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Monat: Mai 2024

Bekannte Posaunistin Monika Hofmann Friedensbotin der FriedensDekade 2024

Die Kirchenmusikerin und Diplom-Kulturmanagerin Monika Hofmann ist eine der diesjährigen Friedensbot*innen der Ökumenischen FriedensDekade. Zu Ihrem Ansatz der Friedensarbeit schreibt sie:

„Wir von Brass for Peace e.V. singen und spielen vom Frieden: „Dona nobis Pacem“ – unser online-Projekt (2022)* mit Blechbläser*innen und Sänger*innen aus Deutschland, Frankreich, Sierra Leone, Sumatra und Palästina. Diese Friedensbitte schickten wir in die Welt.

Weltfrieden aber schaffen wir nicht. Wir „üben“ Frieden im Kleinen. Und mit den Kleinen: unseren christlichen und muslimischen Schüler*innen der Lutherischen Schulen in der Region Bethlehem/Westjordanland. In Blechbläserunterricht und Ensemblearbeit, seit 2009.

Frieden ist wie das Erlernen eines Instrumentes und das Zusammenspiel in der Gruppe. Man braucht einen langen Atem, darf das Ziel nicht aus den Augen verlieren, auch wenn nicht gleich alles oder erstmal gar nichts klappt oder Rückschläge kommen. Oft fragen unsere Anfänger*innen frustriert: „Warum klingt es nicht so schön wie bei dir?“ Man muss üben, dranbleiben, sich motivieren. Dann schafft man es ins Ensemble, wo mehrere Stimmen miteinander musizieren. Anfangs ist es oft auch ein Gegeneinander: „Wer war hier falsch?“ „Warum spielst du wieder so laut?“

Zuhören und Hinhören lernen – ein langer Weg. Die Kinder merken bald, dass alle wichtig sind, sie akzeptieren sich. „Wer hat falsch gespielt?“ – ist nicht mehr so wichtig. Sie werden toleranter und helfen sich gegenseitig. Nach und nach spüren sie einen gemeinsamen Puls – unglaublich, jetzt entsteht Musik! Die Dirigenten leiten zwar die Proben und setzen musikalische Ziele, doch das Ergebnis ist ein gemeinsamer Erfolg! Das prägt fürs Leben. Das ist Friedensarbeit, für ein Leben in Hoffnung auf Frieden, trotz Besatzung und Krieg.“
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Monika Hofmann, Kirchenmusikerin und Diplom-Kulturmanagerin, lebt in der Pfalz und unterrichtet seit 2001 als Professorin für Posaune und Kirchliche Bläserarbeit an der Hochschule für Kirchenmusik Herford-Witten, vorher war sie Landesposaunenwartin in der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck. Posaunenchöre und die dort aktiven Menschen förderten und prägten sie seit ihrer Jugend. Ihre Unterrichtstätigkeit versteht sie immer auch als Herzensbildung.

Musikbegegnungen in fernen Ländern brachten ihr fremde Kulturen nahe. Auf Reisen in Israel und Palästina 2007 entstand die Idee zur Bläserarbeit an den dortigen Evangelisch-Lutherischen Schulen. 2009 wurde der Verein Brass for Peace gegründet. (www.brass-for-peace.de). Als ehrenamtliche zweite Vorsitzende verantwortet sie u.a. die organisatorische, inhaltliche und musikalische Ausrichtung der Projekte, immer in Kontakt mit den Menschen und Institutionen vor Ort. Von 2010 bis 2016 wohnte sie aus familiären Gründen mit Zweitwohnsitz in Betlehem. Dort erlebte sie viele Facetten des Nahostkonfliktes, die Besatzung und Gewalt und spürte, was „Nicht-Frieden“ mit Menschen macht. Ihre Erfahrung ist: Frieden ist mehr als nur das Gegenteil von Krieg.

https://www.youtube.com/watch?v=nCNyUDf0hu4

 

Wahlprüfsteine zu EU-Wahl: Für ein friedensfähiges und solidarisches Europa

Mehrere Friedensverbände und Organisationen, darunter auch Mitgliedsorganisationen aus dem Gesprächsforum der Ökumenischen FriedensDekade, haben im Vorfeld der Wahlen zum Europäischen Parlament am 9. Juni dazu aufgerufen, Kandidatinnen und Kandidaten zu wählen, die sich für ein friedensfähiges und solidarisches Europa einsetzen. Dazu haben sie Wahlprüfsteine veröffentlicht.

„Die Europäische Union entstand als ein Friedensprojekt“, erinnert Jan Gildemeister, der Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF). Die EU
habe in Weltkriegen verfeindete Länder zu friedlicher Kooperation motiviert und geholfen, nach Ende des Kalten Krieges auch die Ost-West-Spaltung Europas zu überwinden, so Gildemeister. Zu Recht erhebe sie daher den Anspruch, dass die Mitglieder sich demokratischen Normen, friedlicher Streitbeilegung und den Menschenrechten verpflichten müssten. „Wir wollen erreichen, dass sich die EU auch in ihren Außenbeziehungen zu einem Friedensprojekt entwickelt“, unterstützt dies
Christoph Bongard vom forumZFD.

Wenn es um Europa gehe, stünden seit Februar 2022 vor allem der Krieg Russlands gegen die Ukraine sowie die Unterstützung der Ukraine durch die EU und ihre
Mitgliedsstaaten im Fokus. „Wir wollen die Aufmerksamkeit mit unseren Wahlprüfsteinen auch auf Themen lenken, die im Schatten des Krieges kaum wahrgenommen werden, obwohl sie eine grundlegende Bedeutung für die weitere europäische und globale Entwicklung haben“, unterstreicht Antje Heider-Rottwilm, die Vorsitzende des europäischen friedenskirchlichen Netzwerkes von Church and Peace.

Zu diesen Herausforderungen gehören nach Ansicht der beteiligten Organisationen und Verbände die Gestaltung glaubwürdiger Klima- und Umweltpolitik und das Engagement für nachhaltiges Wirtschaften und fairen Handel, aber auch eine Außen- und Sicherheitspolitik, die einem neuen globalen Rüstungswettlauf entgegenwirkt und
Sicherheit nicht nur militärisch definiert, sondern menschliche Sicherheit in den Blick nimmt.

„Sicherheitspolitik muss so gestaltet werden, dass sie nicht zur Abschottung führt“, fordert Gerold König, der Vorsitzende der Deutschen Sektion der internationalen
Katholischen Friedensbewegung pax christi. Und Sicherheit in Europa dürfe nicht auf Kosten von Sicherheit und Menschenrechten an anderen Orten gehen, fügt er hinzu.
Daher sei es wichtig, dass der Aufbau von Institutionen friedlicher Streitbeilegung und von Instrumenten ziviler Konfliktbearbeitung konsequent unterstützt werde, auf
europäischer wie auch auf globaler Ebene. Nach Ansicht der Friedensverbände müssten hier staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure zusammenwirken, da nur so
die Kompetenzen und Erfahrungen zusammenkommen könnten.

Europäische Politik sei aber nur dann glaubwürdig, wenn sie die Beziehungen mit den Ländern des globalen Südens neu ausrichte und auf eine gerechtere Basis stelle, wenn
sie die Ursachen von Gewaltkonflikten in den Blick nehme und die eigenen Beiträge zum Unfrieden kritisch beleuchte, mahnt Martina Fischer von der Plattform Zivile
Konfliktbearbeitung an. Weiterhin kritisieren die Verbände: „Zahlreiche Waffen, die weltweit bei der Begehung schwerster Menschenrechtsverletzungen und Kriegsverbrechen eingesetzt werden, stammen aus europäischer Produktion. Das muss sich ändern!“

Bei der Europawahl am 9. Juni hätten alle Bürgerinnen und Bürger das Recht und die Möglichkeit, die Zusammensetzung des Europäischen Parlaments und damit die Politik der EU zu beeinflussen. „Die Wahlprüfsteine sollen dazu anregen, die Kandidatinnen und Kandidaten, die auf den Listen der Parteien stehen, kritisch zu befragen“,
unterstreicht Duška Borosac-Knabe, die Leiterin des Mennonitischen Friedenszentrums Berlin.

In den Wahlprüfsteinen geht es dabei konkret um mehrere Themen wie den Ausbau der Friedensförderung und der zivilen Friedensmissionen, eine menschenrechtsbasierte
Asyl- und Migrationspolitik, eine gerechtere Gestaltung der Beziehungen mit den Ländern des globalen Südens, eine Begrenzung und Kontrolle von Rüstungsprojekten
und Rüstungsexporten sowie eine Wiederbelebung der Rüstungskontrolle und der Abbau der Atomwaffen.

Die Wahlprüfsteine „Für ein friedensfähiges und solidarisches Europa“ finden sich im Internet bei Church and Peace e. V.

oder bei www.friedensdienste.de, www.paxchristi.de, www.forumZDF.de/de/eu-wahl-2024.

Zu den Herausgebern der Wahlprüfsteine gehören die AGDF, Church and Peace – Europäisches friedenskirchliches Netzwerk, das forum ZFD, Brot für die Welt, das
Mennonitische Friedenszentrum Berlin, pax christi und die Plattform Zivile Konfliktbearbeitung.

Bonn, 2. Mai 2024

Für Rückfragen:
Jan Gildemeister (AGDF), Telefon 0228/24 999-13

 

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