• Mutig für Menschenwürde

    Impuls von Jan Gildemeister, Geschäftsführer der AGDF

    Was sind Ihre ersten Assoziationen, wenn Sie an mutige Menschen denken, die sich für die Menschenwürde – ihre oder/und die anderer – einsetzen? Denken Sie an diejenigen, die sich in Ägypten oder Tunesien für die Ablösung der alten Regime, für Demokratie und gegen Willkür engagieren? Oder an Mahatma Gandhi oder Martin Luther King, für die das erlebte Unrecht Grund war, sich gewaltfrei für Menschenrechte und Gerechtigkeit einzusetzen?

    In vielen Ländern gibt es Menschen, Gruppen, Organisationen oder Bewegungen, die sich mutig für mehr Gerechtigkeit und Frieden einsetzen, die ihre jeweiligen Machthaber gewaltfrei unter Druck zu setzen, die Würde der Menschen vor (staatlicher) Willkür und (wirtschaftlicher) Ausbeutung zu schützen.

    Den vollständigen Impuls lesen Sie in diesem PDF:

    Impuls_2014_Mutig-fuer-Menschenwuerde

  • Wer bist Du

    Ein Text in Anlehnung an Psalm 8 von Gerhard Bemm

    PSALM 8 (nicht nur ein Gegenpsalm)

    Wer bist DU
    in deiner Abwesenheit
    DU
    dessen Name vergessen wird in allen Landen

    In Planquadrate ist die Erde aufgeteilt
    die Würde des Menschen
    mit einer Verwaltungschiffre verdeckt
    preisgegeben
    den ideologischen Klischees
    und ausgeliefert
    der Angst
    dem Neid
    und der Rachgier des Mächtigeren

    Im Dunst der Städte beginnen
    vom Nichts gejagt
    die Menschen die Reste deines Odems
    auszuhusten
    an den Folgen ihrer Ausdünstungen
    beginnt Natur zu sterben
    und Ekel breitet sich aus

    Sinnlos ist es geworden
    den Erdkreis noch
    als Wunder deiner Schöpfung zu bestaunen
    denn was verstanden wird
    aus sich selbst entstanden zu sein
    wird in sich selbst zerbrechen

    Du hast den Menschen gehen lassen
    nun treibt er sich selbst
    wie DU zu werden
    er preist seinen selbst gewählten Niedergang

    Immer leiser werden die Stimmen
    die die Botschaft deines Vermächtnisses
    zu bewahren haben
    und wir fragen
    ob deine Abwesenheit erst beendet
    wenn unser Niedergang vollkommen ist

    Bist DU noch für uns
    in deiner Abwesenheit
    DU
    dessen Name vergessen wird in allen Landen

    Gerhard Bemm

  • Ökumenische FriedensDekade sichtbar machen

    Beispiel: Schaukastengestaltung

    schaukastenEin gelungenes Beispiel, wie mit einfachen Mitteln auf die Anliegen der Ökumenischen FriedensDekade aufmerksam gemacht werden kann, schickte uns jüngst Frau Sonya Weise aus Karlsruhe.

    Wie in den Jahren zuvor hat Sie in Vorbereitung auf die diesjährige Ökumenische FriedensDekade den lokalen Schaukasten gestaltet. Gerne geben wir die Anregung als Impuls an Gemeinden und Initiativen weiter.

     

  • Gottesdienstentwurf zum 11. September

    10 Jahre nach dem Attentat auf das World Trade Center in New York

    Was tun 10 Jahre nach 9/11? Wie predigen an diesem Sonntag?

    Einen Gottesdienstentwurf mit Predigtmeditation zum vorgeschlagenen Predigttext Jes. 29, 17 – 24  (12. Sonntags nach Trinitatis) steht im Internet auf der Seite des Zentrums Ökumene www.zentrum-oekumene-ekhn.de zur Verfügung.

    Er kann auch telefonisch bestellt werden: 069 / 97 65 18 56.

    Der Gottesdienstentwurf und weitere Anregungen zur Gestaltung des Sonntags und der Auseinandersetzung mit den Anschlägen vom 11. September 2001 wurden erarbeitet von der Pfarrerin für Friedensarbeit im Zentrum Ökumene, Mechthild Gunkel und dem Stadtkirchenpfarrer an St. Katharinen in Frankfurt, Werner Schneider-Quindeau.

    Der Gottesdienstentwurf kann auch hier herunter geladen werden:

    Impuls_2014_Gottesdienstentwurf_911

    Log_Zentrum_OEkumene

  • Die Kraft, die Wachstum schafft: Die Gier

    Ein passender Impuls des Kabarettisten Wilfried Schmickler

    schmicklerWie Gier und Neid zusammen gehören und was daraus entstehen kann, beschreibt der Kaberettist Wilfrid Schmickler, hier in einem Auszug aus der Sendung “Neues aus der Anstalt” zu sehen.

    Der Auszug ist in YouTube eingestellt. Bitte klicken Sie hier, um zum Film weiter geleitet zu werde.

     

     

  • Gier Macht Krieg oder Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung

    Impuls zum Motto von Jan Gildemeister

    gier-macht-kriegDie Verfasser waren Realisten: Menschen werden in der Bibel immer wieder mit Habgier, Machtgier, Unterdrückung und Gewalttätigkeit in Verbindung gebracht (z.B. Jer. 22,17). Jakobus wirft den Gemeindemitgliedern vor, dass ihre Gier nach Macht, Recht zu bekommen und den eigenen Vorteil zu Streitigkeiten bis hin zu Krieg führt. Damit verbindet er das individuelle Streben mit der gesellschaftspolitischen Ebene.

    Ein Blick in die Medien bestätigt die in der Bibel beschriebenen Erfahrungen: Der Bundespräsident wirft den Banken und der Politik vor, aus der Finanzkrise nicht gelernt zu haben. Der GAU beim Atomkraftwerk Fukushima wäre vielleicht nicht passiert, wenn sich mit Atomkraft nicht so große Gewinne – zu Lasten der Allgemeinheit und der Umwelt – erzielen ließen und die staatliche Aufsicht besser funktioniert hätte. Der Aufbruch in Nordafrika bringt ins öffentliche Bewusstsein, dass die westlichen Staaten jahrzehntelang akzeptierten, dass in Ägypten, Tunesien oder Libyen Machthaber ihr Volk unterdrückten, da die wirtschaftlichen Beziehungen florierten und das Erdöl preiswert floss. Fleißig wurden auch von deutschen Firmen Waffen verkauft, die in Libyen zur brutalen Aufstandsbekämpfung eingesetzt wurden. Das FDP-Entwicklungsministerium sorgt sich weniger darum, dass die weltweite Armut bekämpft wird und gewaltfreie Mittel der Konfliktbearbeitung Vorrang bekommen. Nein, Ziel ist es primär, durch das Engagement von China im Streben um den preiswerten Zugang zu Rohstoffen und gute Geschäfte mit häufig undemokratischen Regierungen afrikanischer Staaten nicht ins Hintertreffen zu geraten.

    Die Gier nach Reichtum schlägt sich im kapitalistischen Wirtschaftssystem im Streben von Aktiengesellschaften nach Gewinnmaximierung nieder. Durch Militär sollen Einflusszonen gesichert werden, um letztlich unseren Reichtum zu sichern. Und die Machtlosen, Ärmsten sowie die natürliche Umwelt bleiben auf der Strecke.

    Ist dies der Lauf der Dinge? Gibt es dazu keine Alternativen?

    Die Verfasser der Bibel sind deutlich: Gier wird verdammt und Gerechtigkeit an die erste Stelle gesetzt. Der „Konziliare Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ ist quasi die Antiposition zu Gier Macht Krieg. Wer nach Gerechtigkeit strebt, will nicht seinen Reichtum vermehren, wem Mitmenschen und Umwelt am Herzen liegen, der verzichtet auf Streit und extensiven Ressourcenverbrauch. Und die Kirchen fordern, dass sich analog die Prioritäten für Wirtschaftsstrukturen und Politik verschieben. Der Konziliare Prozess wurde vom Ökumenischen Rat der Kirchen Ende der 1980iger Jahre beschlossen und hat bis heute nichts an Aktualität verloren. Die Dekade zur Überwindung von Gewalt, die im Mai 2011 mit der Internationalen Ökumenischen Friedenskonvokation in Jamaika offiziell ihren Abschluss fand und an der sich weltweit viele Kirchen und Gemeinden beteiligt haben, ist eine Konkretion des Konziliaren Prozesses.

    Es bleibt die nüchterne Frage: Was hat sich in den letzten 25 Jahren verändert? Ist das Streben nach Gerechtigkeit und Frieden für die Kirchen wichtiger geworden? Gibt es weniger Kriege und mit Waffengewalt ausgetragene Konflikte in der Welt? Geht es den Ärmsten, den Flüchtlingen besser, hat die Umweltverschmutzung abgenommen? Die allgemeine Antwort darauf lautet: Es gibt Fortschritte, aber auch viele Fehlentwicklungen.

    Entscheidend ist aber, dass wir als Christinnen und Christen aufgefordert sind, Verantwortung zu übernehmen, für unsere Lebensführung, für unsere Umwelt und für die Gesellschaft. Und da hilft es wahrzunehmen, dass wir nicht alleine auf dem Weg sind. Eine Vielzahl von Initiativen für Gerechtigkeit, Frieden und die Bewahrung der Schöpfung ermutigt und schafft Möglichkeiten, sich konkret zu engagieren. Dazu gehören die 35 Mitgliedsorganisationen der Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF).

    Durch Kurse der Bildungs- und Begegnungsstätte für gewaltfreie Aktion KURVE Wustrow werden Menschen aus aller Welt in ziviler Konfliktbearbeitung praxisnah geschult. Der Oekumenische Dienst Schalomdiakonat in Wethen begleitet von ihm qualifizierte Fachkräfte im In- und Ausland fachlich bei ihrer Konfliktarbeit. Junge und ältere Menschen aus verschiedenen Ländern leisten in mehrmonatigen Freiwilligendiensten von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste einen konkreten Versöhnungsdienst. Über 20 Ausstellungen der Friedensbibliothek / Antikriegsmuseum, Berlin werden in Deutschland, aber auch in benachbarten europäischen Ländern in Kirchen oder öffentlichen Einrichtungen gezeigt und informieren jährlich zigtausend Besucher/innen über Persönlichkeiten, die sich für Verfolgte und Benachteiligte und gegen Krieg eingesetzt haben. Durch Projekte der Aktionsgemeinschaft Friedenswoche Minden setzen sich Schüler/innen beim Bau von Lehmhütten „nebenbei“ mit Fragen von Umweltschutz, Ungerechtigkeit und mit unterschiedlichen Religionsgemeinschaften auseinander. In Workcamps des christlichen Friedensdienstes yap-cfd verbinden Jugendliche aus verschiedenen Ländern die praktische Arbeit für soziale Projekte mit gemeinsamer Freizeitgestaltung und dem inhaltlichen Austausch in sog. Studyparts. Speziell qualifizierte Erzieherinnen tauschen sich initiiert vom Friedenskreis Halle mit palästinensischen Kolleginnen über ihre jeweilige gewaltpräventive Arbeit in Kindergärten aus.

    Das Motto der diesjährigen Ökumenischen FriedensDekade legt den Finger in die Wunden, weist auf grundlegend Verkehrtes hin. Zugleich wird deutlich, dass „Gier Macht Krieg“ von Gott nicht gutgeheißen werden und es Alternativen gibt, denen wir Christinnen und Christen verpflichtet sind.

  • Gier Macht Krieg

    Impulstext zum diesjährigen Motto

    geldEntwicklung einer Perversion

    Ich habe ausreichend
    Du hast ausreichend
    Wir haben ausreichend

    Ich will mehr haben
    Du willst mehr haben
    Wir wollen mehr haben

    Ich will mehr haben als du hast
    Du willst mehr haben als ich habe
    Wir wollen mehr haben als Andere haben

    Ich will viel mehr haben als du hast
    Du willst viel mehr haben als ich habe
    Wir wollen viel mehr haben als Andere haben

    Ich will immer noch mehr haben als Andere habe
    Du willst immer noch mehr haben als Andere haben
    Wir wollen immer noch mehr haben als Andere haben

    Ich will mein Hab und Gut geschützt haben
    Du willst dein Hab und Gut geschützt haben
    Wir wollen unser Hab und Gut geschützt haben

    Ich will mein Hab und Gut besser geschützt haben
    Du willst dein Hab und Gut besser geschützt haben
    Wir wollen unser Hab und Gut besser geschützt haben

    Ich will mein Hab und Gut besser schützen lassen als du es kannst
    Du willst dein Hab und Gut besser schützen lassen als ich es kann
    Wir wollen unser Hab und Gut besser schützen lassen als Andere es können

    Ich will mein Hab und Gut besser schützen lassen ohne Rücksicht auf Andere
    Du willst dein Hab und Gut besser schützen lassen ohne Rücksicht auf Andere
    Wir wollen unser Hab und Gut schützen lassen ohne Rücksicht auf Andere

    Wir müssen unser Hab und Gut total schützen lassen
    Koste es was es wolle –

    von Gerhard Bemm


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