Zum Hauptinhalt springen

Schlagwort: Friederike Spengler

Friedensbotin 2026 Friederike Spengler: „Nur Friede ist der Weg zum Frieden“

Hinweis: Dieser Text basiert auf einem Radiobeitrag von MDR KULTUR. Das Gespräch mit Friederike Spengler führte Journalist Michael Hollenbach.

In unserem neuen Mitgliederbereich erhalten Sie das gesamte Gespräch als PDF zum Download

Tragen Sie sich ein für Ihre kostenlosen Mitglieder-Zugang (Testversion 2026):

Sie erhalten: Ausgewählte Texte als hochwertige Druck-PDFs & Regelmäßiger Friedensbrief direkt per E-mail. Wir senden keinen Spam! Erfahre mehr in unserer Datenschutzerklärung.

Friederike Spengler, evangelische Regionalbischöfin im Sprengel Erfurt und Friedensbotin der Ökumenischen FriedensDekade 2026, spricht klar aus, was für sie als Christin unverhandelbar ist: Frieden ist kein Fernziel, das man mit militärischen Mitteln erreicht. Frieden ist der Weg selbst.

„Friede ist das Ziel und deshalb muss Friede auch der Weg sein. Ich sehe nicht, dass der Krieg der Weg zu Frieden ist, und ich sehe, dass nur Friede der Weg zu Frieden ist.“

Angesichts der Kriege in der Ukraine, im Nahen Osten und weiteren Regionen benennt Spengler eine Gefahr, die sie für ebenso ernst hält wie die Kriege selbst: die schleichende Gewöhnung. Eine Gesellschaft, die Krieg als unvermeidliche Realität hinnimmt, verliert die Sensibilität für das Leid der Betroffenen und die Bereitschaft, friedliche Wege zu suchen.

Kontroversen in den Kirchen

Spenglers konsequent pazifistische Haltung steht nicht unwidersprochen. Die EKD hat in einer Denkschrift von 2024 auch militärische Gewalt in Extremsituationen als legitim anerkannt. Spengler kritisiert daran besonders zwei Verschiebungen: die zunehmende politische Relativierung nuklearer Abschreckung sowie die Streichung des Passus, der den unbewaffneten Dienst als „deutliches Zeichen der Friedensbotschaft Jesu Christi“ bezeichnet hatte. „Das ist für mich sehr schmerzhaft“, sagt sie.

Auch Cesare Zocconi, Generalsekretär der katholischen Gemeinschaft Sant’Egidio, mahnt: „Wir dürfen uns nicht an den Krieg gewöhnen.“ Der Blick müsse auf die Opfer gerichtet bleiben – sie geben Zeugnis davon, was Krieg wirklich bedeutet.

Missbrauch des Glaubens

Spengler warnt ausdrücklich davor, Religion zur Legitimation von Gewalt zu nutzen – sei es durch den russisch-orthodoxen Patriarchen, evangelikale Stimmen in den USA oder die Mullahs im Iran:

„Ich sehe, dass das ein Missbrauch an Religion ist – der Name Gottes wird dafür missbraucht, was Menschen für diese Situation wollen. Das ist nicht das, was ich in den Schriften lese. In keiner der Schriften.“

Engagement aus Überzeugung

Friederike Spengler schöpft ihr Friedens-Engagement aus der biblischen Botschaft – und sie tut es in einer Zeit, in der diese Haltung in kirchlichen wie gesellschaftlichen Debatten zunehmend unter Druck steht. Genau deshalb ist sie Friedensbotin 2026.

Radiobeitrag mit Friederike Spengler (MDR KULTUR)

Dr. Friederike F. Spengler wird Friedensbotin der Ökumenischen FriedensDekade 2026

Regionalbischöfin aus Erfurt bringt eigene Geschichte der Friedensbewegung mit

Dr. Friederike F. Spengler, Regionalbischöfin im Bischofssprengel Erfurt, wird Friedensbotin der Ökumenischen FriedensDekade 2026. Ihr Engagement für Frieden und Gerechtigkeit ist tief in der Geschichte der DDR-Friedensbewegung verwurzelt.

Zur vollständigen Pressemitteilung (pdf): Dr. Friederike F. Spengler Wird Friedensbotin Der Ökumenischen FriedensDekade 2026


Die Ökumenische FriedensDekade hat ihre Friedensbotin für 2026 bekanntgegeben: Dr. Friederike F. Spengler, Regionalbischöfin im Bischofssprengel Erfurt der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM). Die FriedensDekade findet vom 8. bis 18. November 2026 statt. Kirchengemeinden und Initiativen in ganz Deutschland laden in dieser Zeit zu Gebeten, Diskussionen und Aktionen ein.

Eine Biografie im Zeichen des Friedens

Aufgewachsen in einem christlich engagierten Elternhaus in Leipzig, war Friederike Spengler 14 Jahre alt, als die FriedensDekade 1982 in der Nikolaikirche eröffnet wurde – unter den Augen der Staatssicherheit. Jugendliche wie sie trugen das Symbol „Schwerter zu Pflugscharen“ auf der Jacke und nahmen dafür Repressalien in Kauf. Was damals als gewaltloser Widerstand begann, mündete wenige Jahre später in die Friedliche Revolution von 1989, in der die Nikolaikirche eine zentrale Rolle spielte.

„Die FriedensDekade gehört elementar zu meiner Prägung. Ich erinnere mich noch gut, wie wir als Jugendliche für das Logo ‚Schwerter zu Pflugscharen‘ gestritten und gelitten haben. Diese Erfahrung, dass Glaube und Zivilcourage zusammengehören, motiviert mich bis heute.“

Dr. Friederike F. Spengler

Bevor sie Theologie studierte, arbeitete Spengler als Kinderdiakonin und in der Psychiatrie- und Heilerziehungspflege – Erfahrungen, die ihr Amtsverständnis bis heute prägen. Als Regionalbischöfin und Mitglied der EKD-Synode tritt sie öffentlich dafür ein, die Vision eines gerechten Friedens nicht preiszugeben – auch dann nicht, wenn politische Debatten von Gewaltlogik und Aufrüstung dominiert werden.

„Angesichts der aktuellen Krisen dürfen wir uns nicht mit der Logik der Gewalt abfinden. Wir müssen couragiert widersprechen, wo Hass und Aufrüstung das Wort führen, und stattdessen Räume für Versöhnung schaffen.“

Dr. Friederike F. Spengler

Das Motto der FriedensDekade 2026 lautet: „couragiert widerständig“.

Was ist eine Friedensbotin?

Seit 2020 benennt die Ökumenische FriedensDekade jährlich eine oder mehrere Friedensbotinnen bzw. Friedensboten. Sie unterstützen das Friedensengagement der FriedensDekade mit ihrer Persönlichkeit und ihrem öffentlichen Wirken, geben Impulse für die Aktionswoche und machen das Anliegen der FriedensDekade in Kirche, Gesellschaft und Öffentlichkeit sichtbar. Die Rolle löste 2020 die frühere Schirmherrschaft ab, die u. a. von Margot Käßmann (2010–2012) und Malu Dreyer (2017) wahrgenommen worden war. Friedensbotinnen bzw. Friedensboten waren bisher unter anderem der Liedermacher Konstantin Wecker und Lioba Meyer, Kinderbuchautorin und ehemalige Bürgermeisterin von Osnabrück.

Spendenaufruf FriedensDekade 2026
Mit Ihrer finanziellen Unterstützung zünden wir jedes Jahr aufs Neue das Friedenslicht im November an
0
    0
    Einkaufswagen
    Der Einkaufswagen ist leerZurück zum Shop