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Schlagwort: Osteraufstand 1916

Ein Ruf nach Frieden

Vom Zombie zum Friedensboten: Ein Oster-Echo aus Irland

Heute schreiben wir den 24. April 2026. In Bayern sind gerade die Osterferien zu Ende gegangen, doch im Kirchenjahr befinden wir uns noch mitten in der Osterzeit, jener 50-tägigen Spanne bis Pfingsten, die uns daran erinnert, dass das Leben das letzte Wort hat.

Doch Ostern ist nicht überall nur ein Fest der Ruhe. Auf den Tag genau vor 110 Jahren, am 24. April 1916, begann in Irland der Osteraufstand. Ein Ereignis, das eine Spirale der Gewalt auslöste, die Jahrzehnte überdauerte.

In unserem Jahresmotto „couragiert widerständig“ suchen wir nach Wegen, wie wir aus solchen Kreisläufen ausbrechen können. Pastor Jens D. Haverland blickt in seinem Impuls auf ein weltberühmtes Protestlied und stellt eine radikale Frage: Sind wir Gefangene unserer Köpfe, oder folgen wir dem Ruf der Auferstehung?


Der Schatten von 1916: Ein Aufstand und seine Folgen

Im Jahr 1916 war Ostern spät im Jahr – Ostermontag fiel auf den 24. April 1916 und an diesem Ostermontag begannen in Irland auch der sogenannt Osteraufstand, der schließlich zu den jahrzehntelangen kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen Protestanten und Katholiken in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Nordirland um die Eigenständigkeit Irlands führte – dem Nordirlandkonflikt. Dabei lagen die Wurzeln des Konflikts rund 800 Jahre zurück. In den 1150er Jahre bat Dermot MacMurrough nach Verbannung durch seine Landsleute König Heinrich II. von England um Unterstützung, sein Land zurückzuerhalten. Bis nächstes Jahr läuft nun noch das Friedensprojekt „PEACE PLUS“ der Europäischen Union, um in der irischen Grenzregion und Nordirland Frieden und Versöhnung zu fördern und soziale, wirtschaftliche und regionale Stabilität und Zusammenarbeit voranzutreiben. Trotz immer wieder aufflackernder Konflikte in Folge des Brexits liegen große Hoffnung auf der Jugend und der weitestgehend im Frieden aufgewachsenen Generation.

„Zombie“: Wenn Gewalt die Gedanken besetzt

Im September 1994 veröffentlichte die Irische Band „The Cranberries“ ein Lied, das zu ihrem größten Erfolg werden sollte – Zombie. Der Text nimmt Bezug auf den Nordirlandkonflikt und erinnert an den Tot zweier Kinder, die bei einem Bombenanschlag der IRA im März 1920 ums Leben kamen. Im Wechsel zwischen den Beschreibungen, wie die beiden toten Körper der Kinder weggetragen werden, wird refrainartig der Attentäter, der Betrachter der Szene bzw. der Hörer des Liedes mit der Frage konfrontiert: Was ist bloß in deinem Kopf los, Zombie? Mittelpunkt des Textes ist die Erinnerung an den Osteraufstand von 1916: Es ist immer das gleiche Thema seit 1916. In deinem Kopf kämpfen sie noch immer – mit ihren Panzern und ihren Bomben und ihren Waffen. In deinem Kopf sterben sie.

Aufwachen aus der Spirale des Hass

Zugegeben: Als Jugendlicher habe ich dieses Lied nicht verstanden. Habe es nicht in Verbindung gebracht mit den Bildern in den Nachrichten aus Belfast und Nordirland, mit Begriffen wie IRA und Sinn Féin. Heute ist dieses Lied für mich das geworden, was es ursprünglich sein sollte: Ein Protestlied gegen den sinnlosen Krieg in dem die Beteiligten, ob Betrachter oder Betroffene, zu Zombies der Gewalt werden und selbst töten. Selbst gefangen in Gewalt, Hass, Verletzungen und Enttäuschungen. Solche Zombies gibt es auch heute noch an anderen Orten und wir sind aufgefordert aufzuwachen, damit ich nicht selbst zum Zombie werde. Die Spirale der Gewalterfahrungen muss mühsam und mit langem Atem durchbrochen werden. Was ist los in deinem Kopf? Zombie! Zombie, zombie, zombie-ie-ie…

Ostern: Keine Untoten, sondern lebendige Hoffnung

Einer meiner Konfirmanden hat mich mal gefragt, ob Jesus nach seiner Auferstehung nicht ein Zombie gewesen wäre – ein Untoter. Von Ostern kommend ist das für mich aber grade nicht das Bild. Der Auferstandene ist nicht ein Furcht und Schrecken verbreitender Untoter, sondern die Macht des Todes als Schreckensmacht beendender Friedensbote. Als Nachfolgende Christi haben wir ein lebendiges und hoffnungsvolles Beispiel, wie der Teufelskreislauf durchbrochen werden kann – weil Jesus selbst diese Spirale von Gewalt und Tod unterbrochen hat. Ein für alle mal – auch für mich.


Jens D. Haverland erinnert uns daran: Widerstand beginnt im Kopf. Couragiert widerständig zu sein bedeutet heute auch, sich der „Zombifizierung“ durch Hassbotschaften und Feindbilder entgegenzustellen. Während wir uns auf Himmelfahrt und Pfingsten zubewegen, bleibt die österliche Botschaft unsere Basis: Der Teufelskreis ist durchbrochen. Wir müssen nicht bleiben, wie wir sind. Wir können aufstehen.

Friedensarbeit braucht einen langen Atem und viele Hände. Wir laden Sie ein, Teil dieser Bewegung zu sein und die FriedensDekade 2026 in Ihrer Region und Gemeinde mitzugestalten. Ob durch das Verteilen unserer Materialien, das gemeinsame Gebet oder finanzielle Unterstützung, jeder Beitrag ist ein wichtiger Stein in unserem Mosaik des Friedens, das wir gemeinsam in ganz Deutschland bilden.

Bleiben Sie couragiert widerständig!

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