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„... und raus bist du.“ – ein Kinderspiel?

Eigentlich ist das Motto der diesjährigen Ökumenischen Friedensdekade der Schlussteil eines Kinderreims (davor kommt noch: „Eeene meene muh, ...“). Dennoch finden sich bei der gängigsten Internet-Suchmaschine nach Eingabe des Halbsatzes 45.500 Einträge, bunt gemischt von den Themen „Mobbing am Arbeitsplatz“, „Mobbing auf dem Schulhof“, „Arbeitslose in Deutschland“ und ... und ... bis zu Hinweisen auf Büchertitel – eben auch ein Buch, in dem „Kinderspiele für draußen“ angeboten werden.

Großer Beliebtheit erfreuen sich Fernsehsendungen, in dem die Zuschauenden per SMS diejenigen rauswählen können, die ihnen nicht passen – sei es ihre Figur, sei es ihre Stimme, sei es einfach so. Dass eben jemand raus ist, scheint von Kindesbeinen an etwas ganz Normales zu sein, etwas, das wir als Kinder bereits beim Spielen lernen sollen, um dem Leistungsdruck im „richtigen Leben“ gewachsen zu sein (aus einem Plädoyer eines Schulsportbefürworters – nichts gegen Schulsport! – mit Hinweis auf PISA ...).

Abgrenzung als Ausgrenzung – so ist das eben im Leben? Ich will mich nicht damit abfinden, ich will Zeichen setzen gegen dieses Denken. Ich will Alternativen bieten – und genau diese setzen bereits beim Kinderreim ein: Wer nur „Mensch, ärgere Dich nicht“ spielen muss, wer stets mit Wettkämpfen im Schulsport konfrontiert ist, die an den eigenen Talenten meilenweit vorbeizielen, kennt es eben nicht anders als „... und raus bist du.“.

Arbeit mit Kindern und Jugendlichen auf friedenstheologischem Hintergrund kann Zeichen setzen und Alternativen bieten: Das Klischee von windelweichen und langweiligen „Spielen ohne Sieger“ greift dann nicht mehr, wenn Gruppenspielen nicht einfach der Wettbewerbsgedanke (der nicht gleich per se etwas Negatives sein muss) gekappt wird, sondern wenn Spiele positive Aspekte von Abgrenzung implizieren. Elemente der Solidarisierung der Gruppenmitglieder, Förderung der kreativen Ressourcen der einzelnen, kurz: anstatt Abgrenzung durch Ausgrenzung kann Abgrenzung alternativ als identitätsstiftend verwandt werden. Wer sich seiner/ihrer Identität gewiss ist, muss nicht mehr ausgrenzen. Und das fängt mit einem Kinderspiel an ...

 
Martina Basso
Mennonitisches Friedenszentrum Berlin
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