen, wenn heute über Sicherheit und Frieden gesprochen wird?
  • Für Dorothee Sölle gehörten Mystik und Widerstand zusammen. Was könnte es für Sie bedeuten, Spiritualität und gesellschaftliches Engagement miteinander zu verbinden?

Gebet

Gott des lebendigen Geistes.
Lass uns nicht wegsehen, wo Menschen leiden.
Gib uns Worte, die die Wirklichkeit benennen,
und Gebete, die uns in Bewegung bringen.
Amen.

Zum Weiterlesen:

  • Dorothee Sölle: „Stellvertretung“ (1965)
  • Dorothee Sölle: „Aufrüstung tötet auch ohne Krieg“ (1982)
  • Renate Wind: „Dorothee Sölle. Rebellin und Mystikerin“ (2008)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wer war Dorothee Sölle?

Dorothee Sölle war eine deutsche evangelische Theologin und Mystikerin, die mit ihrer „Theologie der Einmischung“ Christentum und politischen Widerstand eng miteinander verband.

Warum stand sie für „couragierten Widerstand“?

Sie engagierte sich zeitlebens unerschrocken gegen den Vietnamkrieg, Atomwaffen und die Logik des Kalten Krieges, da Aufrüstung für sie bereits eine Form von Gewalt darstellte.

Was bewirkte das Politische Nachtgebet?

Das 1968 von ihr mitbegründete Format in Köln verknüpfte erstmals Bibeltexte mit knallharten gesellschaftskritischen Analysen zu Armut und Krieg, um Gläubige zum Handeln zu mobilisieren.

Wo gibt es die Ausstellung und das Buch dazu?

Die vollständigen Porträts und Geschichten sind im gedruckten Begleitbuch „Frauen des Friedens“ sowie als Plakate für die begleitende Ausstellung erhältlich. Vertiefende Langversionen als PDFs stehen im Mitgliederbereich bereit. Alle Materialien und das Buch können direkt über den Shop der Ökumenischen FriedensDekade bezogen werden.

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