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Aufruf

Unsere Schirmherrin Dr. Margot Käßmann ruft zum Mitmachen auf

Liebe Friedensfreundinnen und -freunde, liebe Freundinnen und Freunde der FriedensDekade,

Wir brauchen Menschen, die nicht erschrecken vor der Logik des Krieges, sondern ein klares Friedenszeugnis in der Welt abgeben, gegen Gewalt und Krieg aufbegehren und sagen: Die Hoffnung auf Gottes Zukunft gibt mir schon hier und jetzt den Mut von Alternativen zu reden und mich dafür einzusetzen.

Die bundesweite Ökumenische FriedensDekade mit ihren Tausenden von Veranstaltungen, Gottesdiensten, Friedensgebeten, Mahnwachen und politischen Diskussionen ist ein Aktionszeitraum für solche Alternativen zum Krieg. Sie ist eine Chance für Gruppen und Gemeinden über Krieg und Frieden ins Gespräch zu kommen. Beginnen Sie mit einem Friedensgebet, falls es in Ihrer Gemeinde noch keine „FriedensDekade" gibt. Suchen Sie sich eine Handvoll Gleichgesinnte und starten Sie noch in diesem Jahr mit Ihrer Friedensarbeit.

Das Eintreten für Frieden wird oft belächelt. Ein Bundeswehroffizier schrieb mir, etwas zynisch, ich meinte wohl, ich könnte mit weiblichem Charme Taliban vom Frieden überzeugen. Ich bin nicht naiv. Aber Waffen schaffen offensichtlich auch keinen Frieden in Afghanistan. Wir brauchen mehr Fantasie für den Frieden, für ganz andere Formen, Konflikte zu bewältigen. Das kann manchmal mehr bewirken als alles abgeklärte Einstimmen in den vermeintlich so pragmatischen Ruf zu den Waffen. Lassen Sie sich nicht entmutigen!

„Krieg in Afghanistan" und „Waffenexport aus Deutschland" sind die wichtigsten Themen der diesjährigen Friedensdekade mit dem Motto „Gier Macht Krieg". Der Waffenhandel weitet sich schnell und immer weiter aus. Nach Angaben des SIPRI (Stockholm International Peace Research Institute) ist der deutsche Anteil am internationalen Waffenhandel zwischen 2005 und 2010 auf 11 % gestiegen und wird nur noch von Russland mit 23 % und den USA mit 30 % überrundet. Das bedeutet: Unsere Volkswirtschaft profitiert von der Gewalt und dem Krieg, den wir beklagen. Die Kirchen können angesichts dieser furchtbaren Situation nicht schweigen! Ich freue mich sehr über die neue Kampagne christlicher und anderer Akteure „Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel", deren Ziele ich aus vollem Herzen unterstütze.

Denn schließlich sollten wir Gebet und praktisches Engagement eng miteinander verbinden. Als Christen und Christinnen, als Kirchen und als ökumenische Bewegung müssen wir die Mächte der Gewalt herausfordern! Unsere Berufung ist es, Gewalt zu überwinden. Die FriedensDekade erinnert uns daran. 

Margot Käßmann, Schirmherrin der Ökumenischen FriedensDekade 2011