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13. September 2022

Ökumene, „die bewohnte Erde“ (von Frieda Wünsch, Friedensbotin der Ökumenischen FriedensDekade)

(aus der FRIEDENS-ZEITUNG)

Ich bin Frieda Wünsch, Gesundheits- und Krankenpflegende und Absolventin eines Bachelorstudiums für Pflege. Neben meiner Tätigkeit in einem Akutkrankenhaus habe ich mich entschieden, aktiv im Verein Medinetz Dresden mitzuwirken. Ich bin ungeplant zu Personen des Vereins gestoßen und habe schnell die Relevanz ihrer Arbeit für die Stadt Dresden erkannt. Medinetz hat einen konfessionslosen Hintergrund. Im Vordergrund steht als Verein zu bestehen, damit Lücken im medizinischen Versorgungssystem für jeden Menschen überbrückt und bestenfalls geschlossen werden. So ist das Ziel, perspektivisch als Verein nicht mehr bestehen zu müssen. „Sich selbst abschaffen“ ist das Motto – für die Gerechtigkeit im Gesundheitssystem.

Dies klingt groß. Während der Vereinsarbeit merkt man schnell, dass jede Person, die an uns herantritt, ihre/seine individuelle Geschichte hat. So wird aus einer grundlegenden Problematik des Gesundheitssystems ein persönlicher Kontakt mit Menschen in ihrer eigenen Lebenswelt.

Ökumene, also wörtlich übersetzt „die bewohnte Erde“, kommt dabei für mich sehr zu tragen: Egal mit welchem ethnischen, religiösen, sozialen Hintergrund, jede Person hat ein Recht auf Gesundheit und Unterstützung auf dem Weg, um diese wiederher- bzw. sicherzustellen. So arbeite ich sehr gerne mit meinen Kolleg:innen, auch aus anderen ­Vereinen, zusammen, um dies für jede Person, die sich an uns wendet, zu verwirklichen. Auch innerhalb unseres/unserer Teams mit Mitgliedern unterschiedlicher ethnischer und beruflicher Hintergründe wird Vielseitigkeit gelebt.

In beiderlei Hinsicht kann ich Teil sein, konfessionslos Ökumene und Zusammenhalt zu erfahren. Auch als Christin sehe ich diese Ökumene und diesen Zusammenhalt als Lösung für Frieden in unserem Kiez, unserer Stadt, unserem Land und weltweit.

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Medinetz Dresden e. V. vermittelt anonym und kostenlos medizinische Hilfe für Geflüchtete und Menschen ohne Aufenthaltsstatus sowie mittellose und wohnungslose Menschen. Die unabhängige Initiative wird von vielen Dresdener Ärzt:innen, Pflegenden, Psychotherapeut:innen, Hebammen und Dolmetscher:innen unterstützt.

 

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