20. Juni 2015

Friedensgruppen kritisieren Kirchentag in Stuttgart

webbanner_130x185Kritik von Evangelischen Friedensgruppen auf das am Ev. Kirchentag in Stuttgart.

Die Pressemitteilung finden Sie hier.

Mit einer Pressemitteilung reagierten die Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF) und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK) kritisch auf das Fehlen eines eigenen Zentrums für Frieden auf dem Ev. Kirchentag in Stuttgart.

Beim Deutschen Evangelischen  Kirchentag darf nach Ansicht der evangelischen Friedensarbeit die Beschäftigung mit Friedensfragen und der Friedenstheologie nicht in den Hintergrund treten. Im  Gegenteil müsse das Thema Frieden künftig wieder eine zentrale  Rolle bei den Kirchentagen spielen. „Die  Stimme der Pazifisten und Querdenker in Sachen Frieden darf nicht an den Rand gedrängt werden“, mahnte Renke Brahms, der Friedensbeauftragte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland. Es sei immer die integrative Kraft des Kirchentages gewesen, Unterschiede und Differenzen auszuhalten und dem auch Raum zu geben, machte Brahms deutlich. Beim Kirchentag in Stuttgart hatten fast 40 Friedensgruppen und –organisationen ein  eigenes  „Zentrum Frieden“ in der Friedenskirchengemeinde organisiert und mehr als 60 Veranstaltungen angeboten, die täglich von vielen Menschen besucht wurden. „Der Stuttgarter Kirchentag sollte nach Einschätzung des Präsidiums den Schwerpunkt Frieden haben. Wenn dies überhaupt gelang, dann nur dank der Menschenkette für den Frieden und dem autonomen Zentrum Frieden, das wir initiiert und mit getragen haben“, betonte Jan Gildemeister, der Geschäftsführer der Aktionsgemeinschaft Dienst für den  Frieden (AGDF). Und Renke Brahms bedauerte, dass es im Vorfeld des Kirchentags nicht gelungen  sei, die Akteurinnen und Akteure, die sich  im Zentrum Frieden versammelt hätten, in das Hauptprogramm zu integrieren. 
„Das Thema Frieden ist so zentral und aktuell, dass ein Kirchentag nicht ohne ein Zentrum zu diesem wichtigen Thema auskommt“, ist auch Wolfgang Burggraf, der Geschäftsführer der Evangelischen Arbeitsgemeinschaft für Kriegsdienstverweigerung und Frieden (EAK), überzeugt. Sowohl EAK wie auch AGDF verweisen zudem auf die Vielzahl der Diskussionen in der Stuttgarter Friedenskirchengemeinde. „Das Zentrum Frieden zeigte an einem Ort die Breite evangelischer Friedensarbeit und griff aktuelle politische Themen parteiisch, aber auch kontrovers auf. Es ist bedauerlich, dass der Kirchentag sich nicht überwinden konnte, auf diese wichtige Ergänzung zum offiziellen Programm hinzuweisen“, meinte Gildemeister. AGDF  und EAK waren auch beim offiziellen Programm des Kirchentags beteiligt. Und EKD-­Friedensbeauftragter Renke Brahms, der selbst an mehreren Veranstaltungen im Zentrum Frieden wie auch im offiziellen Kirchentagsprogramm beteiligt war, unterstrich: „Ich bin sehr dankbar und beeindruckt, welch ein Programm hier in der Friedenskirchengemeinde zustande gekommen ist.“ Es sei klug und richtig, die politisch Verantwortlichen wie Kofi Annan oder Frank‐Walter Steinmeier im Kirchentag mit einzubeziehen, es sei aber ebenso wichtig, gelingenden Beispielen von gewaltfreien Konfliktlösungen einen prominenten Ort auf dem  Kirchentag einzuräumen, so Brahms.

Den vollständigen Text der Pressemitteilung finden Sie hier.