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Monat: April 2025

Kirchentag 2025 in Hannover: Frieden wecken statt Kriege führen

Kirchentag Hannover 2025: Frieden leben – von der Tradition zur Zukunft

Wenn Hannover vom 30. April bis 4. Mai 2025 Gastgeber des 39. Deutschen Evangelischen Kirchentages wird, steht eines im Mittelpunkt: Frieden. Diese Ausrichtung kommt nicht von ungefähr – sie hat Tradition. Denn in Hannover wurden Kirchentage immer wieder zu eindrucksvollen Friedenszeichen. Schon 1983, auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges, war es ein Kirchentag in dieser Stadt, der mit dem Motto „Umkehr zum Leben – Es ist genug für alle da“ eine mutige Botschaft gegen Aufrüstung, Atomwaffen und soziale Ungleichheit formulierte. Diese friedenspolitische Haltung ist in Hannover bis heute lebendig – und aktueller denn je.

Friedensimpulse im offiziellen Programm des Kirchentag 2025 in Hannover

Das offizielle Programm des Kirchentages 2025 ist so vielfältig wie die Menschen, die es gestalten. Auch um das Thema Frieden wird ein umfassendes inhaltliches Angebot geschaffen, das dazu einlädt, sich mit Fragen von Gewaltfreiheit, Friedensethik und politischem Handeln auseinanderzusetzen.

Den Auftakt macht das große Podium „Beherzt für den Frieden – Gewaltfreiheit wagen“, das am Donnerstag in der historischen Marktkirche stattfindet. Internationale Stimmen aus Belarus, Italien, Kroatien und den Niederlanden geben Einblick in zivilgesellschaftliches Engagement und gewaltfreien Widerstand. Kontrovers und politisch wird es am Freitag bei der Podiumsdiskussion „Mit Waffen Frieden schaffen?“ in Halle 4, wo Vertreter:innen aus Politik, Bundeswehr und Friedensbewegung miteinander ins Gespräch kommen – unter anderem mit Generalleutnant a.D. Alfons Mais von Sandrart. Und am Samstag steht mit Margot Käßmann eine prominente Stimme des Friedens auf dem Podium „Frieden kommt nicht von allein“.

  • Beherzt für den Frieden – Gewaltfreiheit wagen
      Do, 11:00–12:30, Marktkirche
      Ökumenisches Podium mit Stimmen aus Kroatien, Italien, Belarus & den Niederlanden

  • Deutsche Zerrissenheit – Mit Waffen Frieden schaffen?
      Fr, 11:00–12:30, Halle 4, Messe
      Podium zur Zeitenwende, Sicherheit und Militär

  • Frieden kommt nicht von allein – Hauptpodium
      Sa, 15:00–17:00, Halle 2, Messegelände
      Mit Margot Käßmann und Generalleutnant von Sandrart

  • Globalisierung am Ende? Deutscher Wohlstand in Zeiten von Krieg & Krisen
      Sa, 15:00–17:00, Halle 17

  • Mal nach dem Rechten sehen – Kirchliches Engagement gegen Rechtsextremismus
      Fr, 15:00–17:00, Halle 2, Messe

Neben diesen großen Bühnenformaten gibt es eine Vielzahl interaktiver Angebote: Workshops zur Friedensbildung, Argumentationstrainings gegen Rechtspopulismus und ein interreligiöses Programm von Coexister Deutschland rücken gesellschaftliche Herausforderungen in den Mittelpunkt. Besonders Jugendliche finden in kreativen Formaten wie dem Graphic-Novel-Workshop „Gegen mein Gewissen“ oder bei Friedensgebeten einen niederschwelligen Zugang zu komplexen Themen.

  • „Wie geht Frieden?“ – Interreligiöse Friedenserziehung
      Do & Fr, 17:00–18:30, Haus der Religionen
      Sa, 17:00–18:30 mit Expert:innen aus Islam & Christentum

  • Als Christ:in Soldat:in sein – geht das?
      Do, 15:00–16:00, VHS

  • Menschlichkeit im Krieg bewahren – Ukraine-Hilfe
      Sa, 11:00–12:30, VHS

  • Alternativen zu Krieg und Militär – Zivile Konfliktbearbeitung
      Sa, 13:00–14:30, VHS

  • Mit Friedenshoffnung & politischer Nüchternheit
      Sa, 17:00–18:30, VHS

  • Stark sein gegen Rechtsextremismus – Gewaltfrei handeln
      Fr, 11:00–12:30, VHS

  • Planspiel: Friedensgebot und Rüstungsexporte
      Fr, 14:00–15:30, Messegelände

  • Seid mit dem Herzen stark! Gewaltfreiheit als Haltung
      Fr, 17:00–18:30, VHS

Auch theologisch wird der Frieden reflektiert: In Bibelarbeiten, Gesprächsformaten zur Militärseelsorge und dem ökumenischen Gottesdienst „Mutig, stark, beherzt den Frieden wagen“ mit Bischöfin Kirsten Fehrs wird deutlich, dass Frieden kein Randthema der Kirche ist – sondern ihr Kern.

  • Imagine Peace – Gedenken an Länder im Krieg
      Do, 16:00–17:00, St. Clemens, mit Sant’Egidio

  • Friedensgottesdienst: „Mutig, stark, beherzt den Frieden wagen“
      Fr, 13:30–14:30, St. Johannis

  • Entfeindet euch! – Lesung
      Do, 11:30–12:30, Künstlerhaus

  • Chorkonzert: „Komm, wir singen für den Frieden!“
      Fr, 15:30–17:00, Gartenkirche

Auswahl mit Schwerpunkt „Frieden“ – Dank an die AGDF für die Zusammenstellung

Die Ökumenische FriedensDekade: Präsenz und Zeichen setzen

Mit einem eigenen Stand auf dem Markt der Möglichkeiten ist auch die Ökumenische FriedensDekade auf dem Kirchentag vertreten. Hier können Besucher nicht nur Materialien zum Motto „Komm den Frieden wecken“ entdecken, sondern auch ins Gespräch kommen – über Erfahrungen aus der Gemeindearbeit, über aktuelle politische Entwicklungen und darüber, wie Christen heute sichtbar Friedenszeichen setzen können.

Ob Postkarten, Aufnäher oder Buttons: Die Friedenszeichen der FriedensDekade tragen sich leicht – aber senden eine klare Botschaft. Wer noch nicht bestellt hat, kann dies direkt im Shop der FriedensDekade tun: www.friedensdekade.de/shop

Parallelveranstaltung: Das Ökumenische Friedenszentrum in der Innenstadt

Parallel zum Kirchentag wird vom 1. bis 3. Mai 2025 in den Verdi Höfen (in der Innenstadt von Hannover) das Ökumenische Friedenszentrum tagen. Die Aktion „friedensfähig statt kriegstüchtig“, initiiert unter der Schirmherrschaft von Margot Käßmann, versteht sich als kritischer Begleiter des Kirchentags – und als visionäre Kraft.

Im Gemeindehaus St. Marien wird ein Ort geschaffen, an dem gewaltfreie Alternativen zur aktuellen Aufrüstungslogik im Mittelpunkt stehen. Workshops zu ziviler Konfliktbearbeitung, Trainings in gewaltfreier Kommunikation sowie Erfahrungsberichte über Friedensdienste im In- und Ausland machen das Friedenszentrum zu einem praktischen Labor für Konfliktlösung ohne Waffen.

Theologisch wird mit Bibelarbeiten – etwa zu Römer 13,11 „Die Stunde ist da“ – und kontroversen Diskussionen über Militärseelsorge und Wehrpflicht die Frage nach dem friedensethischen Selbstverständnis der Kirchen gestellt. Kunstaktionen, Ausstellungen historischer Friedensplakate und ein Poetry Slam mit dem Titel „Worte statt Waffen“ machen deutlich: Hier geht es nicht nur um Theorie, sondern um Inspiration und Engagement.

Wer das Friedenszentrum besucht, wird erleben, wie Kirche und Zivilgesellschaft gemeinsam Visionen entwickeln – für eine friedensfähige Gesellschaft, jenseits nationaler Sicherheitsstrategien.

  • Datum: 1.–3. Mai 2025
  • Veranstaltungszentrum „ROTATION“ in den ver.di-Höfen, Hannover
  • Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich

Highlights im Programm:

Donnerstag, 1. Mai – Friedenssynode & Auftakt

  • Bibelarbeit „Liebet eure Feinde!“ mit Margot Käßmann

  • Konsultationen & Verabschiedung des „Christlichen Friedensrufs Hannover 2025“

  • Vortrag von Jochen Cornelius-Bundschuh: „Gottes Friedensbewegung und unsere Schritte“

  • Politisches Abendgebet

Freitag, 2. Mai – Friedensethik & praktische Impulse

  • Bibelarbeit mit Bischof Friedrich Kramer

  • Workshops zu Gewaltfreier Kommunikation, Kapitalismus & Krieg, Friedensinitiativen u.v.m.

  • Vortrag von Prof. Dr. Fernando Enns zur „Theologie der Gewaltfreiheit“

  • Musikalische Lesung „Entrüstet Euch“ mit Margot Käßmann

Samstag, 3. Mai – Biblische Friedensbilder & Abschluss

  • Bibelarbeit mit Prof. Dr. Klara Butting: „Friede – die Mutter aller Wesen“

  • Workshops zu Friedensbildern, sozialen Verteidigungsformen, US-Raketenstationierung in Europa

  • Segensreicher Abschluss mit geistlicher Stärkung

Prominente Mitwirkende: Prof. Dr. Dr. h.c. Margot Käßmann (Schirmfrau); Bischof Friedrich Kramer (Friedensbeauftragter EKD); Prof. Dr. Jochen Cornelius-Bundschuh (AGDF); Prof. Dr. Fernando Enns (Theologie der Friedenskirchen); Prof. Dr. Klara Butting (Woltersburger Mühle)

Das Friedenszentrum versteht sich als unabhängige Stimme – organisiert von über 25 Friedensorganisationen aus Kirche, Wissenschaft & Zivilgesellschaft.

Warum Hannover 2025 unverzichtbar ist

Angesichts weltweiter Kriege, wachsender gesellschaftlicher Polarisierung und einer erschütternden Rhetorik der Aufrüstung ist der Kirchentag 2025 ein notwendiger Ort. Ein Ort der Hoffnung, des Diskurses und des Widerstands gegen das scheinbar Unvermeidliche. Hannover wird dabei nicht nur zur Gastgeberstadt – sondern zum lebendigen Symbol christlicher Friedensarbeit. Der Dreiklang aus offiziellem Programm, Friedenszentrum und zivilgesellschaftlichen Akzenten zeigt: Friedensfähigkeit ist nicht naiv, sondern notwendig.

Ob bei den großen Podien in den Messehallen, beim Friedensgebet in der Gartenkirche oder im kreativen Austausch mit Aktiven der FriedensDekade – die Einladung steht: Kommt nach Hannover. Kommt ins Gespräch. Kommt den Frieden wecken.

Externe Links:

Programm und Informationen zum Kirchentag: https://www.kirchentag.de

Friedenszentrum und Programmübersicht: Ökunemisches Friedenszentrum 

In Gedenken an Papst Franziskus – Ein Leben für den Frieden

Am Ostermontag, dem 21. April 2025, ist Papst Franziskus im Alter von 88 Jahren verstorben. Die ökumenische FriedensDekade trauert um einen Papst, der über ein Jahrzehnt lang mit großer Entschlossenheit, Demut und Weitsicht für Frieden, Gerechtigkeit und die Einheit der Menschheitsfamilie eingetreten ist. Sein Pontifikat war geprägt von klaren Worten gegen Krieg und Gewalt, einer tiefen Spiritualität der Geschwisterlichkeit und einem mutigen Eintreten für die Armen, Ausgegrenzten und Unterdrückten – weltweit. In Erinnerung bleibt weit mehr als das Schlussgebet aus der Enzyklika „Laudato si – „Über die Sorge für das gemeinsame Haus (2015) von Papst Franziskus zum Thema Umwelt und Entwicklung. 

„Frieden wird niemals mit Waffen geschaffen…“

In seinem letzten öffentlichen Auftritt – dem traditionellen Urbi et Orbi-Segen am Ostersonntag, dem Tag vor seinem Tod – rief Papst Franziskus noch einmal mit eindringlichen Worten zum Frieden auf. In seiner Osterbotschaft sagte er:

„Frieden wird niemals mit Waffen geschaffen,
sondern indem man die Hände ausstreckt und die Herzen öffnet.“

Diese Worte stehen exemplarisch für den Geist seines Pontifikats. Immer wieder appellierte Franziskus an die Weltgemeinschaft, Konflikte nicht mit militärischer Gewalt zu lösen, sondern Wege des Dialogs, der Versöhnung und der sozialen Gerechtigkeit zu gehen. Für ihn war Frieden keine politische Option, sondern eine geistliche Pflicht – ein Ausdruck der göttlichen Liebe zu allen Menschen.

Papst Franziskus: Stimme des Gewissens in einer friedlosen Welt

Papst Franziskus war für viele Menschen weltweit eine moralische Autorität. Insbesondere in Zeiten großer globaler Krisen – wie dem Krieg in der Ukraine, den Konflikten im Nahen Osten oder der wachsenden Bedrohung durch den Klimawandel – sprach er unbeirrt von einer „Kultur des Friedens“. Er kritisierte die weltweite Rüstungsindustrie scharf, forderte Abrüstung, internationale Zusammenarbeit und einen neuen gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Sein Eintreten für den Frieden zeigte sich in vielen Gesten: von seinen stillen Gebeten an Orten der Gewalt bis hin zu seinen klaren Stellungnahmen bei den Vereinten Nationen. Der Dialog mit allen – mit Gläubigen und Nichtgläubigen, mit religiösen Führer*innen weltweit, mit politischen Entscheidungsträgern – war für ihn kein Mittel, sondern Voraussetzung für den Frieden.

Ökumene und interreligiöser Dialog: Frieden durch Einheit

Ein besonderes Anliegen war Papst Franziskus die Ökumene. Mit tiefem Respekt und offener Herzlichkeit begegnete er Vertreter*innen anderer christlicher Konfessionen und Religionen. Seine historische Begegnung mit dem Patriarchen Bartholomäus I. in Jerusalem oder seine Zusammenarbeit mit protestantischen Kirchenleitungen, etwa bei gemeinsamen Friedensaufrufen, stehen beispielhaft für seine Überzeugung: Der Weg zum Frieden führt über die Einheit in der Vielfalt.

Auch im interreligiösen Dialog – etwa mit muslimischen und jüdischen Gemeinden – suchte er stets das Verbindende. Sein Engagement war getragen von der Überzeugung, dass echter Glaube niemals Gewalt rechtfertigen kann.

Ein Vermächtnis für die Friedensbewegung

Papst Franziskus hat der weltweiten Friedensbewegung wertvolle Impulse gegeben – theologisch, spirituell und praktisch. Seine Botschaften zum Weltfriedenstag, seine Umwelt-Enzyklika Laudato si’, seine Reden zu Menschenrechten, Migration und Klimagerechtigkeit – all das bleibt als bleibender Auftrag für eine Kirche und eine Zivilgesellschaft, die sich aktiv und wirksam für den Frieden einsetzen wollen.

Die ökumenische FriedensDekade erinnert mit großer Dankbarkeit an diesen Papst. Sein Leben und Wirken bestärken uns in unserem Anliegen, unter dem diesjährigen Motto Komm den Frieden wecken im November – und darüber hinaus – Zeichen zu setzen für eine friedlichere Welt.

Papst Franziskus & Frieden – ein untrennbares Vermächtnis

Wer heute nach einem Beispiel sucht für gelebte Friedensverantwortung, für ökumenischen Geist und den Mut zur Klarheit, findet es in Papst Franziskus. Möge sein Erbe weiterwirken – in der Friedensbewegung, in den Kirchen und in jedem Herzen, das sich berühren lässt von der Vision einer Welt ohne Krieg.

Ostermärsche 2025: Friedensbewegung ruft deutschlandweit zu Protesten für Abrüstung und Diplomatie auf

Dieses Jahr finden die Ostermärsche vom 17. bis zum 21. April statt. Deutschlandweit werden dann wieder Menschen für Frieden, Abrüstung und Demokratie demonstrieren. Alles, was du über die Ostermärsche wissen musst – inklusive Termine in deiner Region – findest du auf der Website der Friedenskooperative.

Ostermärsche 2025 – Gemeinsam für Frieden und Demokratie auf die Straße gehen

Die Ostermärsche sind eine langjährige Tradition der Friedensbewegung in Deutschland. In diesem Jahr finden sie unter dem Motto „Kriege stoppen – Frieden und Abrüstung jetzt!“ statt. Die Veranstaltungen werden von lokalen und regionalen Initiativen organisiert und umfassen eine Vielzahl von Aktivitäten:

Berlin: Am 19. April 2025 um 13:00 Uhr beginnt der Ostermarsch auf dem Mariannenplatz in Kreuzberg.Redner*innen sind unter anderem Wiebke Diehl und Lühr Henken.

Hannover: Ebenfalls am 19. April startet der Ostermarsch um 11:00 Uhr mit einer Auftaktveranstaltung in der Aegidienkirche, gefolgt von einer Demonstration durch die Innenstadt.

Rostock: Der Ostermarsch beginnt am 19. April um 14:00 Uhr am Matrosendenkmal am Kabutzenhof und führt durch die Stadt mit mehreren Zwischenkundgebungen.

Lübeck: Am 19. April startet der Ostermarsch um 14:00 Uhr auf dem Markt mit einer Kundgebung, gefolgt von einem Marsch durch die Innenstadt.

Eine vollständige Übersicht aller Termine und Veranstaltungen findest du auf der Website des Netzwerks Friedenskooperative.

Eine Bewegung mit Geschichte

Am Karfreitag 1960 nahm eine neue Friedensbewegung in Deutschland ihren Anfang. Atomkriegsgegner:innen versammelten sich und brachen zum ersten sogenannten Ostermarsch auf. Ihr Ziel: ein Zeichen gegen nukleare Aufrüstung setzen. Bald richtete sich der Protest auch gegen Kriege allgemein.

Der erste Ostermarsch war eine Reaktion auf die Stationierung nuklearwaffenfähiger Kurzstreckenraketen bei Bergen-Belsen. Aus mehreren norddeutschen Städten zogen Gruppen von Protestierenden zum NATO-Truppenübungsplatz Bergen-Hohne. Am Ostermontag kamen rund 1.000 Menschen zur Abschlusskundgebung zusammen.

In den 1960er-Jahren wuchs der Ostermarsch zur bundesweiten Massenbewegung, insbesondere durch die Bedrohungslage der Kubakrise und den Ost-West-Konflikt. Die Bewegung nannte sich zunächst „Kampagne für Abrüstung“, später dann „Kampagne für Demokratie und Abrüstung“. Der Protest weitete sich aus – über Atomwaffen hinaus – zu einem breiten Appell für Frieden, Entmilitarisierung und internationale Verständigung.

Ende der 60er-Jahre zerfiel die Bewegung, weil zu viele weltanschauliche Strömungen aufeinandertrafen. Einige Strömungen gingen in der Studentenbewegung auf, die auch gesellschaftspolitische Themen aufgriff. In Krisenzeiten wie dem Irakkrieg 2003 belebte sich die Tradition der Ostermärsche jedoch wieder. Seit einigen Jahren koordiniert das Netzwerk Friedenskooperative in Bonn die bundesweiten Aktionen.

So kannst du dich beteiligen

Es gibt viele Wege, die Ostermärsche 2025 zu unterstützen:

Mitlaufen: Auf der Website der Friedenskooperative findest du eine bundesweite Übersicht aller geplanten Ostermärsche – mit Suchfunktion nach Bundesländern.

Friedensfahrradtour organisieren: Eine kreative Alternative – Tipps dazu findest du ebenfalls auf der Website.

Virtuell dabei sein: Wenn du nicht vor Ort teilnehmen kannst, kannst du den virtuellen Ostermarsch unterstützen und online ein Zeichen setzen.

Spenden oder Patenschaft übernehmen: Unterstütze die Arbeit der Friedensbewegung  auch langfristig – mit einer Spende an die FriedensDekade oder an das Netzwerk Friedenskooperative.

Die Ostermärsche werden lokal organisiert, das heißt: Rahmenprogramme und Redebeiträge variieren von Stadt zu Stadt. Doch das gemeinsame Ziel bleibt: Für Frieden und Abrüstung eintreten – sichtbar, laut und solidarisch.

Weitere Infos, Termine und Mitmachmöglichkeiten findest du unter:  www.friedenskooperative.de

Aktionsmaterialien der FriedensDekade

Wenn du den Ostermarsch oder andere Friedensaktionen mitgestalten möchtest, lohnt sich auch ein Blick auf die Aktionsmaterialien der FriedensDekade. Jedes Jahr entstehen rund um das jeweilige Motto Plakate, Postkarten, Sticker und begleitende Arbeitsmaterialien – ideal, um vor Ort für Aufmerksamkeit zu sorgen, Diskussionen anzustoßen oder Veranstaltungen zu bewerben. Die Materialien können einfach bestellt und vielseitig eingesetzt werden – ob in Gemeinden, Schulen, Initiativen oder auf der Straße.

Komm den Frieden wecken – Eine Impuls zu Ostern für die Friedensbewegung 2025

Zwischen Ostermarsch, Frühlingserwachen und FriedensDekade: Wie Hoffnung Wurzeln schlägt – persönlich, gesellschaftlich, politisch

Ein Impuls von Lars Blume 

Ostern – Zeit der Hoffnung, Zeit des Friedens

Die Osterzeit fällt in jene besondere Übergangsphase zwischen Winter und Frühling. Die Dunkelheit weicht langsam dem Licht, aus kahlen Zweigen sprießen erste Knospen, und das Leben bricht sich bahn – zart, aber unaufhaltsam. Auch im Inneren vieler Menschen regt sich in diesen Tagen ein ähnlicher Prozess: Ein Wunsch nach Neuanfang, nach Aufbruch, nach Hoffnung. Genau hier setzt das Motto der ökumenischen FriedensDekade 2025 an: „Komm den Frieden wecken!

In einer Zeit, in der die Welt erschüttert ist von Kriegen, Gewalt und einer zunehmenden sozialen Kälte, braucht es solche Momente des Innehaltens. Ostern erinnert uns daran: Es gibt eine Kraft, die stärker ist als Tod und Zerstörung. Eine Kraft, die zum Leben ruft – gerade da, wo wir es am wenigsten erwarten. Diese Botschaft ist zutiefst politisch. Sie ist ein Aufruf, den Frieden nicht nur zu ersehnen, sondern aktiv zu gestalten – in unseren Herzen, auf der Straße, in der Gesellschaft.

Auch die Friedensbewegung 2025 lässt sich von dieser österlichen Botschaft inspirieren. Mit dem Motto „Komm den Frieden wecken!“ ruft die FriedensDekade 2025 dazu auf, den Samen des Friedens zu pflanzen – persönlich, gesellschaftlich, politisch.

Ein leerer Ort wird zur Hoffnung

Die biblische Ostergeschichte erzählt von Frauen, die früh am Morgen zum Grab gehen. Was sie dort erwarten, ist Tod – doch was sie finden, ist Leere. Das Grab ist offen, der Stein beiseitegerollt, die Worte: „Er ist nicht hier, er ist auferstanden“ (Matthäus 28:5-8). Diese Szene steht für einen radikalen Hoffnungsschimmer – genau dort, wo alles verloren scheint, beginnt etwas Neues.

Diese Szene ist ein Symbol für das, was Hoffnung vermag: Auch in Situationen, die ausweglos erscheinen, kann eine überraschende Wende geschehen. Dort, wo alle Zeichen auf Resignation stehen, keimt Leben. Der leere Ort wird zum Ausgangspunkt für Veränderung. Diese Botschaft gilt bis heute – besonders in Zeiten, in denen uns politische Krisen, globale Unsicherheiten und persönliche Erschöpfung das Gefühl geben, dass nichts mehr geht. Die Ostermärsche 2025 führen genau diesen Gedanken weiter: Menschen stehen auf, gehen gemeinsam durch Städte und Dörfer, zeigen Gesicht für Frieden und Abrüstung.

Ostermarsch & Aufbruch – Friedensaktion 2025

Diese österliche Hoffnung wird jedes Jahr neu auf die Straßen getragen: bei den Ostermärschen. Seit Jahrzehnten sind sie ein Ausdruck des zivilgesellschaftlichen Friedenswillens – und auch 2025 werden wieder Tausende Menschen für Abrüstung, gewaltfreie Konfliktlösung und globale Gerechtigkeit demonstrieren. Sie sagen damit: Wir akzeptieren die Logik der Gewalt nicht. Wir setzen unser Vertrauen in den Weg des Dialogs, der Diplomatie, des gewaltfreien Widerstands.

Die Ostermärsche zeigen: Friedensengagement ist kein verstaubtes Ideal, sondern brandaktuell. In einer Welt, in der Kriege an Brisanz zunehmen, in der Aufrüstung boomt und Populismus das gesellschaftliche Klima vergiftet, sind solche Zeichen des Widerspruchs wichtiger denn je. Der Schritt auf die Straße ist ein klares „Nein“ zu Angst und Sprachlosigkeit – und ein „Ja“ zum Mitgestalten. Hier finden Sie weitere Friedensaktionen in 2025

Frieden beginnt im Innen

Doch der Weg zum Frieden beginnt nicht erst auf der Straße oder in politischen Forderungskatalogen – er beginnt in uns selbst. In unseren inneren Kämpfen, unserem Mut zur Veränderung, unserer Bereitschaft, dem anderen mit Empathie zu begegnen. Wer den Frieden in der Welt wecken will, muss ihn auch im eigenen Herzen nähren.

Wie oft tragen wir Verletzungen mit uns, schweigen statt zu vergeben, werten ab statt zuzuhören? Gerade an Ostern sind wir eingeladen, die „leeren Gräber“ in unserem Leben zu betrachten: jene Beziehungen, in denen wir resigniert haben; jene Konflikte, denen wir aus dem Weg gehen. Vielleicht wartet gerade dort ein neuer Anfang auf uns – wenn wir bereit sind, uns bewegen zu lassen. Denn echter Frieden wächst von innen nach außen. In der Hoffnung, dass auch zerbrochene Beziehungen heilen können. Wer den Frieden weckt, muss zuerst still werden – den inneren Winter anerkennen, aber auch an das kommende Licht glauben.

Stell dir einen Samen vor, der tief in der Erde ruht. Der Winter war lang. Die Dunkelheit groß. Doch mit dem ersten Licht, mit dem ersten warmen Wind beginnt er zu keimen. Nicht laut, nicht spektakulär. Doch kraftvoll. So kann auch der Frieden wachsen – wenn wir vertrauen, dass selbst kleine Zeichen zählen. Jede versöhnte Geste, jedes mutige Wort, jede Tat der Güte ist ein Akt der Hoffnung.

Frieden – persönlich, politisch, poetisch

„Komm den Frieden wecken!“ ist kein frommer Wunsch und keine abstrakte Floskel. Es ist ein Handlungsaufruf. An uns alle. In unseren alltäglichen Rollen als Freund:innen, Kolleg:innen, Nachbar:innen, politische Mitgestaltende. Die Geschichte der Frauen am Grab zeigt: Der Glaube an das Gute ist nicht naiv – er ist mutig. Und er braucht Menschen, die sich trauen, weiterzugehen, auch wenn sie noch zweifeln.

Die ökumenische FriedensDekade 2025 wird im November wieder viele solcher Stimmen und Wege sichtbar machen. Aber der Same wird jetzt gelegt – mit dem Licht von Ostern, mit der Energie des Frühlings, mit dem Schritt der Ostermärsche. Jetzt ist die Zeit, den inneren Frieden zu wecken, der sich dann in der Welt entfalten kann.

Ein Aufruf zum Teilen & Mitmachen

Die FriedensDekade lebt vom Mitmachen, vom Weitersagen, vom Teilen. Ob Sie eine Friedensandacht gestaltest, eine Aktion zum Ostermarsch planst, eine Geschichte zu Hoffnung und Wandel erzählst oder im Alltag friedensstiftend wirkst – ihr Beitrag zählt. Aktionsmaterial für Veranstaltungen finden sie im Webshop der Friedensdekade.

Wir sind neugierig auf deine Initiative: Schreib uns an kontakt@friedensdekade.de, sende uns ein Bild, markiere uns auf Instagram oder erzähle uns von deiner Aktion.

Folge der FriedensDekade auf Instagram unter @friedensdekade und verlinke uns mit dem Hashtag #FriedensDekade2025 #KommDenFriedenWecken. Gemeinsam zeigen wir: Der Frieden schläft nicht – er ist längst unterwegs.

Denn das ist die bleibende Osterbotschaft: Das Leben findet immer einen Weg. Und der Friede auch.

Barmherzigkeit fragt nicht nach Schuld“ – Ein Impuls von Peter Herrfurth

Ein Impulstext zum Jahresmotto der Ökumenischen FriedensDekade in 2025

Komm den Frieden wecken – mit Taten, nicht mit Schuldzuweisungen

Inmitten von Krisen und Konflikten ist Barmherzigkeit ein leiser, aber machtvoller Ruf: Komm den Frieden wecken – nicht durch Parolen, sondern durch konkrete Hilfe. Der Landesjugendpfarrer Peter Herrfurth lenkt mit seinem Impuls den Blick auf den Starkoch José Andrés und seine Organisation World Central Kitchen (WCK). Was als Einsatz nach einem Erdbeben begann, wurde zu einer globalen Friedensarbeit mit Kochtopf und Herz.

Barmherzigkeit fragt nicht nach Schuld

Ein Impuls von Peter Herrfurth, Landesjugendpfarrer in Magdeburg, zuerst erschienen auf MDR Sachsen-Anhalt.

José Andrés ist Sternekoch, Betreiber mehrerer Edelrestaurants, hat Kochbücher veröffentlicht und ist bekannt durch Kochshows im Fernsehen. Doch das ist nur die eine Seite des amerikanisch-spanischen Spitzenkochs. Sein anderes Engagement ist ein weltweit agierender spezieller Lieferdienst.

Aber der liefert keine Pizzen und Pasta zum gemütlichen Essen nach Hause. Seine „World Central Kitchen“, kurz WCK, stellt nahrhaftes Essen in großen Mengen in Krisengebieten bereit. Nach dem verheerenden Erdbeben auf Haiti im Jahr 2010 gründete der Starkoch José Andrés zusammen mit seiner Frau Patricia diese Hilfsorganisation.

Sie bauen Garküchen dort auf, wo Naturkatastrophen alles zerstört haben, wo Krieg ist und Menschen auf der Flucht sind. WCK arbeitet mit Menschen vor Ort zusammen. Denn die kennen die Lage, sprechen die Sprache, haben die Kontakte. In Gaza kamen sechs Mitarbeitende bei einem Drohnenangriff ums Leben. Barmherzigkeit ist manchmal lebensgefährlich.

Ganz schwierig wurde es, als WCK in Gaza über 60 Mitarbeitende entlassen sollte, weil sie möglicherweise Kontakte zu palästinensischen Terrorgruppen hatten. Es ist eine Gratwanderung, dort zu arbeiten, wo seit Jahrzehnten Besatzung und Terror zuhause sind. Dabei geht es um Hilfe für hungernde Menschen, nicht um Politik. Barmherzigkeit sucht die Opfer – und nicht die Schuld.

World Central Kitchen wurde im Dezember 2023 mit dem Marion-Dönhoff-Preis für internationale Verständigung und Versöhnung ausgezeichnet.

Ein Zeichen setzen: Friedensarbeit braucht Haltung – und Sichtbarkeit

Was José Andrés mit Töpfen und Tellern lebt, kann für uns ein Vorbild sein: Frieden beginnt mit der Frage, wo wir helfen – nicht, wer Schuld hat.
Die FriedensDekade 2025 lädt unter dem Motto „Komm den Frieden wecken“ ein, Barmherzigkeit zur eigenen Haltung zu machen – im Alltag, in der Nachbarschaft, in Kirche und Gesellschaft.

In unserem Shop sind jetzt bereits die ersten Produkte zur FriedensDekade 2025 verfügbar: Zeigen Sie Haltung mit dem Button oder Aufnäher „Schwerter zu Pflugscharen“ – als sichtbares Friedenszeichen beim Kirchentag, in der Schule, im Gottesdienst oder auf der Straße.

Teilen Sie Ihre Aktionen und Ideen auch mit uns! Verlinken Sie uns auf Instagram und lassen Sie uns gemeinsam zeigen, wie vielseitig Friedensarbeit gestaltet werden kann.

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