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Monat: Oktober 2022

APP zur FriedensDekade 2022

Auch in diesem Jahr gibt es wieder die App zur FriedensDekade. Sie macht das Engagement für den Frieden mobil: ein täglicher Impuls zum Nachdenken als Push-Nachricht, ein Aktionsvorschlag, eine Friedensandacht und ein Friedenslied, alles als Audio oder Text. Es wird zum Gebet für den Frieden aufgerufen und zum Friedenshandeln inspiriert. Friedensengagierten (und solche, die es werden wollen) bietet es die Möglichkeit, eine Andacht zur FriedensDekade zu feiern und sich mit anderen Unter dem Thema „ZUSAMMEN:HALT“ zu verbinden. So ist es leichter, im Gesprächskreis der Kirchengemeinde, mit Mitarbeiter*innen bei Diakonie, Kirchenverwaltung oder Schule, wie auch bei den verschiedenen Aktionen im Rahmen der FriedensDekade eine Friedensandacht zu feiern. Aber auch auf dem Weg zur Schule, zur Uni oder ins Büro sind der Impuls oder das Friedenslied eine Anregung für den Tag.

Zwei Neuerungen gibt es in der diesjährigen App: ein Friedenslied für jeden Tag und die Inhalte der App lassen sich nun teilen.

Die App steht kostenfrei zum Download zur Verfügung:

https://www.peaceandpray.de/

Die FriedensDekade auf dem Handy oder Tablet: zum Hören, Mitbeten, Teilen, Engagieren

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Die App zur FriedensDekade ist eine Initiative der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (EVLKS) und der Evangelischen Kirche Mitteldeutschland (EKM). Ermöglicht wurde die Entwicklung und Bereitstellung dieser App durch eine finanzielle Förderung durch den Verein für Friedensarbeit im Raum der EKD.

Spaltung. Krieg. Gewaltfreiheit. (von Church and Peace)

„Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, danach kannst du sehen und den Splitter aus dem Auge deiner Schwester oder deines Bruders ziehen.“ (Lk 6,42)

Pressemeldung zu einer Internationalen Tagung und Mitgliederversammlung von Church and Peace vom 20. – 23. Oktober 2022 in Crikvenica, Kroatien

Wethen, 26.10.2022 – Angesichts der verheerenden Auswirkungen des Ukraine-Kriegs fordert das europäische Netzwerk Church and Peace in seiner diesjährigen Konferenz dazu auf, alles zu unternehmen, damit schnell ein Waffenstillstand erreicht wird und diplomatische Verhandlungen beginnen können.

Die Konferenz war eine Chance, von den Friedensstifter*innen in der Region Westbalkan/Südosteuropa zu lernen. Sie alle, ob Christ*innen oder Muslim*innen, haben Erfahrungen mit gewaltfreiem Handeln im Krieg sowie in der Versöhnungsarbeit der Nachkriegszeit, die auch 25 Jahre danach noch immer notwendig ist, um einen nächsten Krieg zu verhindern.

Eindrücklich war ihre Feststellung: „Wenn man den Krieg vom Anfang her anschaut, scheint militärischer Widerstand plausibel, scheint er eine mögliche Lösung.
Wenn man ihn vom Ende her anschaut, ist die ‚militärische Lösung‘ eine Katastrophe. Wir haben wahrhaftig Erfahrungen damit, was Krieg bedeutet.“

Eindrücklich war ebenso die Erfahrung der Friedensstifter*innen, welch zentrale Bedeutung der Zugang zu Wissen hat, sowohl über alternative Informationsquellen als auch über gewaltfreie Widerstandsformen wie zivilen Ungehorsam.

Die mehr als 100 Teilnehmenden aus 13 europäischen und 4 außereuropäischen Ländern(
1) teilten die Erfahrungen von schärfer werdenden Auseinandersetzungen und Spaltungen in Bezug auf Klimakrise, Flüchtlingssituation, Pandemien, Auseinanderdriften von Armut und Reichtum sowie die Konsequenzen aus dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine.

„Wir müssen den Balken im eigenen Auge sehen und damit unseren Anteil an und unsere Verantwortung für diese Krisen übernehmen, um glaubwürdig und klarsichtig zu sein und die richtigen Schritte zu tun.“ so Antje Heider-Rottwilm, Vorsitzende von Church and Peace.

Die Teilnehmenden stellten fest:
Wir sind unglaubwürdig, wenn wir uns immer noch drücken vor Selbstbegrenzung und dem Teilen von Ressourcen, und damit die globale Spaltung und die Klimakrise eskalieren. Und wir sind unglaubwürdig in Bezug auf die ‚westlichen‘ Werte wie Menschenrechte und Solidarität, wenn wir nicht Geflüchtete und Kriegsdienstverweigerer aufnehmen und ihnen sichere Räume bieten.
Wir sind unglaubwürdig, wenn wir – trotz allen Entsetzens angesichts der Brutalität im Ukraine-Krieg – nicht weiterhin für eine Grundvoraussetzung aller Konflikttransformation eintreten: die jeweils andere Seite mit ihrer Geschichte und ihren Interessen wahrnehmen sowie ihre Verstrickung mit globalen Machtinteressen.

Die Konferenz unterstrich, dass der Krieg in der Ukraine nicht als Beweis für die Unwirksamkeit von Gewaltfreiheit herhalten kann, denn eine konsequent gewaltfreie ‚westliche‘ Sicherheitspolitik wurde bisher nicht entwickelt.
Sie schloss sich dem Votum der 11. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Karlsruhe an: „Als Antwort auf wachsende Militarisierung, Konfrontation und Proliferation von Waffen rufen wir die Regierungen Europas und der gesamten internationalen Gemeinschaft zu viel größeren Investitionen in die Suche nach und Förderung von Frieden sowie zur Stärkung von Maßnahmen zur friedlichen Konfliktbewältigung, zivilen Konflikttransformation und Versöhnungsprozessen, anstatt in die Ausweitung von Konfrontation und Teilung auf…(²)
Wir erkennen an, dass es im Krieg keine ‚Gewinner‘ gibt und dass niemand jemals auf Krieg zurückgreifen sollte.“(³)

Church and Peace insistiert darauf, das Vertrauen in zivile Konflikttransformation und politische Lösungen nicht zu diskreditieren und hält stattdessen an der gewaltfreien Vision des Evangeliums fest – auch und gerade in Zeiten des Krieges. Zugleich geht es aber auch darum, die Entscheidungen der Menschen in der Ukraine und anderen Konfliktgebieten zu respektieren und dennoch diese Vision einer gewaltfreien Alternative offenzuhalten.

Die Bibel berichtet, dass Noah die Taube ausschickte und sie erst beim zweiten Mal zurückkam mit einem Olivenzweig, dem Hoffnungszeichen für einen Neubeginn. Noch bringt die Taube keinen Olivenzweig! Wir hoffen, beten und lassen uns nicht entmutigen im Vertrauen auf den Gott des Friedens.

(1) Aus Ägypten, Belgien, Bosnien-Herzegowina, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada, Kroatien, Litauen, Niederlande, Nord-Mazedonien, Schweden, Schweiz, Serbien, Togo, USA
(
2) https://www.oikoumene.org/de/resources/documents/war-in-ukraine-peace-and-justice-in-the-european-region
(3) s.o.

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Pressekontakt:
OKRin i.R. Antje Heider-Rottwilm, Vorsitzende von Church and Peace, +49 172 5162 799

Church and Peace e.V. ist der ökumenische Zusammenschluss von Friedenskirchen und friedenskirchlich orientierten Gemeinden, Kommunitäten und Friedensorganisationen in Europa

 

 

Gilt die Friedensethik noch, wenn Völkerrecht gebrochen wird? (von Wiltrud Rösch-Metzler)

Das Völkerrecht regelt den Umgang der Staaten miteinander mit dem Ziel, den Weltfrieden zu erhalten und das Weltgemeinwohl zu stärken. Im Kriegs- und Besatzungszustand ist außerdem das humanitäre Völkerrecht, das Zivilist:innen und Soldat:innen schützt, zu beachten. Wenn es zu einem Völkerrechtsverstoß kommt, ist es Aufgabe der Weltgemeinschaft, dafür zu sorgen, dass Völkerrecht wieder eingehalten wird. In der Friedensbewegung werden Kriege und Konflikte vom Völkerrecht her beurteilt.

Der russische Angriff auf die Ukraine, die Annexion von ukrainischen Gebieten und Kriegsverbrechen sind eklatante Verstöße gegen das Völkerrecht. Leider wird Völkerrecht immer wieder gebrochen, auch vonseiten des Westens.

Das war zum Beispiel beim Nato-Angriff auf Jugoslawien im Jahr 1999 der Fall, an dem Deutschland beteiligt war, das galt auch beim Angriff auf den Irak 2003, als die USA und Großbritannien behaupteten, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen, und mit einer Koalition der Willigen, darunter die Ukraine, den Irak angriffen und besetzten. Ein anderes Beispiel ist die völkerrechtswidrige israelische Annexion Ostjerusalems und die Besiedlung des Westjordanlandes.

Auch der Beschluss des Bundestages zur Evakuierung aus Afghanistan war völkerrechtswidrig, weil er weder die Zustimmung der Taliban noch ein Mandat des UN-Sicherheitsrats hatte und damit die Souveränität Afghanistans verletzte. Jeder Bruch des Völkerrechts lässt das Völkerrecht insgesamt erodieren und trägt dazu bei, dass nicht die „Stärke des Rechts“, sondern das „Recht des Stärkeren“ zum Tragen kommt. Interessanterweise haben die Angreifer sowohl im Fall Jugoslawien als auch im Fall Irak nach ihren Alleingängen die Vereinten Nationen wieder in eine weitere Bearbeitung des Konflikts miteingebunden.

Friedensethischen Überzeugungen etwa der Kirchen geht es ebenfalls um den Weltfrieden. War man früher der Ansicht, es gebe gerechte Kriege, etwa wenn alle Möglichkeiten einer friedlichen Konfliktbeilegung ausgeschöpft sind, wird heute nach Möglichkeiten der Gewaltprävention und des Verzichts auf jegliche Gewaltanwendung gesucht. Werden zum Beispiel wirtschaftliche und politische Ungerechtigkeiten beseitigt, hilft das, Gewalt zu vermeiden, so eine wichtige friedensethische Erkenntnis.

Wird Völkerrecht gebrochen, werden friedensethische Überzeugungen keinesfalls obsolet. Die Frage, wie der Krieg beendet werden kann, um Leid und Zerstörung zu begrenzen, ist, wenn man sich als eine Menschheitsfamilie versteht, um so drängender. So appellierte Papst Franziskus am 2. Oktober an die Präsidenten Putin und Selenskyj sowie an die Weltgemeinschaft: „Wir sollten die Waffen ruhen lassen und die Bedingungen für Verhandlungen suchen, die zu Lösungen führen, die nicht mit Gewalt durchgesetzt werden, sondern einvernehmlich, gerecht und stabil sind. Und das werden sie sein, wenn sie auf der Achtung des unantastbaren Wertes des menschlichen Lebens, der Souveränität und territorialen Integrität jedes Landes sowie der Rechte von Minderheiten und legitimen Anliegen beruhen.“

In Friedensorganisationen wird ebenfalls diskutiert, wie Gewalt eingedämmt werden könnte und wie es zu diesem Völkerrechtsbruch kam. Aus ihren friedensethischen Überzeugungen heraus werden Forderungen an eine Friedenspolitik formuliert. Dazu gehören Abrüstung, Deeskalation, Kooperation und im Fall des Krieges gegen die Ukraine vor allem Waffenstillstand und Verhandlungen.

So unterstützt Pax Christi Rottenburg-Stuttgart in ihrer Heiligkreuztaler Erklärung Vorschläge aus Italien für ein Friedensabkommen mit den Komponenten Waffenstillstand, Neutralität der Ukraine, Verhandlungen über Krim und Donbass sowie multilaterale Verhandlungen innerhalb der OSZE und zwischen Russland und der Nato über regionale Sicherheitsvereinbarungen. Für die Ukraine bedeutet Sicherheit, dass auf ein Friedensabkommen keine erneuten russischen Drohungen oder Übergriffe folgen, für Russland, dass auf seinen Rückzug aus der Ukraine keine Aufnahme der Ukraine in die Nato erfolgt. USA, Europäische Union, Türkei, China und andere sollten beiden Seiten helfen, sich in einem ausgehandelten Friedensabkommen sicher zu fühlen.

Frieden ist nicht möglich, ohne dass Menschen friedensethische Überzeugungen in sich tragen wie zum Beispiel Menschenleben achten und schützen, Grundbedürfnisse respektieren, Schritte der Versöhnung gehen oder Feindbilder überwinden. Es gilt noch stärker für die Einhaltung von Völkerrecht einzutreten und Menschenrechtsverteidiger:innen und Whistleblower:innen zu unterstützen. Ohne friedensethische Überzeugungen wäre weder das Völkerrecht entstanden noch Strukturen wie die Vereinten Nationen. Die Alternative ist ein neuer Rüstungswettlauf, der über die Drohnentechnologie und die Modernisierung der Atomwaffen ohnehin schon im Gang ist. Die Alternative zu friedensethischen Überzeugungen ist die Selbstvernichtung der Menschheit.

entnommen aus: FR-online vom 24.10.2022

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Wiltrud Rösch-Metzler ist Diözesanvorsitzende der Organisation Pax Christi für Rottenburg-Stuttgart, Co-Sprecherin der Kooperation für den Frieden und Redakteurin der Ökumenischen FriedensDekade

 

Engagement für den Frieden stärken

Nachfrage an Materialen zur Ökumenischen FriedensDekade hat deutlich zugenommen

Bonn, 24.10.2022. Vom 6. bis zum 16. November findet die diesjährige Ökumenische FriedensDekade statt. Unter dem Jahresthema „ZUSAMMEN:HALT“ werden im gesamten Bundesgebiet im kirchlichen wie nichtkirchlichen Umfeld Gottesdienste, Friedensgebete und Informationsveranstaltungen angeboten. In diesem Jahr wird neben der Hoffnung auf Frieden in der Ukraine auch der notwendige gesellschaftliche Zusammenhalt zur Bewältigung der Krisenlagen im Zentrum zahlreicher Angebote von Kirchengemeinden und Friedensgruppen stehen. Auch Themen der sozialen Gerechtigkeit weltweit wie die Herausforderungen zur Bewältigung der Klimakrise werden aufgegriffen.

„Mit Beginn des Krieges gegen die Ukraine erleben wir ein ungewöhnlich großes Interesse an den von uns angebotenen Arbeitsmaterialien“, so Jan Gildemeister, Vorsitzender der Ökumenischen FriedensDekade e. V.. In den vergangenen Jahren seien die ersten Materialbestellungen immer erst ab Juni eingegangen, so Gildemeister weiter. „Von den bislang fast 2.000 Bestellungen hat uns fast ein Viertel bereits bis Mitte des Jahres erreicht. Eine ganz neue Erfahrung für uns.“  Die Organisatoren sehen den Grund für dieses gestiegene Interesse im Wunsch und der Hoffnung vieler Menschen auf einen baldigen Frieden in der Ukraine, aber auch in der Unzufriedenheit darüber, dass die Bundesregierung gemeinsam mit internationalen Partnern offenbar fast ausschließlich auf eine militärische Strategie zur Friedensschaffung setzt.„Friedenspolitische Ansätze geraten angesichts von Entscheidungen wie der Einrichtung des Sondervermögens von 100 Mrd. Euro für die Bundeswehr und für verstärkte Aufrüstungsmaßnahmen in den kommenden Jahren vollständig in den Hintergrund“, kritisiert Jan Gildemeister.  Die FriedensDekade will im November den Fokus darauf richten, dass Frieden letztlich mit Gewalt nicht erreicht werden kann. „Die biblische Aufforderung, `Schwerter zu Pflugscharen zu machen und nicht mehr zu lernen, sein Schwert gegen ein anderes Volk zu erheben‘ (Micha 4.3), bleibt für uns die große Herausforderung, auf die wir als Christinnen und Christen eine Antwort geben müssen.“

Mit App für den Frieden beten

Mit der Smartphone-App „peace and pray“ macht die FriedensDekade auch in diesem Jahr das Engagement für den Frieden mobil. Tägliche Impulse wie Bibelverse und Andachten als Push-Nachrichten sind über die Friedens-App abrufbar. Mit diesem Angebot soll den Gesprächskreisen von Kirchengemeinden, den Mitarbeiter*innen bei Diakonie, Kirchenverwaltung oder Schule wie auch nichtkirchlichen Akteuren der Friedensarbeit ein einfacher Zugang zum Jahresmotto „ZUSAMMEN:HALT“ ermöglicht werden. Das Angebot ist ein Gemeinschaftsprojekt mehrerer evangelischer Landeskirchen in Zusammenarbeit mit der Ökumenischen FriedensDekade. „Auf dem Weg zur Schule, zur Uni oder ins Büro sind die Impulse jederzeit abrufbar und eine gute Möglichkeit, für einen Moment aus dem Alltag auszusteigen und sich von dem Thema ‚ZUSAMMEN:HALT‘ berühren zu lassen“, sagt Jens Lattke, Friedensbeauftragter der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland. Die App erweitert das umfangreiche Materialangebot zum Jahresmotto, das Gemeinden und Aktionsgruppen über die Website (www.friedensdekade.de) abrufen können.

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Das  Jahresmotiv kann im Internet (www.friedensdekade.de) in druckfähiger Qualität heruntergeladen werden.

Oder Sie fordern eine druckfähige Vorlage  als jpg- oder pdf-Datei an unter: thomas.oelerich@friedensdekade.de.

 

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

Jan Gildemeister (AGDF), 0228/24 999 -13, E-Mail: jan.gildemeister@friedensdekade.de

Thomas Oelerich, Tel. 0173/81 58 627, E-Mail: thomas.oelerich@friedensdekade.de

 

Seine Heiligkeit Patriarch Kyrill und geschäftsführender ÖRK-Generalsekretär treffen sich in Moskau

Pressemitteilung des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK)

Seine Heiligkeit Patriarch Kyrill und der geschäftsführende Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK) haben sich am 17. Oktober in Moskau getroffen, um darüber zu sprechen, dass die Kirchen aufgerufen sind, Friedensstifterinnen zu sein.

Der geschäftsführende Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen, Priester Prof. Dr. Ioan Sauca, dankte dem Primas der Russischen Orthodoxen Kirche für das Treffen und sagte: „Die Mitgliedskirchen unserer Gemeinschaft verfolgen diesen Besuch mit großem Interesse und voller Hoffnung.“ Weiter erklärte er, dass der Besuch im Auftrag des ÖRK-Zentralausschusses anberaumt wurde, der sie beauftragt hatte, ÖRK-Mitgliedskirchen mit „blutenden Wunden“ zu besuchen. Derartige Reisen wurden bereits in verschiedene Länder im Nahen Osten – Syrien, Libanon, Israel und Palästina – unternommen, dann in die Ukraine und nun nach Russland.

„Sie wissen um die Sorgen der ÖRK-Mitgliedskirchen“ angesichts des Kriegs zwischen Russland und der Ukraine, sagte Sauca, „und um die von unseren Leitungsgremien verabschiedeten Erklärungen, die Krieg und Gewalt verurteilen – Erklärungen, die unter Mitwirkung der jeweiligen Delegationen der Russischen Orthodoxen Kirche formuliert wurden“.

„Wir sind hierher gekommen, um zu herauszufinden, was wir gemeinsam tun können, um Brücken des Friedens und der Versöhnung zu bauen, dem Blutvergießen ein Ende zu setzen und die Gefahr eines atomaren Flächenbrandes zu bannen“, erklärte Sauca. „Ich glaube, es wäre jetzt sehr hilfreich, die gleiche Erklärung noch einmal zu wiederholen und der Welt gegenüber klar zum Ausdruck zu bringen, was Sie uns hier heute gesagt haben: Stoppt das Blutvergießen, stoppt das Töten, stoppt die Zerstörung der Infrastruktur, bemüht euch um Frieden und Versöhnung.“

Das würde der Welt und auch der orthodoxen Kirchen sehr helfen, sagte Sauca an Patriarch Kyrill gewandt, „und würde Ihre persönliche Haltung zu diesem Krieg deutlich zum Ausdruck bringen“.

Der Patriarch erklärte, dass er nicht glaube, dass irgendeine Kirche oder irgendein Christ, irgendeine Christin Krieg und Töten unterstützen könnten, und dass die Kirchen „…aufgerufen sind, Frieden zu stiften und das Leben zu schützen und zu bewahren“, sagte er. „Krieg kann niemals heilig sein.“

Wenn jemand aber sich selbst und sein Leben verteidigen müsse oder sein Leben zum Schutz des Lebens anderer Menschen geben müsse, sähe es anders aus, erklärte Patriarch Kyrill. „Es gibt in der Geschichte des Christentums sehr viele Beispiele dafür“, sagte er. „Trotzdem müssen wir als Friedensstifterinnen und Friedensstifter alles in unserer Macht Stehende tun, um durch Dialog Frieden zu stiften und Konflikte und Gewalt zu verhindern.“

Weiterhin fügte Patriarch Kyrill hinzu, dass wir in einer sehr schwierigen Zeit lebten – dass diese Schwierigkeiten aber nicht auf die Kirchen zurückzuführen seien, „sondern auf den politischen Kontext, und dieser politische Kontext stellt derzeit eine große Gefahr dar“, erklärte er.

Die Kirchen „dürfen kein Öl ins Feuer gießen“, führte er aus. „Wir müssen im Gegenteil alles in unserer Macht Stehende tun, um das Feuer zu löschen. Und dabei kommt dem Ökumenischen Rat der Kirchen eine sehr wichtige Rolle zu.“

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Den vollständigen Text der Pressemitteilung des ÖRK können Sie hier nachlesen.

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